Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 11 (1935)
- Issue
- 37 (12.9.1935)
- Date
- 1935-09-12
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG 13. September 1935 Denkt an die jüdischen Handwerker iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiim bei Vergebung von Feiertagsaufträgen Mitgliederlisten sind zu haben in der Geschäftsstelle M. Singer, Uhrmacher, Plauensche Str. 2. Tel. 27327 gierung, der Stadt Wien, des diplomatischen Korps — die englische Gesandtschaft war jedoch nicht vertreten und der Wiener Kultusgemeinde begrüßt, Sodann hielt Jabotinsky seine große Eröffnungsrede, in der er die gegenwärtige Lage in der zionistischen Bewegung charakterisierte und die Ziele eines „Hochzionismus" formulierte, durch dm die restlose Lösung der Judenfrage herbeigeführt werden soll. Anläßlich der Eröffnung des Kongresses fand am Sonnabend Vormittag in der Großen Leopoldstidter Synagoge, dem größten jüdischen Gotteshaus Wiens, ein Festgottesdienst statt, bei dem Oberrabbiner Dr. Taglicht die Predigt hielt, zur Einigkeit im Zionismus malmte und den I Iclcgatiouen des Kongresses den Segen spendete. Bei der Thoravoi lesung wurden Offiziere des Bctar aufgerufen, die die üblichen Segenswünsche (Mischebcrach) für Jabotinsky und Achi Meir sprechen ließen. Nach dem Gottesdienst gab eine vieltausendköpfige .Wenge Jabotinsky und seinem Stab das Geleit in ihre Quartiere. Ein starkes Polizeiaufgebot hielt den Weg für den Zug von der Synagoge zu den großen Hotels frei. Der etwa dreiviertel stündige Aufmarsch, der in vollster Disziplin durchgeführt wurde, erregte starkes Aufsehen. Etwa 700IXX) Stimmen sind auf dem Kongreß durch 310 Delegierte vertreten. Delegierte nehmen aus Deutschland nicht teil. Die Vertretung von Nichtariern gegenüber Versicherungsträgern und Versicherungsbehörden in der Reichsversicherung. In einer im „Rcichsanzeiger" veröffentlichten Verordnung wird bestimmt, dali zur Vertretung gegenüber Versicherungsträgern und Versicherungsbehörden in der Kelchsversicherung U. a. nur Rechtsanwälte, die bei einem deutschen Gericht zugelassen sind und geschäftsfähige nahe Angehörige berechtigt sind. Kann sich eine Partei nicht durch einen dieser und der weiter aufgeführten zur Vertretung berechtigten Personen vertreten lassen, so können auf Antrag im Einzelfall andere Personen als Vertreter zugelassen werden, wenn ein dringendes Bedürfnis besteht; insbesondere können in diesem Kalle Nichtarier als Vertreter von Nichtariern zugelassen werden. Der Reichsarbeitsmiuister kann bindende Richtlinien für die Vertretungsberechtigung erlassen. (JTA.) Unsere Gemeinde Personalnachricht. Am 7. September beging der in weiten Kreisen geschätzte Arzt Dr. Adolf Freymann seinen 70. Geburtstag. Der Jubilar gehört zu den volkstümlichsten Persönlichkeiten unserer Gemeinde. Dazu hat ihn nicht allein seine schon mehr als vier Jahrzehnte lang geübte ärztliche Tätigkeit werden lassen, durch die er mit der Entwicklung der Gemeinde aufs engste verwachsen ist, sondern auch seine an vielen Stellen uneigennützig geleistete gemeinnützige Tätigkeit. So danken ihm an seinem Jubeltage das Wohlfahrtsamt der Gemeinde, dem er viele Jahre als ärztlicher Berater zur Seite gestanden hat; ebenso sind ihm das jüdische Kinderheim und die Wohlfahrtseinrichtungen der Nordstraße zu Dank verpflichtet. Der Jubilar durfte an seinem Jubeltage mannigfache Beweise seiner Beliebtheit erfahren. Auch an dieser Stelle seien ihm herzliche Glückwünsche ausgesprochen. Bevorstehende Veranstaltungen 14. September: Agudas Jisroel und Esra P. A. I.: Vortrag des Herrn D. Ulimann. 15. September: Sportfest der jüdischen Schulen. 22. September : Bund Deutsch - Jüdischer Jugend und Sportjugend Schild: Jugendsportfest auf dem Sportplatz Thekla. 22. September: Bar Kochba: Jugendmeisterschaften in Leichtathletik. 