Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 11 (1935)
- Issue
- 23 (7.6.1935)
- Date
- 1935-06-07
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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7. Juni 1933 Seite 3 c Familie n -Anzeigen .J Zu der s. Q. w. in der Beth Jehuda Synagoge, Färbcrstr. 11, am 15. Juni (14. Siwan) stattfindenden Barmizwah ihres Sohnes Elias erlauben sich alle Freunde und Bekannte einzuladen. ]acob Hepner und Frau Elfriede geb. Lange Leipzig, König-Johannstr. 30, II Empfang zu Haus ab 12-2 Uhr LEIPZ10 ELSE BLUMENSTOCK HEIM Fit Kl Kit VERLOBTE SCHEWUAUS 1935 Lina Reidiler Males Landsberg Leipzig C1 Verlobte Breslau Ranstädter Steinweg 33 8 Tage i. Siwan 5695 Die glückliche Geburt ihres Sohnes Manfred David zeigen hocherfreut an. Salomo Welser und Frau Charlotte Leipzig, Sedanstr. 9. geb. Weiser. $ Ihre Blumen von Lance E^x Tauchaer Str. 16 — Tel. 2 87 89 — Liderung Ins Haus Zukunft unserer Kinder etwas wußten!" Darum ergehen an uns die in den beiden talmudischen Forderungen ausgesprochenen Mahnungen: achtzuhaben auf die Kinder der Armen und Unwissenden. Das sei unsere Jugend „d e r We g zur J e s c h i w o h hin, dies ist der Weg ii n S e r e r Kinder". I Insere höhere Bildung sei unseren Kindern n ic h t verschlossen. Unsere Hochschulen seien Ihnen weit geöffnet und in keinem Beruf, sei es hier, sei es in Ere/ Jisroel werde unser Kind taugen, seinen Mann stellen und seinen Mann gegen alle Versuchungen behaupten, wenn es nicht auf einer unserer Hochschulen sein Wissen vertieft, seinen Charakter gestählt, seinen nutzen judischen Menschen geformt habe, in diesem Sinne schließt der Appell. „Unsere Kinder unsere Bürgen!'' Das jahrtauscndaltc Wort sei die Losung unserer Gegenwart! Indem wir unsere Kinder in die Jeschiwoh zurückführen, führen wir uns selber zu unserem wahren Wesen zurück! Der deutsche Keren Hatorah hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Ruf: Zurück zur letchiwoh! in alle Herzen und Häuser ZU tragen; unter dieser Devise soll seine Arbeit in den nächsten Monaten stehen, unter dieser Devise seine Schowuausaktion 5095! Jeder Jude, jede Jüdin, jeder, der fühlt und weiß, daß das über uns in den letzten Jahren gekommene Schicksal einen höheren, gottgewollten Sinn hat, daß er dieses Schicksal richtig verstanden, seinen Sinn richtig gedeutet hat! Wir stehen am Beginn unseres eigenen Weges, wir werden ihn sicher und zu Ende gehen, wenn wir ihn zusammen gehen!! Religiöse Chaluzim — für ein jüdisches Erez Israel! Die „Leitung des Keren Tora wa'awoda für Deutschland, Fonds für jüdische Landwirtschaft" übergibt uns folgenden Aufruf mit der Bitte um Veröffentlichung: Aus der heutigen kritischen Situation der jüdischen Jugend in Deutschland muß ein Ausweg gefunden werden. Zweifellos muß der Weg aus der materiellen und geistigen Not zum Judentum zurückführen. Die reale Grundlage hierzu wird wesentlich mit durch eine Rückkehr ZU den landwirtschaftlichen und handwerklichen Berufen sichergestellt. Diese Arbeit zu leisten, und einen Weg für die gesamte jüdische Jugend zu finden, hat sich der Brith Chaluzim Datum, Bund der religiös-chaluzischen Jugend, zur Aufgabe gestellt. Das Um seh Mitlings werk des Brith Chaluzim Datiim umfaßt viele Zentren, unter anderem den bekannten Geringshof, die älteste jüdischlandwirtschaftliche Leiirstätte in Deutschland, für die fachliche Ausbildung, während die geistige Ausbildung an Frankfurter Lehrhäusern und östlichen leschiwot gewährleistet ist. Die unter der Devise „Tora wa'awoda, Lehre und Arbeit," stehende Arbeit wird vom Keren Tora wa'awoda (KTwa), Fonds für jüdische Landwirtschaft, thre sein Andenken, werde Mitglied. Felix - Croldmann - Gedächtnisbund Huf 184.10 Leipzig Packhofstr. 7 Herrn .Josef Kteniheiiii Leipzig (Scdanstralic 14) zum boten Geburtstag hersr.licliNtc BHtoh wiinsohe Sohn* I''round*' Hermann Itonrii Erna Itondi geb. Merkin Vermählte Wien 1, Franz-Josef-Kai 49 z. Zt. auf Reisen Sonnlag, 9. 6. 35 Idol Woi traut» Heinrich lisch Verlobte Teleton 272 10 |Ihre Versicherungen durch U uidsberj Generalagent» |Wolf «indNberg, Leipzig € üottschedstr. 