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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1933-01-20 · 3 (20.1.1933) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
9 (1933)
Issue
3 (20.1.1933)
Date
1933-01-20
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELI0I0NS0EME1NDE ZU LE1PZ1Q 20. Januar 1933 in dieser Zeit Jude» aus der Gemeinde ausscheiden, weil sie die von der Gemeinde geforderten Steuern nicht leisten wollen. Wenn nicht anderes, so müsse das Bewußtsein der Solidarität sie daran hindern. Die deiche Solidarität müsse auch Im Wirtschaftsleben betätigt werden. Es sei immer noch möglich, daß prominente .luden für die weniger hervorragenden Berufsgenossen wirken, wenn sie ihre schwer zu entbehrende weithin sichtbare Leistung verweigern würden, so lange der Kampf gegen ihre Berufsgenossen weitergeführt wird. Weiterhin richtete der Redner einen flammenden Appell an die jüdischen Arbeitgeber, sich ihrer Pflicht zur Solidarität auch in der Weise bewußt zu zeigen, daß sie in weiterem Umfange als dies oft geschehe, jüdische Arbeitnehmer einstellen. Schließlich erhob der Referent die Forderung, daß die Juden, um sich der gegenwärtigen Situation gewachsen zu zeigen, mehr, als dies in den letzten Jahrzehnten der Kall war, auf geistige Durchbildung bedacht sein müssen; was die Juden in früheren Jahrhunderten befähigte, sich trotz aller Gegner zu erhalten, war ihre geistige Beweglichkeit, die sie ganz besonders aus dem Lernen, aus der Beschäftigung mit den alten jüdischen üeistesschätzen, Mischna, Talmud und rabbinischen Schriften, gewannen. Unsere Jugend müßte in gleicher Weise sich für die Zukunft rüsten, die sie nur dann haben werde, wenn sie durch geistige Ueberlegenheit mehr zu leisten imstande sei als die sie bekämpfende Umwelt. — Für die Erwerbslosen richtete Herr R o s e n t h a I an die anwesenden Arbeitgeber die Bitte, nach Möglichkeit Juden Arbeit und Brot zu geben. Diesen Ruf unterstrich Herr S e 1 i n g e r, der aus einer Reihe von Leipziger Beispielen den Beweis erbrachte, wie schwer es der Jude als solcher habe, eine Stellung zu finden, und darlegte daß die ungeheure Not der jüdischen Arbeitslosen um ein erhebliches gemildert werden könne, wenn alle jüdischen Arbeitgeber bei der Besetzung vakanter Stellen ihr besonderes Augenmerk auf jüdische Erwerbslose gerichtet hielten. Centraiverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens. Am Mittwoch, dem 25. Januar 1933, 8.30 Uhr abends, spricht, wie aus der Anzeige auf Seite 5 in der vorliegenden Nummer hervorgeht, Herr Polizeipräsident Dr. Bernhard Weiß a. D. über die gegenwärtige politische Situation und die deutsche Judenfrage. Wir machen auf diesen Vortrag hiermit noch besonders aufmerksam. Sijum und Nachruf in der Aliawas-Thora! Am Prcitag, dem 13. Januar, fand in der Ahawas-Thora. Farberstraße 4, ein Sijum auf Mischnajoth Seder N o s c h i m statt. Herr Rabbiner Feldmann gedachte bei dieser Gelegenheit der Verblichenen — unter ihnen auch des vor kurzem entschlafenen Herrn Jakob Fried —. die ihren Namen