Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 9 (1933)
- Issue
- 50 (15.12.1933)
- Date
- 1933-12-15
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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IV Dezember 1933 Jolle-Streifen Kunstseide, sehr geeignet für Pyjamas in schönen Stellungen Mtr. Reversible Modisches Oewebe mit Abseite in vielen Farben ........Mtr 3.90 l- 2. 90 Crepe-Terte | reine Wolle, vorzügliches Material ca. 100 cm breit . Mtr. 2M0 ftldielhaar u. Tffrsldihaul reine Wolle, die modischcnlOewebe aus erstklassigem Material, ca. 130 cm breit . . . Mtr. 4.90 Oberhemdenstoffe Indanthren, große Auswahl, mod. Dessinsu. Farben Mtr. 1.25. —.SS 2.« 3.96 68, 3.90 Kaudijadien reichh.Sort.,mollige, reinw.Qual. ca. 140 cm breit, Mtr. 5.90, 4.90 Welline « f. d. mollig. Morgenrock u.Matin* ] Ul ca. 140 cm breit . Mtr. 3.25, 2.25 Jt Sdilafataug-VaneU in ganz modernen Dessins, solide ftf| Qualität, indanthren, Riesenaus- _ «Q wähl......Mtr. — 68, —.45 Schotten Jaffet für Blusen und Besitz V { in den neuesten Färb- I Stellungen.....Mtr. igt S0NDER&C0 Daunendecken kl 50 Oberseite Kunstseide, mit Einschütte, Rückseite la daunrndichter Statin, la weiße Daune St. 75.-, la halbweiße Daune . . St. 59.— u. Erstklassige Xaarbrüssel- Zeppidie besonders schwere Qualität, vornehme Künstler-Zeichnungen 300/400 250/350 200/300 90.- 67-50 45 4w yrofow Siagm mit dm kieUwn 'preibm * Synagngcn-Chanukka-Feicr. Am Sonntag, dem 17. Dezember, nachmittags ' .I Uhr, findet in der Synagoge „Oliel Jacob", Pfaffendorfer Str. 4, eine Abschieds-Synagogcn-Feier aus Anlaß des Chanukkatestes statt. Herr Überkanlor S. Kupfer wird das Chanukkalichtanzünden vornehmen und synagogale Oesinge zum Vortrag bringen. Die Feier wird musikalisch (Klavier und Violine) illustriert. Zwei hiesige Künstler werden sich in die musikalische Begleitung der <iesänge teilen und Solovorträge bringen. Diese Feier läßt für jeden Besucher einen grollen Genuß erwarten, um so mehr als ja bei jeder bisherigen Chanukkafeicr die Synagoge bis auf den letzten Platz gefüllt war und alle Gesangsvorträge grollen Beifall fanden. Vollständig neues Programm. (Synagoge genetzt!) Jüdisches Landschulheim Herrlingen b. Ulm- Iis dürfte für unsere Leser von Interesse sein, /u wissen, daß in Herrlingen b. Ulm ein jüdisches l.andschulhcim besteht, das etwa 60 70 Knaben und Mädchen aller sozialen Schichten aufnehmen soll. Die Aufgaben des Landschulheims sind im wesentlichen Hcimischmachung der Kinder im deutschen und jüdischen Kulturkreise sowie Vorbereitung auf handwerkliche, gärtnerische und hauswirtschaftliche Ausbildung im Rahmen der beruflichen Umschichtung der Juden. Neben den Fächern des allgemeinen Unterrichts sollen insbesondere auch Musik, Kunst und Literatur gepflegt werden. Für den Werkunterricht, den landwirtschaftlichen und hauswirtschaftlichen Unterricht bietet das Heim nach seiner örtlichen Lage und räumlichen Einrichtung geeignete Voraussetzungen. Die Verpflegung ist rituell. Richtigstellung. Die von einer hiesigen Tageszeitung gebrachte Mitteilung, wonach das Kaufhaus Brühl, Leipzig, in anderen Besitz ubergegangen sein soll, entspricht nicht den Tatsachen. Personenstandsnachrichten. B a r m i z w a: Am Sonnabend, 23. Dezember 1933, Schumi Kaufmann, Sohn des Herrn Max Kaufmann und Frau Johanna geb. I'cchenbach, im Hause OottschedstrafSe 22111. Trauungen: Am Sonntag, 17. Dezember 1933, 1 Uhr mittags, Fräulein Hilda Herz.