Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 11 (1935)
- Issue
- 38 (20.9.1935)
- Date
- 1935-09-20
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 4 QEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG 20. September 1935 Unsere Gemeinde Atelier-Ausstellung bei Dr. Raphael Chamizer. Das Museum für bildende Künste in Tel Aviv hat zur Eröffnung des Neubaues für November diesen Jahres das Hauptwerk „Hiob" des auch als Bildhauer sehr geschätzten Dr. Raphael Chamizer angefordert. Die Abwendung steht kurz bevor. Der Künstler hat sich jedoch bereit erklärt, das Werk, wie überhaupt die in seinem Atelier befindlichen Arbeiten, interessierten Genieindemitgliedern am Sonntag, den 22. September, zu zeigen. Die Agudas Jisroel-Ortsgruppe Leipzig und die hiesige Esra Pirchci Agudas Jisiocl-Jugcndgruppe hielten am 14. September einen kbend ab, der von ihren Mitgliedern und Freunden gut besucht war. Nach Begrüßung durch den Vorsitzenden Herrn Steinmarder gedachte Herr Kabb. Dr. Lipschütz dreier Persönlichkeiten, deren Heimgang die jüdische Welt und im besonderen Agudas Jisroel tief betrauern: Leo Deutschländer, Rabbi Kuk und Sara Schenirer s. A. Er würdigte ihre Wesensarten nach den Verdiensten, die der Midrasch den Gestalten von Möschen, Aron und Mirjam zuschreibt: strenge Gesetzlichkeit, wahre Friedensliebe und jüdisches Frauenruin, und hob ihre Bedeutung an ihren Werken: Schulwerk im Osten, religiöse Fundierung von Frez Jisroel und jüdische Fürsorge hervor. Die weihevolle Ansprache klang in eine Mahnung an die i iberlebenden aus. Dann hielt der Mitarbeiter der Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel in Frankfurt a. M. einen Vortrag über „Der Weg der gesetzestreuen Jugend nach Erez Jisroel". Er entrollte ein anschauliches Hild von der grolizügigeu und zielbewußten Anlage der eigentlichen Palästinaarbcit der A. J., soweit sie sich auf Betreuung der ihr anvertrauten gesetzestreuen Jugend zur Vorbereitung und Abstellung nach Erez Jisroel handelt. Die einzelnen Stufen der wirklichen Hachscharah: leschiwoh Besuch, Lager der Chaluzim und Zertifikatserteilung, daneben eine besondere Jugendaliah, Aufbauarbeit in den der A. J. gehörigen Kibbuzim im Lande und schließlich Bodenerschließung für Siedler, all dies wurde in einer Art geschildert, daß man statt eines Berichts ein Stück jüdischer Gegenwart erlebte und die Oberzeugung gewinnen mußte, daß hier der Jischuw-Gcdankc in vorzüglichster Weise im Sinne der Thora, zum Segen des Landes und des Einzelnen verwirklicht wird. Agudas Jisroel verlangt volle jüdische Menschen, hält Auslese, aber sie wendet den ihr anvertrauten und zugehörigen jungen Menschen alles zu, was der Aufbau des Landes im < leiste der Thora und im Zuge der Gegenwart fordert. Allen Kreisen obliegt es, das Werk zu fördern, besonders aber der Jugend den Weg zu weisen, der über Agudas Jisroel nach Lrez Jisroel führt. Als Vertreter der Agudah-Jugend stellte Herr Dr. Sonn-Bcrliu das Bild des idealen Chaluz in die Wirklichkeit hinein und gab eine gedankentiefe Synthese. -hn. Bevorstehende Veranstaltungen 22. September: Bund Deutsch - Jüdischer Jugend und Sportjugend Schild: Jugendsportfest auf dem Sportplatz Thekla. 22. September: Bar Kochba: Jugendmeisterschaften in Leichtathletik. Ii. .September: Jüd. Kulturbund: Gustav Mahlei-Abend. Mitwirkende. Dr. Annelics Landau, Wolfgang Rose, Fritz Lechner Amtliche Bekanntmachungen Einlaß in die Synagoge Otto-Schill-Straße zu den hohen Feiertagen. Es wird hiermit ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht, daß es laut baupolizeilichen Vorschritten strengstens untersagt ist, an den Feiertagen auf den Frauen-Emporen der Synagoge Otto-Schill-Straße mehr Besucher zuzulassen als Plätze vorhanden sind. Nur Platz- Inhaber können Zutritt finden, alle anderen Personen Erwachsene wie Kinder werden in diesem Jahre von den Aufsicht*beamten unnachsichtig zurückgewiesen werden. . Liipzig, den 10. September 1935. