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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1934-12-14 · 50 (14.12.1934) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
10 (1934)
Issue
50 (14.12.1934)
Date
1934-12-14
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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•4. Dezember 1934 GEMEINDFBLATT DI R ISRAEI.ITISC.I ll'N RELIGIONSGEME1NDE ZU LEIPZIG Seite 3 Die Geburt ihrer Tochter It K X A T B geben bekannt Dr. med. Manfred Bf r»tu a n n und Friiu Itutli geb. Frankenberg. Leipzig, SedanstraBe 17 a. Die glückliche Geburt unseres zweiten jungen zeigen in dankbarer Freude an. Barudi Linder und Frau Martha geb. Forschirm. Statt Karten: Zu der s.Q.w. am 22. Dezember in der Ez-Chaim Synagoge Otto- Schillstr. stattfindenden Barmizwa-Feier HlSö'in unseres Sohnes Manfred beehren wir uns alle Verwandten, Freunde und Bekannte herzl. einzuladen. Wolf Reis« und Frau Oustel geb. Menasche. Empfang 12-3 Uhr Philipp-Rosentbalstraße 22. Statt Karten »K. UIIXST Iii' CA S XAX V LUCAS geb. Intrator Vermählte Trauung: Sonntag, 16. Dezember, 4' 2 Uhr, Str. d. 18. Oktober 17, I, O BLUMENHAUS LANGE C l, Tauchaer Straße 16 - Tel. 28789 MmitljWumei^^ $&*imääsr> Internationale Spedition Leipzig C 1 BrOhl 61 Telefon 242 07 Spezialität: Palästina Transporte i.irum auch diesen um die jüdische Allgemeinheit sehr verdienten Mann der Segen (i'ttes auf seinen weiteren Lebenspfaden geleiten und der Erfolg sein neues Lebenswerk krönen, denn auch von Ulm ilt das biblische Wort: „Das Recht (i'ttes hat er gewirkt und seine Vorschriften an Israel." Dr. M. Lipschüt/. Rabbiner-Tagung in Leipzig. Vom 24. bis zum '27. Dezember hält die Vereinigung traditionell-gesetzestreuer Kabbitoer Deutschlands ihre diesjährige Tagung in Leipzig ib. Am Montag, den 24. Dezember, abends 1 _.s Uhr pünktlich, i ndet in der Ez-Chaini-Syiiagoge, Otto-SchUUStraße, eine feierliche 1 röffnungsvcranstaltung statt, bei welcher mehrere Rabbiner zu wichtigen jüdischen Gegenwartsproblemen das Wort nehmen werden. I >as Programm der Tagung, /u deren Referaten, soweit sie von all- < meinem Interesse sind, Interessenten Zutritt haben, wird in der ichsteu Nuuimer dieses Blattes bekanntgegeben werden. Vortrag Dr. Soloweetschik. Der für den 19. Dezember ansetzte Aufklärungsvortrag von Herrn Dr. Soloweetschik muB auf utang Januar verschoben werden. Das genaue Datum wird noch bekanntgegeben. Werbeversammlung des RjF. und des Sportvereins „Schild". Die i ollangelegte Versammlung hatte 3(MI MX) Personen in den Schloßi •. Iler-Saal gelockt und die im eindrucksvoll geschmückten Saal stramm aufmarschierten Sportgruppen des „Schild" gaben der crhevcranstaltung ihr charakteristisches Gepräge. — Der Vors. des RjF., Rechtsanwalt Dr. Jacoby, hegrülite die stattliche Versammlung, die Sportler und besonders den Vertreter der Bundesleitung des k)F., den Reichssportwart des Bundes Dr. Elsbach-Berlin. Er I nnte hervorheben, daß der „Schild" heute bereits 4<X) Mitglieder mit einer ^port-Aktivitas von '1H\ Mann hahe. Sportleiter Herri ii ii richtet seinen Qruß im Namen der Sportkameraden au die V rsaiumelten. Seine mit sportlich-markiger Kürze vorgetragenen Ausführungen schließen in dem Gelöbnis: „Fulistehen immer, stillsi. hen nimmer." - Die