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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1932-01-08 · 2 (8.1.1932) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
8 (1932)
Issue
2 (8.1.1932)
Date
1932-01-08
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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8. .lanuar 1932 UEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN R E LI (i I <) N S (i E M EINI) E ZU LEIPZIG Seite Richter-Kaff ec billiger? Ungeachtet wiederholter Preissenkungen habe ich meine Kaffeepreise abermals ermäßigt. Der Abschlag beträgt bei Java- und Mocca-Mischung 20 Pfg. das Pfund, für alle übrigen Sorten ,0 Pfg. das Pfund pfe,* Ridltfer Kafffeehandlung Reichsbankflügelbau Petersslraße 43 Rösterei und Zweiggeschäft L.-Plagwitz, Erdmannstraße 12 Mtst Wir wollen jetzt nicht weiter alle Siinilen aufrollen. Wir wollen jetzt sogar mit den orthodoxischen Vertretern nicht rechten, welche im letzten Augenblick gegenüber ihren eigenen Wälllern Verrtt geübt lialien. Kür uns war dieses Verhalten keine UeberTSSchung. Wir haben schon mit ihnen Erfahrungen auf diesem (ieliiet und es wird noeh Gelegenheit sein, ihre merkwürdige Auffassung von den Aufgaben eines Vertreters in der Gemeinde in das richtige Licht zu setzen. Wir wollen aber hoffen, datl S i e. meine Herren von der Liberalen Fraktion, eingesehen haben, daß Gemeindeverordneter sein, keine Kowedsache ist, die nur einzelnen Privilegierten zugestanden werden darf. Wir wollen hoffen, daB mit dem Kinsetzen des Abschusses es nicht sein Bewenden haben wird, daß Sie jetzt vielmehr bestrebt sein werden, mit uns zusammen, einen Weg zu linden, um alle Mitglieder der jüdischen Gemelnde zur Verantwortung und Mitarbeit für die uns bevorstehenden und lebenswichtigen Aufgaben heranzuziehen. In der Erwartung auf eine Erfüllung «lieser Hoffnungen hat mich meine Partei beauftragt, meine Kraft wieder in Ihrem Dienste, im Dienste der jüdischen Gemeinde zur Verfügung zu stellen. Pertionenatandanachrichten Geburten : 11. Dezember 1031: Wilhelm (iehlkopf und Feto geh. Maneli, Gera, einen Sohn „Adolf". 15.Degember 1081: Arturo (iuttmann und Amalia geb. Kurlz, Lainpeslr. ">, eine Tochter ..Betlina Marion". 'Jl. Dezember 1031: Benjamin Sknrnik und Chana Reh. Horaks, Nordslr. 25, eine Tochter „Rosel". 23.Dezember 19B1: Israel Hornstein und Pepi geb. Fuhrmann. Bberbardstr.il. einen Sohn „Heimo". Anstritte ans der israelitischen Religionsgesellschsft (nach geltendem sächsischen Recht bedeutet der Austritt aus der israelitischen Religionsgesellschaft den Austritt aus dem Judentum) : Dr. jur. Emst Murks, (iohliserslr. K, Grethe Wahl heim. Egelstralie 3. Unsere Jugend Krüh haolim. Da es uns nicht möglich war. in diesem Jahr ein Winter- Inger zu veranstalten, trafen wir uns Freitag früh, um für 3 Tage auf Fahrt zu gehen. Wir fuhren bis Otterwisch und marschierten dann bis Bochheim zu Füll. Das Wetter war gut und wir noch frisch: und so langten wir schon nach Istflndlgem Marsch im Jugendhof Bochheim an Nachdem wir unseren ersten Hunger gestillt hatten, bekamen wir die ersten Informationen der Falirteiileitung. Den Nachmittag nützten wir mit dein Erlernen einiger neuer hebräischer Lieder aus. Am Abend nach dem Kssen feierten wir den Oneg Schabbat. Zuerst sangen wir einige dem Oneg Schabbat angepaßten Lieder. Hann sprachen wir über die Beziehung der Kinder zu den Eltern und lasen ein Kapitel von BrhaloD Alejehem. das dieses Problem behandelt. Wir Miellen noch l" i Dewarim tnwim und Nigiiuim den Abend zusammen. Am nächsten Vormittag nach dem Frühstück gingen wir in den nahegelegenen Wald, und hielten dort ein (icländespie! ab, das uns sehr viel Vergnügen machte. Der Nachmittag wurde mit Lesen. Spielen usw. ausgefüllt. Am Abend fand ein groiler Humsaliend statt. Viel über den Abend zu sagen ist unnötig. Wir haben sehr viel gelacht, und das war ja schlieftlieh der Zweck. Der Sonntag stand sehr unter dem Zeichen des Abmarsches. Nach dem Frühstück wurde in 3 Kursen Hebräisch gelernt. Wir lernten dabei sehr viele hebräische Unterhaltungsspiele kennen. Nachdem kamen wir zu einer gemeinsamen Hurra zusammen, die 20 Min. andauerte! die sogar den zuschauenden nicht jüdischen Wanderern Vergnügen bereitete. Dann malten wir uns zum Abmarsch fertig machen. Wiederum legten