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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1935-08-30 · 35 (30.8.1935) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
11 (1935)
Issue
35 (30.8.1935)
Date
1935-08-30
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 30. August 1035 Personenstandsnachrichten Geburten: 7. August 1035 Isaak Meyer Prinz und Helena Dora geb. Kutlik, Humboldtstraße 10, einen Sohn „Eümelech". 7. August 1935 Hirsch Schuldenfrei und Ester geb. Qoldstein, Berliner Straße 4, einen Sohn ,,Moritz Manfred". B a r rn i 2 u » : \m Sonnabend, 7. September, Jork Knoblauch. Sohn des Herrn Jakob Knoblauch und I ran l rama geb. Degen. Richard-Wagner-Platz I, in der Geraemdesynagoge, Qottschedstraße. Todesfälle: 19. August 1935 Nathan Besser, CokUtz. 20. August i'iij Sabine Goldenthal, Funkenburgstr. 5. Neue Bücher Dr. S. Kaleko, Iwrit l'chol isch. Hebräisch für Jedermann. 2. Lehrgang: I ür I ortgeschrittene. \usführliche Mustertabellen für Deklinationen und Konjugationen, Verzeichnis der unregelmäßigen Pluralformen. Berlin 1435. Verlag Jful Rundschau, (i in.D.H. Dankbar nehmen die zahlreichen Freunde, die sich Kalikos erstes Lehrbuch für Iwrit sehr schnell erworben hat, die jetzt erschienene Fortsetzung entgegen. Dieser vorliegende 2. Lehrgang beruht auf demselben System wie der erste, das sich als außerordentlich zweckmäßig erwiesen hat. In langsamem Fortschreiten wird der Benutzer des Buches mit dem W ortschatz, der I ormeulehre vertraut gemacht und nunmehr auch in Stil und Charakter der hebräischen Sprache eingeführt Die Anlage des Buches ist die gleiche wie die des ersten Bandes: An die Lesestücke schließen sich Erläuterungen (Beurim) an, in denen die noch nicht geübten Wörter, wie auch die noch unbekannten Können erklart werden; daneben stehen Systematische Grammatik-Obungen mit den dazu erforderlichen Erklärungen. Den Abschluß bilden -ehr Übersichtlich angelegte Tabellen für Haupt* Wörter und Zeitwörter, auch diese wieder mit Erläuterungen, die die Veränderungen verständlich machen. Besonders angenehm wird die letzti rabeue, die wichtigsten unregelmäßigen Pluralbildungen, empfunden werden. V\it großein Geschick sind insbesondere die Lesestinke gestartet Sit entstammen allen Ausstrahlungen des judischen Lebens, der jüdischen Gegenwart nicht minder als dem alten agg.tdischen Schrifttum; neben Dichtungen von Bialik. Tschcrnichowski. J.Temkin u.a.. findet der Leser kur/e Erzählungen von Perez, \ Reisen, D. Frischmann, selbstverständlich auch „J'diot meerez israel" und dergL Durch diese Zusammenstellung von verschiedenartigen Stoffen gewinnt der Unterricht nicht nur an lebendiger Abwechslung, sondern gewahrt wichtige und wertvolle Einblicke in dajüdische Denken und Fühlen in Gegenwart und Vergangenheit. Es bleibt noch hinzuzufügen, daß auch die technische Herstellung ein« -ehr anziehende i-t. um als Oesamteindruck den festzuhalten: Auch dieser Lehrgang für Fortgeschrittene wird der Kenntnis des Hebräischen die gerade in unseren l agen so allgemein angestrebte Forderung sicherstellen. C Ludwig August F ran kl, Nach Jerusalem. Ein Reisebericht aus der Mim d<> l1». Jahrhunderts. Berlin 1°35 (Schocken-Verlag) [Bücherei des Schockenverlagi 39]. In den J.ihren 1 Sö(> 57 unternahm der Ar/t und Schriftsteller l . \ l rankl ein« Reise in den Orient, die er in einem zweibändigen, 6. Zt. weit verbreiteten und gern gelesenen Werke beschrieb. Zu diesci -ehr lebendigen Schilderung greift heute angesichts des in Palästina aufgeblühten Lebens mit besonderer Freude der kuttur- . schichtlich Interessierte. I rankl. den ja auch die