¬ berg, Brühl II, mit Herrn Martin Grün, Elsterstraße 5Q. Am Dienstag, 19. Dezember, 11 Uhr vorm., Fräulein Gerda Mühlstein, Fritzsehestr. 10, mit Herrn Kurt Wallach aus Köln. Todesfälle: i). Dezember 1933 David Zumer, Blücherstr. 3Q. S: Dezember 1933 Hugo Totschek, Döbeln. 9. Dezember 1933 Chane Libe Ellek, Walter-Blümcl-Str. 131. Neue Bücher. Max Wiener. Jüdische Religion im Zeitalter der Emanzipation. Berlin 1933. (I'hilo-Verlag). RM. 6.—. Das Wienersche Buch gibt eine Ideengeschichtc des Judentums Von Mendelssohn bis zum Aufkommen der nationalen Bewegung. Es entwickelt gemäß den geistigen Machtverhältnissen dieser Periode vornehmlich Hie im deutschen Kulturkreis erwachsenen Gedanken, zieht aber zur Abrundung und Verdeutlichung des Bildes auch Erscheinungen und Persönlichkeiten jenseits dieses Schauplatzes heran und sucht in folgenden drei durch die Gedankenmassen dieses Zeitraums gelegten Längsschnitten den gewaltigen Stoff ordnend zusammenzufassen: Religionsgesetz und Lebensform, Philosophie und Weltanschauung und der religiöse Gehalt in der „Wissenschaft des Judentums". Die unwägbare, aber doch so bedeutsame Wirklichkeit des kaum in wissenschaftliche Begriffe einzuschließenden „jüdischen Gefühls" kommt nicht minder zu ihrem Recht. Geiger und Samson Raphael Hirsch, S. D. Lu/.atto und Holdhcim und viele andere Theologen erfahren ebenso ihre Würdigung wie die Philosophen von Mendelssohn bis Steinheim und Weltanschauungskünder wie Philippson oder Michael Sachs, Forscher wie Zunz oder Graetz und die untheologischen Gestalten Heinrich Heine, Moses Heß, G. Riesser. Es handelt sich bei dieser Schrift um den ersten umfassenden Versuch, eine Geschichte des religiösen Geistes vorzulegen, das, worum es dem Gottesglauben dieser Zeit eigentlich geht, nachdem der äußere Rahmen in der Darstellung von Reformbewegung und orthodoxer Gegenaktion schon oft gelehrte Betrachter beschäftigt hat. Ein zeitnahes Buch von überzeitlicher Bedeutsamkeit. „Auswandern — wohin?" Von Paul Horast. Verlag B. Heller, München 25. Mk. — .90. Auswandern, in einem anderen Lande Existenz gründen und eine neue Heimat suchen ist heute Lebensnotwendigkeit für viele unserer Leser. Aber wohin sich wenden? Denn die weitverbreitete Wirtschaftskrise mit ihrer Arbeitslosigkeit hat die meisten Staaten gezwungen, die Niederlassung und Erwerbstätigkeit von neuzuziehenden Fremden stark einzuschränken. Die vorliegende Schrift dient der Orientierung Über die vielen in diesem Zusammenhang auftretenden Fragen. In äußerst gedrängter Form gibt sie Auskunft über die Einreise- und Aufenthaltsbedingungen aller wichtigeren Länder, dann aber auch über die rechtlichen Möglichkeiten, als Ausländer einen Beruf, sei es als Arbeitnehmer, Gewerbetreibender oder Akademiker auszuüben. Die in den verschiedenen Ländern nur Einheimischen vorbehaltenen Berufe sind aufgeführt. Schließlich unterrichtet der Verfasser über die Bürgerrechtsverhättnitse der einzelnen Staaten: Wird durch Geburt im Lande (jus soli) und Heirat mit einem Einheimischen das Bürgerrecht erworben oder