Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 12 (1936)
- Issue
- 19 (8.5.1936)
- Date
- 1936-05-08
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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8. Mai 1936 GFMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Seite 3 Am Mittwoch, den 13. Mai 1936, 2030 Uhr spricht im Battenberg-Theater, Tauchaer Str. 32 Rabbiner Dr. Joachim Prinz Berlin, Königsmarkt 2 über: „Die europäische judenfrage und die Vorgänge in Palästina44 Karten. 2.—; 1.50; 1.— und —.50 RM. Stehplätze (in beschr. Anzahl) —.25 RM. Vorverkauf: Kcilstraße 4 (Tel. 10211), M.W. Kaufmann, Brühl 8; Bar-Kochba-Büro, Brühl 45 Zionistische Vereinigung Leipzig Zu der am 16. 5. 36 s. O. w. in der Synagoge Ohel Jacob, Pfaffendorferstr. 4 stattfindenden Feier unseres Sohnes ' Harry hufeg »vir aiie Verwandle, Freunde u. Bekannte hiermit herzlichst zu Kiddusch nach Humboldtstraße 21 ein. R. Danzig und Frau Ella geb. Tempel Zu der am 16. 5. in der Gemeindesynagoge stattfindenden i j Barmizwahfeier unseres Sohnes Hann laden ein. Friedrich W. TeutHch und Fran! Empfang 12-2 _Euiritzscher Straße 45 Am 25. April siarD nach schwerer Krankheit unsere innigstgeliebte, herzensgute Schwester, Tanie und Schwägerin Gertrud Pergamenter Leipzig O 5, Mariannenstr. 14 i„ schwerem Herzeleid Die trauernden Hinterbliebenen Auf Wunsch der Verstorbenen geben wir dies erst nach erfolgter Beisetzung bekannt. Beileidsbesuch dankend verbeten. aus fernen asiatischen und afrikanischen Judensicd hingen suchen an diesem Tage das Grab des Taimaiteii auf. Am Vorabend wird eine lUuntinati&n (Hadlaka) veranstaltet. Man stellt Tünnen vuM CA auf hohe Master., tai:cht kostbare Seldcutücher uiui sonstige Kleidungsstücke in das öl und zfilldet sie an. Die Menge bringt die ganze Nacht und den Tag in Gebeten, frommen Gesängen, ekstatischen Tänzen und lautem Jubel zu. Insbesondere wird die der Verherrlichung des Tannalten gewidmete mystische Dichtung „Bar Jochai, uimschachta, aschreeha" von Schimeon Ibu Lahi aus NordafriUa (Mitte des 16. Jhdt.) rezitiert. Am Morsen läßt man .-mf dem!!;:!;■ gegenüber der Grabstätte den kleinen Kindern /um erstenmal das Haar schneiden. Der Brauch, am Lag ba-ümer das erstmalige Haarschneiden der kleinen Knaben vorzunehmen und in den Synagogen viele Lichter dem Tannaiten K. Schimeon zu Lhreu anzuzünden, ist auch sonst verbreitet." Manche Ähnlichkeit Uli) dieser Form der Lag ba-Omer-Feier zeigt auch eine andere Darstellung von Levis Kipnis, die wir dem Jüdischen Leseheft des Schockcn- Verlags „Das Jüdische Jahr" entnehmen: „Schon tagelang vor dem Lest beginnen die Kinder mit dem Hol/zusammentragen. Auf ihren Streifen durch die Straßen nehmen sie, was ihnen unter die I [finde kommt. Nicht nur Späne und Scheite: Bretter und Balken, Kisten und Käslea tragen sie von weither zusammen, bringen alles auf einen freien Platz und häufen es übereinander. Am Nachmittag vor Lag ba-Omer stellen sich dann alle Kinder auf diesem Platze ein, um den Hauten richtig zu schichten. Einer der Knaben wird /um Anführer ernannt. Der kommandiert das mühevolle Werk, bis schließlich da Holzstoü hoch und spitz, ist, wie ein Turm. Ein steiler Bau aus Kisten und Kästen, Brettern und Balken, Scheiten um! Spänen, Lumpen und Papier. Endlich ist er fertig! Wenn die ersten Sterne am Himmel aufleuchten, klettert ein Junge bis auf die Spitze dieses Turmes und zündet dort oben das Hol/ mit einer Fackel an. Der Turm gerät schnell in Brand. Flammen züngeln hoch. Die Kinder brechen in begeistertes Rufen und Schreien aus. Von Dächern und Baikonen herab sehen die Erwachsenen dem Schauspiel zu. Von allen Seiten eilen sie in Scharen herbei. In ihren leuchtenden Augen spiegeln sieh die Lag ba-Omer-l'euer. Der Brand lodert /um Himmel. Die Kindel jauchzen vor l reude, bücken in die f lammen, singen und tanzen. Immer mehr Kinder werden es. Und jedes hat noch etwas für de<> Flamraehberg mftgcl.....',[. Ailtv. sü^gr eis hsn.nit, aite;..i.