bedeutsame, inhaltreiche Werberede des l< ichssportwarts im RjF., Herrn Dr. Elsbach, gipfelte etwa in I 'ilgendem: Die Gemeinsamkeit /wischen RjF. und Schild sei eine innen heraus geborene, die l1,'. Arbeit für den Sport habe II" Ortsgruppen mit weit über lilXX) Aktiven geschaffen. Die doppelte Aufgabe: Aufbau jüdischen Sports und Erziehung jüdisch vollfertiger Menschen durch Sport, beides für den deutsch-jüdischen Ki eis, sei klar erkannt und werde zielbewußt verfolgt. „Wir verquicken den ewigen religiösen Gedanken nicht mit völkischen Idealen; aber wir erhalten uns trotz aller Schwierigkeiten die Verknüpfung mit der deutschen Heimat. I )as unvergeßliche Fronterlebnis des RjF. muH an die deutschjüdische Ji'Kcnd weitergegeben werden zur Vertiefung ihres Heimatge- u h I s." Das geschieht durch die Sportarbeit, die zwar nicht par- Heute Sofmabeg£^.75.üsz. „ fBO^jwi qcoßeri CT.StxaL fäis/orripaeri . S Sblotaszzß. -lßffillpflsicfz£ ^^mfB<m^£i^iS'3^z Der Reineilrag flieBt der Jugendarbeit des B. K. zu teiisch sein, aber die vorhandenen Ideologien nie übersehen könne. Trotz der gemeinsamen Spitze mit dem Makkabi bleibe die Sonif e r a r b e i t des „Schild" n o t w en d i g. Neutralität ist nicht mehr zeitgemäß, klare Entscheidungen sind notwendig und irgendwo muß eines Tages die gesamte jüdische Jugend sportlich erfaßt sein, um sich für eine harte Zukunft innere Stärke zu schaffen. Hierfür bleiben jüdische Eltern und die jfldis c h e n Behörden stets voll verantwortlic h. Die Reichssporthehördeii haben in anerkennenswerter Weise das Ihre getan: mihi, Jude, tu' du das deine. Schwierigkeiten sind nach dem Grundsatz zu bekämpfen: Oberall ist irgend etwas möglichI Die Erziehungsziele der Sportarbeit sind auf Ordnung, Pflichttreue und Willenskraft gerichtet: den Grundpfeilern menschlicher Existenz die dein Frontkämpfer aus soldatischer Vergangenheit noch vor Augen stehen. Diese Begriffe seien zu vcrinncrliclien: Ordnung sei Einordnung (Disziplin); diese werde aus einem Schlagwort zur Idee. Pflichtgefühl führe zur jüdischen Gemeinschaft. Dienst am Qeraeinsamkeitsgedanken schaffe Willensstärke, Kraft, Mannhaftigkeit. „Was mich nicht umbringt, macht roich stärker'" Der Sportjugend sei zugerufen: Eure Zeit in Unruhe, eure Kraft zum Segen, eure Hoffnung in Gott! Uber den Wert des Sports als Prüfstein der Gesundheit, über die Stellung und Bedeutung des Sportarztes sprach dann ausführlich der Sportarzt des Schild, Herr Dr. Michaelis, der zu der Schlußfolgerung kam: Körperformung im Sport sei Zukunftsformung. In seinem zündend vorgetragenen Schlußwort führte Dr. A. Jacoby die Versammlung auf die Höhe der Stimmung; er hob vor allein die feste Absicht hervor, mit dem Bar Kochba zusammen freundschaftlich zu arbeiten. Er geißelte die übelwollende Berichterstattung der LNN. über den jüdischen Sportbetrieb. Er beklagte auch, daß die Isr. Relig.-Gemeinde bei der Einrichtung von Bildungskursen die Belange der deutsch-jüdischen üemeindemitglicder ganz unberücksichitgt gelassen habe, ein Fehler, der unbedingt abgestellt werden müsse. „Wir täuschen uns über nichts Schweres hinweg", rief Dr. Jacoby am Schlüsse aus, „aber wir wollen in zäher Arbeit erringen: Freude durch Kraft und Stolz.

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