Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 10 (1934)
- Issue
- 50 (14.12.1934)
- Date
- 1934-12-14
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN REL1GIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG 14. Dezember 1934 Bevorstehende Veranstaltungen 15. Dezember: Bar-Kochba-Fest. 18. Dezember: Zionistische Vereinigung: Dr. SchloBbergi Deutsches Judentum entscheide dich! 2(>. Dezember: Else .Markise und Walter Lewens: Lieder- und Duette-Abend. 31. Dezember: Verein polnischer Kaufleute und Gewerbetreibender: Wintertest. 31. Dezember: Konzertdirektion Arthur Ehrlich: Bunter Abend. Gottesdienste Gemcindcsynaßoge. Sabbatgottesdienst: Freitag. W.Dezember, Abendgebet K),l5 Uhr mit Predigt. Sonnabend, 15. Dezember, Morgengebel () Uhr, Nachmittagsgeber 16,20 Uhr, anschließend Lehrvortrag; Abendgebet 10,54 Uhr. Gottesdienst an Werktagen in der Ez*Chaim-Synagoge. Gemeindesynagoge. Sabbatgottesdienst: Freitag, 21. Dezember. Abendgebet lb,l5 Uhr. Sonnabend, 22. Dezember, Morgengebel u Uhr, Nachmittagsgebet 16,25 Uhr, anschließend Lehrvortrag; Abendgebet l(),5b Uhr. Gottesdienst an Werktagen in der E/-Chaim-Synagogc. Ez-Chaim-Synagoge (OtTo-Schill-Str.), Freitag, den U.Dezember, Abendgebet 10,15 Uhr. Sabbat: .Morgengebet 8,30 Uhr, Mincha 1(> Uhr, Ausgang 10,54 Uhr. Wochentag: Morgengebet 7,JU Uhr; Abendgebet 16,30 Uhr. Ez-Chaim-Synagoge (Otto-Schill-Str.). Freitag, den 21. Dezember: Abendgebet 10,15 Uhr. Sahbat, den 22. Dezember: Morgengebet S,it) Uhr, Mincha 10 Uhr, Ausgang 10,50 Uhr. Wochentag: Morgengebet 7,30 Uhr, Abendgebet 10,'3U Uhr. Talmud-Tnora-Synagoge, Keilstr. 4. Freitag abend 10,15 Uhr. Sonnabend früh 8,30 Uhr; Mincha 15,30 Uhr; anschließend ein Vortrag von Rabb. Feldmann; Ausgang 16,54 Uhr. Sonntag früh 7,30 Uhr, Wochentags trüh 7,15 Uhr, abends 10,15 Uhr. Personenstandsnachrichten Geburten: o. Dezember 1934 Dr. med. Manfred Bergmann und Ruth geb. Frankenberg, Sedanstraße 17a, eine Tochter „Renate". Barmizwas: Sonnabend, den 15. Dezember, David Sfißkind. Sohn des Herrn Nathan Sfißkind und Krau (iolda geb. Schusterinann, Rittorstr. 15, in der Tyktincr Synagoge. Sonnabend, den 22. Dezember, Jesaja Zimetbaum, Sohn des Herrn Hermann Zimetbaum und I ran Fanny geb. Berggriin, Nordstraße 41, in der Synagoge Obel Jacob, Plaficndorfer Str. 4. Sonnabend, den 22. Dezember, Manfred Reiß, Sohn des Herrn Wolf Reiß und Frau Oustel geb. Menasche, Pliilipp-Rosenthalstr. 22, in der Ez-Chaim-Synagoge, Otto-Schill-Str. Sonnabend, 22. Dezember, Fritz Bornstein, Sohn des Herrn Bernhard Bornstein und Frau Chana geb. Kupfer, Konradstr. 0'3, in der Bikur-Cholim-Synagoge, Eisen hahnstr. Q. Trauungen: Am Sonntag, 16. Dezember 4' , Uhr nachm. Fräulein Nany Intrator, Straße des 18. Oktober Nr. 17, mit Herrn Dr. Ernst Lucas, Promenadenstr. 7, in der Wohnung Straße des 18. Oktober Nr. 17. Todesfälle: 3. Dezember 1934 Neumann Rapaport, Funkenburgstr. 2. 9. Dezember 1034 Hugo Born, (irassistr. 