Mannheim
Compact Memory

Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1933-06-30 · 26 (30.6.1933) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
9 (1933)
Issue
26 (30.6.1933)
Date
1933-06-30
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/4876568-5968810-5969361--4728-4881798
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Seile 2 GEMEIN DEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIÜIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG 30. Juni 1933 des Zionistischen Weltorganisation, der sich in letzter Zeit in vielen 1 ändern mit "den tfüff bestehenden poale-zionistischen Gruppen vereinigt hat und ohne Betonung des marxistischen Klassenkampfgedankem die Verwirklichung eine« „konstruktiven Sozialismus" in Palästina, einer freien arbeitenden jüdischen Gesellschaft auf der Grundlage sozialer Gemeinwirtschaft, sowie Erneuerung des judischen Volkslebens in den Landern der Zerstreuung auf der Grundlage produktiver Arbeit und hebräischer Kultur anstrebt. In den Jahren 1905 bis 1921 lebte Arlosoroff in Berlin, seit 1924 in Palästina. Im Jahre 1921 wurde er Mitglied des Finanz- und W irtschaftsrates der Zionistischen Organisation. Auf dem IT. Zionistenkongress im Jahre 1931 wurde er als Nachfolger von Colonel Kisch zum politischen Leiter der Palästina- Executive bestimmt. In dieser Stellung versuchte er insbesondere, eine politische Annäherung /wischen Juden und Arabern herbeizuführen. So brachte er vor einiger Zeit in Jerusalem eine Besprechung mit transjordanischen Scheichs zustande. Im Mai d. J. weilte Dr. Arlosoroff in Deutschland und entwarf auf Grund seiner Beobachtungen einen großzügigen Plan zur Oberführung jüdischer Kinder aus Deutschland in palästinensische Schulen und zur ländlichen und städtischen Ansiedlung deutscher Juden in Palästina. Dr. Wilhelm Klccmann aus dem Gemeindevorstand ausgeschieden. (Amtlich.) Zum Vorsitzenden des Gemeindevorstandes ist Herr Direktor Heinrich Stahl, der dem Vorstand seit zwei Jahren angehört, gewählt worden. Herr Dir. Stahl bekleidete schon bisher das Amt des Vorsitzenden des Wohlfahrtsamts der Jüdischen Gemeinde zu Berlin und hat sich auch sonst um die sozialen Angelegenheiten der Berliner jüdischen Gemeinde und des deutschen Judentums hervorragend verdient gemacht. Seine Wahl /um Vorsitzenden des Vorstandes in einer Zeit besonders schwieriger Lage der Gemeinde zeugt von dem großen Vertrauen, das die Gemeinde in die Persönlichkeit und in die Fiihrereigenschaften des Herrn Direktor Heinrich Stahl setzt. Herr Dr. Wilhelm Kleemann, der seit 1931 das Amt des Vorsitzenden des Gemeindevorstandes bekleidet, hat sich mit Rücksicht auf seinen seit langer Zeit ungünstigen Gesundheitszustand veranlaßt gesehen, sein Amt niederzulegen und aus dem (iemeindevorstand auszuscheiden. Die Berliner jüdische Gemeinde schuldet Herrn Dr. Kleemann fiir die in schwieriger Zeit geleistete verantwortungsvolle Arbeit an der Spitze der Gemeinde herzlichen Dank. Der Vorstand sieht Herrn Dr. Kleemann mit Bedauern aus seiner Mitte scheiden. Bruno Woyda Mitglied des Vorstandes der Berliner Jüdischen Gemeinde. Infolge des Ausscheidens des früheren Vorsitzenden der Berliner Jüdischen Gemeinde Direktor Dr. h. c. Wilhelm Kleemann aus dem (iemeindevorstand war eine Ersatzwahl notwendig geworden, bei der Dipl.-Ing. Bruno Woyda mit 24 Stimmen der Liberalen, des Vertreters der Mittelpartei und der zionistischen Fraktion (gegen 10 Stimmen der Volkspartei) von der Repräsentanz in den Vorstand entsandt wurde. Bruno Woyda, der Leiter der Zentralstelle für jüdische Wirtschaftshilfe und Mitglied des Rates des Preussischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden ist, legt in seiner öffentlich-jüdischen Arbeit besonderen Nachdruck auf die Lösung sozialpolitischer und wirtschaftlicher Probleme. Er war acht Jahre hindurch Chefredakteur der „Jüdisch-liberalen Zeitung". (JTA.) Bad Nauheim. Vom