Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 12 (1936)
- Issue
- 37/38 (11.9.1936)
- Date
- 1936-09-11
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
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Seite 6 11. September 1936 die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse immer mehr verschlechtert und unglücklicherweise sah Palästina, das in den letzten Jahren eine der wenigen leuchtenden Stellen in dem düsteren Gemälde der jüdischen Welt war, im vergangenen Jahr tragisch^ Ereignisse, deren Auswirkung niemand vorhersehen kann. Iis wird alle unsere Tapferkeit und unseren ganzen Mut erfordern, <!en Sturm zu uberstehen. Diese unserem Glauben Ml den Allmächtigen und dem Vertrauen auf unser Geschick entspringenden EigCBSCnaften haben uns nicht verlassen; abermals können wir das neue Jahr mit der glühenden Hoffnung und dem Wunsche begrüßen, dali es uns und der ganzen Menschheit glücklichere Tage bringen möge. Kulturtagung des Reichsverbandes der jüdischen Kulturbünde in Deutschland. Am 5., b. und 7. September 1936 fand in Berlin die erste Kulturtagung des Reichsverbandes statt eine außerordentlich interessante Veranstaltung. Sonnabend abend 8,30 Uhr eröffnete der Vorsitzende des Reichsverbandes in Anwesenheit des Herrn Reichskulturwalters Hinkel und einer aus allen feilen des Reiches beschickten Delegiertenzahl, sowie vieler jüdischer Künstler die Tagung. In seiner Rede schilderte Dr. Singer die Entwicklung der Kulturbünde, wie sie sich zuerst in ihren Darbietungen wenig von der Kunst vor 1933 unterschieden, wie aber allmählich die Erkenntnis immer stärker wurde, dal! ein Jüdischer Kulturbund nicht nur vor Juden spielen, jüdische Künstler beschäftigen müsse, sondern eine national-kulturelle Aufgabe habe: die Juden Deutschlands, die so viel ihrer jüdischen Substanz verloren hatten, wieder zu den Quellen ihres Seins zurückzuführen. So zeige der Spielplan der Saison 1936 37 schon sehr deutlich das Streben nach betont-jüdischen Inhalten, „Die goldene Kette" führe in die Welt des ChässidiäiUus, warnend „Sciiaubatai Z'wi", das in Vorbereitung sei, eine deutsche Übersetzung eines palästinensischen hebräischen Stückes sei. Es sei auch kein Zufall, dal> diese Kulturtagung zeitlich mit der „J'nie Biaiik"-Ausstellung der Berliner Zionistischen Vereinigung zusammenfalle. Dr. Singer teilte mit, dali er zur Bekräftigung des Zusammenhanges zwischen Erez Israel und dem jüdischen Kulturschaffen in Deutschland Telegramme an das Hubermann-Orchester in Tel-Awiw und an die „Habima" gesandt habe. Nach Dr. Singer sprach Dr. Joachim Prinz der in begeisternden Worten von der Aufgabe der Kulturbünde sprach, die Juden Deutschlands das Glück fühlen zu lassen, Juden zu sein und in ihnen nicht das Gefühl aufkommen zu lassen, die jüdische Welt als etwas Minderes einzuschätzen. Die Kulturbünde seien dazu da — trotz der Problematik originalen jüdischen Kunstschaffens in Deutschlands durch den Mangel der eigenen Sprache — überall befruchtend auf das jüdische Bewußtsein ZU wirken und die Juden vom Rande des ludischen Volkes j__, t iAkju,jltdw« ~f t i d *J n wicuci •.. uao n in. uoi^v £cnirutti /.u uimgcii. oeiue Keuner natten sein iebhafien Beiiaii. Anschließend erklärte Herr Reichskulturwalter Hinkel sein Einverständnis mit dem Vorgetragenen und behielt sich vor, während der Tagung nochmals das Wort zu ergreifen. Der nächste Vormittag brachte eine sehr lebhafte, von heißester Liebe zur jüdischen Zukunft getragene Auseinandersetzung über die Theaterfrage. Hier waren es vor allem die Ausführungen des Überspielleiters Wisten, die den Zuhörern den Glauben an die jüdische Aufgabe des jüdischen Schauspielers und ihr Gelingen, gaben. Es würde den Rahmen dieses kurzen Berichtes sprengen, wollte man alle Reden auch nur auszugsweise anführen. Man hatte den Eindruck, daß die Kulturbünde sieh der nationalen Wiedergeburt des jüdischen Volkes voll verbunden fühlen. Der Nachmittag war ausgefüllt von einigen Referaten über Fragen jüdischer