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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1934-12-23 · 52 (23.12.1934) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
10 (1934)
Issue
52 (23.12.1934)
Date
1934-12-23
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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28. Dezember 1Q34 ■^■■■■BHHHHHVm Konzert - Direktion A. Ehrlich Sylvester-Montag, den 31. I»»'/.. pünktl. 8.30 Uhr abends Dnnvn« Hkftml mit Sylvester-.nitniau'. den .it. Des. punktl. 8.30 Uhr abends D|intn« flkftnfi in sämtlichen Räumen des Khiisthrhunses. Nikischplatz 2 011(11121 MQßllü ansehlle«*. Ke«elligen Beisammensein Mlmmnng! Humor! rherraMehungen! Tan« Mh . . . * U. a. Prominente jüd. Künstler: «low, Berit«, einer unserer an der Spitze stehenden, konferiert. - Käthe Julius, Hannover entzückt mit viels. Tanzkunst Die jugendl. Wu nderv i rtuosen? 1 — Helen Stark — Else Markise und das weitere Programm. In den Qesellschaftssälen ab 9 Uhr Tan/., ab 11 Uhr nach dem bunten Abend in allen Sälen Karten zu Rmk. 1.—w 1,50 und 2. - (beide numer.) zu hab;n bei: M. W. Kaufmann; IWanelis; Kaufhaus Brühl; D. Rosen Nachf, Peterssteinweg; Zcllner; Willner, Nordstr.; Wietepsky, Brühl 52. - Ermäßigungskarten für R.J.F., Schild. Bar-Kochba. nur im Vorverkauf bei Konzert-Dir. A. Ehrlich gegen pers. Mitglieds-Ausweis — Platzbestellungen auch telephonisch unter Nummer I 4551. HHMH »erden nur soviel Karten ausgesehen al« wirklich Platze vorhanden! mm^hhh Am 31. Dezember 193», abends 8 Uhr unter Mitwirkung I. Berliner und Leipziger Künstler im Lastmanns Große Syluester-Feier '• ^ÄÄIIS0!?! Plötzlich und unerwartet verschied unser geliebter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel, Herr Wolf Silberberg in New York. Rosa Brod geb. Silberberg nebst Hinterbliebenen. Sabine täoldherjc Kaiman Seliidlow Saarbrücken Verlobte Leipzig Dezember 1934 Die glückliche Geburt eines Mädchens zeigen hocherfreut an H. Heini und Frau Koxa!6. 12. 34. geb. Marmerstein hierher gebeten, um ihn über das Thema „Das deutsche Judentum 114 - 1»B4" referieren zu lassen. Die leoendigen Ausfuhrungen iirden mit großem Interesse aufgenommen, wenn auch ein weltlicher Teil der Anwesenden in der Diskussion die aber leider nullt zugelassen wurde , 'mancherlei zu entgegnen gehabt hätte. W eilige Tage spater sprach der Syndikus des Landesverbandes Mitteldeutschland vom Centralverein, Herr Syndikus Sabat/ky, l.cip- \ über „Einkehr und Umkehr". Seine Ausführungen hatten mehr ormatoruchen Charakter im Hinblick auf das bisher vom C.V. i leistete, als daß sie für die Zukunft wegweisend gewesen wären, ■ie kurze Diskussion verlief anregend. Unsere Gemeinde. Jugendberatungsstunde (für weibliche Jugendliche). Der Jüische Frauenbund, Ortsgruppe Leipzig, hat regelmäßige Sprechm iiden für weibliche Jugendliche eingerichtet, die Montag von 1 .7 bis Vj 8 Uhr im Gemeindeamt, Walter-Blümel-Stralle III pl., und im Donnerstag von 3 4 Uhr im Felix-Ookhnann-Helm stattfinden nd von Trau Ida Kurit/kes und Frau Tannhauser geleitet werden. Von Schabbot, den 29. XII. bis Dienstag, den 1. Januar 1935 ii: det in Leipzig eine Tagung der Agudas Jisroel Jugendorganisation Deutschlands statt. Line Aussprache über die inneren Pro- >! nie der Organisation ist aus mehreren Gründen von besonderer ßl ieutung. Notwendig ist sie, weil seit der vorangehenden bereits «wei Jahre vergangen sind, und die Organisation ist im Laufe der Zeit vor ganz neue Aufgaben gestellt worden. Die Ausbildung der du/im ist zwar einem Bund „Noar Agudathi" übertragen worden. Nichtsdestoweniger ist durch die veränderte Erzichungssituaii i eine Strukturänderung im Bund eingetreten. Dieses wurde verursacht durrh Finstrilung auf Berufsumschichtung, stärkere Htawendung /u den mnerjüdlschen Problemen, wo hingegen früher 11 irgemifl eine Auseinandersetzung mit der Kultur der Umwelt bedeutende Rolle in der Erziehung spielte. Außerdem hat der Bund durch Übernahme der Jiiiigerenarbeit eine immer stärkere bündische Form erhalten. Line Trennung zwischen dir bundischerzieherischen Arbeit und der sonstigen Älterenarbeit wird am I). T. v<> genommen werden müssen. Das Verhältnis der drei Erzichungsformen, nämlich der chaluzatchen, hündischen und nicht-bundisch Angestellten, wird im Mittelpunkt der Tagung stehen. Erzieherischmethodische und weltanschauliche Fragen werden an einer der „politischen" vorangehenden behandelt werden. Gemeindeabend (anläßlich der Tagung des Verbandes traditionill-gesetzestreuer Rabbiner). Als ein „Parterre von Konigen" begrüßte üemeinderabbiner Dr. Carlebach die Vertreter der Vereinigung traditioncll-gesetzestrcuer Rabbiner Deutschlands. Könige "n Sinne der Weisen: Wegbereiter Otts, mit dein Königsmantel erhöhten Pflichtbewußtseins begabt. Im Zeichen dieser Verantwortung Leipzig, C, den 26. 