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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1933-05-12 · 19 (12.5.1933) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
9 (1933)
Issue
19 (12.5.1933)
Date
1933-05-12
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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12. Mai IW3 OEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIUIONSOI MI INDI /II I.EIPZHi Stite 3 GASTSTÄTTEN RESTAURANT- /CASINO KAFFEE KÜCHE U. KELLER KEMPINSKI-BERLIN das elegante Tanz Kabarett Täglich Mittaggedeck 1.35 / das im Abonnement 1.20 / Tanz - Programm ah oUhr Stamnigericht 1.25 / FredyRolf.EgonMolkow-Ballet Kapelle C u r t Spirm Inn / Tanr - Orchester Pat Bouen Minner 1055, in Jerusalem ''77 und in Haifa SM Frauen. Vier luden und neun Jüdinnen hatten im Alter von unter 13 Jahren geheiratet, die Zahl geschiedener Frauen betrug 582, die geschiedenen Manner322. Die meisten Ehescheidungen wurden in Tel Awiw vorgenommen. Auflallend ist die grolle Zahl von Witwen gegenüber verwitweten Männern. Es gibt unter den palästinensischen Juden etwa fünfmal mein Witwen als Witwer. So standen in Tel Awiw 2676 Witwen nur 501 Witwern gegenüber. Noch gröber ist der zahlenmäßige Unterschied in Jerusalem, wo es laut der Volkszählung von l()j| 501 Witwer und 1060 Witwen gab. Fin Kuriosum bildet die prozentuelle Bevölkerungszunahme der Inden in ein/einen Städten. Während der durchschnittliche Bevölkerungszuwachs der Juden gegenüber dem Bevölkerungsstaad bei der vorletzten i. J. 1022 durchgeführten Volkszählung 1(18",, beträgt, erreicht er in Jericho 1050" „; die Zahl der dortigen Juden ist von (> i. J. 1022 auf IM i. J. 1031 gestiegen. In Bethlehem ist der Zuwachs gleich 2000",, (2 Juden i. J. 1022 gegen 42 i. J. 1031). Andererseits hat die judische Bevölkerung in Hebron seit den Unruhen des Jahres 1929 und ebenso in Nablus (Sichern) beträchtlich abgenommen. Aus aller Welt. Vom Zentralausschuß der deutschen Juden für Hilfe und Aufbau. Die Geschäftsstelle des Zerrtralausschusses der deutschen Juden für Hilfe und Aufbau befindet sieh in Kerlin-Charlottenburg 2, Kantstrafle 15$. Bankkonten: Reichsvertretung (Zentralausschun der deutchen Juden für Milte und Aufbau) bei (iebr. Heyman, Berlin, Französische Str. -17 und A. E. Wassermann, Berlin WS, Wilhelmplatz 7. Postscheckkonto: I'rcussischcr Landesverband jüdischer Gemeinden, Sonderkonto: Zcutralausschull der deutschen Juden für Hilfe und Aufbau, Berlin Nr. 705 77. Professur Max Liebermann aus der Akademie der Künste ausgetreten. Professor Max Liebermann hat seinen Austritt aus der l'rcitsiischen Akademie erklärt und sein Amt als Ehrenpräsident niedergelegt. Seinen Entschluß begründet er in folgender Erklärung: „Ich habe während meines laugen Lebens mit allen meinen Kräften der deutschen Kunst ZU dienen gesucht: Nach meiner Oberzeugung hat Kunst weder mit Politik noch mit Abstammung etwas ZU tun, ich kann daher der Preußischen Akademie der Künste, deren ordentliches Mitglied ich seit mehr als dreißig Jahren und deren Präsident ich durch /wolf Jahre gewesen bin, nicht länger angehören, da dieser mein Standpunkt keine (ieltung mehr hat. Zugleich habe ich das mir verliehene Ehrenpräsidium der Akademie niedergelegt." Hier/u erklärt die „Vossische Zeitung": Der Rücktritt Max Liebermann, der zu seinem 85. (ieburtstag im vergangenen Sommer einstimmig /um Ehrenpräsidenten der Akademie gewählt wurde, bedeutet den Mischlull einer bedeutsamen und erfolgreichen Tätigkeit im öffentlichen Dienst. Die Ausstellungen der Akademie sind unter seiner Präsidentschaft ZU neuem Ansehen aufgestiegen. Obwohl seiner Entwicklung nach durchaus konservativ eingestellt, hat Liebennann dennoch den Vertretern der jüngeren (ienerationen die Tür geöffnet. Der Künstler Liebermann erfreut sieh nach wie vor trotz seines hohen Lebensalters, rüstigster Schaffenskraft, wofür noch im vergangenen Jahr das berühmt gewordene Porträt des Chirurgen Sauerbrüch Zeugnis ablegte. Aufruf des deutschen Makkabikreiset