Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 11 (1935)
- Issue
- 15/16 (12.4.1935)
- Date
- 1935-04-12
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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2. April 1935 0EME1NDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIOIONSOEMFINDF ZU LE1PZ1Q Seite 5 ■^■^■^■^■^■^■^■^■^■■■■■■■■■»■'■■■■■■■■l konirrldirrktl n n . Ii r 1 i r Ii ■■^^■■■■^■■^■■■i^^^MIMmm Heute Sonnabend, den 13. April #J Nachtvorstellung » im Krystallpalast-Variete Gitta Mpar und Nax Hansen in der ron«^^* „Die oder Keine11 Auf der Bühne: Persönliches Auftreten von GcMTlilld SplP39 mit lustigen Vorträgen | Beginn pUnkllldi abend» 11.2Q UhT Kein Oarderobezwang! Kein Oetränkezwang! ElnlaB abends 5 Uhr | Karten abends an der | Kasse ab9 Uhr| sowie vorher in den übl. Vorverkaufsst. zu Rmk. 0.60; 080; 1.-; Logen 1.50 u. 2.- Rmk. Konzertdirektion A. Ehrlich" MSonnabend, den 20. April 1934, 20.30 Uhr, Orotrian-Steinweg-Saal, Dittrichring 18 l^ndol Mill^t Konzert und jüdischer Liederabend I V/ I I dv*S I I VI I I I V? L am Gro,r,an-S«e«nweg-Flügel Dr. S. Rablnowlcz Vorverkauf an den bekannten Stellen u. an der Abendkasse; Preis I.—, 1.50 u. 2. Die glückliche Geburt einer Tochter zeigen hocherfreut an Dr. Eugen Felsenstein und Frau Erna geb. sattier Leipzig, Prendelstralie 15 Die Barmizwah Feier unseres Sohnes Nattall am 7. Tage Pessach, 24. April 1935 in der Tyktiner Schul statt. Kiddusch: Funkenburgstraße 8 Leiser Sdiklanlewltz u. Frau K>: Ihre Blumen von Lance & Tauchaer Str. 16 — Tel. 2 87 89 — Lieferung Im Haue \ •. •. ■ ZSPiVSrevy«VyWVS(V»WVVV>^^ Alle Arten von Versitherungen durth die General-Agentur düolf Gindsberfi Leipzig C1, GottsdiedstraBe 30 : Transport - Versicherungen nach Palästina £ Reisegepäck-Versicherungen, Police sofort j; •\W«VWVVWVVV\^V\WVVWV^^ Dringendste Aufgabe — Boden für neue Kolonisation Als in den QOer Jahren des vorigen Jahrhunderts jüdische Männer unter der Anführung von Theodor Herzl den Gedanken des jüdischen N'ationalgefühles durch die Schaffung des Zionistenkongresses in die rat umsetzten, gab es nicht all/u viel Menschen, die dieses damals K-reits so erkannten, wie sie es heute miterleben und auch selbst lebeö. Es gibt heute in Deutschland wohl kaum Menschen, die nicht irgendeine direkte persönliche Verbindung — sei es durch Verwandte, Freunde oder Bekannte zu Palästina haben, dem l ande, das man linerkQren mußte, um in ihm den Judenstaat, die nationale Heimstätte des jüdischen Volkes, zu errichten. Auch heute ist dieser Judenstaat nicht vollendet, und Herzl bezeichnete sein allmähliches Aufblühen, sein allmähliches Wachsen als „Der Judenstaat unterwegs". Die Hauptaufgabe, ilie den Juden an diesem wachsenden Gefüge ufallen dürfte, ist und wird immer bleiben, die Erringiing und Erkämpfung von Boden, auf welchem jüdische Menschen leben und \istieren können. Der Keren Kajemeth Lejisracl, gegründet im Jahre 1901 hat diese heiligste und primärste Aufgabe zu lösen. Aufgebaut ils Volksfond, angewiesen auf freiwillige Spenden, wird diese Arbeit i-it Jahren durchgeführt. Die Einnahmen des K. K. L. während der 1 Jahre seines Bestehens nämlich C 3S(1S(KK) — sind sicherlich, anessen an dem Volksvermögen der Juden, als mehr als klein /u bezeichnen. Aber immer weiter und weiter wird die Zahl derer, die ich heute verpflichtet fühlen, hier die freiwillige, nicht festgesetzte (nur für einen Staat zu entrichten, der im Werden ist. Jüdischer Hoden besitz in Palästina bedeutet nach wie vor die Grundlage zur \istenz von einzelnen jüdischen Menschen und gilt daher als dränvndstc, heiligste und verantwortungsvollste Aufgabe. Der K. K. L nat bis heute etwa 350000 Dunam Boden erworben, auf