Aufgabe, ein Kulturwerk m Jerusalem zu errichten, dorthin geführt hatte, wandte -;i b< ondere Aufmerksamkeil dem kulturellen Zustande des damaligen Ji-chuw /ii. Davorliegende Bändchen der Schockenbücherei bringt eine geschickte Auswahl aus dem großen Werke und bietet gerade solch« leile. die K bendige Linblieke in das äußere und innere Leben der Juden im Orient um die Mitte des vorigen Jahrhunderts gewähren. Ihren eigenen Reiz erhatten diese Stücke durch den Vergleich mit den heute sich entwickelnden Zuständen, wobei durchaus auch anerkannt werden kann, daß Frankh Darstellung alsolche auch heute alanziehend empfunden wird. g. Das \ugu-theit de* ..Morgen". Das -o< l)t ii erschienene Augustheft der Monatsschrift „Der Morgen" (Philo Verlag, Berlin W15, Jahresabonnement 12 RM.) rzeii hnet in der ..Umschau'' die Einsetzung eines staatlichen Kulturkommissars der Juden in Deuts c h 11 n d als erstmalige inhaltlich« Gestaltung des den Juden seltendes Maates bisher nur durch formale Grenzziehung zugewiesenen Bereichs. In einer Stellungnahme zum bevorstehenden Z i o n i s t e n kongr e ß wird darauf hingewiesen, daß der große Erfolg der Sdickelaktion in I Ii Utsi bland die deutschen Ziomstcn zu einem „Schritt aus der Partei in die gesamtjütnsche Verantwortung" verpflichte. Schließlich wird in der „Umschau" der l all DreyflU anläßlich des Todes Alfred Drevfus' beleuchtet. Einen historischen Oberbück über die jeweilige Stellung der Juden im Deutschen Reich bietet I ritz Friedlander in .mm Aufsatz ..Der Jude im Wandel der U e i C h s i d e e". Aktuelle Bedeutung haben Rudolf l.evys Ausführungen zum „Stand des Minderheiten rechtes". Efraim Irisch veröffentlicht die deutsche Übersetzung eines Kanitels aus Naehman Krochmals More Vwucha ha-man", in dem die Zeit vor dem Untergang des Zweiten Tempels behandelt wird. Emst Simon bespricht im Anschluß an den I unf-Jahres-Plan der Jerusalemer Hebräischen Universität „Perspektiven der geistigen Entwicklung Palästinas". Der literarische Teil des Heftes enthält einen Abschnitt aus Ludwig I rankls Reisebericht „Nach Jerusalem" aus dem Jahre 1S5S, der auszugsweise in einem Band der Schockcn-Büchcrci erschienen ist, eine Dichtung von Werner Cahnmauu „An die Sobeide von Hofmannsthal" anläßlich des Todestages Hugo von Hofmannsthals, Betrachtungen und Bekenntnisse von Morit/ Heimann aus dem Nachlaßband „Die Spindel" und ein Gedicht „Lkstatisehc w anderung" von Josse Stryk. Eine Auseinandersetzung /wischen den Rabbinern Dr. Max Dienemann und Dr. Ignaz Maybauiu schließt sich an einen früher erschienenen Aufsat/ Dr. Maybaums, in dem dieser für eine die bisherigen ideologischen Gegensätze überbrückenden Judentumsauffassung eintrat, an. Eine Presseschau, Buchbesprechungen u. ä., schließen das Heft ab. Neuerscheinungen. (Besprechung der hier aufgeführten Werke behält sich die Schreiftleitung vor.) „Die bunte Schüssel", herausgegeben von Erwin Loewe, ein jüdisches Kinderbuch zum Lesen und Ausmalen, mit vielen Bildern von Ruth Veit Simon, Berlin |l()'Jo| (Verlag Erwin Loewe). Abraham Schlesinger: Im Zeichen der Wiedergeburt. Jüdische Essays. Berlin 1035 (Verlag Kedem). Jüdischer Sport. (Von unserem ständigen Berichterstatter Deka.) Nach all der Fülle herrlicher Eindrücke beim großen Leichtathletikfest vor fast II Tagen, war die sportliche Kost am letzten Sonntag /. I. recht mager. Man ging voll Hoffnung /um „Bar Kochba"-Plat/c. die aber im Hinblick, oder vielleicht bessei gesagt im Rückblick au! den vorherigen Sonntag nicht restlos erfüllt wurde. Dieses .Wal war es nur der Handball kämpf, der Stimmung und Aufregung unter die Zuschauer