Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 9 (1933)
- Issue
- 18 (5.5.1933)
- Date
- 1933-05-05
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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3. Mai 1933 GEML1N DEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELlüIONSOEMEINDE ZU LEIPZIG Seite 5 ZIGARREN ZIGARETTEN TABAKE Spezialhaus feinster Qualitäten zu niedrigsten Preisen Zigarillos von 2»/a< an. Spez.: Türkische Zigarettentabake Lieferung frei Haus D. ROSEN NACHF. Inhaber: T. Rabinowit?, R. Goldstern Peterssteinweg 10 * Telefon 23768 Alexanderstrase 14 Zlgarren-Spezlalhaus Turncrstrafle 29 Frauen — Chewra-Kadischa. Die Chewra-Kadischa der Frauen gibt bekannt, daß vom Montag, dem 8. Mai 1933 ab im Gemeindeamt, Lnhrstraße lOptr., in der Zeit von 3—6 Uhr wieder genäht wird. Um .ahlreiches Erscheinen wird dringend gebeten. Reichsbund indischer Frontsoldaten; Ortsgruppe Leipzig: Mitgliederversammlung am Montag, den 8. Mai 1933, im Jüdischen Jugendheim, Elsterstraße 7, 20.30 Uhr pünktlich. Tagesordnung: i. Bericht über die Maßnahmen des R.j.F.; 2. Die Landesverbandstagung am 23. 4. in Leipzig; 3. Die Zusammenkunft der Landesverb.- Vors. am 4. 5. in Berlin; 4. Das Sozialamt der Leipziger Israel. Relig.- (iemeinde; 5. Ergänzungswahlen. — Zutritt haben Mitglieder und von diesen eingeführte Gäste. Zur Beachtung! Der Vorstand tritt eine Stunde vor Beginn, ■Iso um 19.30 Uhr, zu einer Besprechung im Jüdischen Jugendheim zusammen. Wir bitten um pünktliches Erscheinen. Wir benötigen zu statistischen Zwecken die genauen Angaben der Kameraden über: Geburtstag, Beruf, Kriegstruppenteil, milit. Rang, im Felde von — bis, ob verwundet, Auszeichnungen. Kameraden, die uns diese Angaben bis zum 10. 5. 33 nicht gemacht haben, müßten wir als Förderer führen. Die in der letzten Zeit neu hinzugekommenen Kameraden brauchen diese Angaben nicht zu machen, da wir hier die Unterlagen vorliegen haben. Jüdischer Jugendbund „Franz Rosenzweiß". An die jüdische Jugend Leipzigs! Die heutige Situation gibt uns Veranlassung, auf die Existenz und die Arbeit des Jüdischen Jugendbundes „Franz Rosenzweig" hinzuweisen. Wir waren entsprechend den Zielen des Verbands der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands, dem wir als Mitglied angehören, schon immer ein Sammelbecken der jüdischen lugend, um auf breitester Grundlage gemeinsame, gesamtjüdische Arbeit zu leisten.! nd gerade jetzt muß über alle Sonderwünsche hinweg die Zersplitterung der Arbeit aufhören; die Einheit, der Zusammenschluß der jüdischen lugend, für den wir immer gekämpft haben, muß in der jetzigen Zeit Wirklichkeit werden. Unsere besonderen Aufgaben — neben der Fortführung der bisherigen innerjüdischen Erziehungsarbeit — die wir uns gestellt haben, (istrecken sich heute auf Fragen der Auswanderung, der Berufsumschichtung, der Neugestaltung der jüdischen Gemeinden. Wir wollen aber insbesondere denjenigen jungen Menschen, die bisher ihre freie Zeit in nichtjüdischen, vor allem sportlichen Organisationen verbracht haben und dort heute nicht mehr wirken können, unsere Tore öffnen. Sie seien bester Aufnahme bei uns versichert. Das Gefühl der Isolierung, das bei ihnen notwendigerweise heute aufkommen muß, wird in unserem Kreis sicher wieder behoben werden. Dabei machen wir besonders darauf aufmerksam, daß unser Heim, Elsterstr. 7, täglich unseren Mitgliedern zur Verfügung steht; auch wenn keine offizielle Zusammenkunft angesetzt ist, finden sich ständig einige Damen und Herren zu Spielen, gemütlicher Unterhaltung usw. ein. Unser Programm sieht für die nächste Woche folgendes vor: Sonntag, 7. Mai, 16 Uhr: Gemütlicher Teenachmittag. Mittwoch, 10. Mai, 20.30 Uhr: „Auswanderung nach Palästina?" keferent: Bundesfreund Joachim Bohrer. Freitag, 12. Mai, 21 Uhr: Freitagabendfeier. Leitung: Bundestieund Kantor Max Jaffe. Sonntag, 14. April, 8 Uhr: Ausflug (Näheres im Heim). Jüdische Jugend kommt zu uns! Agudas Jisroel Jugendgruppe Leipzig. Wir geben unseren Mitgliedern bekannt, daß wir jeden Sonntag von 17—19 Uhr im Heim, t arberstr. 