an die jüdischen Turner und Sportler Deutschlands. Das Präsidium des Deutschen Kreises im Makkäbi-Wettverband erläßt folgenden Aufruf: „An alle jüdischen Turner und Sportler in Deutschland! Der Ausschluß der jüdischen Turner und Sportler aus den deutschen Verbänden und Vereinen stellt uns vor neue Aufgaben. Seit über dreißig Jahren kämpfen die Vereine des Deutschen Kreises im Makkabi-Wettverband für den Gedanken der physischen Regeneration des jüdischen Volkes. In unaufhaltsamem Vormarsch ist der Makkabi- Wettverband gewachsen und hat in allen Ländern der Welt die sporttreibende jüdische Jugend unter seiner Lahne gesammelt. Im War/ 1032 legten wir auf der „Makkabiah", der ersten jüdischen Olympiade in Palästina, von unserer Arbeit Zeugnis ab. Die Verbindung mit der nationalen Renaissance unseres Volkes und dem Aufbau Palästinas hat unserer Arbeit ihren Sinn gegeben und aus unseren rurnern und Sportlern aufrechte jüdische Menschen gemacht. Heute gilt es, allen jüdischen Turnern und Sportlern, die heimatlos geworden sind, unsere Reihen /u öffnen. Der Deutsche Makkabikrcis fordert alle diejenigen, welche sich heute auf ihr Judentum besonnen haben, auf, in die Makkabi- und Bar Kochha-Vereine Deutschlands einzutreten und mit uns zusammen für eine schönere und hoffnungsvollere jüdische Zukunft /u kämpfen. Das Präsidium des deutschen Makkabikreises." Lehrstühle und Stipendien an englischen Universitäten fUr jüdische Gelehrte aus Deutschland. In London fand vor einigen Tagen eine Besprechung hervorragender Vertreter des englischen unterrichtswesens statt, in der, wie „Daily Sketch" erfährt, ein Plan erörtert wurde, demzufolge bekannten deutschen Gelehrten, die in letzter Zeit genötigt waren, ihre Heimat zu verlassen, Lehrstühle und Stipendien au englischen Universitäten angeboten weiden sollen. Die Ausarbeitung der Einzelheiten dieses Plaues wurde einer zweiten Versammlung vorbehalten, die in II Tagen unter Teilnahme von Vertretern der Universitäten von Oxford, Cambridge, London und anderen Städten stattlinden soll. Einer der Teilnehmer au der Professorenbesprechung, ein hervorragendes Mitglied der englischen Hochschulkreise, erklärte, die Aufstellung eines solchen Planes sei für England charakteristisch. Man wolle dafür sorgen, daß die wissenschaftliche Laufbahn jeuer hervorragenden Männer, die unter den gegen sie gerichteten Maßnahmen zu leiden haben, nicht zerstört werde. Jeder von ihnen werde in England willkommen geheißen und gesichert werden. Wie dem „Daily Sketch" mitgeteilt wird, soll der Plan, jüdische Gelehrte aus Deutschland nach England zu bringen, in keiner Weise eine Störung des bisherigen Vorlcsungssvsteins an den englischen Hochschulen zur Folge haben, da es sich nicht um Besetzung bestehender, sondern um Errichtung neuer Lehrstühle und ebenso um Zucrkcnnung neuzuschaffender Stipendien handle. Geldmittel für diesen Zweck seien bereits vorhanden, auch gebe es viele, die bereit seien, Beiträge zur Errichtung der geplanten Lehrkanzeln zu zeichnen. Im übrigen werde die Aktion nicht auf Gelehrte aus Deutschland beschrankt bleiben, sondern auf alle diejenigen ausgedehnt werden, die in ihren Heimatländern unter Zurücksetzungen zu leiden haben. Im Zusammenhang mit diesem Plan erklarte der Rektor des New College in Oxford H. A. L. Fisher einem Mitarbeiter des „Dailv Sketch", die verschiedenen in Oxford bestehenden Colleges hätten noch keine diesbezügliche Entscheidung getroffen. Abmachungen würden von jedem College gesondert zu treffen sein. So viel ihm he- Große Auswahl schöner Stoffe Wollmusselin ca.SOcmbrt .bevorzugtekleine Hessins in modernen Karbstellungen.....Mtr. 1.45, 1.25 Atjla-Travls weiehtlieUende Kunstseide, Indanthren. 80 cm breit Mille fleurs 98 PI. . einfarbig 95 78 * Selenlc-Fantasle Chevron, Natte, Frisi, für das schöne und praktische Sommerkleid .......Mtr. 1.20 Reinseid. Tolle vorzügliche, so ein breite Qual, mit Pepitadessins . Mtr. 2.76 70 cm breit, einfarbig . . Mtr. 95. 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