25. Aus dem Gemeindeamt. Bildungskurse der Gemeinde. Der Bildungskurs des Herrn Dr. Markowicz findet bereits am Montag den 17. Dezember, nicht mehr im Sozialamt der (iemeinde, sondern im Saale des Fclix-(ioldmann-Heims, E I s t e r s t r. 7, statt. — Die Lerngemeinschaft der Herren Dr. Braude und Dr. Lipschütz findet am Montag, den 17. Dezember, entgegen der mündlichen Verabredung, wieder im Sozialamt der (iemeinde, Humboldtstraße 13, Eg., statt. Es werden also in der nächsten Woche folgende Bildungskurse veranstaltet: Montag, den 17. Dezember: Dr. Markowicz (Felix- (loldmann-Heim, Flsterstr. 7); Montag, den 17. Dezember: Dr. Braude und Dr. Lipschütz (Sozialamt der (iemeinde, Humboldtstr. 13); Dienstag, den 18. Dezember: Frau Anna Neumann (Sozialamt der Oemeinae, Humboldtstraße 13); Mittwoch, den 10. Dezember: Dr. Woskin: ,,Siddur" (Hebräische Sprachschulc, Pfaffendorfcrstr. 4); Donnerstag, den 20. Dezember: (iemeinderabbiner Cohn (Sozialamt der (iemeinde, Humboldtstr. F3); Donnerstag, den 20. Dezember: Oberkantor Lampel (Felix-Ooldmann-Hcim, Flsterstr. 7); Donnerstag, den 20. Dezember: Dr. Woskin: „Maimonides" (Hchriiische Sprachschule. Pfaffendorferstr. 4). Jüdischer Sport Bar-Kochba siegt bei den Wettkämpfen gegen Schild auf der ganzen Linie. Vor ungefähr 000 Zuschauern fand am Sonntag, den 2. Dezember, die erste Begegnung des Bar-Kochba, Leipzig, gegen Schild, Leipzig, auf dem in vorbildlicher Verfassung befindliche!! Bar-Kochha-Platz statt. Wie vorauszusehen war, gaben sich die spielenden Mannschaften die größte Mühe, ihre erschienenen Ai Iiiinger zufriedenzustellen, was auch in den zum Teil sehr schön«, i Kämpfen zum Ausdruck kam. Am Vormittag standen sich die Alu Herrenmannschaften der beiden Vereine im Fußballkampfe gegenüber. Das Spiel endete nach flottem fairen Kampfe mit 3:0 (2:0) für den Bar Kochba, wobei in diesem Ergebnis die dauernde Überlegenheit des B. K. nicht recht zum Ausdruck kommt. Die besten Leute beim B.K. waren Merkin, Weingarten und Rojak. Tore erzielten Fuchs (21 und Zellner (I). Im schönsten Spiel des Tages siegte die I landbalbuannschaft des B. K. ganz überlegen mit 14: (0:0). Das Spiel wurde von Anfang bis Ende im flotten Tempi durchgeführt. Die Bar-Kochbaner befriedigten in jeder Hinsieht. Lobenswert beim Sportverein Schild war lediglich der Eifer der Mannschaft, die trotz der feststehenden Niederlage immer wieder aut Tempo drückten. Für den B.K. erzielten Treffer: Levy (5), Czopek (5), Kaifuß (3) und Kaufmann (1). Für Schild Kosterlit/ und Nathan je I. Der Ftißhallkampf der 1. Mannschaften stau I zeitweise im Zeichen starker Nervosität. Bar-Kochba siegte verdient mit 2:0 (2:0). Die 1. Halbzeit zeigte in jeder Hinsicht ein schönes und technisch hochstehendes Spiel der beiden Mannschaften, während die 2. Halbzeit bei weitem nicht das Niveau der 1. erreichte, da verschiedene Spieler verletzt ausscheiden mußten. Der Bar- Kochba zeigte im großen und ganzen ein viel besseres Spiel und hätte bei größerer Schußeiitschlossenheit seiner Stürmer weit höher siegen können. Die Tore für B.K. erzielten Raffe und Cisinsky. Am Abend zuvor trafen sich in den Räumen des Sport-Club Rot-Weiß in Raschwitz die Tischtennis-Mannschaften des Bai- Kochba und Schild. Schild gab noch keinen ebenbürtigen Gegner ab, so daß Bar-Kochba in sämtlichen Herren-, Damen- und Doppelspielen überlegen gewann. Fesselnde Spiele gab es lediglich in dein gleichzeitig zwischen dem Bar-Kochba und Rot-Weiß stattfindenden