^v». ,«iit Schuiiiefte, altes Zeug jeder Art. Und die Freude wachst mit den Flammen. Einer der größeren Knaben uimmi den Anführer auf die Schulter, und so mit ihm tanzend, beginnt er zu singen: ,Rabbi Akiba hat gesprochen: Heil dir, Israel!' Die Kinder umringen den Heiter, und wo sie gerade stehen, tanzen sie und antworten dabei auf den Weehselgesang: ,Wer bist du? — Israel! Wer ist dein Vater? Israel! Welches dein Volk? — Israel!/Und dein Land? — Israel!' Immer höher lodern die Flammen. Immer heller jubelt Begeisterung. Immer größer wird der Kreis, und immer mächtiger braust der Sang: ,Heil dir, Israel!'" Unsere Gemeinde. Der Bund Deutsch-Jüdischer Jugend hat seinen Namen in „Der Ring" Bund Jüdischer Jugend geändert. Jüdischer Kulturbund und Veranstaltungen des Reichsverbandes der jüdischen Kulturbünde in Deutschland. Von der Geschäftsstelle des jüdischen Kulturbundes Leipzig wird uns mitgeteilt: Wir machen nochmals darauf aufmerksam, daß Veranstaltungen der beiden Vereinigungen nur dann besucht werden dürfen, wenn entweder die Kulturbundkarte, die jeweils nur für eine der ausgestellten Personen tGültigkeit hat, oder die Reichsverbandskarte persönlich vor gezeigt wird. Die Karten sine! auf Anordnung der Geheimen Staatspolizei nur persönlich gültig. Zuwiderhandelnde machen sieh den Behörden gegenüber strafbar uü<J sti/.eu sich ddüiircn Unannehmlichkeiten aus. Wir sind verpflichtet, auf strengste Einhaltung der Vorschriften zu sehten. Ohne diese persönlichen Ausweise, die nicht übertragbar sind, müssen wir den Zutritt verweigern, seibst, wenn wir wissen, dar! "die betreffenden Besucher im Besit/e einer Karte sind, aber vergäben haben, diese mitzubringen. Feiix-Goldmann-Gedächtnisbund. Vom Büro des Felix-Gold mann- Qedächtnisbundes wird uns mitgeteilt: Durch Wegzug von Leipzig, sowie durch Überlastung mit ehrenamtlichen Aufgaben hatten sich mehrere Mitglieder des Vorstandes genötigt gesehen, ihr Amt niederzulegen. In einer kürzlieh abgehaltenen Sit/ung des Kuratoriums wurden an deren Stelle die Herren Rechtsanwalt Dr. Dressler, Dr. Hans Goldmann und D. Jackson in den Vorstand gewählt. Der Vorsitzende des Bundes, Gemeinderabbiner Cohn, gab einen Bericht über die Entwicklung der Arbeit, im Jahre 193$ und einen Ausblick auf die Möglichkeiten des weiteren Aushaus im laufenden Jahre. Die satzungsgemäße Übernahme der Kosten für die^r/irhnmr weiterer Waisenkiudei wird in Aussicht genommen. uu Au&citiun an die erfolgten Neuwahlen hat sich der Vorstand des Bundes am!. ds. Mts. konstituiert. E» wiid aiijjesirebr, die Zahl der Mitglieder und Spender zu fördern, damit recht viele Kinder die Wohltaten des Bundes genießen können. Hilfsverein israelitischer Gewerbstreibender e. V. Leipzig. Am 25. April 1936 fand im Fclix-Goldmanu-Heim die ordentliche Hauptversammlung statt. Nach Ehrung der verstorbenen Mitglieder, unter denen sich der unvergeßliche Dr. Felix Gold mann befindet, fand der Versammlungsleiter Worte vollster Anerkennung und Dankbarkeit für Herrn Israel Engländer, der nach dem Ausland übersiedelt ist. Seine Tätigkeit ehrte die Hauptversammlung durch Ernennung zum Ehrenmitglied. Aus dein vom Vorstand erstatteten Bericht wurde mit Anerkennung und Freude zur Kenntnis genommen, daß der Hiifsverein in den Jahren 1932—1935 1793 arme Kinder der hiesigen Gemeinde vollständig cingckleidel und hierfür die Summe von RM. 47800,41 aufgewendet hat, die durch Spenden gedeckt werden konnte. Schon diese Tatsache allein beweist, daß der Hilfsverein aus der judischen Wohltätigkeit Leipzigs nicht hinwegzudenken ist. Darüber hinaus hat der Hilfsverein, um nur einige Zahlen zu nennen, in den Jahren 1932 -1935 eine Unterstützung für Mitglieder und Nichtmitglicder, an Kranken-, Invaliden-, Fürsorge-, Witwenunterstützung, Kindererholung Kolberg RM. 50264.10 verausgabt und an seine Mitglieder Darlehne zum Wiederaufbau der Existenz und zu Ähnlichen Zwecken im Beuage \on RM. 4<4U»;>,55 gewährt. Allseitig wurde anerkannt, dah" der Hilfsverein seine Aufgaben erfüiit und sieh nach wie vor an der Spitze aller gleichartigen Organisationen gehalten hat. Die Neuwahl des Vorstands