noch bei ihren Lebzeiten oder durch ihre Hinterbliebenen zum ewigen Andenken im „Sikoraun Aulom" eintragen ließen, um für sie Mischnajoth zu lernen und Jahrzeit zu halten. Er erwähnte, daß es eine doppelte Mizwoh sei, sich in den „Sikoraun Aulom" der Ahawas-Thora eintragen zu lassen: denn außer dem Mischnajothlerncu wird dadurch einer Anzahl von Kindern das Thoralernen ermöglicht. Amtliche Bekanntmachungen Oeffentlicher Vortrag. Am Sonntag, dem 22. Januar, 5 Uhr nachmittags, hält Herr Gemelnderabbiner Dr. Goldmann in der Qemeindesynagoge, Qottsched- StraBe J8, den letzten seiner Vorträge über „Zeitströmungeu Im Lichte der Ifldischen Religion". Das Thema des Vortrages lautet: „Eigentum und Kapitalismus". Der Vortrag beginnt pünktlich zur angesetzten Zeit. Jedermann ist herzlich willkommen. Leipzig, den 30. Dezember 1932. Der Vorstand der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Registrierung der Erwerbslosen. Die Gemeinde führt eine Registrierung aller Erwerbslosen durch. Es hat sich aber bisher nur ein Teil der Erwerbslosen gemeldet, so daß unsere Kartothek noch Lücken aufweist. Eür Durchführung von Maßnahmen für die Erwerbslosen ist es für jeden einzelnen von Interesse, daß er sich bei uns meldet. Meldungen nimmt die Eürsorgeabteiluug der israelitischen Religionsgemeinde täglich in der Zeit von 4—5 Uhr nachmittags an. Der Vorstand der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Betriebe unter Aufsicht des orthodoxen Gemeinderabbinats. I. Ganzjährige Aufsicht: a) Fleischereien : Moses Bild, (ierberstr. 56 (Eernspr, 11494). - Moses Erischer, Nordstr. II (Eernspr. 125 28). — Osias Kohn, Hofmeisterstr. t> (Eernspr. 163 97). — Sally Löh, Ranstädter Steinweg 7 (Fernspr. 21195). — Jacob Schußheim. Plauensche Straße 3/5 (Fem- Sender der ganzen Welt alle sauber getrennt — in vollendeter Klangschönhoit bringt der Schaub-Superhet mit Kurzwellenbereich von 16 70m und Wellenbereich 2O0-2000m.7Kreiso - 3 Bandfilter- Geräuschblende (crack killer). Verstärk, auch der Kurzwellen Ober alle Röhren. Von RM. 189,- o. Röhren an. Europa- Serie (4 Röhren - 3 Kreise) von RM. 146,— o. Röhren an. Verl. Sie Werbeblatt. O. L R €> CHI AMB y T$ fa^^KLißfä, p.SdHt3fc,Mpartebauoes.blIlI jjjjBjj | iwtiuiriim Der Frauenverein „Ruth" veranstaltet am DIENSTAG, dem 24 JANUAR 1933, im KRYSTALL-PALAwST(Theater-Saal)einen Tee-Nachmittag mit künstl. Darbietungen und nachfolgendem geselligem Beisammensein. Alle Mitglieder und Freunde werden um ihr Erscheinen herzlichst gebeten. — Beginn pünktlich 4 Uhi m 4 Sprecher 138 04). — Wilhelm Zellner, Nordstr. 13 (Fernspr. 224 87). Das Fleisch soll an demselben Tage, an dem es gekauft wird, koscher i gemacht werden. Wer das Fleisch durch nichtjüdisches Personal bringet läßt, muß fordern, daß das Paket durch den Schomer gesiegelt wirdi b) Geflflgelverkauf: Die vorgenannten Fleischereien. c) Milch und Butter: J. Bartfeld. Eutritzscher Str. 5 (Fernsprecher 235 91). — S. Ringelblum, üerberstr. 43; Filiale: Lohmühlgasse, Ecke Eberhardtstraße (Wohnung: Nordstr. 24, Erdg. r.. Fernspr. 