Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 12 (1936)
- Issue
- 19 (8.5.1936)
- Date
- 1936-05-08
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 4 8. Mai 1936 ergab die Wahl des Herrn Rechtsanwalt Dr. Dressler /um I. Vorsitzenden, der Herren D. Jackson und Kassner ZU .tcllvertr. Vorsitzenden, der Herren Tellig und Jean Berger zu Schatzmeistern, Steinmarder und Seemann ZU Schriftführern und der Herren Färber, Weigler, Dr. Solou eetschik, Tenenbaum, Scheiner, Suhl, Wilhelm Zellner, Linder und Brecher zum Buchführer, Krankenpflegern und Beisitzern. Jüdisches Lehrhaus Leipzig Beginn der Lehrgänge. Nachdem in der vorigen Woche bereits die englischen Sprachkurse begonnen haben, können nunmehr auch die f ranz o s i s c Ii e n und s p a n i s c ii e n 1. e Ii r g ä n g e b e - g i ii ii e n. Außerdem beginnt in dieser Woche cur K urzschrift 1 e Ii r g a n g. Näheres über Ort und Zeit der Lehrgänge ist aus dem unten abgedruckten Stundenplan ersichtlich. Soweit diese Ankums: gung etwas anderes angibt, als der zulet/t veröffentlichte Lchrplan, .gfiten. die h-e..u-te abgedruckten•Angaben-über Ort •und' ZcR." Stundenplan für die Woche vom lti. bis 16. Mai 1936. Montag: 20,15 Uhr Englisch Kurs A - Schule. - 20 Uhr Französisch Kurs H - Sozialamt. 20 Uhr Zusammenkunft sämtlichei Kurzschriftteilnehmet - Schule. Dienstag: 20 Uhr Französisch Kurs A - Schule. — 20 Uhr Spanisch - Sozialamt. Mittwoch: 20,30 Uhr Englisch Kurs C — Schule. — 20 Uhr Französisch Kurs C - Sozialamt. — Donnerstag: 20,30 Uhr Englisch Kurs B - Schule. Hebräischer Sprachlehrgang. Da Herr Dr. Wos k i n - Nahartabi erst Mitte Mai von seiner Palästinareise zurückkehren kann, beg i n n e n die h e Ii r :i i « c h e n S p r a c h k u r s e in der Woche, die am 18. Mai 1030 anfängt — Fs wird hierdurch nochmals darauf aufmerksam gemacht, daß auch frühere Schüler des Herrn Dr .Woskin, die weiter au seinem Lehrgang teilnehmen wollen, sieh jetzt beim Lehr haus, Walter-Blümel-Str. 10, anmelden und an der (ienieindekasse die Hörergebühr bezahlen müssen. Portugiesischer Sprachlehrgang. Da die Anmeldungen zum portugiesischen Unterricht nur so gering sind, daß das Lehrhaus keinen eigenen Kurs einrichten kann, werden die Teilnehmer des Kurses gebeten, sich das Hörergcld an der (ienieindekasse wieder zurückerstatten zu lassen. Der Hilfsverein der Juden in Deutschland wird jedoch höchstwahrscheinlich für portugiesischen U n t e r - rieht Sorge tragen. Die Interessenten werden deshalb gebeten, sich unmittelbar an die Leipziger Geschäftsstelle des Hills Vereins Leipzig, Goethestr. 1, zu wenden. Buchhaltungslchrgang. Die vorgesehenen Kurse für Buchführung müssen wegen mangelnder Beteiligung im Sommerhalbjahr ausfallen. Die bereits gemeldeten Teilnehmer werden gebeten, sieh ihr Hörergeld an der (ienieindekasse zurückerstatten zu lassen. Lernmittel für den französischen Sprachunterricht. Die Teilnehmer des französischen Sprachunterrichts werden gebeten, sich folgende Lehrbücher anzuschaffen: Kurs A und B: Ahn, Praktischer Lehrgang der französischen Sprache, 1. Teil (UM. 1.80). Kurs C: Lepointe, Conversations faciles (Teubner Nr. 3108) KM.