Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 10 (1934)
- Issue
- 51 (21.12.1934)
- Date
- 1934-12-21
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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21. Dezember 1934 1 Irma Baumaß Adalbert Koster/itz | Leipzig W33 Verlobte Mittweida i. Sa. CILLY Itl 1 TUM it .II I-H S CVI'Kit Leipzig C 1 Verlobte Grimm .-Stein weg 28 25. Dezember 34 Göppingen Wittcnbg. Erna Rubin — Joseph Schlanger Verlobte Zu Hause: Dienstag, den 25. Dezember 1934. RUTH ISA A IiNOII X - ROLF LIPPSTADT . . . _ , Verlobte Leipzig C 1 Lüneburg Bauhofstr. 6 Zu Hause am 25. Dezember 1934 * Ingeborjf Alexander — Sulomon Krimmer Leipzig Beaumontstr. 48 Verlobte Dezember 1934 Leipzig C 1 Yorkstr. 28 Dr. jur. Karl Krautliauiiiier Felicia Krauthamnier geb. Sandler Vermählte Paris, den 18. Dezember 1934 Dr. Samuel Reiter Jeannette Reiter geb. Frankel Vermählte Leipzig, Bosestraße 6. den 25. Dezember 1934. Statt Karten! Für die anläßlich der Barmizwah unseres Sohnes K ii O X erwiesenen Aufmerksamkeiten danken herzlichst Leipzig S3, Bayrische Str. 123. S. Obstler und Frau. Unsere Gemeinde. Redaktionsschluß. Mit Rücksicht auf die bürgerlichen Feiertage müssen Manuskripte, die für die am 29. ds. Mts. erscheinende Nummer bestimmt -ind, spätestens am Donnerstag, den 27. ds. Mts., 9 Uhr, bei der Schriftleitung vorliegen. Später eingehende Manuskripte können unter keinen Umständen berücksichtigt werden. Druckfehlcrberichtigung. Leider Raben sich in der Nummer vom XII. einige sinnentstellende Druckfehler eingeschlichen: In dem Aufsatz: „Das alte und das neue Licht" (von Dr. Samuel) muH der Satl lauten: „Das (beständige Wachsen des Kulturdcfizits) nachzuweisen, konnte Isaak Breuer nicht allzu schwer fallen; dazu befähigte ihn sein (nicht kein) scharfer Blick für die Mingel des Kallinchen sowie des I Kreischen Systems." In der Kritik des Konzerts auf zwei Flügeln muH es heilten: „die ansprechende (nicht tisgesprochenc) Suite Arenskys". Alt-Kleiderstelle, Humboldtstr. I'J, braucht dringend getragene Minner-, Frauen- und Kinderkleidung. Auch Wischestücke werden stets benötigt. Auf telephonischen Anruf 21382 weiden alle Sachen t hnellstcns abgeholt. Chanukkah-Feiern. Auch in diesem Jahre ist innerhalb unserer ' eineinde eine grolle Zahl von Chanukkah-Feiern veranstaltet \ orden, darunter einige mit ganz besonderem Erfolge. Wir WUTd n gerne, in getreuer Erfüllung unserer Chronistenpflicht, wie auch in Würdigung der für diese Feste geleisteten Vorarbeit und ihrer W irkung, eingebende Berichte über jede dieser Veranstaltungen * röffentlichen. Leider sehen wir uns da/u mit Rücksicht auf die entgegenstehenden technischen Schwierigkeiten außerstande und müssen uns damit begnügen, lediglich in Kürze die uns gemeldi ten Veranstaltungen zu verzeichnen. Als eine ungewöhnlich gelungene Chanukkah-Fcier wurde von Kindern wie von Erwachsenen das Kinderfest aufgenommen, das von der Ortsgruppe des Frauenbundes gemeinsam mit dem Schwestern!) und der Leipzig-Loge geboten wurde. Der Bar Kochba war an dem vom J. P. D. und Makkabi H a z a i r gemeinsam Veranstalteteil Fest JMKIBA Im C.