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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1935-07-05 · 27 (5.7.1935) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
11 (1935)
Issue
27 (5.7.1935)
Date
1935-07-05
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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5. Juli 1Q35 OEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIQIONSQEMEINDE ZU LEIPZIG Seite 5 kung des R.J.F. mit ihm selber aussterben werde, sei entgegenzuhalten: Ideelle Arbeit sei so unvergänglieh wie ilie Materie. - Mögen die friedensfordernden gegenseitigen Besuche der Frontkämpfer aller Welt allen Hall zum Verschwinden bringen, mögen sie auch dem jüdischen Frontkämpfer Frieden bringen neben denen, mit denen er zusammen Schulter an Schulter gekämpft hat. - Der (ieist der Alten gehe auf die 20(KK) der Sportjugend des R.J.F. über — chasak weemaz! Die würdigen und kraftvollen Worte des Bundesleiters, Äußeret beifällig aufgenommen, wurden durch den ausgezeichneten Vortrag zweier Sätze aus dem A-moll-Violinkonzeit von Bach, vorgetragen von dem „(Kollegium musieum" (Harnet Licht), würdig unterstrichen; die Solistin, Fräulein Dora Stisson, fand besonders freundliche Aufnahme. Die eigentliche Festrede hielt nunmehr der Ortsgruppenleiter von Hainburg, Kam. Dr. Urias. dessen Ausführungen immer wieder von stürmischem Beifall unterbrochen, sich zu einer packenden Kundgebung steigerten, die unvergelllich bleiben wird. I )er Redner sagte: „Diese Feststunde muH, wie alle Stunden, für grolSes ücmcinschaftsci leben genutzt werden, für die Erhaltung und Stärkung unserer seelischen Kraft. Wir wissen noch nichts über unser künftiges Schicksal; wir wenden uns aber ab von den Leuten in unserer Gemeinschaft mit der Patentlösung, — wir ringen, das ist richtiger! Nicht aufgeben, edler ist's, in schwierigen Situationen durchzuhalten, wie unsere Väter oft genug haben durchhalten müssen. Die Frontkimpfergeneration steht auf und mahnt zum Frieden. Jhr Zusammenschluß hat nicht nur die Pflege von Erinnerungen zur Aufgabe, sie hat ihre eigene Note. Die Wissenden u in den Krieg s u c h e u d e u Frieden zu erhalten! So will auch der K.J.I . den deutschen Juden Frieden zu bringen suchen. Soldatisches Denken ist uns das Bewußtsein, in jedem Augenblick im Dienst zu stehen. So wird uns auch die Sport pflege soldatische Arbeit im Sinne der Zucht; denn das Inzuchtnehmen des Geistes geht im gleichen Schritt mit dem Inziicbtnebinen des Körpers. Auch der Kameradschaftsgedanke heiligt unsere Gemeinschaft Lr ist echt, er stammt aus der Hilfe im lohen der Schlacht. Lr führt zur Hilfsbereitschaft im Frieden. Weil er heilig ist, ist er leise und still. Im Sinne heiliger Kameradschaft Üben wir auch die Fürsorge für unsere Kriegsopfer und wünschen von Herzen, daß dieser (ieist der Kameradschaft auch die Amtsstuben unserer Gemeinden durchdringt. Wir fordern: Geschlossenheit der deutschen Juden, eine Reichsvertretung für alle Juden. Die Führung im Judentum dem« der führen