Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 8 (1932)
- Issue
- 28 (24.11.1932)
- Date
- 1932-11-24
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 OEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN REL1QIONSOEME1NDE ZU LEIPZIG 24. November 1933 Wir beehren ans, Freunde ur.d Bekannte hie:durch in Kenntnis tu selten, daß die harmitwah unseres SohnesMmlntul am Sonnabend, dem 5.12.52, vorm.9Uhr,inder@emeinde*ynaaoge tiallfindel. Marcusa. Site Merkel ämpfang ikl2—yt2U.hr. FunkenburgsltaßeSS.l ausgegangen ist, auch für uns Juden vorbildlich sein sollte. In der Jugend macht sich ein Verlangen danach geltend. Es war wohl die Absicht des rührigen Verlages, dein wir eine Fülle wertvoller Veröffentlichungen danken, solchen Wünschen Rechnung zu tragen, indem mit dem vorliegenden Buch etwas von dem großen Ernste, der unsere Bibel wieder zum Gemeinbesitz in unseren Reihen machen sollte, aus diesen geschickt zusammengestellten Arbeiten auf die Leser übergehen und ihnen wanne Begeisterung für unser Erbgut erwecken soll. Die Bibel ist unser Buch. Nicht, w i e es wuchs, ist für uns das wesentliche, sondern d a Li es wuchs und daß es in Israel wuchs. Und dafür ist das vorliegende Sammelwerk ein anregendes Zeugnis. —n. Dr. Adolf Altmann. Das früheste Vorkommen der Juden In Deutschland. Juden Im römischen Trier. Nach historischen und archäologischen Quellen. Mit 9 Abbildungen. Herausgegeben von der Gesellschaft für nützliche Forschungen und dem Provlnzialmuseum in Trier. Trier 1932 (Kommissionsverlag der Paulinus-Druckerei). Als einwandfrei nachweislich ältestes Zeugnis für die Ansässigkeit von Juden auf deutschem Boden galt bisher das Gesetz Konstantin des Großen von 321 für die Kölner Juden. In scharfsinniger Untersuchung kommt der durch seine historischen Arbeiten (wie durch seine schwungvollen und gedankenreichen religionswissenschaftlichen und dichterischen Veröffentlichungen) weithin anerkannte Trierer Oberrabbiner zu der Feststellung, daß es allen Anzeichen nach in Trier auch schon im dritten Jahrhundert Juden gegeben hat. In tiefschürfender Darlegung zeigt Altmann zunächst eine Reihe Momente auf, aus denen das Vorkommen von Juden in Trier im dritten und vierten Jahrhundert als höchstwahrscheinlich anzusehen ist; vor allem wird eine Verordnung Valcntinians I. von 368, die in Trier ergangen ist, als Zeugnis dafür anzusehen sein: Wird auch in ihr nicht ausdrücklich hervorgehoben, daß sie zugunsten der Trierer Juden erlassen wurde, so lassen alle Umstände in Verbindung mit anderen Anhaltspunkten kaum einen anderen Schluß zu. Als letztes und wichtigstes Glied in der Beweiskette kommt nun das Bruchstück einer römischen Tonlampc hinzu, das 1901 bei Grabungen in Trier gefunden wurde und unzweifelhaft als jüdische Lampe zu identifizieren ist. Die siebenarmige Menorah, die die Lampe zeigt, entspricht in ihrer Art durchaus den Darstellungen, die zur gleichen Zeit in den jüdischen Katakomben in Rom begegnen und keinen Zweifel lassen, daß dieses Symbol bei den Juden Roms damals gebräuchlich war. Der Fundort war gerade die Gegend der Stadt, die nach Ansicht der Forscher die Judcnsicdlung zur Römerzeit beherbergte. Ist auch die gefundene Lampe nicht in Trier, sondern in Rom hergestellt, so beweist dies nur, daß die ältesten in Trier lebenden Juden von Rom kamen. Altmann folgert aus allen Einzclmomcntcn, daß Trier der Durchgangsort war, von dem aus die Juden sich über die Römerniederlassungen und über Gallien ausbreiteten. Bemerkenswert ist seine Annahme, daß die Lampe aus einer alten Katakombe stamme. In dem Buche des Referenten „Der jüdische Friedhof" war die Vermutung ausgesprochen, daß nicht nur in Italien, sondern auch auf deutschem Boden im frühen Mittelalter Katakomben als Grabstätten der Juden angelegt