wir den Weg von Ituehheiin nach Otterwisch zu FuB zurück. Als wir dann auf dem Bahnhof auseinander gingen, konnten wir dies mit dem sicheren Gefühl, schöne Tage gemeinsam verlebt zu haben. die uns einen Schritt weiter gebracht haben auf dem Weg der Gemeinschaft, die uns Vorbereitung sein soll für die vollkommenere Gemeinschaft in Krez Jisrael. Jüdischer Pfadflnilerhund im Vorhand der jüdischen Jngen 4 vereine Deutschlands. Der Bund der Junggruppen und der jüdische Pfadfinderblind in Deutschland haben sich zum Jüdischen Pfadfinder bund im Verband der Jüdischen .Tngcndvereine Deutschlands zusammengeschlossen. Der neue Bund umfallt etwa 70 Ortsgruppen mit über MM Mitgliedern Damit ist der größte jüdische Jugendbund in Deutschland geschaffen. Aus der Erkenntnis, daß die innere and äußere Lage des deutschen Judentums eine Konzentration aller Kräfte erfordert, ist dieser Zusammenschluß erfolgt. Der neue Hund richtet gleichseitig an die organisierte und niehtorganisierte jüdische Jugend die Aufforderung, sich in die gemeinsame Front einzureihen. Der Hund sieht seine Aufgabe in der Schaffung einer einheitlichen jüdischen Pfadfinderschaft in Deutschland, die. unter stärkster Betonung der jüdischen Eigenart, die Ideen der Weltpfadfinderbewegung und insbesondere der Weltunion der jüdischen Pfadfinder in sich schließt. Erziehungsziel ist der jüdische Pfadfinder, der verantwortungsbewußt und verantwortungsbsreit sich einsetzt für die Aufgaben der Gesamtiudenheit. Ohne daß der Hund zu den jüdischen Parteien und Gruppen Stellung nimmt, sieht er seine wesentlichste Aufgabe in einem Entgegenwirken gegen den inneren Zerfall und den äußeren Druck, dem das deutsche Judentum unterliegt. Er will Abwehr- und Aufbauarbeit leisten. Er sieht eine wesentliche Aufgabi' des jüdischen Volkes im überparteilichen Pallistinaaufbau und wird sich auch für diesen einsetzen, lieber das reine Erziehungsziel hinaus will der Bund in enger Verbindung mit dem Verband der jüdischen Jugendvereine den Kampf um die Neugestaltung der jüdischen Gemeinden und des deutschen Judentums überhaupt führen. Der Bund wird in den nächsten Wochen und Monaten aktiv in der jüdischen Oeffentlichkeil hervortreten. Er wird nicht nur die jüdische .lugend, sondern auch die Gruppen und Parteien und nicht zuletzt die jüdischen Gemeinden zu gemeinsamem Tun aufrufen. Der Bund beginnt den Angriff gegen alle Verfallstendciizcii. über Partei dogmeii und Schlagwort!1 hinweg sucht er den Weg zur jüdischen Einheit. Die Bnndesleitiing liegt in den Händen von Dr. 1..... Goldhaber, Leipzig und Kurt London. Oharlottenbtirg. Anschrift der Leitung: Kurt London. Charlottenburg, Pestalozzis!!-. I. Neue Bücher Jüdisches Jahrbuch für Sachsen und Adressenbuch der Gemeindebehörden, Organiaationen und Vereine. 1931/32. Ausgabe Dresden-Chemnitz Plauen (Verlag Hanns Löwenstein und Willi Tisch. Berlin). Das im Anfang d. J. durch Herausgabe des ersten, auf Leipzig bezüglichen Teiles in Angriff genommene „Jüdische Jahrbuch für Sachsen" wird mit dem vorliegenden zweiten Teile in dankenswerter Weise er wettert und umfaßt nun den größeren Teil der sächsischen Judenheil. Bei der außerordentlichen Reichhaltigkeit des statistischen wie auch des beschreibenden Materials darf bedauert werden, daß einige, wenn auch nur kleinere, Gemeinden im Jahrbuch fehlen, so daß keine Vollständigkeit für das gesamte Gebiet der Gemeinden Sachsens erreicht worden ist. Das Bedauern darüber darf unverhohlen ausgesprochen weiden, da sich dieses Jshrbuch als ein außerordentlich schätzenswertes Unternehmen erweist. Ucber den auf Leipzig bezüglichen Teil war seinerzeit hier ausführlich berichtet worden. Der nunmehr erschienene zweite Teil verfolgt geschickt und erfolgreich die mit dem früheren eingeschlagene Linie. Br bringt, soweit überhaupt solches Material restlos erfaßt werden kann, eine vollständige und zuverlässige Uebersicht über alles, was an Arbeit seitens der Gemeinden als solcher geleistet wird, wie auch, was aus privater Initiative innerhalb der Gemeinden an Organisationen und Hinrichtungen geschaffen worden ist und erhalten wird, und zeigt damit die Vielgestaligkeit des jüdischen Lebens in allen seinen Formen aufs deutlichste auf. Dies ist um so wertvoller, als das „Jahr-

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