kann! Wir meinen: Totalität, wie sie in unseren Kreisen gefordert wird, ist ein Begriff, der aus politischem Gestaltungswillen übernommen ist. Im innerjüdischen Lehen soll jeder Richtung ihre Freiheit gewahrt bleiben. Uber allen geistigen und religiösen Fragen des Judentums stellt der einigende Gedanke des Ewigen. In diesem Gedanken muß unsere Jugend geformt werden. Im Hinblick auf ihre äußere Existenz soll und braucht sie nicht zu verzagen. Es ist nicht Zufall, daß mau in diese Generation hineingeboren ist_, es ist Fügung! Ls ist Aufgabe, beide Ebenen zu halten, die des Juden und die des Lebensraumes, in den er gestellt ist. Im jüdischen Leben fordern wir Solidarität und gegenseitige Achtung und Anerkennung der Standpunkte. So können wir getrost unserer Zukunft entgegensehen." Der feierliche Vortrag zweier Sätze aus dem Coocerto grosso, G-moll Nr. (> von Mandel, hei dem sich am Flügel Fräulein Acnnc Hoffmann auszeichnete, beschloß die eindrucksvolle Jubiläumsfeier des R.J.F. Amtliche Bekanntmachungen. An die Besucher der Genieindesynagoge. Allgemein bekannt ist, daß die für den Gottesdienst in unserer Gcmcindcsynagogc eingeführten, von Goldschmidt und von Joel bearbeiteten Gebetbücher im Buchhandel vergriffen sind. Viele Gcmeindemitgliedcr werden sicherlich noch im Besitz von mehreren nicht benötigten Stücken dieser Gebetbücher sein. Es würde vielen Synagogenbesuchern, die nicht im Besitz eines Gebetbuches sind, ein großer Dienst erwiesen werden, wenn ihnen solche überzähligen Stücke zur Verfügung gestellt würden. Es wird daher gebeten, diese Bücher zur Weitergabc im Gemeindeamt, Walter-Blümel-Straßc 101, abzuliefern. Auf Wunsch werden die Bücher auch nach vorherigem telefonischen Anruf unter Nr. 23602 abgeholt. Leipzig, den 28. Mai 103$. Der Vorstand der israelitischen Religionsgeniciiidc zu Leipzig. Betriebe unter Aufsicht des orthodoxen Gemeinderabbinats. Wir geben wiederholt bekannt, welche Betriebe unter Aufsicht unseres orthodoxen Gemeinderabbinats stehen. Nur für Waren aus diesen Betrieben übernimmt das Rabbinat die Verantwortung in bezug auf das Kaschrus. a) Fleischereien; Osias Kohn, Lohmühlgasse 17, Moses Bild, Cierberstr. 41, M. Frischer, Packhofstraße 11/13, Sally Lob, Ranstädter Steinweg 7, Jacob Schußheim, Plaucnschc Straße 3 5. b) G e f I ü gelv erkauf: die vorgenannten Fleischereien, Qeflügeigroßhandlung Leo Hendler, Walter-Blümel-Str. 14. (icflügclhamlhmg Regine Wassermann, Waltcr-Blumcl-Stralic 11. C) M i I c h u n d Butter: J. Bartfeld, Eutritzsch« Stralle 5, Chaltn Zipser. Nordstraße 35, Hof (Wohnung: Berliner Str. 18), Otto Röhrig (Bestellungen durch H. Kreutner, I ärberstr. 16). Die Aufsicht erstreckt sich nur auf die ausdrücklich als „koscher" gekennzeichneten Waren. d) Backwaren: Salomen Lotrowski; Berliner Straße 13, Selig Scheinowitz, Qerberstr. 40 und Keilstr. 