Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 10 (1934)
- Issue
- 52 (23.12.1934)
- Date
- 1934-12-23
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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28. Dezember 1934 Thorale lichten Heilige sind, nicht mir die Ncwiini. Das hat nichts mit jener Anschauung gemein, die heute König David als orientalischen Despoten und unsere Vater als in den Anfängen Steckengebliebene Urmenschen hinstellt." Oberkantor Wilkomirskv hatte /u Beginn den ehrwürdigen Gästen sein B'rochira Haboim zugerufen und betete /.um Schlult ein El mole rachamim für die im letzten Jahre verstorbenen Chofez Chajim, K. Schapiro aus Lublin und R. Israel ans Czortkow, sowie eine erschütternde Reihe entschlafener Mitglieder der Vereinigung, unter denen sich gleichfalls ganz bedeutende Persönlichkeiten befunden haben. Fraucn-Chcwra-Kadischa. Die Chewra-Kadischa der Frauen gibt bekannt, dali vom Montag, dem 31. De/einber, ab im (iemeindeanit, Waltcr-Hhimcl-Stralic ltl ptr., in der Zeit von 3 (> Uhr wieder genäht wird. Um zahlreiches Erscheinen wird dringend gebeten. Bildungskurse der Gemeinde. Am Montag, den 31. 121934, findet der Kurs Dr. Markowkv nicht statt, sondern erst wieder am Montag, den 7. I. 1935 pünktlich 8 Uhr, im Saale des I'elix-Goldmanii- Heimes, Eisterstr.7. El finden statt: Mittwoch, 2. Januar 1935: Kurs Dr. Woskin: „Siddur" (Hebr. Sprachschule, Pfaffendorfer Str. 4); Mittwoch, 2. Januar 1935: Kurs Dr. Schercschewski (Sozialamt, Humboldtstr. 13); Donnerstag, 3. Januar 19)5: Kurs Rabbiner Cohn (Sozialamt, Humboldtstr. 13); Donnerstag, 3. Januar 1935: Kurs Obcrkantor Lampel (Felix-Qoldmann-Heim, Llsterstr. 7); Donnerstag, i. Januar 1935: Kurs Dr. Woskin: „Maimonides" (Hebr. Sprachschule, Pfaffendorfer Str. 4). Gesellige Vereinigung deutsch-jüdischer Berufstätiger (G. V.). Am 2. Januar pünktlich 21 Uhr, referiert in den Logcnräuincn, Arndtstraße 1, Herr Bankier Wilhelm Breslauer, Vorstandsmitglied unserer (iemeinde, Mitglied der Reichsvertretung, über „Die Re 1 c h S v c r t r etu n g der deutschen Jude n". — Gäste her/lieh willkommen. Bevorstehende Veranstaltungen 30. Dezember: Noar Agudathi-Kundgtbung 2(1,3(1 im F.Ooldmann-H. 31. Dezember: Verein polnischer Kaufleute und Gewerbetreibender: Winterfest. 31. Dezember: Konzertdirektion Arthur Ehrlich: Bunter Abend. 1. Januar: offcntl. Vortragsabend der Agudas Jisrocl. Referenten: I. Rosenheim, Dr. P. Kohn, Dr. S. Ehrmann. 7. Januar: Jüdisch. Frauenbund: Nachmitagsvortrag: Hcdw. Burgheim, Plaudereien über Erziehungsfragi-n. 10. Januar: Beatrice Waghalter: Wiederholungskonzert. Wunschprogramm. Q. Februar: Konzert: Kammersänger Emil Fischer — Gottlieb-Trio. Amtliche Bekanntmachungen. Aufsicht zn Pessacb. Kolonial\xarent>ischäfte, die zu Pessach 1934 nicht unter Aufsicht des Gemeinderabbinais gestanden haben, aber zu Pessach 1935 Aufsicht wünschen, werden aufgefordert, sich bis zum 1. Februar 1935 beim israelitischen Gemeindeamt zu melden. Spätere Anmeldungen werden keinesfalls mehr berücksichtigt. Ob