nicht? Vorbedingung zur Einbürgerung; Verlust der Staatsangehörigkeit. Die Angaben über die Erwerbs- und Einbürgerungsbedingungen machen diese Broschüre zu einem besonders wertvollen Auskuuftsmaterial. „Alijah", die amtliche Informations-Broschüre des Palästina-Amtes der Jewish-Agency, Berlin, ist soeben in völlig umgearbeiteter und stark erweiterter Auflage neu erschienen. Das Palästinainteresse der deutschen Juden ist in den letzten Monaten außerordentlich gestiegen, ohne jedoch seinen Höhepunkt erreicht zu haben. Die Broschüre gibt auf die meisten vorkommenden Prägen in kurzer prägnanter Form erschöpfende Auskunft. Wir erwähnen aus dem Inhalt nur die Beitrage über: Einwanderungsbestimmungen, Mitnahme von Kapitalien, Mitnahme von Gepäck, Auto usw.., Reiseverhindungen, Kapital-Transfer und Devisenfragen, Zollfragen, Wirtschaftsfragen, Arbeitsmarkt, Elektrizitätslieferung, landwirtschaftliche Siedlungsmögiichkeit, Qesundheitsfragen, Lebenshaltungskosten und vieles andere. Die „Alijah" ist zum Preise von RM. 0.75 durch das Palästina- Amt der Jewish-Agency, Berlin W 15, Meinekestr. 10, durch seine Vertrauensstellen in der Provinz und alle jüdischen Buchhandlungen zu beziehen. Ein neues Heft des „Morgen". Das Oktoberheft der vom Berliner Philo-Verlag herausgegebenen Monatsschrift „Der Morgen" ist unter neuer Leitung und in neuem Gewände erschienen. Neben zwei größeren grundlegenden Aufsätzen von Dr. Leo Baeck (Das Judentum in der Gegenwart) und Martin Buber (Biblischer Humanismus) enthalt das Heft einen Vorabdruck aus einem voraussichtlich im Frühjahr erscheinenden Roman Jakob Wassermanns „Marie", sowie die Wiedergabe eines Briefes von Franz Kosenzweig aus dem Jahre I1*IS. in dem dj/r Schreiber für gleichzeitige Bejahung von Deutschtum und Judentum eintritt. Hanns Reißner schreibt über „Frankreich als Einwanderungsland", Bertha Badt-Strauß entwirft das Lebensbild des Cambridger Universitätsdozenten und späteren Leiters des Rabbinerseminars in New York Solomon Schechter, Friedrich Brodnitz berichtet über die Arbeit des Zentralausschusses der deutschen Juden für Hilfe und Aufbau. In dem „Disziplin" üherschriebenen Geleitwort heißt es iL a.: Diese Zeitschrift soll, in neuem Gewände und unter neuer Leitung, unverändert, wie ihr Begründer es aussprach, „dem geistigen Schicksal des deutschen Judentums dienen", will ein ungeschminktes Bild lies Judentums darstellen, nicht nur einer Außenwelt gegenüber, deren Urteil starke Schwankungen zeigt, sondern auch für den deutschen Juden selbst, der die wechselnden Seiten seines Wesens gespiegelt, zum Bild geformt sehen soll, um sich selbst immer klarer auszuformen. Deshalb soll keine Richtung des Judentums ausgeschlossui sein, keine aber auch mehr Anteil verlangen können, als sie selbst am Ganzen hat, und keine unfruchtbar gegen die andere polemisieren. Wir wollen auch, in voller Wahrung der persönlichen Freiheit unserer Mitarbeiter, 17. Dezember 1933 Synagogen-Chanukka-Feier 17. Dezember 1933 nachmittags 3.30 Uhr aiaa in der Synagoge „OHEL JACOB" Pfaffendorferstraße 4 — nachmittags 3.30 Uhr Oberkantor Salomen Kupfer, Leipzig (lyrischer Tenor). Synagogale Oesänge, Chanukkaücht-Anzünden mit musikalischer Begleitung von hies. bewußten Künstlern. Synagoge ist geheizt.