Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 8 (1932)
- Issue
- 2 (8.1.1932)
- Date
- 1932-01-08
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 0 UEMK1XDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELlülONSGEMElNDE ZU LEIPZIG Nummer 2 buch" sich Qichl damit begnügt, die Kommissionen, Institutionen usw. nach Namen lU verzeichnen, sondern auch hei jeder die Anschriften und ihre Zwecke und Ziele aufführt. Dieses Material ist gegenwartig für Nachechlageswecke von wichtiger Bedeutung: es wird aber einen großen Wert auch bewahren als historische Quelle für spätere Zeiten. Schon heute aber besitzt das Buch großen historischen Wert durch die literararischen Darstellungen, die für die einzelnen Gemeinden von berufenen Sachkennern geboten werden. Neben einem orientierenden Aufsatz über den sächsischen i s r a e 1 i t i s c h e n G e m e i n d e v e r b a n d führen drei geschichtliche Aufsätze in die Entwicklung der Dresdener Gemeinde ein. lieber «Geistige Fiihrprn us der Goscliirliti1 der israelitischen R e 1 i g i o n s g e m e i n d e D r e s d e n" schreibt Rabbiner Dr. Albert Wolf und behandelt neben jenen Persönlichkeiten, die in der Frühzeit der heutigen Dresdener Gemeinde führend gewesen sind, die Rabbiner David Wolf Landau. Markus Landau, Zacharias Frankel und Wolf Landau, ferner den Privatgelehrten Dr. Bernhard Beer. der. ebenso wie der Rechtsanwalt Emil Lehmann, außerordentlich wertvolle Arbeit für die Besserung in der Stellung der Juden geleistet hat. Uebcr die in der Gemeinde führenden Persönlichkeiten schreibt dann Dr. Richard Elb in einem Aufsatz ..Sieben Jahrzehnte Führung der Dresdener Gemeinde" und gibt einen lebendigen Einblick in die Leistungen der Männer, die an der Spitze der Gemeinde in den Jahrzehnten ihres Aufschwungs gewirkt hahen. Ueber ..Jüdische Stätten in Dresden" spricht Edgar Hahnewald, Redakteur der Dresdener Volkszeitung, und lenkt die Aufmerksamkeit auf geschichtlich bedeutsame Häuser aus dem ausgehenden Mittelalter, wie aus der Zeit der neuen Gemeinde, auf den alten Judenfriedhof, die ersten Betstiitten, die Genieindesynagoge, das Henrietten-St'ft u. a. Auch die verschiedenen Richtungen im Judentum werden darstellend behandelt: „Der C.-V. im Freistaat Sachsen" von dem Vorsitzenden des Landesverbandes des C. V. im Freistaat Sachsen, Dr. Felix G o 1 d m a n n. „D er Zionismus in D r e r d e n" von 11 ermann Schocken, „L i b e r a 1 e s Judentum in Dresde n" von Rabbiner Dr. Albert Wolf. — Besonderes Interesse verdienen weiterhin die Darstellungen über die Chemnitzer und die Plauener Gemeinden. Seit Alphonse Levy über ..die Geschichte der Juden in Sachsen" geschrieben hat. sind mehr als 30 Jahn verflossen. Da auch seine Arbeiten über die wichtigsten Vorgänge nicht hinausgehen konnten, darf wohl, was Rabbiner Dr. Hugo Fuchs über die „Geschichte der Juden in Chemnitz" sagt, nicht nur als die erste zusammenfassende Darstellung, sondern als die erste geschichtliche Behandlung der Chemnitzer Gemeinde überhaupt bezeichnet werden. Das Bild der seit 1807 schnell sich entwickelnden Gemeinde ist mit großer Liebe tmd weitgehender Kenntnis gezeichnet und Ubergeht, soweit wir sehen, keinen bemerkenswerten Zug des jüdischen Lebens in der Chemnitzer Gemeinde. — Nicht minder zu begrüßen ist die Darstellung, die der Vorsteher der israelitischen Religionsgemeinde