Mannheim
Compact Memory

Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1935-04-12 · 15/16 (12.4.1935) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
11 (1935)
Issue
15/16 (12.4.1935)
Date
1935-04-12
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/4876568-5968806-5969506--5454-4881222
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Seite 6 QEME1NDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEII'ZIU 12. April 1935 wehrministerium wurde mitgeteilt, daß* die Entscheidung der Frage, ol> die deutschen Juden an der Wehrpflicht teilnehmen werden, beim Führer und Reichskanzler liegt und bis zur Zeit noch nicht gefällt ist. Dankbar erkannte der Redner an, dali in dieser Trage beim gesamten deutschen Judentum und dessen berufener Führung, der Reichsvertretung der deutschen Juden, volle Einigkeit herrscht und dati auch die Reichsvertretung im gleichen Sinne wie der RjF. gewirkt hat. Wer die Rechte des deutschen Bürgers erhalten will, muß auch die gleichen Pflichten fordern und zur Übernahme bereit sein. Der Redner äußerte den Wunsch, daß man das deutsche Judentum, das bereit ist, sich für Vaterland und Heimat einzusetzen, nicht zurückstollen möge. — Mit einem Bekenntnis zum Optimismus, das er einer gewissen Art von Schwarzmalerei entgegensetzte, schloß die Rede. Zur Lage der d e u t s c h-jüdischen Jugend sprach der Jugenddezernent der Bundesleitung Paul Yoghi Mayer-Berlin unter dem Motto: (Hauben und Arbeiten. Bedrohend dir die Existenz des Judentums in Deutschland ist_ heute der Faktor des inneren Absterhcns, gekennzeichnet durch die Schlagworte: Überalterung, Geburtenrückgang, Auswanderung der jungen Männer, Frauenüberschuß. Getragen vom Ernst tiefster Verantwortlichkeit sagte der Redner harte Worte, um die Verantwortungslosigkeit aller derer zu kennzeichnen, die reden und Reden hören, ohne der Jugend wirklich zu helfen. Jede Stelle, die einem jüdischen jungen Menschen zur Berufsausbildung geöffnet wird, oder die zusatzlich geschaffen wird, ist mehr wert, als die schönsten Bildungskurse. Denn diese Jugend steht in einem unablässigen und schwersten Berufswettkampf, der an die Leistung und die seelische Kraft doppelte Anforderungen stellt. — Diese Jugend ist von einer Härte, die die ältere Generation oft noch nicht erkennt. Alle Romantik tritt zurück. Bereit, mit dem Existenzminimum nicht nur zu leben, sondern auch alle Fragen der Lebcnsgestaltung, wie Wohnung, Ehe, Fortpflanzung des deutschen Judentums, einer Lösung im engen Rahmen des Gegebenen zuzuführen, wird es dieser Jugend gelingen, die Frage der Existenz des deutschen Juden in seiner Heimat zu lösen. Möge das deutsche Judentum sich der schweren, zum Opfer verpflichtenden Verantwortung dieser kämpfenden und ringenden Jugend gegenüber nicht entziehen, damit man nicht einmal vom Intergang des deutschen Judentums durch die historische Schuld der älteren Generation reden muß. Dr. H. A. Ehrenahend für Großmeister Mieses. Die Schachabteilung des Bar Kochba, Leipzig, bereitete ihrem Ehrcnniitgliede Jaqucs Mieses zu seinem 70. Geburtstage einen Ehrenabend, an dem das jüdische Schachpublikum regen Anteil nahm. Dr. E. Blumberg, der Vorsitzende der Abteilung, zeigte die Hauptzüge dieses großartigen Schachlebens auf und hob besonders die außergewöhnliche schriftstellerische Arbeit des Meisters hervor. Dr. L e h r f r c u n cl betonte in seiner Ansprache, dali wirkliche Leistung dem jüdischen Menschen immer Achtung verschaffen wird. Herr Mieses dankte in bewegten Worten für die Ehrung und legte das feierliche Gelöbnis ab, seine weitere Arbeit ganz, in den Dienst des jüdischen Schachsports zu stellen, der gerade von Leipzig aus heute besonders gefördert werde. Der Altmeister demonstrierte dann eine seiner schönsten Partien, die ihm einen seiner zahlreichen Schönheitspreise eingetragen bat. Anschließend beteiligte sieh Mieses an einem Blitzturnier, bei dem in der ersten Gruppe F aj a r o w i c z alle ö Partien gewann. Mieses wurde mit 41Punkten Zweiter; ferner Lipszyc 3, Buslik 2' Mundsztuk, Schönfeld" 2 und (ioldfaden 1. Bevorstehende Veranstaltungen 13. April: Gitta Alpar — Camilla Spira. 20, April: Konzert- und jüd. Liederabend Michael Millet. 21. April: Lastmanns Künstlerkabarett und Konzert. 27. April: Gesellige Vereinigung deutsch-jüd. Berufstätiger (G. V.): l. Musikalischer Abend. 