brachte. Erst in der Verlängerung, und da erst in den allerletzten zehn Minuten konnte sich „Mitteldeutschland" über den „Nord-Westen" mit 6:4 durchsetzen. Nach Schluß der regulären Spielzeit, die der Gast, dank seiner taktisch klügeren SpieTauffassung für sich hätte entscheiden müssen, hieß es f: i; die „Standpauke" in der Pause hat dann wohl die Hiesigen doch etwas aufgerüttelt, bei denen der Linksaußen vor allem manchen Wunsch offen ließ. Die einheimischen Fußballer scheinen es sieh in let/lei Zeit /um Ziel gesel/l /u haben, stets eist in der /weiten Halb/eil die Tore ZU schießen, und dabei hätten es auch dieses Mal wieder so viele werden können, da „Mitteldeutschland" his auf die zu zählenden Angriffe der „Nordwestdeutschen" dauernd überlegen spielte, aber immerhin noch glait mit 4:0 gew.hui. Begeisternder spielte natürlich die „jüngere" Generation, morgens erzielte die Isr. Volksschule gegen eine untere Knaben-Elf de- „B.-k." ein achtbares 2:2, während .,Mi-raehi" trotz allen Eifers der 1. Kuabenmannschafl mit 0:6 unterlag. Heim „Schild" steig! nun morgen das zweite große Ereignis dieses Sommers im Leipziger Sport, der große I ußball-Endkampf gegen „Schild"! rankfurt. Auf iler einen Seite bedeutet flu die ,.T hekla! r" dieses Spiel eine große Nervenbelastung, die in der kurzen Zeit ihrer „Schild"-! ätigkeit nunmehr eine solche Aufgabe zu erfüllen haben. Andrerseits jedoch w ieder, und das ist das Wichtigere, kann die heimische Mannschaft unbeschwerter ihrem Gegner gegenübertreten, der schon einmal im vorigen Jahre den Sprung zur Meisterwürde, jedoch ohne Erfolg, getan hat. Wer den ,,B. S.O."- Berlin mit II) Mann glatt niederringen konnte, sollte auch mit kompletter Mannschaft (hoffentlich!) dessen vorjährigen Gegner unterkriegen können. Leipzig spielt im großen ganzen mit seiner altbewährten I Ii. bei Frankfurt uberragt der früher in der Qauliga tätig gewesene Torwart. Die Hiesigen können spielen und auch kämpfen, I eipzig erwartet darum seinen „Schild" als den siegreichen Linalisten, denn viele, sehr viele werden Zeuge und ihm Rückenstärkung bei diesem Kample sein! Anläßlich du Pokalspiele weilten die Schachspieler des Blau-Weiß (Hamburg) beim Leipziger Bar Kncllba und trugen gegen die ersten neun der I eipziger einen Wettkampf aus. Die beiden wahrscheinlich stärksten Makkabimaiinschafteu in Deutschland lieferten sich einen außergewöhnlich harten Kampf. Als die Spielzeit von vier Munden um war, waren mehrere Partien noch nicht beendet. I eipzig' gewann mit 5' ,: ix .. vor allem durch die hohe Spielkultur der Spitzenspieler. Im einzelnen waren die Ergebnisse: ratarowiez 1 | Schainowski (Mi ister von Hamburg); Mundsztuk 1 ., Feuer: Horovitz! Schainowski II; Katz 1 Lehmann; Lipszyc 1 Laming; Schönfeld 1 _. Perlmann; Goldfaden 1 Sloczower; Steinhaus 0 Dr. Abramowicz, Wühl 0 Brandler. Eine ansehnliche Zuschauerzahl folgte unermüdlich den interessanten Kämpfen. Wir wollen hoffen, daß sie alle zur Pflege des königlichen Spiels augeregt wurden. Herausgegeben vom Vorstand der Itraelltiacben ReligKHitgemelnde zu Leipzig Schrinieitung: Oemeinderabbiner Outttv ex>bn, Leipzig Cl, Walter Blnmel-Str. 10, III. Anzeigen : Verlag Elsa Ooldlreund, Leipzig OS, CicbnriusstriBc 3a. Anzeigenleiter: Ernst Ooldlreund. CicboriuntraBe 2a. Für die Aufnahme von An/eigen In bestimmten Nummern und an bestimmten Platzen wird keine Oewähr übernommen. Druck: Druckerei der Werkgemeinacbalt, Leipzig Cl. BrSderalr.19. D. A. II. 35. 4150. Für den Inhalt der Inserate Obernehmen Gemeinde vorstand und Schriftleitung keine Verantwortung.

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