9, Schmeidler, Nordstraße 25, Ranstädter Stein weg 45. e) Speis e h ä u s e r : Cliincinitzky, Reichsstralie 22, Manelis, Nikolaistraße 36. Gottesdienste Gcmcindcsynagogc. Sabbatgottesdienst: Freitag, 5. Juli, Abendgebet l'i Uhr mit Gastpredigt (Rabbiner Dr. Jospe•Schneidemühl): Sonnabend, o. Juli, Morgengebet 9 Uhr, Nachmittagsgebet 20,55 Uhr, Abendgebet 21,20 Uhr. Gottesdienste an Werktagen in der Ez-Cha im-Synagoge. Gcmcindcsynagogc. Sabbatgottesdienst: Freitag, 12. Juli, Abendgebet I') Uhr. Sonnabend, \i. Juli, Morgengebet 0 Uhr, Nachmittagsgebet 20,45 Uhr; Abendgebet 21,19 Uhr. Gottesdienste an Werktagen in der Fz-Chaim-Synagoge. Ez-Chaim-Synagoge, Olto-SchiU-Straße. Freitag, 5. Juli, abends 19 Uhr. Sonnabend, O.Juli, morgens 8,30 Uhr; Miuchoh 17 Uhr; Ausgang 21,20 Uhr. Wochentags: Morgens 7 Uhr, abends lü Uhr. Ez-Chaim-Synagoge, Otto-Scnill-Str. Freitag, 12. Juli, abends 10 Uhr. Sonnabend, 13. Juli, morgens 8,30 Uhr; Miuchoh 17 Uhr; Ausgang 21,1') Uhr. Wochentags: Morgens 7 Uhr, abends lü Uhr. Synagoge „Obel Jakob", Pfaffendorfer Str. 4. Freitag, 5. Juli, abends lü Uhr. Sonnabend, 0. Juli, früh 8,30 Uhr; Mincha 17 Uhr; Ausgang 21,20 Uhr. Wochentags: Früh 7 Uhr, abends 10,30 Uhr. Synagoge „Obel Jakob", Pfaffendorfer Str. 4. Freitag, 12. Juli, abends 10 Uhr. Sonnabend, 13. Juli, früh 8,30 Uhr; Mincha 17 Uhr; Ausgang 21,10 Uhr. Wochentags: Früh 7 Uhr, abends 10.10 Uhr. Talmud-Thora-Synagoge, Keilstr. 4. I reitag, 5. Juli, abends 10.30 Uhr. Sonnabend, 0. Juli, früh 8,30 Uhr; Mincha 17 Uhr; Ausgang 21,20 Uhr. Sonntag früh 7,15 Uhr. Wochentags früh 7 Uhr. .abends 10,30 Uhr. Personenstandsnachrichten Gehurten: 24. Mai 1035 Martin Zimmels und Irma geb. Schüftan, Lüdcritzstr. 11, eine Tochter „Hanna Amalie". B a r m i z w a : Sonnabend 13. Juli 1035. Peter Rothschild, Sohn des Herrn Max Rothschild und Frau Ruth geb. Piorkowsky, Schönhausenstr. S. in der Genieindesynagoge. Sonnabend, 13. Juli, Josef Klcinmann, Sohn des Herrn Moritz Kleinmann und Frau Anni geb. Süßermann, Pfaffendorfer Str. 14, in der Ez-Chaim-Synagoge, Otto-Schill-Str. 4. Bevorstehende Veranstaltungen 16. Juli 1935: Liederabend Lotte Leonhard. Neue Bücher Dr. Jos. Jacobscn und Erwin Jospc: Itawa Naschira! (Auf! Laßt uns singen!) Leipzig-Hamburg (Anton J. Benjamin Musikverlag). Dieses Liederbuch für Unterricht, Bund und Haus ist seit langem eine Notwendigkeit geworden. Dr. Jos. Jaeobsen (Hamburg) und Erwin Jospe (Berlin) haben mit der Sammlung und Zusammenstellung der verschiedenen Abteilungen (Mensch — Natur — Gott) für die jüdische Jugend einen vielseitigen Berater zum Singen geschaffen. Die ein- und zweistimmigen Lieder sind für die jüngere Schuljugend leicht gesetzt, dagegen hat Erwin Jospe die mehrstimmigen Lieder moduiatorisch bearbeitet, und sie sind besonders für die höheren Schulklassen und Jugendbündc geeignet. Außerordentlich wertvoll zur musikalischen Erziehung der Jugend sind die verschiedenen Kanons, die das Liederbuch in reichem Maße enthält. Auch die 20 Melodien zum Tanz und Singen geben gute Gelegenheit zur Pflege rhythmischen Empfindens. Die Volkslieder und Volksweisen des 15., 16. und 17. Jahrhunderts sind gut ausgewählt aus

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