-T. (das, der schönste Beweis für die Stellung dieser Organisationen im jüdischen Leben Leipzigs, von fast 2000 Menschen besucht war) beteiligt, vereinigte seine Mitglieder zu einer Makkabäer-Fcier in der Turnhalle der Höh. Isr. Schule (die Makkabäer-Rede hielt Rechtsanwalt Dr. Lehrfreund) und beging am 15. Dezember das große Winterfest, das ideell und materiell als ein grofier Erfolg verbucht wird. — Einen ausgezeichneten Verlauf nahmen auch "ach den uns gewordenen Berichten die Chanukkah-Feiern, die der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten für seine Der Reichsmelster in Leipzig Am 2. Weihnachtsfeiertag Mittwoch, den 26. Dezember 1934 auf unserem Sportplatz Thekla, Theklaer Str. (Endst. d. Linie 1) Fußball: 12 Uhr: Schild II - Berliner Sport-Qemeinschaft 1933 II 2 Uhr: Schild l - Berliner Spart Gemeinschaft 19331 (Reidismeisfer) O BLUMENHAUS-LANGE $ C /, Tauchaer Straße 16 ■ Tel. 28789 Schnitt-Blumen Topj'pflanzen, Blumenarrangements. Lieferung ins Haus. Telefon 27210 All« Arten von Versicherungen durch die General-Agentur Wolf Giiidsberg, Leipzig €1 Üottschedsir. 30 Palästina-Iteisen PALESTINE & ORIENT LLOYD, BERLIN HANDELSBANK IWRIA e.O.m.b.H. Leipzig Cl, Ritterstr. 23 29 Auskünfte und Buchungen nur durch REISKBl REAl ASTOKI A «. m.b.H. Leipzig Cl ltlücherplatK « Telefon 287 40 Keiften naeh allen Weltteilen - - FliigpaMMagen Jugend und für seine Mitglieder und Gäste veranstaltete. — Uber interne Feiern und ihren schönen Verlauf hörten wir vom Kinderheim der Leipzig-Loge, Kinderhort und Altersheim (Nordstraße), Isr. Kindergarten, Jüdischen Frauenbund in seiner „Gruppe für Berufstätige" und den „Geselligen Nachmittagen für alleinstehende ältere Damen", Oeseilige Vereinigung jüdischer Berufstätiger. Alle diese, wie auch andere, von denen uns Berichte noch nicht gegeben wurden, zeugen von dem stark pulsierenden Leben unserer Gemeinde. Gemeindeabend. DerGemeindeabend vom 13. Dezember brachte einen Vortrag von Professor Dr. Ismar El bogen über das Thema „Aus der ältesten Geschichte der Juden in Deutschland". Beginnend mit der Römerzeit, aus der die ersten Spuren jüdischer Niederlassungen in Deutschland stammen, schilderte der Redner fesselnd und lebendig, wie die Juden im Lauf der Jahrhunderte — teils gefördert und geschützt, teils bekämpft und gehaßt sich Heimatrecht auf deutschem Boden errungen haben. Im ersten nach- oder ersten vorchristlichen Jahrhundert mit den Römern nach Deutschland eingewandert, lebten die Juden als römische Bürger in Freiheit und Frieden neben ihren Landsleuten. Während mancherlei Funde zwar Niederlassungen von Juden in Trier, Heilbronn und anderen Orten der Rheingegeiid vermuten lassen, stammt die erste sichere Nachricht über eine jüdische Gemeinde aus Köln, wo die Juden laut einer Urkunde Kaiser Konstantins aus dem Jahre J2I von der Bekleidung gewisser städtistiiei Ämter mclit befreit werde:! konnten. Das Schicksal dieser jüdischen Gemeinden in der Völkerwanderung ist ungewiß, da nur wenig Reste aus dieser Zeit sich erhalten haben. - Die kulturelle Geschichte der Juden beginnt erst mit dem Reiche Karls d. Gr., der die Niederlassung von Juden begünstigte, da er in ihnen wertvolle Elemente für die Entwicklung seines Reiches sah. Längs der grollen natürlichen Verkehrswege an der Maas und Mosel entlang nach Metz, Trier, Mainz, Worms, Straßburg und Speyer begann nun die systematische Besiedlung Deutschlands durch die Juden. Vom Rhein mainaufwärts haben sie sodann den Zug des deutschen Volkes nach dem Osten sehr früh mitgemacht, so dal! auch in Sachsen und Thüringen jüdische Siedlungen entstanden. Auch hier hielt die Wanderung nicht an, sondern ging weiter nach Polen und dem Inneren Rußlands. Die Aus- und Einfuhr wurde von den Juden getragen, sie waren auf den großen Handelsstraßen zu Hause und rüsteten große Karawanen nach der ganzen Welt aus. - Nach Karl d. Gr. war es Heinrich IV., der ein besonders enges Verhältnis zu den Juden unterhielt. Zollfreilieit und andere Vergünstigungen wurden