Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 9 (1933)
- Issue
- 18 (5.5.1933)
- Date
- 1933-05-05
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 ÜEME1NDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIO 5. Mai 1933 Unsere Gemeinde. Erklärung. In einem Rundschrelben der Firma Wilhelm Zellner betr. Koscher- Fleischversorgung wird behauptet, daß „die Herren Rabbiner und die gesamte Bevölkerung des liberalen Judentums" sich mit der Vornahme von Schächtungen nach vorangegangener elektrischer Kopfbetäubung einverstanden erklärt haben. Demgegenüber stellen wir liberalen Rabbiner fest, daß wir mit der Frage nicht befaßt worden sind und uns gutachtlich dazu nicht geäußert haben. Gemeinderabbiner Dr. Goldmann. Gemeinderabbiner Gustav Cohn. Hilfe durch Pfundsammlung. Zeiten gemeinsamer Not bedingen gegenseitiges rüreinandercinstehen. Geben ois an die Grenze des Möglichen ist selbstverständliche Pflicht. Der Jüdische Frauenbund, Ortsgruppe Leipzig, und der Israelitische Frauenverein haben bereits seit einem Jahre mit Hilfe ihrer Pfundsammlung in Sorge geratenen Mittelstandsfamilien allmonatlich Lebensmittelpakete in diskretester Form übersandt. Diese Aufgabe ist bisher von einem kleinen Kreis Frauen finanziell getragen worden. Die Zeit zwingt dazu, nunmehr an alle jüdischen Frauen, die noch für sich und die Ihren das tägliche Brot haben, die dringende Bitte zu richten, sich an der Pfundsammlung zu beteiligen. Die harte Zeit hat die Herzen weich gemacht, die Not, die an jedes Haus klopft, hat Verständnis erweckt für die noch größere Not des anderen. Darum kann und wird die Bitte nicht vergeblich sein. Es ist erwünscht, um die Zusammenstellung der Pakete zu erleichtern, dal) möglichst nicht, wie es in vielen Orten üblich ist, Naturalien gespendet werden, sondern daß der Betrag in bar abgelöst wird. Uni weitesten Kreisen eine Mithilfe zu ermöglichen, wird bereits ein Mindestbeitrag von RM. 0,25 pro Woche entgegengenommen. Das Geld wird monatlich von Boten kassiert. Meldungen zur Beteiligung sind mit Angabe des monatlich zu kassierenden Beitrages zu richten an: Frau Erna Felsenstein, Kickerlingsberg 2, Tel. 56341; Frau Franziska Salin, Steinstr. 4, Tel. 33338; Frau Erna Gomperz, Kaiserin-Augustastralie 21; Tel. 35928. Jüdische Hauspflege. Der Jüdische Frauenbund, Ortsgruppe Leipzig, weist darauf hin, daß er bewährte Hauspflegerinnen für alle die Fälle empfehlen kann, in denen die Hausfrau erkrankt ist oder eine Vertretung der Hausfrau benötigt wird. Zu erfragen: Gemeindeamt, Walter Blümelstr. 10 (Löhrstraße), Tel. 21382, Frau Leni Emmerich, Tel. 12298. 25 Jahre Konzertdirektion Arthur Ehrlich in Leipzig. Im April konnte die Konzertdirektion Arthur Ehrlich auf ein 25 jähriges Bestehen zurückblicken. Der Gründer und Inhaber Arthur Ehrlich, Sohn des verstorbenen Kaufmanns Arnold Ehrlich, seiner noch heute lebenden Mutter und Bruder des Komponisten Siegwart Ehrlich, begann seine Tätigkeit mit bunten Abenden, Turnee-üastspielen in Mitteldeutschland und arrangierte auch Gastspiele prominenter Künstler der Theaterweit und Konzertbühne in jüdischen Großvereinen und Gesellschaften. Während des Weltkrieges beim Feldartillerie - Regt. 77 eingezogen, brachte er als Erster die heitere Kunst für die Verwundeten in die Lazarette und arrangierte weit über 400 Wohltätigkeitsveranstaltungen u. a. vor Fürstlichkeiten und hohen Herrschaften. Auf Veranlassung von Prinz und Prinzessin Johann Georg von Sachsen sowie seitens des Dr. Simon Goldrei Hanna Goldrei geb. Carlebach Vermählte danken gleichzeitig auch im Namen ihrer Eltern herzlichst für die ihnen erwiesenen Aufmerksamkeiten Leipzig, im Jjar 5693 Roten Kreuzes wurden ihm wertvolle Auszeichnungen zuteil. Auch noch heute erfreut sich Arthur Ehrlich in all seinen Kreisen allgemeiner Wertschätzung. Die Firma ist behördlich eingetragen; Arthur Ehrlich ist Inhaber der Kunstbescheinigung seitens der Kreishauptmannschaft Leipzig. Aus dem Gemeindeamt. Gottesdienste: Gemeindesynagoge. Sa bbatgottesdien st: Freitag, den 5. Mai, Abendgebet 19 Uhr mit Predigt (Rabbiner Cohn), Sonnabend, 6. Mai, Morgengebet 9 Uhr, Jugendgortesdienst 15,15 Uhr mit Predigt (Rabbiner Cohn); Nachmittagsgebet 19,55 Uhr, anschließend Lehrvortrag (Rabbiner Cohn); Abendgebet 20,29 Uhr. Morgengottesdienst an Sonn- und bürgerlichen Feiertagen 7,30 Uhr, werktags 7 Uhr, Abendgottesdienst 19 Uhr. Gemelndesynagoge. Sabbatgottesdienst: Freitag, den 12. Mai. Abendgebet 19 Uhr mit Predigt (Rabbiner Dr. Goldmann); Sonnabend, 13. Mai, Morgengebet 9 Uhr, Nachmittagsgebet 20,10 Uhr, anschließend Lehrvortrag (Rabbiner Dr. Goldmann); Abendgebet 20,42 Uhr. Morgengottesdienst an Sonn- und bürgerlichen Feiertagen 7.30 Uhr, werktags 7 Uhr, Abendgottesdienst 19 Uhr. Ez-Chaim-Synagoge (Otto-Schillstr.) und Talmud Thora-Synagoge (Keilstr.): Freitag, den 5. Mai: Abendgebet 19.30 Uhr; Morgengebet 8.30 Uhr; Mincha 17 Uhr; Ausgang 20.29 Uhr. Wochentag: Morgengebet 7 Uhr; Abendgebet 19.30 Uhr. Personenstandsnachrichten. Trauungen: Am Mittwoch, 26. April 1933, Fräulein Hanna Carlebach, Leibnizstr. 23, mit Herrn Dr. Simon Ooldrei, Oustav-Adolf-Str. 34. Todesfälle: 26. April 1933 Oittel Flieg, Außere Hallische Str. 36. 27. April 1933 Josef Georg Köttner, Salomonstr. 22. Vereinsnachrichten. Jüdisches Jugendhelm. Vermietung von Saal und Einzelräumen als Vereinszimmer und für Sonderveranstaltungen. Anfragen an die Heimleitung, Elsteratr. 7. Maßgebend für ParfUmerie u Kosmetik seit nahezu 50 Jahren Sfedtner-Passage (PetersstraBe 2) u. 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