waren. Unabhängig davon gelangte auch Altmanu zu der gleichen Vermutung. Vielleicht leitet dieser erste Trierer Fund die ungemein wichtige Entdeckung solcher Katakomben .uii deutschem Boden ein. — Es kann nicht verkannt werden, daß Altinanns Beweisführung, so bündig sie auch scheint, doch nur hypthetisch bleibt. Es müßten wohl noch positivere Aussagen entdeckt werden, ehe von einer Gewißheit gesprochen werden kann. Immerhin ist das Buch ungewöhnlich fesselnd und bietet an Einzcluntersuchuugen eine so immense Fülle von wertvollster Kleinarbeit, daß niemand es ohne wahre Bereicherung aus der Hand legt. Gustav Cohn. Unsere Jugend An alle Freunde der jüdischen Jugend. Seit vielen Jahren wirkt der Bar Kochba zum Segen der jüdischen Jugend in Leipzig. Dank seinem Wirken ist seit Kriegsende eine neue Generation aufgewachsen, die interessiert ist an sportlichen wie an jüdischen Dingen. Der Bar Kochba wiil auf diese Menschen, die in seinen Reihen groß geworden, auch dann nicht verzichten, wenn sie älter geworden sind und im Berufs- und Erwerbsleben stehen. Er bietet auch diesen ein weiteres Betätigungsfeld. Es sind in allen Abteilungen sogenannte „Alt- Herren-Riegen" geschaffen, welche die über 30 Jahre alten Mitglieder umfassen, die gesondert von den jugendlichen Mitgliedern trainieren. Diese „Alt-Hcrrcn-Riegen" in den einzelnen Abteilungen sollen jetzt zu einem „A11 - H e r r e n - B u n d" im Bar Kochba zusammengefaßt werden, der eine besondere Stellung im Verein erhalten wird. Seinen Mitgliedern wird die freie Möglichkeit geboten werden zum Training in leichtathletischer Gymnastik, im Schwimmen, Fußball, Tischtennis und Schach; sie werden auch freien Zutritt zu sämtlichen Wettspielen und öffentlichen Veranstaltungen des Vereins haben. Andererseits soll der „Alt-Herren-Bund" zur Unterstützung des Gesamtvorstandes in verstärktem Maße herangezogen werden und ihm bei der Durchführung der vielfältigen Aufgaben behilflich sein, die mit der Jugend allein nicht bewältigt werden können. URIN IN WYK AUF Gemeinsame Reise ab Berlin und Hamburg 7. Dez. u. 5. Jan. Anfragen: Geschäftsstelle des Jüdischen Frauenbundes Berlin N 24, Monbijouplatz 10 Der „Alt-Herren-Bund" soll die Stütze des Bar Kochba werden und ihm die Möglichkeit zur weiteren Entfaltung und Blüte geben. Es ergeht daher an alle früheren Aktiven des Bar Kochba sowie an alle Freunde der Makkabibewegung der Aufruf, sich dem „Alt-Herren-Bund" im Bar; Kochba anzuschließen. Anmeldungen sind zu richten au Herrn Leo Parnaß, Leipzig C 1, j Auenstraße 30. Vereine Synagoge Bes Jehuda, Färberstr. 11. An jedem Freilagabend hfll nach dem Gottesdienst Herr Rabbiner Melamed einen Vo r t r a11 zur SIdra. Jüdischer Juxendbund »Franz Rosenzweig". Freitag, den 25. November, 20.45 Uhr, Freitagabendfeier. Leitung: Herr Rabb. Gustav! Cohn. — Sonntag, den 27. November, 16 Uhr, gemütliches Beisammensein mit Tanz. Mittwoch, den 30. November, 20.45 Uhr, „Eindrücke von | meiner Hollandreise". Referent: Dr. Bcrthold Alt mann. — Zu sämtlichen Veranstaltungen sind Gäste herzlich willkommen. Agudas-Jisroel-Jugendgruppe. Freitag abend 8 Uhr: Feier bci| Herrn David Steinmarder, Gneisenaustraße 4. — Am Mauzoe Schabbos. Punkt 20*4 Uhr: Vortrag von Elieser Oppenheimer: Vom geisti-j gen Erfassen der Thora, 3. Teil. Poale Zlon, Leipzig. Freitag, den 25. November, spricht in Fortsetzung des Themas „Was will die Poale Zlon" Josef K a I c h h e i nu Palästina, über „Der Arbeiter in der Moschawah". Beginn pünktlichI 8 Uhr, in der Ebcrhardtstr. 