234 in) — Chaim Zipscr, Nordstr. 35, Hof (Wohnung: Berliner Str. 18,1V). Die Aufsicht erstreckt sich nur auf die ausdrücklich als „koscher" gekt nn zeichneten Waren. Weißkäse nur bei S. Ringelblum. — Nur Butter bei E. Diamant, Nordstr. 11 (Fernspr. 295 41). d) Backwaren: Salomon Lotrowski, Berliner Str. 13 (Fernsprecher 252 87). — Selig Scheinowitz. Nordstr. Ecke Keilstr. 9 und (ierberstr. 40 (Fernspr. 23161). - Schmeidler, Nordstr. 25 (Fernspr. 25568), Filiale: Ranstädter Steinweg 45. — Für Schokolade besteht keim Aufsicht. e) S p e i s e h ä u s e r : Chmelnitzky, Reichsstr. 22. — Gottheit, Plauensche Str. 3/5 (Fernspr. 237 07). — Manelis. Nikolaistr. 36 (Fernsprecher 127 03). Die von den beiden letztgenannten Gastwirten ausgeführten Festlichkeiten stehen auch außerhalb ihrer Speisehäuser unter der r 11 u c I e n Aufsicht unseres orthodoxen Gemeindcrabbiiiats. II. Nur zu P e s s a c Ii stehen unter Aufsicht: a) Kolonialwar enge schütte: R. Berliner, Nordstr. 21 S. Pelber, Nordstr. 41, II — S. Jaffe, Taucliacr Str. 15. — S. Jamschon, .lakobstr. 15. — E. Miodownik, Nordstr. 49. — S. Ringelblum. Norc straßo 24. — A. Tomarkin. Gustav-Adolf-Str. 38. B. Wetzer. Jakobstiaße 15. h) Sclterswasscr eigener Fabrikation und Wein in Originalabzug der Firma Hugo Bondi, Mainz, bei A. Weigler, Wittenberger Straße 19 (Fernspr. 581 15). c) Das (iroßhandclslebcnsmittelgeschäft von J. Tempel, Blücherstiaße 11: im Einzelhandel sind dort Waren nicht erhältlich. Leipzig, den 12. Januar 1933. Der Vorstand der israelitischen Religionsgcincindo zu Leipzig. Aus dem Gemeindeamt Gottesdienste Gemeindesynagoge (Gottschedstr. 28). Sabbatgottesdienst: Freitag, den 20. Januar: Abendgebet 16.45 Uhr mit Predigt (Rabbiner Dr. Goldmaun); Sonnabend, den 21. Januar: Morgengottesdienst 9 l In. Nachmittagsgebet 16.55 Uhr. anschließend Lehrvortrag (Rabbiner Dr. Goldmann); Abendgebet 17.28 Uhr. — Morgengottesdienst an Sonn- und bürgerlichen Feiertagen 8 Uhr. werktags 7.30 Uhr, Abendgottesdienst 16.45 Uhr. Sabbatgottesdienst: Freitag, den 27. Januar, Abendgebet 17 Uhr mit Predigt (Rabbiner Cohn); Sonnabend, den 28. Januar, Morgengebet 9 Uhr, Nachmittagsgcbet 17.10 Uhr, anschließend Lchrvortrag (Rabbiner Cohn), Abendgebet 17.40 Uhr. Morgengottesdienst an Sonn- und bürgerlichen Feiertagen 8 Uhr, werktags 7.30 Uhr, Abendgottesdienst 17 Ohr. Ez-Chalra-Synagoge (Otto-Schlll-Straße) und Talmud-Thora-Synagoge (Keilstraße). Freitag, den 20. Januar, Abendgebet 16.45 Uhr: Sabbat: Morgengebet 8.30 Uhr, Mincha 16 Uhr, Ausgang 17.28 Uhr. Wochentags: Morgengebet 7 Uhr, Abendgebet 17 Uhr. Personenstandsnachrichten Geburten: 31. Dezember 1932: Heinrich Schußheim und Helga geb. AssuscIiKewitsch, Fichtestr. 42, einen Sohn „Hans Peter". 4. Januar: Carl Schmerzler und Toni geb. Kalb, Elsässer Str. 6, eine Tochter „Regina"- Atelier für moderne Grabmalkunsl in allen Gesleinsarlen a HUGO NITZSCHKE KÄß C M I SC H E R B I I. I) M A U E » ^^^^^L I.F.IPZIGOOHI IS. CLAUSEWITZSTRASSE IM - Telefon K579K Entwürfe. 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