12. 34. LiviastraBe 5. Am 26. Dezember starb mein innigstgeliebter Gatte, treusorgender Vater, Bruder, Onkel und Schwager, Herr Dipl. tilg. Willy Kaufmann im Alter von 56 Jahren. In tiefer Trauer Frau Krnesta Kaufmann geb. Weißmann. Margarete Kaufmann. BLUMENHAUS'LANGE 0 C /, Tauchaer Straße 16 - Tel. 28789 Schnitt-Blumen Topfpflanzen, Blumenarrangements. Lieferung ins Haus. für die Zukunft, die aus dein Können und dem Wissen um den Weg erwächst, standen die Ausführungen der beiden hervorragenden Vertreter des thoratreuen deutschen Judentums, die mau wohl als programmatisch für die Tagung ansehen durfte. Die Lage des gesetzestreuen Judentums, so führte Rabbiner Dr. U n n a - Mannheim aus, wird heute nicht mehr durch die gewohnte Geringschätzung gekennzeichnet. An ihre Stelle ist vielmehr eine weitgehende Rücksichtnahme getreten. Der Liufluß der Thora ist aber bei weitem nicht so, wie es ZU wünschen wäre. Eine Ursache dafür ist die Zersplitterung des thoratreuen Judentums seihst. Line /weite das Anwachsen des Zionismus. Früher eine Stütze unseres Kampfes, hat er in/wischen alles mit seinen Ideen zu durchdringen versucht. Die jüdische Volkspartei hat neben vielen Liberalen vor allem die Oesetzestreuen aufgesaugt. Andererseits war die unabhängige Orthodoxie zahlenmäßig und finanziell zu schwach. So war man auf die Volkspartei als Sprachrohr angewiesen und natürlich dadurch gehemmt. Die Extremisicrung des Partcicnkampfes durch die letzten politischen Ereignisse reibt die Treuen noch weiter auf. Für den inneren Zustand der Gemeinden in be/ug auf die praktische Erfüllung unserer Forderungen gibt es drei Prüfsteine: Den Schabbos, den Kasthals und die Ehcgeset/e. Die Treue gerade zu letzteren Vorschriften ist völlig zurückgegangen. Im Zusammenhang damit steht das Übel aller Obel: Das Zweikinder System. Keine Judenverfolgung bedroht unseren Bestand so wie diese unheilvolle Sitte, die dein nationalen Selbstmord gleichkommt. Der Kaschrus hat sich am längsten gehalten; das Schichtverbot ließ aber viele schwach werden und sich „umstellen". Der Zionismus hat viele auf halbem Wege aufgehalten, die vielleicht ganz zurückgefunden hätten. Er hat aber wenigstens das Interesse zum Jüdischen geweckt. Unsere Zeit ist krank, so schloß Dr. Unna seine Ausführungen, weil Ott aus dem Leben ausgeschieden ist. Die Thora muß wieder zur Herrschaft kommen; ihre Werbekratt hat niemals abgenommen. Unter dieses Leitmotiv, die Thora wieder auf ihren Herrscherthrou zu erheben, stellte auch Rabbiner Dr. KI e i n - Nürnberg seine Darlegungen. Gesetzestreue sei zwar vorhanden; aber ungenügende Kenntnis des Gesetzes. Das hat seine historischen Ursachen in dein Beharren der Thoratreuen in der aufgezwungenen Verteidigungsstellung. Unsere Jugend hat Lust am Problematisieren. Die Ausbreitung des akademischen Studiums brachte das Streben nach weltanschaulicher Grundlegung des Judentums. Aber wahres Lernen erfaßt den ganzen Menschen. Die Jugend muß wieder zurück in die jeschiwaus. Nicht darf die Philosophie Maßstab sein für die Thora, sondern die Thora muß Maßstab aller Beurteilung sein. „Fort mit dem Religionsunterricht, her mit der Talmud-Thauro" fordert der Redner zur Verwirklichung dieser Forderungen. Die Jeschiwaus vermitteln auch tiefstes seelisches Empfinden; erst so entsteht ja das Ideal des Talmud- Chocbom. Diese großen Menschen muß die Jugend als die Wahren, die Besten verehren. „Darin unterscheidet sich die Orthodoxie von allen anderen Richtungen.im Judentum," so hatte vorher auch schon Gem.-Rabbiner Dr. Carlebach betont. „daß ihr all c

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