Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 12 (1936)
- Issue
- 30 (25.7.1936)
- Date
- 1936-07-25
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/4876568-5968812-5978396--6013-4882182- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
25. Juli 1936 Seite 5 [ Gesellsdiaftsfahrt nadi Talästina a - mit D. 99KGUIÜ am 6- September ft Höheres: Ihre Urlaubsreife* Httfrtt uui ut ■ Talestine « Orient Lloyd, Male Leipzig Cl, Mainstraße 16, tel. 16722 i |>»{uju(. Sonnabend, den 25, Juli. Sonntag, den 2«. Juli. Jl ittwnHi. den 29. Juli Gaststätte? Meue Kapelle f in der Schrift „Vom Geiste der ebräischen Poesie" gipfelnden Bemühungen um die Bibel sind die „Blätter der Vorzeit" entstanden. Schon im Jahre 1781 veröffentlichte er zunächst zweiundzwanzig dieser zum Teil sehr freien Nachdichtungen biblischer Erzählungsmotive in der Ausgestaltung, die sie in der jüdischen Tradition erfahren haben. Cr hat die Sammlung später immer wieder ergänzt und schließlich zusammengefaßt. Die in dem vorliegenden Bändchen nach der letzten Fassung abgedruckte Sammlung ist ein bemerkenswerte« Zeugnis der Anregung, welche die alte jüdische Literatur der Weltliteratur gegeben hat. Juli-Hett des „Morgen". Die Schriftleitung der im Philo-Verlag erscheinenden Monats schritt der Juden in Deutschland „Der Morgen" widmet in der soeben erschienenen Julinummer dem verstorbenen ersten Vorsitzenden des Centraivereins der Juden in Deutschland, Justizrat Dr. Julius Brodnitz, einen tiefempfundenen Nachruf. Hans Keüson und Hans Bach behandeln ein in dieser Zeit besonders aktuelles Thema: Juden und Disziplin. Während Keilson in der inneren Disziplin ein ordnendes Naturprinzip erblickt, das sich im gesamten Menschen im Gegensatz zum Neurotiker Bahn bricht, sielit Hans Bach in der Disziplin nichts Naturgegebenes, sondern ein Phänomen des gesellschaftlich gesunden Willens. Ungeachtet dieser verschiedenartigen Betrachtungsweise kommen beide verfasset zu der gleichen I orderung nach einer nicht mechanischen, sondern auf eigenem Verantwortungsbewußtsein gegenüber der Gemeinschaft beruhenden Disziplin. — Max Dienemann steuert einen Aufsatz über „Das Gesicht des religiösen Liberalismus in Palästina" bei. Die Beobachtungen und Erkenntnisse, die der bekannte Vorkämpfer des religiösen Liberalismus auf einer vor kurzem unternommenen Palästinareise gesammelt und eben erst auf der Londoner Weltkonferen/ tur religiös-liberales Judentum dargelegt hat, werden hier zusammengefaßt. Eine Studie über Heines Fragment „Der Rabbi von Bacharach" veröffentlicht Erich Loewenthal. Ein Aufsatz von Martin Friedland über die zahlreichen Vertonungen Heinescher Gedichte ruht sich daran an. Der belletristische Teil bringt den Schiuli der Novelle von Dina Gertler „Flucht in die Welt" bnd eine Erzählung von Hans Tramer, die das seltsame Schicksal der dem falschen Messias Sabbatei Zwi mystisch vorbestimmten »Messiaskönigin Sara" behandelt. Lutz Weltmann schreibt über Richard Beei-Hofmaun /u seinem 70. Geburtstag. Besprechungen von Büchern und Zeitschriften ergänzen den Inhalt des Heftes. „Lernen und Lehren". Die Aufsätze der letzten Nummer dej Mitteilungen der Bue Briss- Loge für Deutschland kreisen, wie dies in dieser. Heften schon zur Regel geworden ist, um ein bestimmtes Hauptthema. Diesmal, für das Mai-Juni-Doppelheft, ist es der Gedanke von „Lernen und l ehren", der anläßlich des Schawuot-Featea besonders nahe lag. In der Einleitung spricht E. Finkel die