Mannheim
Compact Memory

Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1936-02-14 · 7 (14.2.1936) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
12 (1936)
Issue
7 (14.2.1936)
Date
1936-02-14
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/4876568-5968812-5971971--5809-4882000
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

14. Februar L936 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGI0NS0EME1NDE ZU LtIPZIG Seite 3 Fernsprc&ep Nr. 2 38 IS j Paiast-Gasfstätte am Diitridiring Ecke BarlußgasseT Fernspredier Nr. 2 38 IS Sonnabend und Sonntag nachmittags und abends Künstler-Konzert Dienstag, den 18. Februar. I Mittwoch, den 19. Febr. v. 1 7 Uhr: D«r bunte Famiiien-Naduniiia« Donnerstag, den 20. Febr., 20.15 Uhr: VII. Son.-ter- Ein T*g Im Märchenland — Jedes Kind kann ha Kostüm erscheinen. 20.15 Uhr: VIII. Sonder- Abend / Operetten und j Das beste Kostüm wird prämiiert. — Abends: Künstlerkonzeri! Konzert. 2. Wunschabend Tonfilmschlager Voranzeige: Am 29.2., fl. 3., 2. 3. Max Ehrlich m. s. Ensemble Die Herl. Kleinkunstbühne Heute entschlief nach langem, mit großer Qedutd ertragenem Leiden mein innigst geliebter, herzensguter Mann Joseph Herzer in tiefem Schmerze Nürnberger Straße 33 Friederiecke Herzer Beerdigung Sonntag, den 16. ds. Mts., Neuer Israelit. Friedhof. Beileidsbesuche dankend abgelehnt. H! tektor Prof. Dr. Samuel Kraus 70 Jahre ait. Am 18. Februar vollendet der Rektor der Wiener Israelitischen theologischen Anstalt Prof. Dr. Samuel Kraul), ein Gelehrter internationalen Rufes, sein siebzigstes Lebensjahr. Wir sind gewohnt, bei Menschen dieses Alters von einem „jugendlichen Greis" zu sprechen. Hei Kraul! trifft diese Bezeichnung nicht zu. Wohl hat das Leben auch ihm Enttäuschung und Ungerechtigkeit bereitet, aber sein fester Wille hielt ihn stets aufrecht. Und so steht heute der hochstämmige Mann, von tler Last dir Jahre kaum gebeugt, inmitten seines fruchtbaren Schaffens, das sich, man kann es ruhig "sagen, gleich dem Meister seihst, von Tag zu Tag verjüngt. Kraul) ist trotz der sieben Jahrzehnte, die er im Leben durchschritt, noch immer von einer Lebendigkeit und Frische, um die wir Jüngeren ihn beneiden könnten. — In einein ungarischen Nest geboren, ist Kraul) in frühester Jugend nach Budapest gekommen und dort aufgewachsen. Bereits als Student zog ihn die Wissenschaft des Judentums besonders an. Nachdem er seine üymnasialstudien beendete, trat er in die Landesrabbinerschule in Budapest ein und war der Lieblingsschüler Moses Blochs, Wilhelm Bachers und David Kaufmanns, dessen Ruhm noch heute nicht verblaßt ist. Nach Erlangung des Doktortitels au der Universität und Absolvierung seiner Studien am Rabbinerseminar wirkte Kraul) eine Zeitlang an dem ungarländischcn Religionslehrer- Seminar. Als Prof. Büchler, der gleichfalls aus Ungarn stammte, im Jahre 1913 die Berufung als Rektor des „Jewish College" in London erhielt und sein Lehrstuhl an der Wiener Israelitisch-theologischen Anstalt verwaist war, fiel die Wahl des Kuratoriums auf Krauß. Nach dem vor einigen Jahren, nach fast 50jährigem Wirken, erfolgten Ableben dt» i iuiratea Kektoi Prof. Dr. Adulf S c Ii w a i z übernahm Kraul) das Rektorat der Israelitisch-theologischen Anstalt, aus der viele in alle'r Welt an jüdischen Zentren wirkende Rabbiner hervorgegangen sind, die zu Österreichs wissenschaftlichem Weltruhm nicht wenig beitrugen. Zu den Zöglingen der Wiener Rabbinerseminare zanit u. a. der Chietribbi tur Sudafrika, Prof. Dr. J. L. Landau, ein namhafter Gelehrter, der auch seine Uiiiversitätsstudicu in Wien absolvierte und der verewigte Wiener Operrabbiner C h a j e s. — Aus der Feder Krauß' stammen vor aiiem eine Menge Aufsätze auf allen Gebieten der jüdischen Wissenschaften, die in verschiedenen hebräischen, deutschen, englischen, ungarischen Zeitschriften verstreut sind. Einige seiner Wirke haben gerade/u monumentale Bedeutung. So „Griechische u n d l_a t e i n i s c h p Iv* hn Wörter? « t*- •! H :dr«^ch und I r c u m". » ür r.ei::e ..S t u - Ö~i (S il f M r" ii V / H n i I s i' ii ■ i n n i s r ii r n i_i t? s C *'! C M t **"' vi-rn. \\ ihm die griechische Re g i e r u n~g eine hohe Auszeichnung. Sein dreibändiges Werk „Die Archäologie des Talmuds" begründete seinen internationalen Kuf und brachte Kraul) Anerkennung auch aus der nichtjüdischen Gelehrtenwelt ein. Man sieht ihn auch am Vortragstisch bei den B. B.