und unter welchen Bedingungen die Aufsieht erteilt wird, wird dem Antragsteller bekannt(,'cneben. Nur diejenigen Firmen werden in das Verzeichnis der zu Pessach unter Aufsicht stehenden Geschäfte, das am 23. Februar 1935 in unserem Gemeindeblatt bekanntgegeben wird, neu aufgenommen, die bis zum 2. Februar 1935 einen entsprechenden Antrag gestellt haben und denen unser Rabbinat die Aufsicht erteilt. Der Vorstand Leipzig, den 12. Dez. 1934. der israel. Religionsgemeinde zu Leipzig. Steuerordnung. Die vom Ministerium für Volksbildung für die Zeit vom 1. April 1934 bis 31. Mär/ 1935 genehmigte Steuerordnung liegt vom 24. Dezember 1934 bis mit 4. Januar 1935 zur Einsichtnahme werktäglich von 9 1 Uhr an unserer Kasse, Leipzig C 1, Walter-Blümel- Stralie 10,1 aus. Leipzig, 18. Dezember 1934. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Neufassung des Gemeindestatuts. Das Oemeindcstatut für die israelitische Religionsgemeinde zu Leipzig ist neu gefaßt worden. Ein Stück des neu gefällten Gcmetndestatuts liegt in der Zeit vom 24. Dezember 1934 bis mit 1. Januar 1935 zur Einsichtnahme werktäglich von 9—1 Uhr an unserer Kasse, Leipzig Gl, Walter-Blümel-Straße 10,1 aus. Leipzig, den 13. Dezember 1934. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Gottesdienste Gemeindesynagoge. Sabbatgottesdienst: Freitag, 28. Dezember, Abendgebet 16,30 Uhr mit Predigt; Sonnabend, 29. De/ember, Morgengebet 9 Uhr, Nachmittagsgebet 16,30 Uhr, anschließend Lehrvortrag; Abendgebet 17,01 Uhr. Gottesdienst an Werktagen in der Ez-Chaim-Synagoge. Gemeindesynagoge. Sabbatgottesdienst: Freitag, 4. Januar 1935, Abendgebet 16.30; Sonnabend, 5. Januar, Morgengebet 9 Uhr; Nachmittagsgebet 16,35, anschließend Lehrvortrag; Abendgebet 17.07. Gottesdienst an Werktagen in der Ez-Chaim-Synagoge. Ez-Chaim-Synagoge (Otto-Schill-Str.). Freitag, den 28. De/. Abendgebet 16,15 Uhr. Sabbat, den 2*). De/.: Morgengehet 8,30 Uhr, Mincha 16 Uhr, Ausgang 17,01 Uhr. Wochentag: Morgengebet 7,30 Uhr, Abendgebet 16,30 Uhr. Ez-Chaim-Synagogc (Otto-Schill-Str.). Freitag, den 4. Januar Abendgebet 16,30 Uhr. Sabbat, den 5. Januar: Morgengebet 8,3(i Uhr, Mincha 16 Uhr, Ausgang 17,07 Uhr. Wochentag: Morgengebet 7,30 Uhr, Abendgebet 16,30 Uhr. Talmud-Thora-Synagoge, Keilstr. 4. Freitag abend 16,15 Uhr. Sonnabend früh 8,30, Mincha 16,00, Sonntag früh 7,30. Wochentags: Früh 7,15, abends 16,15 Uhr. Aus dem Gemeindeamt. Betriebe unter Aufsicht des orthodoxen Gemcinderabbinats. Wir geben wiederholt bekannt, welche Betriehe unter Aufsicht unseres orthodoxen Geineinderabbinats stehen. Nur für Waren aus diesen Betrieben übernimmt das Rabbinat die Verantwortung in bezug aul das Kaschrus. Fleisch und Geflügel: Moses Bild, Gerberstr. 41, M. Frischer, Packhofstraße 11 13, Osias Kohn, Lobmühlgasse 17, Sallv Löh. Ranstädter Steinweg 7, Jacob Schimsheim, Plauenache Straße 3/5. Nur Geflügel: QeflügelgroShandlung Leo Hendler, Gerberstr. 48 50. Geflügelbandlung Regine Wassermann, Keilstr. 