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Vermeidet Ansammlungen vor den Gotteshäusern! Es wird von allen maßgebenden Seiten besonderer Wert darauf . i 1 ^i. daß an den hohen Festtagen alle Ansammlungen vor den Gotteshäusern unterbleiben. Wir fordern die jüdische Bevölkerung Leipzigauf, den Weisungen der bei den Gottesdiensten tätigen Ordner des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten strengstens Folge zu leisten, VOI allem keine Verabredungen vor oder nach dem Gottesdienst anl den Straßen und Plätzen, die vor den (iotteshäusern liegen, zu treffen, damit Ansammlungen vermieden werden. Aufsicht beim Gottesdienst. Wir weisen darauf hin. dali den Anordnungen der Aufseher vor und in den Gottc-hausern unbedingt Folge zu leisten ist. Kleiderablage in der Gemeindesynagoge an den hohen Feiertagen. Die in der Kleiderablage der Gemeindesynagoge abgegebenen Kleidungsstücke werden sorgfältig bewahrt und an den Berechtigten gegen Rückgabe der ihm ausgehändigten Marke ausgefolgt. Es wird daher strengstens untersagt, Kleidungsstücke eigenmächtig selbst zu entnehmen. Die den Dienst versehenden Personen sind streng angewiesen, gemäß dieser Bestimmung zu verfahren. Irgendwelche Haftung für abhandengekommene Kleidungsstücke übernehmen wir nicht. Leipzig, den 17. September 1935. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Mädchenkonfirmatiun. Die Vorbereitungskurse für die M ä d c h e n k o n f i r in a t i on beginnen im Oktober. Vorbereitung und Konfirmation sind unentgeltlich. Zur Teilnahme berechtigt sind alle Mädchen, die am 1. April 1936 das 15. Lebensjahr vollendet haben werden, jüngere nur, wenn sie die Schule verlassen, um ins Leben zu treten. Schriftliche oder mündliehe Anmeldung bis 12. Oktober d. J. bei Herrn Gemeinderabbiner Cohn, WaRer-Blümel-Straße 10, III (Sprechstunde: Montag, Dienstag und Donnerstag 10VS \V/2 Uhr, Fernsprecher 29641). Leipzig, den 17. September 1935. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Barmizwa- Vorbereitung. Zur Barmizwa-Vorbereitung werden seitens der Gemeinde unentgeltlich besondere Lehrgänge abgehalten. Für die in der Zeit vom 1. April 1923 bis 30. Juni 1923 geborenen Knaben beginnt der Lehrgang am 1. Oktober 1935. Nur wer daran teilgenommen hat, wird als Barmizwa in der Gemeindesynagoge zugelassen. Anmeldungen bis 30. September 1935 im Gemeindeamt, Walter- Blümel-Straße 10 I. Von der Teilnahme können auf Antrag der Fitem solche Knaben befreit werden, welche bereits ihren Religionsunterricht privat durch einen von der Gemeinde angestellten Lehrer erhalten. Auch diese Kinder sind zur angegebenen Zeit zu melden. Leipzig, den 17. September 1935. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Im Anschluß an den Unterricht in unserer Religionsschule II ist ein Barnüzwa-Vorhcrcitungsuntcrricht eingerichtet worden. In diesem Unterricht sollen vor allem das Erlernen der Tonzeichen (Neginoth) für die Thora- und Prophetenvorlesung geübt und die praktisch-religiösen Vorschriften (T'fillin, Zizzith usw.) behandelt werden. Anmeldungen zum nächsten Lehrgang am Dienstag, 22. Oktober, 10 Uhr, in der Wohnung des Herrn Geineinderabbmcr Dr. Ephraim Carlebach. Leibnizstraße 23. Der Lehrgang ist für Knaben bestimmt, die in der Zeit von Anfang April bis Ende September n. J. Barmizwa werden; die Teilnahme daran ist kostenlos. Leipzig, den 17. September 1935. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Heizungsbeitrag. Vom 1. Oktober 1935 bis zum 31. März 1936 wird für jeden Schüler und jede Schülerin ein monatlicher Hcizuugskostenbcitrag von 1 RM. erhoben. Dieser Beitrag ist für sämtliche Kinder zu bezahlen, also auch für die Kinder, denen teilweiser oder vollständiger Schulgelderlaß eingeräumt ist. Falls der Heiz.ungsbeitrag nicht pünktlich bezahlt wird, muß sich die Schule Zwangsbeitreibung vorbehalten. Leipzig, den 17. September 1935. Der Vorstand des Israelitischen Schulvereins Leipzig e. V. Schüler-Unfallversicherung. Der Beitrag für die Schüler-Unfallversicherung für die Zeit vom 1. Oktober 1935 bis zum Schluß des laufenden Schuljahres ist fällig. Der Beitrag beläuft sich auf 75 Pfg. und ist am 23. oder 24. September 1935 von den Schülern und Schülerinnen an den Klassenlehrer abzuliefern. Der Versicherungsbeitrag muß von sämtlichen Kindern, auch von denen, die eine Schulgeldcrmäßigung oder einen Schulgelderlaß haben, in der vorgeschriebenen Weise gezahlt werden. Bei nicht pünktlicher Bezahlung kann Ersatz und Haftung für Unfallschäden nicht übernommen werden. Leipzig, den 17. September 1935. Der Vorstand des Israelitischen Schulvereins Leipzig e. V. Gottesdienste Gemeindesynagoge. Sabbatgottesdienst: Freitag, 20. September. Abendgebet 18,15 Uhr. Sonnabend. 21. September, Morgengebet 9 Uhr, Nachmittagsgebet 19,20 Uhr. anschließend Lehrvortrag, Abendgebet 18,53 Uhr. Morgengottesdienst Sonntag früh 6,45 Uhr, an den anderen Werktagen 7 Uhr. Neujahrsgottesdienst. Gemeindesynagoge, Gottschedstraße 3. Freitag, 27. September, Abendgottesdienst 18 Uhr, Predigt (Dr. Scheuer mann). Sonnabend, 28. September, Morgengottesdienst 8'/2