Plauen, Rechtsanwalt Dr. G o 1 d b e r g , Iber „D i e Geschichte der israelitischen Religionsgcmeindc zu Planen" gibt. Die Raumverhältnisse gestatteten wohl nicht die unverkürzte Wiedergabe der gesamten, gelegentlich der Einweihung der neuen Plauener Synagoge in der Festschrift veröffentlichten Abhandlung: trotzdem ist es aufs wärmste zu begrüßen, daß in dem vorliegenden Zusammenhange die wichtige Arbeit des rührigen und kenntnisreichen Leiters der Plauener Gemeinde auch den Einblick in den Werdegang dieser Gemeinde ermöglicht Im ganzen darf nach alledem das Jahrbuch als eine wichtige Quelle für die Kenntnis des jüdischen Lehens in Sachsen in Vergangenheit und Gegenwart begrüßt und der Hoffnung Ausdruck gegeben werden, daß das Jahrbuch zu einer ständigen Einrichtung in Sachsen ausgestaltet werde, um zu Arbeiten Uber die Geschichte der Juden in unserem engeren Heiniatlande anzuregen und für sie ein Sammelbecken zu bilden. gc. Dr. K u doli W erthe i m <• r (RA. in Zweibrflcken). Der Hetzboykott. Billige Gedanke:; zum Boykottproblem. Mit einem Vorwort und unter Mitarbeit von Dr. Erich Kehr. Rechtsanwalt in Kaiserslautern. Wiesbaden (Verlag Weltdruckerei). Die Verfasser bringen in rechtlich begründeter, gemeinYeret&ndhcber Darstellung unter Verwendung der neuesten Rechtsprechung eine zusammenfassende Arbeit Uber den Boykott, wie er gerade in unseren Tagen im politischen Kampf zur Schädigung anderer \ olksteile durchgeführt wird. In origineller Zergliederung der verschiedenen Spielarten des ..Boykotts" linden sie die richtige Cntcrscheidung zwischen den übrigen Formen des Boykotts und dei beeonderen. von ihnen als .1 letzboykott" bezeichneten, demagogisch-pditlach-wirtschnftlichen Maßnahmen und weisen dadurch der Rechtsprechung einen klaren und neuen Weg zur wirksamen Bekämpfung dieser rechts- und sittenwidrigen Kampfmethode. Die seinflüssig und überzeugend geschriebene Broschüre ist ein hervorragendes Hilfsmittel für Laien und Juristen. PURA reinigt uni tsmt sehnen und preiswert Teppiche, Portleren Herren- und Damanffarttorobs) f»f«rut IIIS! u. 630IT Koatantist« Abholung und Wl«d»fru«t«Mung Plllaloni Wlttanoarser Str. 38 / •»I«*aller»«n 0, Fernruf 144 24 Vereinsnachrichten Paule Zinn. ITreitag, den S. ds. spricht im Borochovhcim Gen. Bertha Thiel. M. d. L. Sonntag, den 10. ds. kommt Bei l Locker nach Leipzig! Wir begrüßen Chawer Locker auf das herzlichste. Wir können noch nicht genau mitteilen, wann Locker in Leipzig öffentlich sprechen wird. Da es für die Veröffentlichung in der nächsten Nummer des Gemeindeblattes zu spät werden wird, bitten wir die t'hawerim. sich Freitag abend zu erkundigen oder bei unseren Vorstandsmitgliedern und Funktionären nachzufragen. Jüdische Arbeiter-Gemeinschaft, Leipzig. Freitag, den 8. Januar, 20 Chr. wird in Unserem Heim, Naundörfchen 12, der Kollege K a a n e, der nach siebenmonatigem Aufenthalt in der Sowjetunion seinen Urlaub hier verbringt, über seine Erfahrungen und Eindrücke in der Sowjet-Union berichten. Wir bitten um zahlreiches Erscheinen. Gäste sind willkommen. Agudas Jisroel Jugendgruppe Leipzig. Heim: Färberstr. 0 1. Wir laden hierdurch unsere Mitglieder zu nachstehenden s. Q. w. in dieser Woche Stattfindenden Veranstaltungen höfl. ein: Am kommenden Frcitagabeud im Hause der Frau Gisela Dodeles, Nordstr. 