Kuratorium der Professor D. Simonsen Gesellschaft e.V. wird uns geschrieben: Mit Unterstützung aus Mitteln der Professor I). Simonsen Stiftung kann jüdischen Kranken, die einer Kur in Bad Nauheim bedürfen, die Durchführung dieser Kur zu besonders ermäßigten Gebühren ermöglicht werden. Die Gäste der Professor I). Simonsen Gesellschaft e.V. erhalten Unterkunft und Verpflegung in erstklassig geleiteten jüdischen Kurheimen. (Einzelzimmer mit fließendem warmen und kalten Wasser, Dampfheizung, Veranden und Gartenbenutzung und ritueller Verpflegung). Gesuche sind an den Syndikus der Professor I). Simonsen Gesellschaft e.V., Herrn Rechtsanwalt Dr. Selmar Spier, Frankfurt a. M., Taunusstr. 1, zu richten. Amtliche Bekanntmachung. Gebührenordnung. Durch OemeindesitzungsbeschtuB vom 26. Juni 1933 ist die Gebührenordnung geändert worden. Dieselbe liegt in der abgeänderten I orm zur Einsichtnahme vom 3. Juli bis mit 14. Juli 1933 werktäglich von 9 -13 Uhr im israelitischen Gemeindeamt, Walter Blümel-Str. 10,1, aus Leipzig, den 27. Juni 1933. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde ZU Leipzig. Unsere Gemeinde. Haushaltungskursus des Sozialamts. Für die vom Sozialamt neu eingerichteten II a u S h I ItURgskursC in Bad I Kirrenberg werden fiir Übungszwecke einige Nähmaschinen, ferner Plätteisen älterer Systemc (Bolzeneisen, Spiritusplätten, Kohlenplätten, Gaseisen) benötigt. Oemeindemitglieder, die bereit sind, die genannten Gegenstände leihweise ZU überlassen, werden gebeten, dem Gemeindeamt (Walter BlÜmeMr. 10, Fernrul 23902) mit dem Hinweis „I laushaltungskursus" Kenntnis zu geben. Die zur Verfügung gestellten Gegenstände werden auf VtUSCh abgeholt. Auswanderung. Von den maßgebenden Stellen werden wir gebeten, darauf hinzuweisen, dal! der Auswanderung einzelner Personen oder von I amilien in allen den Fällen aufs dringendste zu widerraten ist, wenn nicht gute verwandtschaftliche Beziehungen oder geschäftliche Verbindungen bestehen, die eine Aussiebt auf Arbeitserlangung gewährleisten. Angesichts der, im besonderen in den westlichen Ländi m, herrschenden Arbeitslosigkeit, die teilweise Arbeitsverbote und Arbeitsbeschrankungen für Ausländer hervorgerufen hat, würden solche Auswanderer die Wohlfahrtsinstitutionen in Anspruch nehmen müssen Und dadurch in eine höchst mißliche und auf die Dauer nicht haltbare l äge geraten. Es wird deshalb empfohlen, daß vor der Auswandi ruiig die Beratung durch das Sozialamt (Dienstags und Donnerstags IS 17 Uhr, Walter Blumelstr. 10,11,) MI Anspruch genommen wird. Die Lage des jüdischen Mittelstandes. In einer vom Verein selbständiger jüdischer Handwerker zu Leipzig einberufenen Mitgliederversammlung referierte Syndikus Kurt Sabatzky über die Lage des jüdischen Mittelstandes in Deutschland. Der Redner gab seinem Bedauern darüber Ausdruck, daß bisher so wenig Juden im Handwerk tätig seien, da im Falle einer andersgearteten soziologischen Schichtung der Juden die heutige Gesetzgebung sich wahrscheinlich nicht in so erschütterndem Maße ausgewirkt haben würde. Er gab sodann ein Bild über die Lage des gewerblichen Mittelstandes und die Hilfsmaßnahmen, die seitens der jüdischen Organisationen, Gemeinden und Gemeindeverbänden ergriffen seien. An den Vortrag schloß sich eine eingehende Aussprache. In der Aussprache wurde besonders zum Ausdruck gebracht, daß der selbständige jüdische Handwerksmeister in der heutigen Zeit die stärkste Unterstützung in Form von Vergebung von Aufträgen erwarte. — An Stelle des von Leipzig verzogenen 1. Vorsitzenden beauftragte die Versammlung den bisherigen stellvertretenden Vorsitzenden Elektrotechniker Feldmann, der auch die Versammlung leitete, mit der Führung der Vereinsgeschäfte. Aus dem Gemeindeamt. Gottesdienste: Gemeindesynagoge. Sabbatgottesdienst: Freitag, 30. Juni, Abendgebet 19 Uhr. Sonnabend, 1. Juli, Morgengebet 9 Uhr, Nachmittagsgebet 20,55 Uhr, anschließend Lehrvortrag (Rabbiner Dr. Goldmann): Abendgebet 21,28 Uhr. Morgengottesdienst an Sonn- und bürgerlichen Feierlagen 7,30 Uhr, werktags 7 Uhr, Abendgottesdienst 19 Uhr. Gemeindesynagoge. Sabbatgottesdienst: Freitag, den 7.Juli, Abendgebet 19 Uhr mit Predigt (Rabbiner Cohn). Sonnabend, 8. Juli, Morgengebet 9 Uhr, Jugendgottesdienst 15.15 Uhr mit Predigt (Rabbiner Dr. Goldmann): Nachmittagsgebet 20.50 Uhr, anschließend Lehrvortrag (Rabbiner Cohn); Abendgebet 21,24 Uhr. Morgengottesdienst an Sonn- und bürgerlichen Feiertagen 7.30 Uhr, werktags 7 Uhr, Abendgottesdienst 19 Uhr. Ez-Chalm-Synagoge (Otto-Schillstr.) und Talmud Thora-Synagoge (Keilstr.): Freitag, den 30. Juni: Abendgebet 19.15 Uhr. Sabbat: Morgengebet 8.30 Uhr; Mincha 17 Uhr; Ausgang 21.28 Uhr. Wochentag: Morgengebet 7 Uhr; Abendgebet 19.15 Uhr. Personenstandsnachrichten. Barmizwa: Am Sonnabend, S. Juli, Heinz Siegmund Tebrich, Sohn des Herrn Adolf Tebrich und Frau Gertrud geb. Helft, Leisnig, Kirchstr., in Leipzig, in der Gemeindesynagoge. Am Sonnabend, den 15. Juli 1933, David Borowitsch, Sohn des Herrn Adolf Borowitsch und Frau Helene geb. Einhorn, Nordstr. 54, III, in der Ex-Chaim-Synagoge, Otto-Schillstr. Trauungen: Am Freitag, 30. Juni, 3 Uhr nachm., Fräulein Edith Spetter, Platnerstr. 7, mit Herrn Leon Weinberger, Köthner Str. 4, in der Synagoge, Keilstr. 4. Am Sonntag, 2. Juli, 4 Uhr nachm., Fräulein Irma Feldmann, Yorkstraße 13, mit Herrn cand. med. Imre Hartstein, Bukarest, in der Wohnung von Herrn Rabbiner Dr. Goldmann. Todesfälle: Ib. Juni 1933 Hirsch Auerbach, Brühl 8. 18. Juni 1933 Dwoira Kirschbaum, Kreuz.str. 22. 19. Juni 1933 Kind Ruth Gutter, Nordplatz 1. 21. Juni 1933 Kind Abraham Mendzigursky, Plauensche Str. 2. 22. Juni 1933 Friederike Olga Outmann, ffardcnbergstr. 66. Vereinsnachrichten. Reichsbund jüdischer Frontsoldaten, Ortsgruppe Leipzig. Sonnabend, den 8. Juli 1933, abends 20 Uhr, im Gold- und Silber-Saal der C. T.-Betriebe (Kempüiski), Eingang Dittrichring, Kameradschaftsabend unter Mitwirkung stellungsloser Künstler: Jolly Mcyersteia,Vortragskünstlerin, Walter Leweus, Tenor; Alexander Schäffer, konferiert und parodiert, Walter Meyerstein, musikal. Begleiter. Die Kameraden mit ihren Damen und Angehörigen, sowie von Mitgliedern eingeführte (iästc sind hierzu herzlichst eingeladen. Eintritt frei. Jüdischer Jugendbund „Franz. Rosen/, weig". Dienstag, 4. Juli Heimabend über Lebensfragen des jüd. Angestellten in Deutschland. Es stehen Fachreferenten zur Verfügung. Jeder jüdische Angestellte Leipzigs ist herzlichst eingeladen. Beginn pünktlich 8.3ü Uhr im Saale des Jüd. Jugendheimes. — Heute 20.15 Uhr Freitaga bendfei er. Deutsch-jüdische Erwerbslose. Die dem Centraiverein deutsche Staatsbürger angehörenden Erwerbslosen treffen sich zwecks Gründung einer deutsch-jüdischen Erwerbslosengruppe am Mittwoch, den 5. Juli, pünktlich 20.30 Uhr, im Jüd. Jugendheim, Elsterstr. 7. Agudas Jisroel Jugendgruppe Leipzig (I ärberstr. 6). Schiurimplan: Sonntag, 18.15 bis 19.15 Uhr, Montag - Donnerstag 20.30 bis 21.30 Uhr Oemoroh Kiduscbiu, Leiter Bernh. Isak. Schabbos Kaudesch: 8 Uhr Tefillas Schacharis, 12.45 Uhr Mincho gedaulo, 17 Uhr Mincho, anschl. Chaje odom, Leiter Sr. Ehrw. Herr Rabbiner Rogosnitzki. Jüdischer Sportverein Kar-Kochba. Nachdem am vergangenen Sonntag die I ußballknaben gegen die Jüdische Schule 1:0 gewonnen hatten, wurde auch diesmal ein 3:0 Sieg herausgeholt. — Die Handballjugend gewann ebenfalls 13:2. Die Jüdische Schule stellte kräftige Jungciis, aber bei Bar-Kochba kam die bessere Spielkultur zum Ausdruck, wodurch die Siege errungen wurden. Am kommenden Sonntag vormittag finden die Rückspiele statt. Trainingsplan: Montag: 5-6 Mädchen, 6—7 Frauen, anschließend Alte Herren; Dienstag und Donnerstag: 5-6 Knaben, anschließend Herren und Damen; Sonntag: Allgemeines Training. Sie müssen bei unseren Inserenten kaufen!

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.