-Logen und dem von ihm gegründeten „Verein für jüdische Geschichte und Literatur". — Außer durch seine Gelehrsamkeit zeichnet sich Krauß auch durch seine Freundlichkeit und Güte aus. Das zeigt sich nicht nur in seinen Lebensäußerungen, sondern auch vornehmlich darin; daß er m seinem Heim von Wissensdurstigen umgeben wird. Unbekümmert um der Parteien Haß und Gunst geht er seinen Weg, abseits jener Straße, die in unserer armen Zeit Menschen und Gelehrte in Niederungen zerrt, seiner Wissenschaft und seinem literarischen Schaffen lebend. Trotzdem — vielleicht gerade dafür — nimmt vor aiiem das ganze geistige, jüdische Wien Anteil an Krauß' Eintritt in das achte Jahrzennt. Die Gelehrtengilde in Palästina gibt zu Ehren des Jubiu_:::. ni_-i, 1 Icljjllll I IM H II. Billige Turlmfahrten nach Talästina Auf den Dampfern des f/(?(/(/ T/fei/ÖlC I. und II, Klasse 50% — Touristen-Klasse 30% Auf den Dampfern des JUgOSlüWlSClien £/0{f(f i. u. II. Klasse 25% - Die Ermäßigung gilt f. Hinu. Rückfahrt Abreise vom 19. II. bis 4. III. — Rückreise bis 26. III. 36 Buchungen sofort durch a ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ TalesUne i Orient Ücyd, VI Ceipzlg, Xstsstr.i6,7el.16722 Unsere Gemeinde. Israel Engländer zum Abschied von Leipzig. Eine stattliche Zahl von Freunden fanden sich mit Israel Engländer, seiner Gattin und Tochter zusammen, um dem Ehepaare beim Scheiden von Leipzig vor der Übersiedlung zu den Kindern in Holland Segenswünsche und den Dank für die im Dienste der jüdischen Wohlfahrt geleistete Arbeit und für bewährte treue Freundschaft zum Ausdruck zu bringen.' Die Reihe von Ansprachen — Rechtsanwalt Dr. Dreßler für den Hilfsverein, Gemeinderabbiner Cohn für den Gemeindevorstand, den Vorstand des Felix-Goldmann-Gedächtnisbundes und persönlich, Morks als ältestes Vorstandsmitglied des Hilfsvereins, I Iönigsl>erg als alter und persönliche Freunde srhilf und Steinmarder als Vbrsi&ndskoHcgen — brachte in gleicher Weise die Freude darüber zum Ausdruck, daß den im Wohlfahrtswesen unserer Gemeinde so verdienstvollen Eheleuten eine für sie persönlich erfreuliche Zukunft beschieden sei, wie den Schmerz darüber, daß unsere Gemeinde und wichtige Institutionen nunmehr die warmherzige Hilfsbereitschaft werden entbehren müssen. Bewegt dankte Herr Engländer und sprach die Hoffnung aus, dal) er recht oft Gelegenheit haben werde, die ihm so lieb gewordenen Beziehungen zu den Freunden und Mitarbeitern auch weiterhin zu pflegen. Nachricht des Sozialamtes. In Nummer 5 des Gemeindeblattes befindet sieh eine Notiz der St^atszionistischcn Organisation, in welcher zum Erwerb der Keren M^mennrah-Büchse aufgefordert wird. In der Notiz ist ferner ausgeführt, daß die Büchse dazu he';tirr.ir!t ir;r. t ii".m tr v.'\n Mert "V? sehen instiiutiGr.cn ausgeschlossenen Mitgliedern und Freunden unserer Bewegung die Möglichkeit einer HachRcnarah und Alii;ih?ij geben". Das Sozialamt weist demgegenüber darauf hin, dal) von ihm noch niemand wegen seiner innerjüdisehen Gesinnung von der Flachscharah und Alijah ausgeschlossen worden ist, und daß insbesondere auch eine ganze Reihe von Staatszionisten Zuschuß für Hachscharah und Alijah seitens des Sozialamtes erhalten hat. 15 Jahre Kampf ums Land. Aus Anlaß des fünfzehnjährigen Bestehens des Keren Hajessod hatte üci Vuisiaiid der Leipziger Gemeinde zu einer Feitrr Sa der Gemeindesvnagoge geladen, die Ausdruck ihres Gelöbnisses zu gemeinsamer künftiger Arbeit sein sollte. Nach einleitendem Orgelspiel (Kapellmeister S i m o n) und einer kurzen Begrüßung durch Gemeindevorsteher Carl Goldschmidt nahm Dr. Michael Traub- Beriin das Wort zu bedeutungsvollen Ausführungen: Als in den ersten Nachkriegsjahren die Stürme der östlichen Wirren eine Schar Gequälter nach dem Lande der Sehnsucht tiiilicu, du tmy sie eine Woyr iie> höchsten Idealismus. Mit Hierfür werben wir nädis'e Woche

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.