Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 8 (1932)
- Issue
- 30 (9.12.1932)
- Date
- 1932-12-09
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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9. Dezember 1032 OEMEINDBBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSQEMEINDE ZU LEIPZIG Seit« 3 jüdischer Frauenbund / Ortsgruppe Leipzig Mittwoch, den 14. Dezember, 20.30 Uhr, Im .HOTEL SACHSENHOF". Fräulein Red. Dr. Gertrud Oesterreicher: „Die neue Frau - der neue Hann" Zur Deckung dar Unkosten wird um einen kleinen, freiwilligen Unkostenbeitrag gebeten. Oiste herzlich willkommenl Hervorragende Leistungen erwerbsloser jüdischer Künstler. Die Vereinigung jüdischer Erwerbsloser zu Leipzig veranstaltete am Montag, dein 28. November 1932, abends 8 Uhr, Im Saale des „Ullrichbräu", Brühl 8, ihren ersten literarisch-musikalischen Abend zugunsten ihrer der Bühne und dem Artistenstande angehörigen erwerbslosen Mitglieder. Dieser Abend hat einen ungewöhnlich guten Verlauf genommen. Die mitwirkenden Kräfte haben — dies sei besonders hervorgehoben — ihr Bestes hergegeben. Das Publikum, das so zahlreich erschienen war, daß der Saal wegen Ueberfüllung gesperrt werden mußte, hat durch tosenden Beifall seine außergewöhnliche Zufriedenheit bekundet. Unter den Mitwirkenden waren Künstler von Weltruf, die leider — eine Folge der heutigen Zeit — unverschuldet erwerbslos geworden sind. — Der Univcrsalkünstler Aurel Praian (A. Prais) mit seinen teils selbstkomponierten, mit großer Virtuosität zu Gehör gebrachten Violinvorträgen, der Humorist Eugen Mord (Blumenthal) mit seinen humoristischen Vorträgen, I räulein Emy Schönwald mit ihren Rezitationen, der jugendliche sächsische Komiker Siegfried Fiebach und Herr Elias Schächter mit seiner heiteren Episode „Die Kasrilowker Kehillo": sie alle haben mit ihren beachtenswerten Leistungen bewirkt, daß dieser Abend den Besuchern, wenn auch für kurze Zeit, Zerstreuung und heitere Stunden bereitete. Her Abend hat bewiesen, daß die erwerbslosen jüdischen Künstler den verwöhntesten Ansprüchen voll und ganz genügen. Aus sächsischen Gemeinden Plauen L V. Am 17. November fand Qemeinderatssltzung statt. Vor Eintritt in die Tagesordnung gibt der Vorsitzende Dr. Qoldberg bekannt, daß das langjährige Qemeinderatsmitglied, Herr Qeorg Kariel, infolge Wegzuges aus dem Qemeinderat ausgeschieden ist. Der Vorstand hat Herrn Kariel bereits schriftlich für all seine umfassende Tätigkeit im Gcmeiudcdienst, insbesondere im Friedhofswesen, gedankt und als äußeres Zeichen der Dankbarkeit ihm und seiner Frau die zuletzt innegehabten Synagogenplätze auf Lebensdauer als Ehrenplätze zur VerfüKung gestellt. — Der Vorsitzende teilt mit, daß das Ministerium die in der letzten Sitzung beratenen Satzungsänderungen im großen und ganzen genehmigt habe und nur kleine Einwendungen erhoben hätte. Diese Einwände, die sich in der Hauptsache um redaktionelle Dinge handeln, werden durch einstimmigen Beschluß abgeändert. — Es wird sodann in den wichtigsten Punkt der Tagungsordnung, nämlich in die litatberatung. eingetreten. Der Haushaltplan 1933 wird in Einnahmen und Ausgaben mit 33117 M einstimmig genehmigt. Zu seiner Deckung müssen in der Hauptsache die Steuern der Qemelndemitglieder herangezogen werden. Da die Solleinkommensteuer unserer Mitglieder um ein erhebliches gegen das Vorjahr zurückgegangen ist, bleibt nichts anderes übrig, als den Steuersatz heraufzusetzen. Es wird daher einstimmig beschlossen, einen regelmäßigen Zuschlag zur Einkommensteuer von 15 Prozent und einen außerordentlichen durch die Wirtschaftskrise bedingten Zuschlag von 4 Prozent zu erheben. — Am Schlüsse der Sitzung wird der Vorstand ermächtigt, die zur Ausschreibung der Wahl auf Qrund der neuen Satzungen notwendigen Maßnahmen selbständig zu erledigen. Die Wahl selbst ist auf den 15. Januar 1933 festgelegt worden. Plauen. (Qrabmahlsweihe.) Am Sonntag, dem 4. Dezember 1932, vormittags 11 Uhr, fand auf dem Israelitischen Friedhofe in Plauen eine schlichte Gedenkfeier für den vor einem Jahre dahingeschiedenen Prediger Emanuel Heimann statt. Der Gemeindevorsteher Dr. Qoldberg ließ in einer