4. Milch und Butter: J. Bartfeld, Eutrit/scher Straße 5, Chaim Zipser, Nordstraße 35, Hof (Wohnung: Berliner Str. IS), Rittergut Gundorf (Bestellungen durch H. Kreutner. Färhcrstr. 16). Backwaren: Salonion Lotrowski, Berliner Straße 13, Selig Scheinowit/, Gerberstr. 40 und Keilstr. 9, Schmeküer, Nordstraße 25, Ranstädter Steinweg 45. Speise b i us e r: Chmelnitzky, Reichsstraße 22, Manelis, Nikolaistraße 36, Mittagstisch T. Hochmann, Katharinenstraße 181. Personenstandsnachrichten Geburten: I. Dezember 1934 Mendel Bild und Bertha geb. Vogel, Waltet- Blümel-Straße 18, eine Tochter „Ruth". 5. De/ember 1934 Baruch Linder und Amalie geb. Forschirm, Borkumer Weg 8b, einen Sohn „Bernd". Trauungen: Am 19. De/ember Mascha Gewür/mann, Leipzig, mit Herrn Send» Silberberg, Färberstr. 12. Am 25. De/ember 1 Uhr mittags Fräulein Ffenny Schaja, Eutrit/- scher Str. 7, mit Herrn Jascha Katzmann, Humboldtstr. 12a, in der Wohnung Eutritzscher Str. 7. Am 25. Dezember 4 Uhr nachm. Fräulein Jeanette Fräukel, Bosistraße 6, mit Herrn Dr. Samojlo Reiter, Emilienstr. 44, in dir Leipzig-Loge, Arndtstr. 1. Am 8. Januar 13'/., Uhr mittags Fräulein Suse Katz, Waltcr-Blümc;- Straße 13, mit Herrn Robert Loewenthal, Eisenach, in dir Wohnung von Herrn Rabbiner Cohn. Neue Bücher Joachim Prinz, Die Geschichten der Bibel. Der jüdischen Jugend neu erzählt. Mit vielen Bildern von Heinz Wallenberg. Berlia [1934| (Erich Reiß Verlag). Von der richtigen Erkenntnis geleitet, daß unsere Zeit eine Aufgeschlossenheit für die Kenntnis der biblischen Geschichte bei Alt - ren, Jüngeren und Jüngsten hervorgebracht hat, die vor wenige Jahren noch ein pium desiderium blieb, hat es der ungewöhnlii Ii rührige Joachim Prinz unternommen, ein Buch zu schaffen, das in innerer und äußerer Aufmachung geeignet ist, „unsere Jugend d< m biblischen Stoff wiederzugewinnen und dem biblischen Stoft eine Stütze zu geben, die bisher nur in etwas veralteten Lehrbüchern vorhanden war". Verstehen wir Prinz' Absichten richtig, daß sei» Buch als eine Hilfe fürs Haus, für Eltern und Erzieher gedacht i-t. die ihren Kleinen daraus vorlesen oder sie selber lesen lassen werden, so dart der Versuch als gelungen bezeichnet werden. In einfacher, leicht verständlicher und darum eingängiger Sprache ist aus den reizvollen Erzählungen ausgewählt, was als bedeutsam dem Kimlc nahegebracht werden soll. Meist ganz, hervorragende Bilder, in schlichter, aber eindrucksvoller, künstlerisch einwandfreier Scbwarz- Wciß-Manier beleben die Anschaulichkeit und steigern die Freude an der kindgemäßeii Darstellung der Geschichten. Ob das Buch der Bestimmung des biblischen Unterrichts selbst gerecht wird, wird Gegenstand der Erörterung bei den Faktoren der jüdischen Sehlde bleiben müssen. Die bewußte und gewollte Freiheit der Erzählung, nicht minder die oft geringfügig scheinenden kleinen Abweichungen vom Bibeltext, die sich bekanntlich im lernenden Kinderkopf festsetzen und gar zu leicht irriges Wissen vermitteln, lassen jedenfalls die Frage aufwerfen, ob nicht die gegenwärtig in der Schule benutzten Lehrbücher, auch wenn sie in veraltetem Gewände einher-