Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 12 (1936)
- Issue
- 37/38 (11.9.1936)
- Date
- 1936-09-11
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
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11. September 1936 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIOIÜNSOEMEINDE ZU LEIPZIG ___Srite_7 | jüdischer Kulturbund ^™^> Gastspiel des berliner Kulturbund - Crdteskn\ ■ K!en»iag, den io> »epiemoer 19 «Jt», punkfl. 2G Uhr I I Im Kulturbundtheater (Baftenbergtheater) unter Leitung von Conornlmailhdirobl^r Xtttti WUkeiffi (ififthviül * TMtcha« SiraSe 32, Ga.ücuucbc'.riuB iy.45 Unr--».....UOUUlKMflXUH ««w WUHVUU jucMUHtU | g W : : b : 11 a r. recht nflnktlj .. '.. «. u s e i ii. u a m l t u ie senone Veranslal t u n g nicht gestört wird.j J'me Bialik-Ausstellung. Am Sonntag, den 6, September, winde im Logenhaus in Berlin die Ausstellung „J'me Bialik" eröffnet. Der Vorsitzende der Berliner Zionistischen Vereinigung, Dr. Benno Colin, begrüßte zuerst die Vertretung aller jüdischen Organisationen und führte aus, warum die Ausstellung Bialiks Namen trage. Es handele sich hier ja nicht um eine Ausstellung, die sich mit Bialiks Lehen und Werken beschäftige. Aber sie trage den Namen deshalb mit innerem Recht, weil mau sich jüdisches kulturelles Schaffen in dieser Zeit nicht ohne den Namen Bialik vorstellen könne und "TÜ in Bi::!ik sowohl die Ideen- I heodor Herzls als die kulturelle Bedeutung Achad I laams verbunden gewesen sei. So habe er in einer heute noch nicht beschreibbaren Weise das jüdische Volk in der Golah und in Erez Israel befruchtet. Es sei vielleicht ein Wagnis, in einer Zeit schwerster jüdischer Not eine Autstellung ZU veranstalten, die nur den geistigen Dingen /ugcwandt sei und nur indirekt mit den materiellen Noten zu tun haue. Aber es habe sich gerade in Deutschland gezeigt, daß die materielle Not der Juden sie in besonderer Weise zu ihren alten judischen Werten hingeführt und das Bestreben in ihnen geweckt habe, trotz aller Schwierigkeiten neue Werte zu schaffen. s.o bestehe /wischen der Kulturtagung der Kulturbünde und dieser Ausstellung ein starker innerer Zusammenhang. Nach einigen geschichtlichen Ausführungen des Herrn Tschertok erfolgte eine Führung durch die Ausstellung. Man kann nicht all das beschreiben, was mit großem Fleiß und groMer Liebe, mit besonderem künstlerischem (ieschmack in d'Mi drei Etagen des Hauses /u einem umfassenden Bild jüdischer Kultur zusammengebracht worden ist. Ob die Entwicklung der hebräischen Sprache, ob die Tätigkeit dei Kulturbünde, ob ein Abbild des jüdischen Lebens in Palästina oder eine Schilderung der jüdischen Presse gegeben wird, klar und eindringlich und einlach spricht alles zu uns. Voll Bewunderung stein man vor dieser Leistung, die nicht nur ein Abbild kultureller Werke bietet, sondern selbst eine gute kulturelle Leistung ist eine Leistung, die uns Juden belehrt und gleichzeitig aufrichtet. a n. Zum Sportfest alier Bünde. Die jüdischen Bünde Leipzigs, Brith hanoar, Esra, Habonim noar chaluzi, J. P. Makkabi ha/air und „Ring", Bund jüdischer Jugend, haben sich unter Leitung des Ortsausschusses jüdischer Jugendbünde zusammengetan, um ein gemeinsames Sportfest zu veranstalten. Trot/ der Vielgestaltigkeit der Bünde wird dieses Sportfest einen Ausdruck des Qemeinschaftswiilens der jüdischen Jugend darstellen. Die Mitglieder der 'Bünde, die das ganze Jahr hindurch in ihren Gruppen intensiv gearbeitet haben, sollen sich nun /u einem würdigen Wettstreit treffen. Ein solches Fest wird dazu beitragen, die verschiedenen Kreise der jüdischen Jugend zusammenzubringen, und auf der aiuleren Seite den Eltern und Freunden der Jugend /eigen, daß in ihr gerade heute freudiger Wille und Kraft stejekt, ihr Leben zu gestalten. Umfassende Vorbereitungen haben ein großes Programm zusammengestellt. Iii