kurzen Ansprache noch einmal das Bild des unvergeßlichen Mannes erstehen und nahm das von Architekt Landauer, München, dem Erbauer der Plauener Synagoge, geschaffene Ehrenmal in die Obhut der Gemeindeverwaltung. Ein kurzes Oebet beschloß die eindrucksvolle Gedächtnisfeier. Chemnitz. Die Gemeinde hat einen langgehegten Plan verwirklicht: den Ankauf eines Gemeindehauses. Nach längeren Verhandlungen ist es gelungen, den Kauf eines der Synagoge benachbarten Grundstücks abzuschließen, das als Gemeindehaus eingerichtet werden soll. Neben den Verwaltungsräumen der Gemeinde soll die Saxonia-Loge "ier eine neue Unterkunft finden; der Saal der Loge soll zugleich als Gemeindesaal für Vorträge und andere Veranstaltungen freigestellt werden. Weiterhin sollen auch den Jugendvereinen besondere Zimmer überlassen werden. Von der Durchführung der Pläne wird eine wirksame Förderung für das jüdische Leben in Chemnitz erwartet. Amtliche Bekanntmachungen Barmlzwa- Vorberel tung. Zur Barmizwa-Vorbereitung werden seitens der Gemeinde unentgeltlich besondere Lehrgänge abgehalten. Für die in der Zeit vom 1. Juli 1920 bis 30. September 1920 geborenen Knaben beginnt der Lehrgang am 2. Januar 1933. Nur wer daran teilgenommen hat, wird als Darmizwa in der Gemeindesynagoge zugelassen. Anmeldungen bis 31. Dezember 1932 im Gemeindeamt. Löhrstr, 10,1 Von der Teilnahme können auf Antrag der Eltern solche Knaben befreit werden, welche bereits ihren Religionsunterricht privat durch einen von der Gemeinde angestellten Lehrer erhalten. Auch diese Kinder sind zur angegebenen Zeit zu melden. Leipzig, den 5. Dezember 1932. Der Vorstand der Israelitischen ReHglonsgemeinde zu Leipzig. Aus dem Gemeindeamt Gottesdienste Sabbatgottesdienst (Gemeindesynagoge). Freitag, den 9. Dezember. Abendgebet 16.15 Uhr mit Predigt (Rabbiner Cohn). Sonnabend, den 10. Dezember, Morgengebet 9 Uhr, Jugendgottesdienst 15.15 Uhr mit Predigt (Rabbiner Dr. Goldmann); Nachmittagsgebet 16.20 Uhr. anschließend Lehrvortrag (Rabbiner Cohn); Abendgebet 16.53 Uhr. Morgengottesdienst an Sonn- und bürgerlichen Feiertagen 8 Uhr, werktags 7.30 Uhr, Abendgottesdienst 16.15 Uhr. Gemeindesynagoge. Gottschedstr. 28. Sabbatgottesdienst: Freitag, den 16. Dezember, Abendgebet 16.15 Uhr mit Predigt (Rabbiner Dr. Goldmann); Sonnabend, den 17. Dezember, Morgengebet 9 Uhr, Nachmittagsgebet 16.20 Uhr, anschließend Lehrvortrag (Rabbiner Dr. Goldmann; Abendgebet 16.54 Uhr. — Morgengottesdienste an Sonn- und bürgerlichen Feiertagen 8 Uhr, werktags 7.30, Abendgottesdienst 16.15 Uhr. Ez-Chaim-Synagoge, Otto-Schill-Straße. Freitag, den 9. Dezember: Abendgebet 16.15 Uhr; Sabbath: Morgengebet 8.30 Uhr, Mincha 16 Uhr, Ausgang 16.53 Uhr; wochentags: Morgengebet 7 Uhr, Abendgebet 16.30 Uhr. Personenstandsnachrichten. Geburten: 7. November 1932: Pinkas David Brand und Cecylie geb. Plattner, Wilhelmstraße 1, eine Tochter „Anita". 19. November 1932: Moses Hasenlauf und Keila Ruchla geb. Keßler, Berliner Straße 24, einen Sohn „Dow Bernhard". Barmizwas: Am Sonnabend. 10. Dezember 1932: Manfred Glaser. Sohn des Herrn Moritz Glaser und Frau Jessie geb. Rosenthal, Seeburgstraße 22, In der Gemeindesynagoge. Am Sonnabend, 17. Dezember 1932: Georg Heinz Moses, Sohn des Herrn Carl Theodor Moses und Frau Liska geb. Adelberg, Wangerooger Weg 5, in der Gemeindesynagoge. Trauungen: Am Sonntag, 11. Dezember 1932, 4 Uhr nachmittags: Fräulein Charlotte Weiser, König-Johann-Straße 19, mit Herrn Salomo Hermann Weiser, Christianstraße 13, im Restaurant Zellner, Nikolaistraße. Todesfälle: 25. November 1932: Stefan Gelieri, Löhrstraße 22. 26. November 1932: Stegmund Oottlieb, Karl-Tauchnitz-Straße 43. 29. November 1932: Cypora Markus, Berlin. 1. Dezember 1932: Rachel Kapeiner, Dieskaustraße 18. 2. Dezember 1932: Nuchetn Michlewitsch, Lutherstraße 18. Die jüdische Jagend Leipzigs erwartet Sie zur Morgenveranstaltung zugunsten des jüdischen Jngendhanses übermorgen, den 11. Dezember 1932, vormittags 11 Uhr, Im Lichtspieltheater „Könlgspavlllon" Vorführung JBdlseher Jugendfilme, n. au Bildreportage der Leipziger jüdischen Jagend Karten anm Preise von RH. —,80 bis 1,50 sind a n~!*d er Kasse an haben