Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 12 (1936)
- Issue
- 7 (14.2.1936)
- Date
- 1936-02-14
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 OEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG 14. Februar 1936 starkem Glauben und der Kraft freiheitsuchender Jugend erreichten sie auf mühevollem Wege das Land, kamen, kämpften und — scheiterten. Begeisterung und Tatkraft reichte nicht aus; es fehlte die schutzende öffentliche Hand, die den Weg bahnte und die Richtung wies. — In den Ickten drei Jahren sind aus Deutschland 30000 Juden nach Ercz Jisrael gegangen. Sie kamen aus gleicher Not wie jene; aber ihr Weg war leicht und führte in ein blühendes und hoffnungsfrohes Land. Nie wäre diese Wanderung möglich gewesen ohne die chaluzische Vorarbeit und — den Keren Hajessod. Die Rechenschaftslegung, die der Keren Hajessud nach 1j Jähren segensreicher Tätigkeit gibt, ist ein Bericht mühevollen Kampfes um die jüdische Seele. Denn erst wenn mit dem Uelde die Seeie erobert war, war der Arbeit Erfolg beschieden. Deshalb konnte der Keren Hajessod nur im Leuchten der ideale gedeihen, im Widerschein ■/i/^niüfici'Vto»'» iri#»#» i^c ^ytlfdc tici weitem nic^t c!2c dTCicl*t was im Jahre 1920 den Gründern des Fonds vorgeschwebt hatte. Man mußte sich in 15 Jahren mit 5l » Millionen Pfund bescheiden, wo man das fünffache in weit kürzerer Zeit erwartet hatte. Abei ächon um das /u erreichen, bedurfte es eines unerschütterlichen Glaubens derer, die riefen und derer, die oft gerade die Ärmsten — gaben, wo sie konnten. Es sind gewaltige Zahlen, die das jahrelange Aufbauwerk widerspiegeln. Doch gewaltiger ist das Ergebnis. Auch wenn das Bild nicht immer rosig ist, wenn ein Blick hinter Jüdisrhe Winterhilfe Postscheckkonto Nr. 20516 (!sr. Reügi&r^gemeiüde, Abt. Winterhilfe). Jude! Kenne Heine Pflicht, Mitzufühlen mit den Annen 1'nd entziehe I>ich ihr nicht! Lern' und übe HtetH Krbarincn. Wenn Du noch satt zu essen hast, So «tank an den, der hungert. Der Iiiinger als ein böser <*ast Vor Armer Türen lungert. Hilf, dass Dein XUchster nicht mehr friert! Sorg, dass im Winterfrost Dein Uerz nicht auch erkalte! Dass Wohltun Pflicht und allerhöchste Zier. Das lehrten Dich schon unsres Volkes Alte. Verehrte Hausfrauen! Am Sonntag, den 23. Februar, findet unsere Februar-Pfundsammlung statt. Der Winter ist mit voller Härte ins Land gezogen mit Schnee und Kälte. Eine Anzahl von Ihnen wird vielleicht an diesem Tage nicht in Leipzig anwesend sein. Wir bitten Sie in solchen Fällen, uns vorher rechtzeitig unter Nummer 21382 telefonisch zu benachrichtigen, wann und alle Gemeiudemiiglieder, bei denen unsere Helfer am Sammeltage bis 12 Uhr noch nicht vorgesprochen haben, uns bis 1 Uhr unter obiger Nummer zu benachrichtigen, damit wii noch rechtzeitig hinschicken können. Lcbcnsiiiiticiäüägäuc im Grundstück Brühl 47, Eingang auch Richard-Wagner-Straße 8. Montag, den 17. Februar 1936: Gruppe i J 4 Uhr „ 2 4-5 Uhr Dienstag, den 18. Februar 1936: Gruppe 3-10 3-5 Uhr Zur schnellen Abfertigung ist die Mitnahme von Netzen und Taschen erforderlich. Die Helfer sind angewiesen, diejenigen, die durch Nichtbetoigung der Anordnungen die rasche Abfertigung hindern, erst zuletzt abzufertigen. Nichtabgeholte Sachen werden nicht aufgehoben, sondern verfallen. die „prosperity" ganz unerwartete Schwierigkeiten zeigt. 1933 stand der Keren Hajessod am Rande des Abgrundes; seit der Gründung der Jewish Agencv im Jahre 1020 war das Budget von Jahr zu Jahr gesunken, während auf der anderen Seite 575000 Pfund Schmdcn standen. Da gelang zur rechten Zeit die 500000-Pfund-Anleihe bei den Lloyd-Bancs, deren ungewöhnlich günstige Bedingungen der Ausdruck eines sicheren Vertrauens der Bank in den Aufbau waren. Diese. Anleihe — ..Vorzeichen jüdisches Staatslebenc mußte -erst kommen, um das Vertrauen auch in den eigenen Reihen zu stärken. Der Luzerner Kongreß hat die ungewöhnlich dringende Not der Juden in Deutschland berücksichtigt und — ein Novum in der Geschichte des Aufbaus! — den deutschen Juden das Privileg erteilt, das aus Deutschland kommende Geld in erster Linie für die deutschen Einwanderer zu verwenden. 