Hoffnung aus, dall die nach einer Epoche der Vernachlässigung jüdischer Bildung im letzten Jahrzehnt eingetretene Wandlung zum Besseren das Streben nach dem altjüdischen Leinen und Lehren, auch durch die Aufsätze dieses nettes gefördert werden wird. Ludwig Feuchtwanger zeigt die laheuaechalteude Funktion von Lehren und Lernen für die jüdische Gemeinschaft an der Rolle der „Wissenschaft des Judentums" im letzten Jahrhundert auf, erörtert Methode und Technik der Vermittlung jüdischen Wissens an die Jugend von heute und warnt vor das den Obergang zu handwerklichen Berufen rzicht aut Intellektuelle Schulung verbinden wollte. Jüdischen Reformgymnasiums in Köln, Erich Klidas jüdische Schulwesen in Deutschland und legt Aufgaben auf dem Gebiet der höheren Schule einem »Umlernen' etwa mit dem Vei Dei Direktor des hansky, behandelt die pädagogischen UHU Uli l .i.i .... IUI L_ *_ Ulli clor Gegenwart" schildert Rabbiner Dr. Jakob Hoffmann-Frankfurl a. Main die Entwicklung der Jeschiwot in Ost- und Westeuropa. bezeichnet er die Vorbereitungszeil Als die besondere Note der Jeschiwa von heute Lebensgemeinschaft der Jünger, die schon in ihrer die Synthese Thora und Arbeit verwirklichen wollen. Mit der Institution des Lehrhauses befaßt sieh der Leiter des Berliner Jüdischen Lehrhauses, Fritz Bamberger. Er zeigt, dali an Stelle eines unfruchtbaren „Bildungsbetriebes' im Jüdischen Lehrhaus die Einheit von I erneu und Leben gewahrt wird. Günter Friedländer schreibt über „Lernarbeit in jüdischen lugendbünden", wobei er die Besonderheiten der Arbeit in den zionistischen, den religi Wen und den nicht» zionistischen Bänden entsprechend hervorhebt. Prof. Ismaf Clbog^n kennzeichnet in seinem Aufsatz „Wissenschaftliche Belehrung" die Bedeutltnff der systematischen VEMMMMcttutt de« jiwl<>n«iinw »je Mlil«l zur Konzentration und Belebung der geistigen Kräfte im Judentum, zur Berichtigung falscher Urteile von Juden und Nichtjuden über Jüdisches und zur Wiederentdeckung weiter Gebiete der jüdischen Literatur. Die Universität in Palästina, wo wie. für die Normalisier rung des gesamten jüdischen Lebens die Bedingungen auch für die Wissenschaft des Judentums am günstigsten seien, eröffnet dieser eine neue Perspektive. Konzert und Theater Zur Veranstaltung des Leipziger jüdischen Kulturbundes am 30. Juli „Ein Biedermeier-Abend um Meyerbecr". Vier bekannte Künstler, die in allen jüdischen Kulturbünden Deutschlands prolte Erfolge hatten und uns durch Film, Opernbülmen und Rundfunk bekannt sind, haben sich zusammengetan, um diesen heiteren musikalischen und literarischen Abend zu veranstalten. Dies allein schon gibt uns die OewUhT, «Iah wir ein abwechslungsreiches Programm hören werden. — Es reihen sich' Perlen der verschiedensten Meister aneinander, die vor und während der Epoche Meyerbeers geschaffen haben. Es kommen zu Gehör W.A.Mozart (1756 1791), G. Mcycibcci (1791 ISO!), CM. von Weber (1786— 1S26), Gh.Guunod (1818—1893), ü. A. Rossini (1792—1868), F. Mendelssohn-Bartholdy (1809-1847), F.Zelter (1758 1832), J. F. Reichardt (1752- 1811), J.W.Goethe (1749-1832), und H.Heine (1797-1856). Duette und Arien werden singen Else Koch-Stabinsky (Koloratursängerin) und Opernsänger Wilhelm Guttmann (Bariton). Else Koch-Stabinsky war als erste Kraft langjähriges Mitglied der d AUCH IM <r SOMMER SC H LU SS VERKAUF 27. Juli bis 8. August Verlangen Sie bitte die Sonder-Preisliste zum Sommer - Schluß - Verkauf BAMBERGER&HERT? Leipzig, Augustusplatz