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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1935-01-25 · 4 (25.1.1935) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
11 (1935)
Issue
4 (25.1.1935)
Date
1935-01-25
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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■>■■}. Januar 1935 Seite 3 Felix - Goldmann - Gedächtnisfeier 1 Sonnabend, den 26. Januar, 20 Uhr, Synagoge Oottsehedstraße. Gedächlnisansprachen: 1 Vors. des C. V. Justizrat Dr. Julius Brodnitz und Syndikus des C.V. Dr. Alfred Hirschberg, Berlin. 1 Gesang: Opernsänger Emil Fischer, Weimar. 1 Orgel: Kapellmeister Alfred Simon, Leipzig. 1 Jeder Oetneindeangehörige hat zu der Veranstaltung Zutritt. Die Ortsgruppe Leipzig, des Centraivereins, des Reichsb. jüd. Frontsoldaten 1 und der Felix Goldmann-Qedächtnisbund fordern hierdurch ihre sämtl. Mitglieder und deren Angehörige auf an der Feier teilzunehmen. 1 Xach Palästina: PALES T/NE & ORIENT LLOYD, BERLIN HANDELSBANK IWRIA e.O.m.b.H. Leipzig Cl, Ritterstr. 23 29 Besonders günstig 4 J■ af £■ ■■ 5 in Fahrpreis ab 125. UMrmt| II 11 «1 III«! 11. 2., 20. 3. von Villefranche (Nizza) (46000 BRT) Auskünfte und Buchungen nur durch RjEISEBUREAlT ASTORIA «.m.b.H. Leipzig Cl Hlüehcrplatz Ä Telefon 28740 Keiften nach allen Weltteilen — Flugpaftftagcn Statt Karton. Zu der s. O. w. am 2. Februar Schabbos Kaudesch Parschas Mischpotim in der Synagoge Keilstr. stattfindenden Barmizwahfeier mS813unseres Sohnes Hein/ laden wir hierdurch unsere Freunde und Bekannten ergebenst ein. U>Mhlta and Fran Empfang 12—2 Uhr Asterstralk 11, II 1. Klvira »erfler Wilhelm Scelig Leipzig Verlobte Januar 1935 Statt Karten. Ruth Lob Hermann Hepner Verlobte i I^Shannstr. 10 1 a " u * r 1935 N». ,7 w k Jesreel , bei der gefördert m Keren aus allen r Einsatz iele I augröBtem t für die Die Chaluzin, die bereits bei der Urbarmachung des Eine ihren Pioniergeist bewiesen haben, sind auch heute bereit Eroberung von Hulc ihren Mann zu stehen. Gestützt und von den nationalen Fonds, dem Keren Kajcmeth und de Haiessod, von den unzähligen Geldopfcrn und Spenden I eilen des jüdischen Volkes, bereiten jene Vorposten mite ihrer Gesundheit und oft auch ihres Lebens das Land für v nde vor. Die Entsunipfungsarbeiten werden sofort in Mallstabe einsetzen. In etwa fünf Jahren wird das Gebic ' ilonisation vorbereitet sein. Die Aufgabe der Etappe. W ir müssen uns bewußt werden, daß Schwerpunkt und Zentrum d S jüdischen Lebens immer mehr von den verschiedenen Kontin nten nach Palästina sich verlagern, dalt heute schon der eigentliche Schauplatz der jüdischen Geschichte in Palästina liegt. Jene I ioniere, die den Boden Palästinas für ihr Volk neu gestalten, sind reit, jedes notwendige Opfer zu bringen; sie geben alles, wir höchstens einen Bruchteil unseres Geldes. Hier aber sehen wir entscheidende Aufgabe der „Etappe". Es darf heute nicht mehr ikommen, dal! die Entsumpfuiigsarbeiten, wie früher, grolle Opfer i Leben oder Gesundheit fordern. Diese Opfer sind heute veridhar, und die Verminderung und Beseitigimg der Malariagefahr i I /u einer Frage der hygienischen und sanitären Mallnahmen, einer I rage der Verbesserung der Arbeitsmethoden und da- I /u einer Frage des Geldes geworden. Es wäre ein Makel, der •ig an dem Hulewerk haften würde, wenn es uns nicht gelänge, Malariagefahr bei den Drainagearbeiten auf ein Minimum herab- Irücken. Es ist Aufgabe der Etappe, der Front Opfer und Ver- ■ t. nach Möglichkeit zu ersparen; eine Aufgabe, die mit gutem W illen leicht zu lösen ist. Gerade denen, die sich heute noch bei der Beurteilung des enen jüdischen Volkes nach Lob und Tadel einer fremden Limit richten, sei gesagt, daß sich der wahre aufbauende Kampf;en die Vorurteile der anderen nicht hier, sondern in Palästina spielt In Hulc wird das jüdische Volk seine