30 finanziert. In der jetzigen Situation ist der KTwa auf die Unterstützung aller jüdisch interessierten Kreise angewiesen. Wir bitten Sie, anläßlich Schawuot diesem wichtigen Versuch zur Neugestaltung des jüdischen Lebens Beachtung zu schenken. Hiltsverein der deutschen Juden. Vor kurzem fand unter reger Beteiligung eine Sitzung des Geschäftsführenden Ausschusses des Hilfsvereins der deutschen Juden unter dem Vorsitz von Herrn Max M. Warburg statt. Herr Warburg hielt einen Nachruf auf Herrn Generalkonsul Eugen Landau, den Mitbegründer und Vorsitzenden des Hilfsvereins. Er gedachte auch James Simons und Paul Nathans, die mit Eugen Landau den Hilfsverein begründet und mächtige Impulse für die Arbeit des HÜfsvereins gegeben haben. Der Vorsitzende teilte alsdann mit, daß der Geschäfts! ührende Ausschuß durch folgende Herren erweitert wurde: Generalkonsul Siegfried Aufhäuser- München; Siegfried Bieber, Dr. Alfred Klee-Berlin; Emil Oettinger- Frankfurt M.; Moritz Rosenthal, Direktor Heinrich Stahl-Berlin; Friedrich A. Straus-Karlsruhe; Gustav Würzweiler-Mannheim. Anschließend erstattete der Generalsekretär Dr. Wischnitzer einen Bericht über die Tätigkeit des Hilfsvereins. Er gibt eine Darstellung der Auswandererfürsorge seit April 1933. Angesichts der nicht nur auf dem Kontinent, sondern auch in den überseeischen Ländern bestehenden Einwanderung!- und Niederlassungsbedingungen war die Arbeit des Hilfsvereins besonders schwierig und verantwortungsvoll; die Beratungen erfordern in den meisten Fällen eine eingehende, individuelle Bearbeitung. In dem Zeitraum bis 31. März. 1935 wurden über H)O(XX) Menschen beraten und mit Informationen jeder Art versehen, und zwar etwa bOOOO im Jahre 1933, 39000 im Jahre 1934 und einige Tausend in den ersten drei Monaten des Jahres 1935. 11416 Personen konnten die Auswanderung dank der Finanzierung durch den Hilfsverein antreten. Größer war die Zahl derjenigen, die ein planmäßiges Auswanderungsvorhaben erst nach Einholung umfassender Informationen durch den Hilfsvercin verwirklichen konnten. Zwecks Beschaffung und Erteilung dieser Informationen setzt sich der Hilfsverein mit Gemeinden, Komitees, Privatpersonen in europäischen und überseeischen Ländern in Verbindung. In Deutschland arbeitet er mit Gemeinden, Provinzialvcrbänden und Wirtschaftsst eilen, die bei den Gemeinden ins Leben gerufen wurden. Es gehen dem Hilfsverein Nachrichten zu, aus denen hervorgeht, daß es vielen Auswanderern gelungen ist, nach verhältnismäßig kurzer Zeit sich eine Existenz, aufzubauen, und daß sie bereits in der Lage sind, ihre Angehörigen nachkommen zu lassen. Die Auswanderung nach Übersee erstreckt sich auf etwa dreißig Länder. Von anderen Arbeitsgebieten erwähnt Dr. Wischnitzer noch die Studentenfürsorge. Des weiteren berichtet er über die Wiederaufnahme der Tätigkeit der Haffkinc-Stiftung. Nachdem der Prozeß, der gegen die Stiftung vor zwei Jahren angestrengt, gewonnen und der Siiftungsrat am 5. Januar 1935 neu konstituiert wurde, kann sich der Hilfsverein wieder dieser Arbeit widmen, die den Jeschiwoth gilt. Nach einer kurzen Aussprache über den Bericht und die Arbeiten, die den Hilfsverein zurzeit beschäftigen, schloß der Vorsitzende mit einem Dank an die Geschäftsführung und die Beamten des Hilfsvercins. Die bayerischen Juden nach der Volkszählung von 1933. Zu den Zahlen, die über die bayerischen Juden nach der Volkszählung von 1933 vorliegen, nimmt Prof. Arthur Cohen in einem Artikel der „Bayerischen Israelitischen Gemeiiulczeitung" Stellung. Nach den bereits bekannten Ziffern lebten 1933 in Bayern 41939 Juden, die 0,55 o/0 der Bevölkerung ausmachten. Gegenüber 1925 betrug die Abnahme der Juden 7206 oder 14,bno0. Die Abnahme ist neben Hamburg (14,7o/o) die größte im gesamten deutschen Reich. Die Verteilung der Juden auf die einzelnen bayerischen Regierungsbezirke hat sich im großen ganzen nicht wesentlich geändert. Relativ am meisten Juden wohnten 1933 in Mittel- und Unterfranken. Die größte Abnahme haben die Pfalz und Schwaben zu verzeichnen.