5. Mai: jubiliumsabend Walter Leewens. — Modenschau. Amtliche Bekanntmachungen Gedenken des Geburtstages Maimonides. Es w ird besonders darauf aufmerksam gemacht, daß die am 2. Pessachtagc in der Gemeindesynagoge stattfindende Predigt dem Gedenken der S(X). Wiederkehr des Geburtstages des großen jüdischen Philosophen und Gesetzeslchrers Maimonides gewidmet ist. Leipzig, den <>. April 1935. Der Vorhand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Religionsunterricht als Pflichtfach. Nach den geltenden Bestimmungen muß jeder Schüler der religiösen Unterweisung seines Bekenntnisses zugeführt werden. Somit ist auch der judische Religionsunterricht von Staats wegen Pflichtfach für alle jüdischen Schüler und Schülerinnen. Iliciuuieii iicuuiC iCii G'.C :n Herrn Llthisr getanen beleidigenden Äußerungen mit Ausdruck des Bedauerns zurück. Leipzig, den 9. März 1934 (gez.) Norbert Franhel Der Religionsunterricht wird für die Schülerschaft, die nicht die jüdische Schule besucht, von den Rcligionsschulen I und II der Gc meinde erteilt. Leiter der Religionsschule I ist Herr Gemeindcrahbinci Cohn, Leiter der Religionsschule II Herr Gemeinderabbiner Dr. Carlebach. Den Schülern und Schülerinnen der jüdischen Schule steht es frei, auch am Unterricht der Religionsschulen der Gemeinde teilzunehmen. Leipzig, den 28. März 1935. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig Anmeldung der Schüler zur Religionsschule I. N e U a n m e 1 d u n g und Aufnahm e von Schülern und Schülerinnen für die Religionsschule 1 findet am Sonntag, 14. April 1933, von 10—12 Uhr, im Gemeindeamt, Walter-Blümel-Straße 10 I, statt. Bei der Neuanmeldung ist in jedem Fall der Geburtsschein (Familienstammbuch) mitzubringen. Leipzig, den 28. März 1935. Der Direktor der Religionsschule I Rabbiner Cohn. Anmeldung der Schüler zur Religionsschule II. Neuanmeldung und Aufnahme von Schülern und Schülerinnen für die Rcligionsschule II findet am Montag, 29. April 1935, von 15' . -lft1 . Uhr, im Gebäude der Ephraim-Carlebach-Schule, Gustav-Adolf-St ra IS e 7, statt. Bei der Neuanmeldung ist in jedem Falle der Geburtsschein (Familienstammbuch) mitzubringen. Leipzig, den 28. März 1935. Der Direktor der Rcligionsschule II Rabbiner Dr. Carlebach. Unterrichtsbeginn an der Religionsschule I. Der Religionsunterricht an der Religionsschule I beginnt: a) in der Hauptschule am Sonnabend, 27. April, 15 Uhr im Gebäude der 32. Volksschule, Yorkstraße 2 -4, b) in der Ostschule am Dienstag, 30. April, 15 Uhr im Schulgebäude der 10. Volksschule, Täubehenweg 2, c) in der Südschule am Montag, 29. April, 15 Uhr im Schulgebäude der Goetheschule am Sehletterplatz. Die Schüler und Schülerinnen des Fortbildungsunter« rieht es versammeln sich am Montag, 29, April, ld1 . Uhr pünktlich im Sozialamt, Humholdtstraße 13, Erdg. Die angegebenen Zeiten sind pünktlich einzuhalten. Leipzig, den 28. März 1935. Der Direktor der Religionsschule I Rabbiner Cohn. Unterrichtsbeginn an der Rcligionsschule II. Der Religionsunterricht der Rcligionsschule II beginnt am Montag, 29. April, 15"., Uhr, im Gebäude der Ephraim-Carlebach-Schule, Gustav-Adolph-Straße 7. Die Schüler und Schülerinnen des Fortbildungsunterrichtet versammeln sich am Dienstag, 30. April, W i Uhr, im Gebäude der Ephraim-Carlebach-Schule, Gustav-Adolf-Straße 7. Die angegebenen Zeiten sind pünktlich einzuhalten. Leipzig, den 28. März 1935. Der Direktor der Religionsschule II Rabbiner Dr. Carlebach. Friedhofsgärtnerei des neuen Friedhofs. Die von der Gemeinde in eigener Verwaltung betriebene < iärtnerei unseres neuen Friedhofs übernimmt sämtliche Aufträge auf Bepflanzung, Instandsetzung und Pflege von Grabstcllen. Es wird weiter darauf hingewiesen, dali die Fricdhofsbcsuchei die Möglichkeit haben, ihren Bedarf an Topfpflanzen, Schnittblumen, Vasen und Schalen in der Friedhofsgärtnerei zu handelsüblichen Preisen zu decken. Fachmännische Beratungen und Berechnungen erfolgen kostenlos. Die Rechnungen für das Grabpflegejahr 1935 sind jetzt an die Empfänger herausgegangen. Falls infolge Umzugs oder anderer Umstände die Rechnungen nicht in den Besitz der Verpflichteten gelangt sind, wird, um Verzögerungen in der Grabpflegc zu vermeiden, gebeten, sich mit der Gärtnerei des neuen Friedhofs (Fernsprech- Nummer 53889) in Verbindung zu setzen. Besonders wird darauf aufmerksam gemacht, daß Grabpflegc und Bepflanzung erst dann vorgenommen werden können, wenn die Kosten bezahlt worden sind. Leipzig, den 1. April 1935. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeindc zu Leipzig. Sperrung der Delitzscher Straße. Um unliebsame Verspätungen bei Trauerfeiern zu vermeiden, weisen wir darauf hin, daß die Delitzscher Straße zwischen Eutritzscher Markt und Dübener Landstraße für den Fährverkehr auf etwa sechs Monate gesperrt ist. Die Umleitung erfolgt über Mockau. Lediglich der Straßenbahnverkehr bleibt aufrechterhalten. Leipzig, den 1. April 1935. Der Vorstand der israelischen Religionsgemeindc zu Leipzig. Alle Sdiulbudier und Musikalien bei M. W. Kaufmann, Brühl 8

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.