48. Freit a g a l>e n d - u n d R o seh- C Ii 0 d e seh- F e i e r. — Am S o n n - aht u d, den 0. Januar 1032 um 20.1.1 l'hr im Heim Referat von unserem Ohawer Blieaer Oppenheimer aus Bayern über: „Thauro- W i r t s c h a f t - P o I i t i k". Im Rahmen dieses Vortrages findet wie gewöhnlieh unser geselliges Beisammensein statt. — Hierdurch machen wir unsere verehrten Mitglieder darauf aufmerksam, daß unsere diesjährige o r d c n 11 i c h e (5 e n e r a I v e r s a m m I u n g s.G.w. am Sonnabend, den :'.o. Januar 1032 um 20.1.1 l'hr in unserem Heim stattlinden wird. Die Tagesordnung umfaßt folgende Punkte: 1. Tätigkeitsbericht. 2. Kassenbericht. 3. Entlastung des Vorstandes. 4. Anträge. .1. Neuwahlen ai des Vorstandes, hl des Vorsitzenden, e) der Kassenrevisoren. Antrüge müssen bis Spätestens den 24. Januar 1032 bei unserem Schriftführer. Herrn Moritz Blumenkranz. Humboldt str. 13. eingereicht werden. Bei dieser Gelegenheit ersuchen wir unsere Mitglieder ebenso höfl. als auch dringend, ihre rückständigen Mitgliedsbeiträge bis zur o. G.-V.. den 30. Jauuar 1032. an unseren Kassierer abzuführen, andernfalls den Betreffenden laut 5 8 unserer Statuten- Verfassung das aktive und passive Wahlrecht zur G.-V. entzogen werden muß. Wir bitten unsere verehrten Mitglieder, unsere Veranstaltungen zahlreich und pünktlich zu besuchen. Der Vorstand. Zionistische Vereinigung, Leipzig. Anläßlich der Anwesenheit der Herren Berl L 0 C k e r. Palästinn. Mitglied der Exekutive der Jewish Agency, und Dr. Alfred Klee. Berlin, findet Sonntag, den 10. Januar 1032. abends 8.15 Uhr. im Kammer musiks aal des CT. ein Tee-Abend statt. Nur Eingeladene haben Zutritt. Gedeck-Karton zu RM UO sind erhältlich im Büro der Zionistischen Vereinigung, sowie an der Abendkasse, Diejenigen Damen und Herren, die eine Einladung zu erhalten wünschen, werden gebeten, sich Sonntag vormittags von 10—1 l'hr telefonisch (Tel. 1021D an das Büro zu wenden. Jüdischer Jugendbund „Franz Itosenzweig*', Leipzig. Dienstag, den 12. Jan.. veranstalten wir unseren 2. Zeitungs-Abend, da der 1. einen grollen Anklang gefunden hat, erwarten wir zahlreiches IBracheinen unserer Mitglieder. - Freitag, den llä. Jan.. Freitagabend-Feier. Die Leitung wird in 'der nächsten Nummer noch bekannt gegeben. — Voranzeige: Dienstag, den 1». Jan., spricht Herr Rabbiner Gustav Cohn Uber „Die jüdische Ge.....indjt......I ihre Aufgaben". Wir inachen schon heute auf diesen Abend aufmerksam. Wir laden hierzu sämtliche jüdische Jugendorganisationen herzlichst ein. Verein selbständiger jüdischer Handwerker. Am 12. Januar findet eine auüerordeiitliehe Mitgliederversammlung anstelle einer Gener»!versammlung statt. Ort: Restaurant Gottlieb. Zeit: 21 Chr. — Hierdurch laden wir sämtliche Mitglieder ein. Da dringende Besprechungen vorliegen, ist es Pflicht aller, zu kommen. Vereinigung ehemaliger Schüler und der Freunde der Höheren Israelitischen Schule. Am Dienstag, den 12. Januar, abends 20 Uhr. pünktlich, in der Aula der Höheren Israelitischen Schule Vortrag des Herrn Dr. Boloweetschlk über: „Jugend und Sexualit ä t". Erscheinen aller Mitglieder ist Pflicht. (Mitgliedsksrten sind vorzuzeigen.i Cnkostetibeitrag für Niehtmitgliedcr RM 0.30. Um ganz pünktliches Erscheinen wird besonders gebeten. — Durch Ausscheiden aus dem Amt ist Max Ciurjner nicht mehr berechtigt. Monatshoiträgc für uns zu kassieren. Als Inkassent ist liereits ein anderer Herr für