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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1936-03-27 · 13 (27.3.1936) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
12 (1936)
Issue
13 (27.3.1936)
Date
1936-03-27
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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27. März 1936 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Seite 3 Sonnabend, den 4. April 1936, 2030 Uhr im Variete-Saal des Battenberg der vj^ß Gesellschaftsabend des Bar-Kochba 2 Kapellen Sportlirtie und künstlerische Darbietungen Zelte * Überraschungen Ma fdmpiro £eo Wang Leipzig im März 1936 Verlobte Empfang bonntag, 29. Iii. 3ö, 12—14 Uhr Phiiipp-Rosenihai-Sir. 22. Leipzig, Nordstr. 66 Leni Kai l ux Arno <*inMberg Verlobte im März 1936 Gotha Max Schnitmann Dora Schnitmann geb. Schaja Vermählte Trauung am 29. März 1936 — Ez-Chaim-Synagoge Otto-Schill-Str Jakob Abele* Recha Abeles geb. riepner Vermählte Leipzig, Auenstraße 13 — 24. März 1936 — 1. Nissan 5696 Unsere Gemeinde. Entlassungsfeier der Jüdischen Schulen. Am vergangenen Mittwoch fand rlw Turnhalle der Höh. Israel. Schule die Entlassungsfeier für die abgehenden Schüler und Schülerinnen der Realschule und der Volksschule statt. Eingeleitet wurde diese Feier durch die künstlerisch beachtenswerte Leistung eines Schülers, der auf dem Klavier Prelude-Rachmaninow /um Vortrag brachte. Dann ergriff ein Abiturient das Wort, um — was wohl zum ersten Male in der Geschichte der Schule sich ereignete — seine Gedanken in wohlgesetzter hebräischer Sprache /um Ausdruck zu bringen. Es waren die Gedanken, die auch die anderen jugendlichen Sprecher in ihrer Weise zum Inhalt ihrer Ausführungen machten. Gedanken des Abschieds von einer ihnen liebgewordenen Bildungsstätte, die ihnen durch die jüdisch-religiöse Einstellung mehr als Wissen gegeben hat, nämlich die Kraft, den Weg des ernsten Lebens, den sie jetzt beschreiten, mutig zu gehen. — Oer Versitzende iks Schulvereins Herr Dr. Loe benstein, zeichnete in wuchtirren Strichen das üilü einer Wirklichkeit, in das die jüdische Jugend heute hirtoirizuwaebsen halse. Vor der Vcrtcilunsr <" / t'IhlllKCt' und der Prämien ergriff Herr Dr. We.i k e r s h e 1 in e r, der Direktor der Schule, das Wort. Nach einleitenden Bemerkungen, die sieh auf die Aktualität der Leier bezogen, führte er ungefähr folgendes aus: Es ist heute an: Lage, da ihr?«m größten Teil unserem Schulbetrieb entwachsen seid, angebracht, einen Ausblick in die Zukunft zu tun, wobei ich jedoch zuweilen ein Bild aus der1 Vergangenheit in das Zukunftsbild hineinproji/ieren möchte. Ihr freut euch alle, einen gewissen Biidungsabschhtß eii eicht ZU haben, aber eng nn diese Freude heftet sich die Sorge um die Berufsausbildung. Es%ind ernste Probleme, die an euch herantreten, aber ihr werdet sie mannhaft bezwingen können, wenn ihr wollt. . . . Die überwiegende Mehrheit von euch will ihr ferneres Schicksal auf dem heiligen Boden in Erez Israel gestalten. Ihr werdet dort in jugendlichem Idealismus mit Spaten und Hacke den Boden dem Lande gewinnen. Das Tempo der beruf liehen Umstellung ist durch die allgewaltige Macht der Notwendigkeit beschleunigt worden. Nun hat sich unsere Jugend auf sich selbst, auf ihr Volk und dessen Geschichte besonnen und Palästina ist da« Ziel unserer auswandernden Jugend geworden. Jeder junge Mensch ist sich seiner Pflicht der jüdischen Gesamtheit gegenüber bewußter geworden. Eine Normalisierung in den Berufszweigen ist eine Unerläßliche Forderung beim Ausbau eines Landes und seiner Wirtschaft; es muH sogar jetzt für Palästina ein übernormaler Prozentsatz von jungen Leuten der Statt Karten Hann ah Forschirm ...........tieiiiZ Jnifc ............ Verlobte Leipzig, Walter Bliimelstraße 13 Weissen'Jets, Zeitzersiraße 20 Zu Haust; Sonntag, den 29. März 1936, Leipzig I Hermann Nchmiilewitsch Kay Nchmulewitsch geb. Greenstein London N. 16 Vermählte Leipzig N 22 80 High Street, Stoke Newington. Menckestraße 13 29." März 1936 Werner KoHenthal Kdith Kosenthai geb. Adler Vermählte Leipzig W 33, Demeringsiraße 79 ptr, 27, 3 i93ö. Für die liebevolle Anteilnahme beim Hinscheiden unserer teuren MULI sagen wir nur hierdurch allen unseren herzlichsten Dank. Leipzig, im März 1936. Familie Josef Barr. Landwirtschaft und dem Gartenbau, dem Handwerk und der Industrie zugeführt werden, auch auf die Gefahr hin, daß der gewohnte Lebensstandard beträchtlich gesenkt werden muß. Allerdings muß ich davor warnen, von eine in Extrem ins andere zu verfallen, den Glauben aufkommen zu lassen, als ob nur hoch die Muskelberufe — wie ich sie nennen möchte —< /.ui Wahl stünden; es darf nicht sein, daß unsere geistige Elite nun unbedingt ein Volk voy Bauern werden muß. Wir brauchen auch in Erez Israel, und wo immer sich Juden in größerer Anzahl ansiedeln, Männer der Wissenschaft, der Technik und der Kunst. Besonders in den letzten 50 bis 100 Jahren haben wir dafür den Beweis erbracht, daß gerade das geistige Gebiet unsere Stärke ausmacht. Warum sollten wir nun gerade auf die Pflege der Wissenschaft gänzlich verzichten? Die Entscheidung über die Berufswahl ist in vielen Fällen außerordentlich schwierig. In erster Linie ist die E'gnung und die Neigung des jungen Menschen maßgebend. Um nun eine übereilte Berufswahl zu vermeiden, soll hier eine Berufsvorlehre, vielleicht in Form eines zusätzlichen Schuljahres geschaffen werden, in dem dem Schulentlassenen Gelegenheit geboten werden soll, durch vielseitigen Werkunterricht die Vorbedingungen für viele Berufe kennenzulernen und auf diese Weise selbst seine Eurrjur.:: Für d«*n tv wählenden öerui herauszutindvn — «inim erst soll der jungt Mensch udu& Entscheidung treffen. Theoretische Kenntnisse' sind unumgänglich notwendig für jeden Beruf. Ewig wahr bleibt das Wort: Deoh koniso, mah ehosarto; Deoh chosjrio, man kunisu? Wissen erwarbst du, was fehlt dir? Wissen fehlt dir, was hast du erworben . . . Die letzten Wochen standen unter dem Zeichen des Abschieduehmens, einer Trennung, die der Gemeinde und euch besonders nahegegangen ist; es war der Abschied vom Gründer und langjährigen Direktor unserer Schule, H^rm R?bb Dr Curiebach. So lange die Schule besteht, wird sein Name unauslöschlich mit ihr verbunden bleiben. Sein Bildnis, das ihr vor euch seht, erweckt in uns eine Mahnung. Unwillkürlich werden wir an das talmudische Wort erinnert: Niras lo demus dejukno schel owiv. Es erschien ihm (Josef) das Bild seines Vaters. Josef war in einer, ihm seelisch fremden Umgebung, räumlich weit entfernt von seinem Vater, aber die Erinnerung an dessen geistig-religiöse Gestalt schützte ihn steis an den sittlicher! Scheidewegen seines Lebens. Die Züge, die sein geistiges Auge sah, waren ihm warnende und mahnende Zeichen für sein Handeln geworden. Auch euch, meine lieben Schüler und Schülerinnen, möge die Erinnerung an den geistigen Führer eurer Kindheit und Jugend riiAtungsgebend beeinflussen. Besonders das jüdisch-religiöse Geprägt seines Wesens und Dienstag, den 31. Marz »36, abends »30, Einlaß 73° in der Synagoge, Gottschedstr. 3 Mitwirkende: Tanja Zunser-Ury (Klavier) Opernsängerir. Idr» Maerker (Sopran) Leitung: Barnet lidrt Werke von......locatelH - Badi - Händel - Persolesi - Glum Eintrittskarten zu RM. 2.-, 1.50 u. 1.- zu haben in der Buchh. Kaufmann, Handelsbank Jwria, Rest. Zellner, Kaufh. Brühl u. an der Abendkasse

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