diesem Bolen sind Städte, Siedlungen, kurz jüdisches Leben entstanden. Es befinden sich auf diesem Boden heute 62 landwirtschaftliche Siedlungen, Hl städtische und vorstädtische Siedlungen, 100 öffentliche Gebäude, -'ii5 Erziehungsinstitute, 10 landwirtschaftliche Schulen, das hebräische rechnikum in Haifa, die hebräische Universität in Jerusalem. Oer v i/ i vergibt seiner. Boden in Fxhpacht an Juden aus allen Lindern*und «He Schichten des Volkes ohne Unterschied ihrer i ligiösen oder politischen Einstellung. Auf den Landereieu des K. K. L. sind Siedlungen aller im Lande bekannten Kolomsations- > >i men entstanden. Der K. K. L. hat Boden für Arbeiterlagcr bei den Die glückliche Oeburt ihrer Tochter Ruth Maria zeigen an Hede Nemrow - Simon Dr. med. Curt Nemrow Berlin W 35, Friedrich-Wilhelm-Straße 14 Berlin Alice Moor lacob Bttdter Verlobte April 1935 Leipzig Dr. med. Siegfried Stern Dr. med. dent. Lelly Wei**»brem Statt Karten! Dr. med. d Vermählte Trauung: 16.1V. in Königsberg / Empfang: 28. IV. 11-14 Uhr in Leipzig Leipzig C 1, Walter Blümelstr. 14 Königsberg Pr. Ottokarstr. 7 Sedersdiüsseln bei M. W. Kaufmann, Brühl 8 Kolonien zur Verfügung gestellt, sodann für eine Reihe von Lehrfarmen in verschiedenen Teilen des Landes, in denen jüdische Mädchen für die Landwirtschaft ausgebildet werden. Neben dem Bodenkauf ist die Sanierung der erworbenen Landereien die /weite Aufgabe des K. K. L. Der Erschließung von Wasservcrsorgungsanlagen der Lösung der wichtigsten Kolonisationsproblemc sowie der Aufforstung von Boden, welcher sich nicht zu landwirtschaftlichen Zwecken eignet, gilt die weitere Arbeit. Würde der K. K. L. seinen Bodenbesitz nicht als unveräußerliches Eigentum des jüdischen Volkes verwalten und diesen Boden jüdischen Menschen auf lange Zeit (49 und <)') Jahre) in Erbpacht vergeben, so würde der augenblickliche Aufbau des Landes den trostlosesten Zustand darstellen. Palästina ist gegen die gleichgültige, sorglose Majorität des jüdischen Volkes von einer kleinen Minorität aufgebaut worden und nicht zulet/t unter Heranziehung des Steuerapparates des Keren Kajemeth Lejisracl. Und in Zukunft? Je mehr Menschen Palästina fassen und beherbergen soll, desto größer und wichtiger sind die Aufgaben der Bodeiibeschaffung. Je gröller die Reserve von Hoden ist, desto besser, einfacher und schneller wird die Unterbringung und Einordnung unserer Menschen sein. Grölite, heiligste, selbstverantwortlichc und selbstloseste Aufgabe miilt es für jeden Juden sein, mitzuhelfen an der Erriugung von neuem Boden für neue Kolonisation in Palistina. All das, was mit unseren geringen Kräften bisher in Palästina vom nationalen Kapital geleistet worden ist, kann vervielfacht werden wenn wir es wollen — in die Tat umsetzen, wozu sich jeder Jude heute verpflichtet fühlen muH. Die Aufgabe wird immer und immer heißen: Geulath haarez - Erlösung des Bodens. Hans Posner. Unsere Gemeinde. Anerkennung. Der italienische Ministerpräsident Mussolini hat dem Leipziger Filmexperten Hermann Grau durch das hiesige Vize-Konsulat seine persönliche Anerkennung für eine filmwisscnschädliche Arbeit aussprechen lassen. Gemeinde- und Mitgliederversammlung gemeinschaftlich veranstaltet \om Reichsbund jüdischer Frontsoldaten, Ortsgruppe Leipzig, und dem Sportverein „Schild" am 8. April. Im überfüllten Saale des Künstlerhaus eröffnete Rechtsanwalt Dr. Alfred Jacob) den Abend mit einer Rede, in der er auf das für das gesamte Judentum in Deutschland aktuelle Problem der Wehrpflicht einging. Er gab bekannt, daß der RjF. am 23. März d. J. dem Herrn Reichskanzler eine Erklärung zugehen ließ, deren Eingang und Weitergabe am 2. April von der Reichskanzlei bestätigt wurde. Auch vom Reichs-