den verschiedenen Wettbewerben: Leichtathletik, laufen, Völkerball und Handball, werden die Jungen und Mädels der - I I ■ I _J ■ » bs #"* » iry, u »~ — " muuoucr IUI IL. verschiedenen Bünde ihre Kräfte messen. Die Kämpfe werden m den verschiedenen Altersstufen ausgetragen und nicht ein/ein, sondern kollektiv gewertet. Seit Wochen bereiten sich alle Bünde vor, und es ist mit interessanten Kämpfen zu rechnen. Wertvolle Preise sind für die Sieger vorgesehen. Als Abschluß wird ein Aufmarsch aller aktiven Teilnehmer mit anschließender Feier stattfinden. Mit diesem Fest wende! sich die jüdische Jugend an die jüdische Öffentlichkeit und erw artet alle Mitglieder der Gemeinde uls ihre Gäste. Das Sportlest findet auf dein Bar Kochha-Plat/.c statt. Kurt lioldniann. Unsere Gemeinde Seelenfeier des Küfsverema israelitischer Gewerbetreibender in der Brodyer Schul (Taimud-Thora-Synagoge), Keilstraße 4. Der Hilfsverein israelitischer Gewerbetreibender wird auch in diesem Jahre einen eigenen Gottesdienst nicht abhalten. Der Vorstand der Brodyer Schul (Talmud-Thora-Synagoge) hat sich freundlicherweise bereit erklärt, bei der Seelenleier am Jörn kippur die Namen der verstorbenen Gönner, Stifter und Mitglieder des Hilfsvereins ZU verleseil und damit dem Hilfsverein die Erfüllung einer seit vielen Jahren von ihm geübten Pietätspflichl zu ermöglichen. Den Angehörigen der Verstorbenen wird Sccleüfcici dei Eintritt gern gewahrt. Dir Hilfsverein spricht daher die Bitte aus, daß diese zahlreich in der Synagoge erscheinen mögen. Frau Helene Nettijasser /um Abschied von Leipzig. In den nächsten l agen verläßt eine Frau unsere Stadt, deren Scheiden in weiten Kreisen unserer < iemeindc tiefes Bedauern erwecken wird. I ran Helene N e u g a s s e r. die fast vier Jahrzehnte lang in unserer Gemeinde ansässig war, hat sich durch ihr großes soziales Wirken, das sie in echt judischer, vornehmer und bescheidener Weise ausübte, große Achtung und Sympathien erworben. In der Chewra Kadischa war sie in rührendei Weise für die heiligen Aufgaben bemüht und hat wohl nie verfehlt, die Leitung der Nähuaclunittage zu übernehmen. Die größten Verdienste jedoch hat sie sich innerhalb des Frauenverein Ruth erworben. Seit der Gründung diesem Verein angehörend, hat sie sich mit großem Liter seinen Aufgaben, der Betreuung jüdischer Wöchnerinnen und Säuglinge, gewidmet. Sie war gewissermaßen die Seele des Vereins, ilie vor allem den jüngeren Vorstandsmitgliedern durch ihre aufopfernde Mitwirkung ein hervorragt ndes Vorbild war. Möge dieser \yahrhaft frommen I ran, der es oft gelungen ist, bei vielen jüdischen hiesigen Familien die bitterste Not in schweren Tagen abzuwenden, ein sonniger und glücklicher Lebensabend im neuen WohltutI beschieden sein. Bevorstehende Veranstaltungen 12. Septbr.: Elternaussprache-Abend der. Habonim. 13. Septbr.: Sportfest des Jüdischen Jugendrings Leipzig. 15. Septbr.: Jud. Kulturbund: Gastspid des Berliner Kulturbund- Orchesters unter Leitung von Generalmusikdirektor Hans Wilhelm Steinbere 20. Septbr.: Leichtathletische Vereinsmeisterschaften des J.s. V. Bar Kochba Leipzig. Für Kerbst und Winter zeigen die großen Pariser Mode 11-Häuser schwere Stoffe, fließende und auch Gewebe mit einer gewissen Steifheit sowohl für das Nachmittagsals auch für das Abendkleid. - Bevorzugte Gewebe: Taffet-Astrakin mit Cire-Effekten, gelackte Stoffe glatt und mit aparten Druckmustern. Transparent und Seidensamt werden in ungewöhnlich großem Umfange für das Nachmittags- und Abendkleid gezeigt. - Neben schwarz haben lila Farben eine besondere Bedeutung erhalten, auch fliegerblaue und königsblaue Töne, wie auch smaragd und olivgrüne Nuancen sind weiterhin sehr beliebt. Mit allen Neuheiten sind unsere Läqer reich ausgestattet und unsere Preise beweisen unsere Leistungsfähigkeit. Pptersstrnße 93 beidenhaus Jacoby