produktiven Kräfte eisen, dort gehen jüdische Pioniere ein Vorbild an Einsatz und i willen. Das Schicksal von Hulc ist auch unser Schicksal. Huie ist die neue grolle Aufgabe, Chance und Verpflichtung, die das jüdische Volk auf sich genom- » ii hat. Sorge jeder zu seinem Teil dafür, dall wir uns dieser V pflichtung gewachsen zeigen! Grundlegend« Fragen de» relly. Liberalismus. Am 20. Januar, hielt die Vereinigung für das religiösliberate Judentum ihre diesjährige Hauptversammlung ab, um *| inliegende Fragen über die Stellung des religiösen Liberalismus '» der Gegenwart zu erörtern und zu klären. Über die grundsätzlichen Fragen des religiösen Liberalismus lub in eindeutigen Formulierungen das Referat von Rabbiner Dr.Dien ein an n-Ottenbach: „Wo stehen wir heute?" Aufschluß. Es wurde Jon dem Referenten die Frage in den Mittelpunkt gestellt, woraus fH'riff und Gebilde des liberalen Judentums sich in den letzten hundert Jahren aufgebaut hat und jetzt aufbaut. Dieser Begriff de» liberalen Judentums hat nach Auffassung des Referenten nichts mit dem Hegriff des Liberalen in der Politik /u tun, wenn auch die Ausbildung des liberalen Judentums ZU einer Zeit geschah, als die Welt mit Gedanken erfüllt war, die sich innerhalb des Politischen in einer bestimmten Form ausdrückten. Liberales Judentum trägt sein Gesetz in sich selbst Deshalb kann au die Anfänge immer wieder angeknüpft werden. Dr. Dienemann faßte sein Referat in folgende Thesen zusammen: 1. Der jüdisch-religiöse Liberalismus geht aus von der Offenbarung Gottes, und er wertet sie als ein dem Menschen übergeben CS Gut, das er mit der Kraft seines Gefühls und seines Verstandes verwalten und in die Welt einbauen soll. 2. Der jüdisch-religiöse Liberalismus hält sich frei von dogmatischer Festlegung, er gibt der Gemeinschaft ihr uberindlvklucllea Recht und erkennt dem Individuum nicht das Recht zu, sich ohne Zusammenhang mit der Gemeinschaft die Formen des religiösen Lebens zu prägen. i. Der jüdisch-religiöse Liberalismus hält eine alle verbindende Ordnung und Regel des religiösen Lebens für unentbehrlich. 4. Der jüdisch-religiöse Liberalismus zielt auf die Entfaltung des religiösen Lebens hin und will das Judentum nicht vom Politischen und seinen Tageserscheiiiungen her bestimmen. 5. Der jüdisch-religiöse Liberalismus halt bei allem Verständnis für Erez Israel und aller Mitarbeit an seinem Aufbau das jüdische Leben in den Ländern der Welt nicht als ein solches minderen Wertes, sondern erkennt überall, wo Juden leben, für sie die Pflicht, zugleich ein Lehen der Betätigung des Judentums zu führen und mit den Völkern mitzuleben. (>. In alledem ist der jüdisch-religiöse Liberalismus in allen Wandlungen seinem Ausgang verbunden, sein Wesentliches ist ihm heute so unerschüttert wie früher. Rabbiner Dr. Dieneinann schloß: Wir wollen einen neuen Anfang machen. Wir stehen dort, wo unsere Väter vor hundert Jahren gestanden haben. Damals hieß es: heraus aus der Gemeinschaft zum Individuum, heute geht dei Ruf zur Gemeinschaft. Die Akzente haben sich verschoben, die Grundlagen und -fragen sind gebliehen. Die Diskussion ergab eine Erörterung der Thesen des Referenten von den veischiedensten Gesichtspunkten her. Bemerkenswert war, daß mehrere Redner sich zum jüdischen Gesetz als der eigentlichen Substanz des Judentums bekannten und für die judische Schule eintraten. Referate über die Bedeutung des Sabhath und die Sabbathge staltung hielten Rabbiner Dr. Leo B a e c k, der Vorsitzende der Reichsvertretung und Rechtsanwalt Dr. Julius L. S e 1 i g s o Ii n, Mitglied des Präsidialausschusses der Reiehsvertretung. Rabbiner Dr. Leo Baeck stellte in einem großangelegten Referat die Bedeutung des Sabbath an Hand der beiden Gegensatzpaare: Rationalismus — Irrationalismus und Konversation — Tradition

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