Tischteiinis-Cluhkampf, den Bar Kochba ebenfalls mit 8:4 gewann Es darf wohl gesagt werden, daß diese Veranstaltungen in jeder Hktsciht ein voller Erfolg waren und ein klares Bild über die Spielstärke der jüdischen Sportvereine in Leipzig gaben. Tischtennis. Am Sonnabend, den I. Dez., fand im Tennis-Club „Rot-Weiß" ein Tischtennisdreikampf zwischen Bar-Kochba, Schild und Rot-Weiß statt. Die zahlreichen Zuschauer sahen nach schönen Kämpfen den Bar-Kochba als Sieger vor Rot-Weiß und dem Sportverein Schild. Alle drei Mannschaften wurden durch Preise für ihn Leistungen belohnt. Ergebnisse: I. Bar-Kochba mit zwei Siegen, gegen Rot-Weiß mit 8:4 und gegen Schild mit 10:2; 2. Rot-Weül mit einem Sieg und einer Niederlage 10:2 und 4:8; 3. Schild mit zwei Niederlagen (2: 10 in beiden Fällen, da die beiden anderen Vereine je zwei Doppelspiele zurückzogen). Die Veröffentlichung der Einzclresultatc kann wegen Raummangels nicht erfolgen. Eingesandt (Für diese Rubrik übernimmt die Schriftleitung lediglich die preßgesetzliche Verantwortung.) Aus der Elternschaft der Zöglinge des Kindergartens erhalt« n wir nachstehendes Schreiben. Die Schriftlcitung Wieviel Leipziger Juden wissen von der Existenz, des jüdisch« Kindergartens in der Leibnizstraße? Und wie wenig erst wisse i, was dort für Arbeit geleistet wird, um unsere Kleinen im jüdisch« i Sinne zu pflegen und zu schulen! Am 3. Dezember 1434 feierten die Kinder mit ihrer bewährt« n Leiterin Frl. Siegel und ihren Helferinnen das diesjährige Chanukkafest in echter, rechter Kinderart. Es gab strahlende Aug« n und glühende Wangen vor Erwartung und Begeisterung. Trotzde n die Kinder, um ausgeruht zu sein, erst nach dem Mittagsschlaf zun Heim kommen sollten, wird es wohl kein Kind gegeben haben, das dieser Forderung nachkam, so aufgeregt waren sie alle. Und d «s mit Recht! Denn es wurde ihnen sj viel an Unterhaltung und Frei isinn geboten, es gab so guten Kuchen, Schokolade und so viel* Geschenke, daß die Kinder gar nicht aus dem Staunen heraufkamen. Aber auch die Großen machten verwunderte Gesicht« r, denn trotz der leider so beschrankten Mittel war es möglich, d n Kleinen, die meist aus bedürftigen Familien stammen, viel Freudt zu bereiten. Ein kleiner Kreis von Menschenfreunden, der Verstand an der Spitze, hatten dieses zuwegegebracht. Es müßte Pflicht aller Leipziger Juden sein, das Werk, es handelt sich um untere Kinder, zu fördern und zu pflegen, denn die finanzielle Lage des Kindergartens ist die denkbar ungünstigste. Vielleicht regen diese Zeilen au, Wege zu finden, um eine der wichtigsten unserer Funktionen, Pflege der Jugend, beginnend beim Kinde, zu erhalten. W. S. Herausgegeben vom Vorstand der Israelitischen Reilgkxi(gemeinde zu Leipzig. Schriftleitung: Oemeinderabbhier Oottav «Cohn, Leipzig C1, Walter Blfimel-Str. 10,111. Anzeigen : Verlag Eha Ooldtreund, Leipzig O5, UcborlatstraBe 3a. Anzeigenleiter: Ernst Ooldtreund. Ücborluistraße 2a. Für die Aufnahme von Anzeigen in bestimmten Nummern und an bestimmten Plitz« wird keine Qewihr übernommen. Druck: Druckerei der Werkgemeintctuft, Leipzig Ct, BrBderatr. 19. Für den Inhalt der Inserate übernehmen Gemeinde vorstand und Schriftleitung keine Verantwortung«