23. September: Jüd. Kulturbund: Gustav Mahlei-Abend. Mitwirkende. Dr. Annelies Landau, Wolfgang Rose, Fritz Lechner. Amtliche Bekanntmachungen Einlaß in die Synagoge Otto-Schill-Straße zu den honen Feiertagen. Es wird hiermit ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht, daß es laut baupolizeilichen Vorschriften strengstens untersagt ist, an den Feiertagen auf den Frauen-Emporen der Synagoge Otto-Schill-Straße mehr Besucher zuzulassen aLs Plätze vorhanden sind. Nur Platzinhaber können Zutritt finden, alle anderen Personen - Erwachsene wie Kinder — werden in diesem Jahre von den Aufsichtsbeamten unnachsichtig zurückgewiesen werden. Leipzig, den 10. September 1935. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Jüdische- Kleiderstelle. Im Auftrage der Kleiderstelle geben wir davon Kenntnis, daß deren Räume vom Montag, den 16. d. M., ab zu den üblichen Zeiten wieder geöffnet sind. Leipzig, den II. September 1935. Wohlfahrtsamt der israelischen Religionsgemcinde zu Leipzig. Torten Xaffeeschüsseln R. Schmeidler G.m.b.H. Bächerei und Konditorei Nordstr. 25, Ranst. Steinweg 45, T. 25568 Gottesdienste Gcmcindesynagogc. Sabbatgottesdienst: Freitag, 13. September, Abendgebet 18,30 Uhr. Sonnabend, 14. September, Morgengebet 9 Uhr, Nachmittagsgebet 18,40 Uhr, anschließend Lehrvortrag, Abendgehet 19,10 Uhr. (iottesdienst an Werktagen in der Ez-Chaim-Synagoge. Gemeindesynagoge. Sabbatgottesdienst: Freitag, 20.September. Abendgebet IS.15 Uhr. Sonnabend. 21. September, .Morgengebet 9 Uhr, Nachmittagsgebet 19,20 Uhr. anschließend Lehrvortrag, Abendgebet 19,53 Uhr. % Morgengottesdiensl Sonntag früh 0,45 Uhr, an den anderen Werktagen 7 Uhr. Ez - Chaim - Synagoge, Otto-Schill-Str. Freitag, 13. September, abends 18,30 Uhr. Sonnabend, 14. September, morgens 8,30 Uhr; Minchoh 17 Uhr; Ausgang 19,10 Uhr. Wochentags: Morgens 7 Uhr, abends 18,45 Uhr. Synagoge Ez-Chaim, Otto-Schill-Str. Freitag, 20. September, abends 18,15 Uhr. Sonnabend, 21. September, morgens 8,30 Uhr; Minchoh 17 Uhr, Ausgang IS,53 Uhr. Wochentags von Sonntag, 27. September bis Donnerstag, 26. September, Slichaus 0,30 Uhr, abends 18,30 Uhr. Freitag, 27. September, Ere.v Rauseh-Hasehonoh Slichaus 6 Uhr morgens. Talmud-Thora-Synagoge, Keilstr. 4. Freitag, 13. September, abds. 18,30 Uhr. Sonnabend früh 8,30 Uhr; Mincha 17 Uhr; Ausgang 19,10 Uhr. Sonntag früh 7,15 Uhr. Wochentags: Früh 7 Uhr, abends 8,30 Uhr. Talmud-Thora-Synagoge, Keilstr. 4. Freitag, 20. Septbr., abends 18,15 Uhr. Sonnabend früh 8,30 Uhr; Mincha 17 Uhr; Ausgang 18,53 Uhr. Von Sonntag früh an: 6,30 Uhr, abends 18,15 Uhr. Synagoge „Obel Jakob", Pfaffendorfer Str. 4. Freitag, 13. September, abends 18,30 Uhr. Sonnabend, 14. September, früh 8,30 Uhr; Mincha 17 Uhr; Ausgang 19,10 Uhr. Wochentags: Früh 7 Uhr, Mincha 18,30 Uhr. Synagoge „Obel Jakob", Pfaffendorfer Str. 4. Freitag, 20. September, abends 18,15 Uhr. Sonnabend, 21. September, früh 8,30 Uhr; Mincha 17 Uhr; Ausgang 18,53 Uhr. Sonntag, den 22. September, früh 6 Uhr S'lichot. Wochentags: Früh 6,30 Uhr; Mincha 18,15 Uhr. Personenstandsnachrichten Geburten: 21. August 1935 Fritz Weg und Senta geb. Breslaucr, Kantstr. 58, eine Tochter „Gabriela". B a r in i z w a : Am Sonnabend, 21. September, Erich Alfred Levy, Sohn des verstorbenen Herrn Levy und Frau Margarethe geb. Brandt, Eiscnbahnstralle 6, in der Gemeindesynagoge. Am Sonnabend, 21. September, Ernst Walter Hugo Cohn, Sohn des Herrn Louis Henry Cohn und Frau Paula geb. Grosz, Mecklenburger Straße 33, in der Gemeindesynagoge. Todesfälle: 1. September 1935 Minna Cisinsky, Matthäikirchhof 26. 1. September 1935 Czarna Kuner, Keilstr. 3. An die Leser des Gemeindeblattes. Das Bezugsgeld für das Gemeindeblatt für das Rechnungsjahr vom 1. April 1935 bis 31. März 1936 ist auf RM. 1.50 jährlich festgesetzt worden. Wir bitten unsere Gemeindemitglieder, den fälligen Betrag bis zum 27. September d. J. während der üblichen Kassenstunden werktags von 9—1 Uhr an unsere Gemeindekasse zu entrichten oder auf das Postscheckkonto der Oemeinde Nr. 50533 zu überweisen. Bei denjenigen Gemeindemitgliedern, die dieser Zahlungsaufforderung nicht nachkommen, wird das Bezugsgeld nach Ablauf dieser Frist durch Gelderheber eingezogen. Leipzig, den 22. August 1935. Der Vorstand der Israel. Religionsgemeinde zu Leipzig.