13. Der erst vorgesehene Vortrag vom (ic-[ nossen Fromm muß umständehalber nochmals verschoben werden. Zionistische Vereinigung Leipzig. Nochmals weisen wir auf dasl Zwiegespräch von Dr. Locbenstcin und Zwi Dormanu über: ..Der persön-[ liehe Verwirklichung des Zionismus" hin, das Dienstag, 29. Novem l her, abends H'A Uhr, im Jüdischen Jugendheim, Elsterstraße 7, stati-l findet. Es wird besonders Wert auf ds Erscheinen der Jugend gelexif da wir von diesen Aussprachen eine Verbindung und Verfestigung! zionistischer Gedankengänge erwarten. Vereinigung jüdischer Erwerbsloser, Eberhardtstr. 1.1. Am Soun-I abend, den 26. November, 19.30 Uhr, findet im Heim eine wichti^l Mitgliederversammlung statt. Erscheinen aller Mitglieder kl dringende Pflicht. Die Tagesordnung wird in der Versammlung hckamit.f gegeben. Unser literarisch-musikalischer Abend, der infolge! plötzlich eingetretener technischer Schwierigkeiten leider verlegt wcr-[ den mußte, findet nunmehr bestimmt am Montag, dem 28. November,! 20 Uhr, im Saale des Jüdischen Jugendheimes, Elstcrstr. 7, statt. Ein-| tritt 10 Pf. Gäste willkommen! Jüdische Arbeitsgemeinschaft. Ranstädter Steinweg 8 (Qoldne Laute)! Sonnabend, den 26. November, Referat über „Einführung in den! Marxismus". Dieser Vortrag soll die Einleitung für einen marxistische j Kursus sein, dessen Thema dann noch bekanntgegeben wird. Am Freitag, dem 25. November (und nicht wie in der vorheri-l gen Bekanntmachung am Sonnabend), im Vcreinslokal gemütlicher! Abend mit proletarischen Rezitationen und unter Mitwirkung des| Arhcitcr-Mandolincn-Bundcs. Vereinigung ehemaliger Schüler und der Freunde der Höheren Ura mischen Schule. Für das am Donnerstag, dem 1. Dezember im Variete saal des Krystallpalast von der Schule veranstaltete „Schulfest" hat diel Vereinigung, wie im vorigen Jahre, wieder die Saalordnung überJ tragen bekommen. Wir bitten daher die Damen und Herren, die sich! aus unserem Mitgliederkreisc für den Ordnungsdienst zur VerfügunJ stellen wollen, sich bei Herrn Rosen, Färberstr. 10, oder bei Herrn Niederland (in der Schule) zu melden (eilt!), damit sie Ausweise er-j halten und alles Nähere besprochen werden kann. Verein jüdischer Hindier und Reisender zu Leipzig, Achtung, Ko lenlottene! Die für den 27. November 1932 vorgesehene Ziehung de] Kohlenlotterie wird infolge minimalen Absatzes der Lose auf ein weitere Zeitdauer, und zwar bis zum Januar 1933, vertagt. Der genau l ag der Ziehung wird bekanntgegeben. Agudas-Jlsroel-Frauengruppe. Unsere Frauengruppe eröffnete ihn, Winterarbeit mit einem Vortrag des Herrn Wolf S. J a c o b s e n| Berlin, Mitglied des Präsidiums der Agudas Jisroel. Vor äußerst zahr reichem Publikum entwickelte der Referent die gegenwärtige Weltlag die in geistiger und sittlicher Hinsicht den Sündflutzeiten ähnelt. Diesel Welt mit ihrer Entartung stellte er den sittlichen Typ gegenüber: Noalj Die Schilderung der Arche, durch die Noah gerettet wurde, und welcher der Referent die Agudas Jisroel symbolisch verglich, gab legenheit, die Organisationsform, die Ideologie und das Arbeitsgebiet der Agudas Jisroel darzustellen. Ausgezeichnete Werte wurden hierb zur Frage der Kindererziehung, die auch weltanschaulich eindeutig u» klar sein müsse, der geistigen Führung des jüdischen Volkes, der Vi brüderung von Ost und West gesprochen. Die eindringliche und geisternde Art, mit welcher der Referent sein Thema behandelte, fa ein besonders herzliches Echo bei den Zuhörerinnen. Zahlreiche Ne anmeldungeu zu unserer Gruppe waren das praktische Ergebnis Abends. Der Vorschlag des Referenten, die Verbundenheit unsen Gruppe mit der Well-Aguda durch eine Legatsversicherung zugunsten des Keren Hathora zu dokumentieren, fand begeisterte Aufahme. Ist bereits eine Versicherung auf 2000 M. getätigt. Am Dienstag, dem 29. November, 8.30 Uhr, beginnt Herr Dr. M. schitz den angekündigten Dinimschiur, der fortlaufend alle 14 T stattfindet. — Dienstag, den 6. Dezember, Koheleth-Vortrag. — Veranstaltungen finden in der Höheren Israelitischen Schule statt.