Musik, illustriert durch einige Lieder des Winawer-Chores, die von dem kunstverständigen Publikum begeistert aufgenommen wurden, und einigen Liedern von Wilhelm Guttmann (begleitet von Lina Klein), die von hoher Kunst zeugten. Es wurden zum Schluß die Bedingungen für das Preisausschreiben für Musikwerke verkündet. Anschließend erfolgte eine Besichtigung der „J'me Bialik"- Ausstcllung, die für alle Besucher ein besonderer Genuß war. Bei einem Zusammensein — ohne Debatten — erholten sich die Teilnehmer von der außerordentlich interessanten Tagung. Der /wontag-vormittag brachte noch einige Diskussions-Aussprachen zu den Musikreferaten des vorangegangenen Tages. Herr Dr. Singer faßte das Resultat der Tagung dahin zusammen, daß langsam immer weiter in die jüdischen Bezirke der Kunst eingedrungen werden müsse und verlas die von den Kommissionen gefaßten Beschlüsse. Herr Reichskulturwalter Hinkel gab eine Reihe von Anregungen für die weitere Arbeit und Finanzierung der Kulturbünde, die die Leitung des Reichsverbandes in Besprechung mit den Gremien der führenden jüdischen Organisationen in Angriff nehmen wird. Dr. A. Herzliche Glückwünsche für Freunde und Bekannte lösten durch eine Spende zu Gunsten unserer Wohlfahrtspflege ab: Dr. S. Barurti Jacobstraße 6 Moses Cariebadi u. Farn. LortzingstraBe 15 Gem.-Dabb. Gust. Cohn u. Frau Walter-Blümel-Straße 10 Kantor Man lalle u. Frau Funkenburgsuaße 15 Verw.-Dir. Gustav Ratzenstein und Frau, Fregestraße 7, Ii Fl-isdierel Sally LÜ _ Ranstädter Steinweg 7 Arnold Sdilein u. Familie Sportverein „Schild" Kaiser-Maximilian-Str. 23 Kl. Fleischergasse S Ernst Sdilein und Frau Orassistraße 36 Seidenhaus Jacoby Petersstraße 23 H. Szpylberg Norderneyer Weg 3 b Walter üry und Frau Wächterstraße 32 Karl Siegel Kohlgartenstraße 4 b Julius Folmann u. Frau Helfferichsttaße Q Walter Netzner und Frau Straße des 18. Oktobers 11 Hermann Sobelmann Dresdner Straße 32 Dir. Dr. Weikersheimer u.Frau Jacobstraße 6 Bernh Bernstein u. Frau Thomasiusstraße 9 Albert Held Springet sliaue 18 Mnrif? How Dr. med. Julius Meyer Adoit-Hitler-Straße 69 W2Ü2? ÜÜSSilÜSfü Dr. Soloweetsmik u. Farn, Funkenburgstraße 7, part. Woll Gindsberg u. Frau Qottschedstraße 30 ir- . i t t 'OkijnuC ^v> u r w! Meinen werten Kunden, Y?r- . s;.h=r-,3fTf!n reuieMatWimeid. f ieln^eÄ^iJjahr WaUer^ümeLStr. 12, Ruf 11648 AlKcrf Toi/*Kar C3i il-\J■ i/»!/«»-*»! .**.!SJ55rt! w'wiSw. SUvi iwii uwrvwi »-»i Lalp^lg C1,!ndustriepa!-5t - Ruf 16209 wünscht allen Kunden, Freunden und Bekannten TWQ naTim MTD ............■.....im».„i.....j, Xodi zu Sommer preisen^ * ■ Bestellungen müssen sofort erfolgen, Auslieferung bis spat ■ J30. September. Es wird gebeten Aufträge die bestens ausgeführt J ■ werden, baldgefl. zu erteilen. - ■ Telefon 31063 Kohldl - PorgeS Kaiser-Wilhelm-Str. 43« pKoks — Brikett — Anthrazit — Brennholz" rrc» na-nm rmo ggS Ich wünsche allen meinen werten Kunden ein frohes Fest Flsclikaiiclliiiig Bester Nordstr. 4 Teleftm 12915 Damenschneider ei M. Krzepicki, Alexanderstr. 46 p. wünscht allen ihren werten Kunden, Verwandten und Bekannten ein gesundes neues Jahr. ilttTlffi »DTD Meinen Kunden, Verwandten und Bekannten Gesundheit und '< und Oeschäf.1. alles Oute J |(fl(|||j(|. Brühl 2 Feine Maßschneiderei Telefon 11337 wertenlTunden, alTen freunden u. d best. Wünsche z.Jahreswechsel Josef Koppold und Frau — Kürschnerei — HainstraRe 23 Meinen werten Kunden die besten Wünsche zum Jahreswechsel Butler - Köhler, Trosln bei Toraau Mein, veehrt. Kund. u. Bekannt, herzl. Qlückw. zum neuen Jahr E. Alinikes Tüten- und Beutel-Großhandlung Gr. Fleischergasse 1, Tel. 23614. Allen Verwandten und Bekannten herzliche Glückwünsche 7iim neuen Jahre J. u.M. Boritzer und Familien Aureliusstr. 14 Meiner werten Kundschaft die herz!. Glikkw. zum neuen Jahre A. Pröhl,elektr. Anlag. jetzt Ranstädter Steinweg 49 Telefon 17443 Ait. , 4/..j 1 f „^j*« neu wcii. '\uiiu , niwaiiuitu u. Bekannt, herzf. Olückwünsche zum neuen Jahr I. Krauß und Frau Uhrmacher, Fregestraße 5 a.