61, Sprechzeit für Erez-Jisroel-Angelegenheiten eingerichtet daben. Jüdischer Sportverein Bar-Kochba. In der letzten Vorstandssitzuiig wurde der Zusammenschluß aller Abteilungen beschlossen. Die technischen Ausschüsse bleiben wie bisher bestehen, so daß nur eine Kasse geschaffen wird. Mit der Kassenfiihrung wurde G. Berlinski beauftragt. Die Neuregelung tritt am 1. Juni in Kraft. Alle Mitglieder, welche Vereinseigentum im Besitz haben, wollen dies umgehend im Jugendheim oder an Berlinski abliefern oder schriftlich anzeigen. Das Training wird jetzt auf dem Platze abgehalten. Die Trainings- /eiten sind genau einzuhalten: Montag 5.30—6.30 Uhr Mädchen und Frauen, anschl. Alte Herren; Dienstag und Donnerstag, 6—7 Uhr, Knaben, anschl. Damen und Herren; Mittwoch, Fußball; Sonntag, alle Abteilungen. Fußballabteilung (Anschrift: Kurt Rotter, Brühl 45). In einem sehr anständig durchgeführten Gesellschaftsspiel gegen Connewitz unterlag die I. Mannschaft n: 2. Die lange Ruhepause und mehrere Ersatzspieler ließ Bar Kochba nie zu voller Form auflaufen. Die erste Halbzeit endete torlos. Gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit konnte Connewitz durch Fehler der Verteidigung das erste Tor erzielen. Ein Strafstoß stellte das Endergebnis her. Die Alten Herren verloren ebenfalls gegen Connewitz 1:3. Die unfreiwillige Ruhepause machte sich auch hier stark bemerkbar. Als Gegner der Knaben war Helios verpflichtet, der aber aus unbekannten Gründen nicht erschien. Das allgemeine Training findet auf dem Sportplatz in Eutritzsch statt. Die Schachabteilung des Bar Kochba, die in diesem Jahre durch Fajarowicz die Meisterschaft von Leipzig errungen hat, ist aus dem Leipziger und aus dem deutschen Schachverband ausgeschlossen unser Einspruch ist abgewiesen worden, trotzdem wir darauf hingewiesen haben, daß gerade jüdische Großmeister, wie Dr. Tarrasch, Spielmann, Mieses u. a., sich um das deutsche Schachleben besonders verdient gemacht haben, daß der Jude Dr. Emanuel Lasker viele Jahre laug als Weltmeister nicht zu besiegen war und das deutsche Schach in der ganzen Welt auf das würdigste vertreten hat. — Die außerordentliche Mitgliederversammlung des Bar Kochba hat beschlossen, trotzdem den Spielbetrieb in verstärktem Maße wie bisher aufrechtzuerhalten. Sie wird Verbindungen mit den jüdischen Schachkreisen des In- und Auslandes anbahnen, um die Pflege des königlichen Spiels und der jüdischen Kameradschaft weiter fortzusetzen. Wir appellieren an alle Schachfreunde, unsere Reihen zu stärken und unsere Spielabende Montag und Donnerstag im Künstlerhaus zu besuchen! Herausgegeben vom Vorstand der israelitischen Religionsgcmeiiide zu Leipzig. Schriftleitung: Oemeinderabbiner Oustav Cohn, Leipzig Cl, Lohrstraße 10, III. Anzeigen: Verlag Elsa Ooldfreund, Leipzig OS, Cichoriusstraße 2a. Druck: Druckerei der Werkgemeintchaft, Leipzig Cl, Briiderstr. 19. Anzeigen-Vertretung in Berlin: M. Badisch, Neukölln, Sandersir. 24, Tel. F. 2. 19«. Geschäftliches. Wir verweisen auf das Inserat des Bankgeschäftes Kaufmann tV Freier, Leipzig, Reichsstraße 17, welche Firma sich mit allen ins Bankfach einschlagenden Geschäften befaßt, Scheck- und Kontokorrent- Konten führt, Finanzierungen, sowie Börsen-Aufträge vermittelt. Ferner empfiehlt sich auch deren Grundstücks-Abteilung zur sorgfältigen Verwaltung von Häusern und zur Hypotheken-Beschaffung. Sehr wichtig! Wie so viele Geschäfte, welche Schabbos geschlossen haben, bin auch ich fast ausschließlich auf jüd. Kundschaft angewiesen. Ich mache daher den verehrten Leserkreis darauf aufmerksam, daß ich stets eine reiche Auswahl in modernen Seidenstoffen (Fabrikcoupons) sowie Kleider- und Mantelstoffe am Lager habe. Vor allem weise ich auf meine große Auswahl in Futterstoffen aller Art hin. Ich glaube annehmen zu dürfen, daß es jedem Pflicht sein sollte, derartige Geschäfte zu unterstützen. Ch. Menasche, Brühl 31. 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