—.80. RpiHp Lehrbücher sind bei der Firma M. W. Kaufmann, Brühl 8, vorrätig. Letzte Anforderung zur Bezahlung des Hürergeldes. Es wird hierdurch nochmals ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht, dali die Teilnahme au den Lehrhauskursen nur gegen Vorzeigung d e r I I <") r e r k a r t e moglieh ist. I )ie Hörerkarte wird jedoch erst nach B e zahl u n g des H ö r e ige! d e s übersandt. — Wer mit dieser Bezahlung noch im Rückstand ist, möge dies schleunigst nachholen, damit er keine Unterrichtsstunde versäumen muß. Die Ordner des Lehrhauses sind strengstens angewiesen, niemanden ohne Hörerkarte zum Unterricht zuzulassen. Amtliche Bekanntmachungen.!"rtrtscn^fl 0!!!'_*r Aufstellt« Nachdem die Fleischerei M. Frischer ihr t leschäft geschlossen K-IT M '!*•> &«t$«»5/»M .......»...».. f\f*......«,,1,1,;.,.,*.. ftHnr u »u Ol USC < ktii^iviik UudCl <> i i ' » ■ i i * ' ' i i i i ' ' ' i 1 i > i i " i i l v i i i v i i UV U |v M der genannten Firma erloschen. Leipzig, den 5. Mai 1936. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Gottesdienste (ieineindesynagoge. Sabbatgottesdienst: Freitag, 8. Mai, Abendgebet 10 Uhr mit Predigt. Sonnabend, 0. Mai. Morgengebet 0 Uhr, Nachmittagsgottesdienst 20,05 Uhr, anschließend Lehrvortrag. Abendgebet 20,35 Uhr. Gottesdienst an Werktagen in der Ez-Cliaiui-Synagoge. Gemeindesynagoge. Sabbatgottesdienst: Freitag, 15. Mai. Abendgebet 10 Uhr. Sonnabend, 10. Mai, Morgengebet 0 Uhr, Jugendgottesdienst 15,15 Uhr mit Predigt, Naclunittagsgebet 20,15 Uhr, anschlieliend Lehrvortrag, Abendgebet 20.48 Uhr. Gottesdienst an Werktagen in der Ez-Cbaim-Synagoge. Ez-Chaim-Synagoge, Otto-Schill-Str. Freitag, den 8. Mai, Abendgebet 10,30 Uhr. Sabbat, den 0. Mai, Morgengebet 8,30 Uhr; Mincha 18 Uhr, anschlieliend Schulchan aruch-Vortrag Rabb. Dr. Ochs; Ausgang 20,35 Uhr. Wochentag: Morgengebet 7 Uhr, Abendgebet 19,15 Uhr. Synagoge „Giiei jakob"\ lOattendorfer Straße 4. Freitag, den 8. Mai, Abendg. 19,30 Uhr. Sabbat, den 0. Mai, Morgeng. S,30 Uhr, Minchag. 17 Uhr, Abendg. 20,36 Uhr. Wochentags: Morgengebet 7 Uhr, Abendgebet 19,30 Uhr. Synagoge „Obel Jakob", Pfaffendorfer Str. 4. Freitag, den 15. Mai, Abendgebet 19,30 Uhr. Sabbat, den 10. Mai, Morgengebet 8,30 Uhr; Miuchagebet 17 Uhr; Abendgebet 20,48 Uhr. Wochentags: Morgeng. 7 Uhr, Abendg. 19,30 Uhr. Talmud-Thora-Synagogc, Keilstraße 4. Freitag, 8. Mai, abends 19.30 Uhr. Sonnabend früh 8,30 Uhr, Mincha 17 Uhr, Ausgang 20,35. Wochentags: Früh 7 Uhr, abends 19,45 Uhr. Talmiid-Thora-Svnagoge, Ke>ictr. .1 Freitag, den 15. Mai, abends 19,30 Uhr. Sonnabend früh 8,30 Uhr; Mincha H Uhr; Ausgang 20,48 Uhr. — Wochentags früh 7 Uhr, abends 20 Uhr. Personenstandsnachrichten Geburten: <>! >p.:i irv)<. rr;,!, p,!f|olf Schreiber und Frau Anna Charlotte Martha geb. Schlenker, Großdeuben bei Gaschwitz, Edinund- ......Maiua>Sttäße-l| eine Tochter- >,Annerose Ursula*'. * B a r m i z w a : Sonnabend, 1(>. Mai 1030 Haus Teutseh, Solln des Herrn Friedrich Wilhelm Teutseh und Frau Elisabeth geb. Teutseh, Eutrit/scher Straße 15 in der Gemeindesynagoge. Sonnabend, 16. Mai 1930 Harry Danzig, Sohn des Herrn Rudolf Danzig und Frau Ella geb. Tempel, Humbokltstraße 21, in der Synagoge Obel Jakob, Plaftendorfcr Straße 4. Todesfälle: 28. April 1930 Gertrud Pergamenter, Mariannenstraße 14 I. Austritte aus der israelitischen Reiigicr.sgcsc'lscuü't: Nach geltendem sächsischen Recht bedeutet der Austritt aus der israelitischen Reiigionsgeseiischah den Austritt aus dem Judentum, nach unserer Friedhofsordnung hat der Austritt aus dein Judentum den Verlust des Anrechts auf Beisetzung und auf eine etvva früher erworbene Grabstede auf unseren