20 o/o der Zertifikate erhält in diesen Jahren die deutsche Sektion. Noch darüber hinausgehend hat die Jewish Agency angesichts der Verminderung der Einwanderungsquote den Prozentsatz für das laufende Halbjahr auf 320/0 erhöbt, um die vorgesehene Zahl aufrechtzuerhalten. Das Gros der Jugend kann nur nach Erez; die Welt ist verschlossen. Aber wenn ihr die Zukunft bleiben soll, dann müssen bleibende Bedingungen geschaffen werden. „Das flache Land tragt Erez Jisrael; ermöglicht die Verwurzelung!" "das ist der Appell des Keren Hajessud in diesen Tagen. Der Delegiertentag der Zionistischen Vereinigung hat die Zahlung des Maassei beschlossen und wie der Luzerner Kongreß für obligatorisch erklärt. Wer ihn nicht zahlt, der soll wenigstens Maasser vom Maasser geben! Es waren nicht nur der feierliche Rahmen und die Klänge der Orgel, die die Nüchternheit der Zahlen belebten. Man spürte hinter ihnen Dr. Traub sagte es mit Recht — einen Ruach Hakaudesch, heilige Weihe jüdischen Lebens. e. Frauen-Chewra Kadischa. Die Chewrs Kadischa der Frauen gibt bekannt, daß jeden Montag in der Zeit von 3—6 Uhr im Sozialamt, Humboldtstraße 13 ptr., immer noch genäht wird. Um recht zahlreiches Erscheinen wird dringend gebeten. Palästina-Amt. Die Leitung der Zweigstelle des Palästina-Amts ist nunmehr im vollen Umfang auf den früheren Rechtsanwalt und Notar, Herrn Willi N e m a n n übergegangen. — Die Sprechstunden finden weiter jeden Dienstag von 4—b1 s Uhr, in Rechts- und Transferfragen Montag und Donnerstag von 4—61 Uhr statt. — Herr Landgerichtsdirektcr a. 1). Alterthum hat mit Zustimmung des Palästina- Amts Berlin die Leitung der Zweigstelle wegen Überlastung niedergelegt. Die Zweigstelle Leipzig befindet sich: Keilstr. 4 (Tel. 10211). Einsendung der Manuskripte. Sämtliche Manuskripte, auch der Vereine und Einrichtungen innerhalb unserer Gemeinde, die zur Veröffentlichung im Gemeindeblatt bestimmt sind, ...UJ/i. i I. I; ~ i> l : ~ V. ~ Mio «rhf iflloltiinrt Ha« .mm •* aWMWI 14 %* <J ■ V ll»*WtofB4Va* M aa *••*«* M*r«a«*a»>«*ilU *• » HamalnrlnkUUnr UJ.U». Pill-.-! Cl. UUlib ■ ¥Uiibi-L?*usi2ci-fc?ix auv Redaktionsschluß bleibt unverändert Dienstag vormittag 10 Uhr. Amtliche Bekanntmachungen. Aufhebung der Autsicht über Butter. Infolge der gesetzlichen Bestimmungen kann in Leipzig Butter unter Aufsicht nicht mehr hergestellt werden. Die Aufsicht über Butter wird deshalb aufgehoben. Leipzig, den 12. Februar 1936. Der Vorstand der israelitischen Rellglouigeuitiude tu Leipzig. Höhere Israelitische Schule zu Leipzig. A u i n a h in e n r ü t u n a für die Sexta der Höhereu Israelitischen Schule statt. Anmeldungen solche; Schüler; die während der ersten Aufnahmeprüfung erkrankt waren, oder deren Eltern sich in der Zwischenzeit dazu entschlossen haben, ihre Kinder die Höhere Israelitische Schule besuchen zu lassen, nimmt entgegen die Schulleitung. Änderung von Fernsprechanschlüssen. Die Dienststellen unserer Gemeinde sind unter folgenden Ruf- Allgemeine Verwaltung Nr. 23602 (wie bisher) Wohlfahrtsamt Nr. 21382 (wie bisher) Sozialamt Nr. 12938 (wie bisher) Gemeinriesynagoge (Inspektor Brand*) Nr '^3602 * ° ' ' ab 19 Uhr Nr. 17034 Oberkantor .„,» i......t-i l~Uill|Jll in um/ v Nr. 1293S Nr. 17034 nach Dienstschluß Neue Nummer des Verw.-Dir. Katzcnstcin bei Tage Nr. 23602 nach Dienstschluß Nr. 21382 (die frühere Nr. 20640 ist in Wegfall gekommen). * Gemeindeverwaltung nach Dienstschluß: Anmeldung von Sterbefäilen Nr. 17034' 53889 für sonstige dringliche Fälle Nr. 21382 22521 Bei dieser Gelegenheit werden die Gemeindemitglieder erneut darauf aufmerksam gemacht, daß Sonnabends und S o n n t a g s das Gemeindeamt geschlossen ist; es wiid gebeten, an