Friedhöfen zur Folge. Buchhändlerlehrling Erika Anna Mathilde Martha Gnttschalk, geboren am 11. Jiiii 1914, Humboldtstraße 21. Aus dem Gemeindeamt Amtszeit der Gemeindevertretung. In der Qemeindesitzung vom 28. April ds. Js. ist beschlossen worden, die Amtszeit der Gemeindevertretung bis Ende Mai ds. Js. zu verlängern. Neue Bücher. Chaim Arlosoroff, Leben und Werk. Ausgewählte Schriften, Reden, Tagebücher und Briefe. Berlin 1930 (Hechaluz-Verlag). Wie kaum sonstwo ist bei einem Menschen, der mitten im politischen Kampf, mitten im Leben steht, die Persönlichkeit mit dem Werk verbunden Chaim Arlosoroff. Da steht ein Mensch, der sich mit der ganzen Glut eines jungen Menschen, eines jungen Juden, hinter eine Sache stellt und weiß, daß mit ihm und durch iliu die Aibcit weitergehen oder ieiilsclilagen wird. Arlosoroff ist ein Mensch von ganz außergewöhnlicher Lebendigkeit und Tatkraft Mit einem reichen inneren I eben und voll stürmischen Drängens geht er durch das L«.ben; wie ein Komet leuchtet sein Leben auf und verschwindet urplötzlich. — Er stammt aus dem Osten, aus Romiii. Früh schon muß er die grausamen Leiden seines Volkes kennenlernen: die Pogrome von 1005. Seine Familie wandert aus. Sie lassen sich in Stalluponen an der russischen Grenze nieder, und aus Chaim wird ein Viktor, der bald die Zuneigung aller Bewohner dieses kleineu preußischen Städtchens gewinnt. Er kommt dann nach Berlin, studiert, lernt den Zionismus kennen. Kaum mit diesem neuen Gedanken vertraut, zwingt er eine Gruppe junger Menschen in seinen Bann. Seine hinreißende Persönlichkeit und seine besondere Klugheit ermöglichen ihm dies. Da stellt kein Mensch, der sich au Doumcn hält, oer immer den fiferadeti gebahnten weu der Parteimeinung geht, da geht einer mit aller ihm zu Gebote stehenden Kraft seinen Weg. Mit Energie und großer Tatkraft bewältigt er die schwierigen Aufgaben, die ihm gestellt sind: er überwältigt den Widerstand in der Partei, die ihn nicht anerkennen will, besiegt da* Mißtrauen gerade der Menschen, für die er lebt und kämpft, — erringt Anerkennung in den eigenen Reihen. Sehr, sehr früh wird er mitten im Leben, als er von einer Europareise zurückkehrt, ermordet. In ausgezeichneter Weise wird uns in diesem Buch des Hechaluz-Vcrlages das Leben dieses Kämpfers vor Augen geführt. Es ist aber nicht nur ein Buch, das das Leben Arlosoroffs in feiner und tiefgehender Art schildert, sondern eins, das vor allem ihn selbst in einer Fülle von gut ausgewählten Artikeln und Reden zu uns sprechen läßt. Ein Buch, dem es wirklich gelungen ist, Leben und Werk dieses Menschen in seinem ganzen Umfang und seiner ganzen Lebendigkeit zu zeigen. —n—h. Margarete Moses. Diesen und auch Jenen hat Gott gemacht. Ein Palästina-Roman. Berlin (1936). Biaudussche Verlagsbuchhandlung. Eine tief religiöse, von starkem Idealismus erfüllte Frau hat dieses Buch geschrieben. Sie zeigt in ihm, daß die Bibel auf drängende Fragen des suchenden Menschen eine Antwort weiß. Die uralte Menschheitsfrage, warum stehen Qut und Böse,. Recht und Unrecht nehenein.'inrO'r warum steht infolge menschlicher Vnzulänglicb" keit Ideal und Wirklichkeit in so krassem Gegensatz, tindet hier riurrh rtns R;i>..l...~,<. Aat MA Vfirfoccnrln •..... tu .i i.... R.wlu's UUI Vll UÜJ UlUt Ul t, m .' - UU v v i i . i ' i i . i /niii i i i v i in i IHK M macht, eine Antwort. „Diesen und auch Jenen hat Gott gemacht".