Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 10 (1934)
- Issue
- 47 (23.11.1934)
- Date
- 1934-11-23
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 5 Sonntag, den «. Dezember nachm. 4 lilir und abends His I hr in den Krv*tall-l*Hlu*t Kiin»tli-rMpiclen Chanukkah-llodenschaii und Kabarett Jüdischer Künstler 1,1111111111......niiuiiiiiiii (Leitung: A. Lastmann) mmMumm.......um MMMMM......MMNWlti(Leitung: W. Meyerstein-Arro) iiimmiiimiiiiimiii......ihm Program m: Die große Dichterschlacht Professor Erich Hopp gegen Heinz Ganther - Hedi Haas vom Kab. der Komiker - Berlin Gastspiel Kammersänger Erich Suckmann, ehem. Mitgl. d. Lpz. Neuen Operettentheat.; Else Jeanette Dublon, TanzKrotesken; Ilse Walten etc. Zur Modenschau zeigt Kaufh. Brühl: Mantel, Kleider, Wäsche, Hüte, Sportausrüstung Nordheimer: Schuhe - Pelzhaus Danzig: Pelzwaren etc. Eintrittskarten zu Mk2.-, 1.50,1 — bei Kaufhaus Brühl, M.W. Kaufmann, Zig. Haus Wietepski, Rnse Neumann. 0. Wltlocr, Rest. Manelis, Rest Zellner, Zig.- Hans D Rosen ^iHMB^^^^HHBaBiMBa71!: >l"1' iler Abendkasse. sehen Jugend wach sein; nur dann könne das gemeinsame Ziel erreicht und die normale Basis für die Renaissance unseres Volkes in Ercz Israel geschaffen werden. Die Versammlung ehrte die I oten der jüdisc hen Legion durch Erheben von den Plätzen. Gemeindeabend. Der Qemeindeabend vom 20. November brachte einen Vortrag des Generalsekretärs des Hilfsvereins der Deutsehen Juden, Herrn Dr. Mark Wischnitzer. Berlin, über „Jüdische Wanderungen". Der Vortragende führte zunächst den großzügigen Wanderungsplan vor Augen, von dem das Jahrhundert 1830—1930 erfüllt war. Über 4 Millionen Juden sind wahrend dieser Zeit aus allen Teilen der Alten Welt, in den dreißiger und vierziger lahren besonders aus Mitteleuropa nach den überseeischen Ländern ausgewandert. Das Charakteristische der jüdischen Wanderungen ist — so betonte der Redner —, daß das Ziel jüdischer Auswanderer niemals allein die Suche nach günstigerer Existenzinöglichkeit, sondern Aufbau und Fortpflanzung neuen jüdischen Lebens sei. Im Jahre 1846 hat Ludwig Pliilippson die russischen Juden zur Auswanderung in die überseeischen Länder aufgerufen. Cr war es .Hieb, der die erste Anregung für die Gründung einer Hilfsorganisation zur Unterstützung und Förderung der Auswanderer gab. In den achtziger und neunziger Jahren wurden zunächst Hilfskomitees für Durchwanderer ins Leben gerufen. Im Jahre 1901 wurde dann der Hilfsvercin der Deutschen Juden gegründet, der sieh die systematische und geregelte Durchführung von Auswandeinngen zur Aufgabe machte. Der Vortragende gab nun ein ausführliches und anschauliches Bild von der großzügigen Arbeit des Hilfsvereins seit dieser Zeit, insbesondere in den letzten Jahren. So hatte sich vor allem in den Jahren 1033 und 1934 der Hilfsverein mit verschiedenen Problemen der Auswanderung zu befassen. Das l'alästinaproblem, heute eine der brennendsten jüdischen Wanderungsfragen, stellte der Redner als Sonderproblem zur Seite und Hing lediglich auf die Wanderung nach den übrigen Ländern der W elt ein. Er wies darauf hin, daß die europäischen Länder heute für Auswanderer keinerlei Möglichkeiten bieten könnten, während in den überseeischen Ländern weit mehr Existcnzmöglichkciten vorfinden seien. Insbesondere Südafrika, Brasilien, Argentinien und die anderen südamerikanischen Staaten seien aufstrebende und zukunftsreiche Länder mit mannigfachen ßetätigungsmöglichkcitcn. In Zusammenarbeit mit den jüdischen Gemeinden habe der Hilfsverein in diesen Jahren Auswanderungen nach 40 überseeischen Ländern durchgeführt Das Wertvolle an seiner Arbeit sei vor allem das riesige Korrespondentennetz des Hilfsvereins, seine zahlreichen Vermittlungen, insbesondere auch mit den von ihm geförderten Auswanderern, die vielfach selbst wieder Zentren für Auskünfte und I nterstützuugen für Nachwanderer bilden und auf diese Weise auch . eiterhin noch wichtige Bindeglieder zwischen dem Hilfsverein nd dem Ausland bleiben. Herr Dr. Wischnitzer verlas sodann mge Briefe von Auswanderern, aus allen Teilen der außereuropä- ■ eben Welt, die interessante Aufschlüsse über Zukunftsmöglichi i-iten in diesen Ländern geben. Aus allen Berichten aber geht her- >r, daß es den jüdischen Auswanderern nur durch eisernen Fleiß, usdaucr und unter mancherlei Entbehrungen gelingen kann, sich i ii Ausland eine Existenz aufzubauen, und daß man sich deshalb nur ' inn zur Auswanderung entschließen soll, wenn in Deutschland alle nglichkeiteii des Fortkommens verschlossen sind. Der Redner bloß mit dem Aufruf an alle, die Arbeit des Hilfsvereins in jeder eise zu fördern und zu unterstützen. — Der Vortrag war von ii usikalischen Darbietungen des Synagogenchors umrahmt. Dr. G. L. Nachmittags Eintritt Mk I. Bevorstehende Veranstaltungen 24. November: Gottlieh-Streichquartctt, Kammeinuisikabend. 26. November: Frauengruppe des C. V. Vortrag Julius Bah. 23. November: Gemeinde - Aufklärungsabeiul: Dr. Soloweetschik: „Richtige Ernährung — das Fundament unserer Gesundheit". 29. November: Konzert auf zwei Flügeln: Haiina Schlesinger und Anna Suwalsky-Burstein. 2. Dezember: Trianon-Künstlerspiele: Heiterer Künstlerabend und Modenschau. 3. Dezember: Zionistische Vereinigung: Mitgliederversammlung. 6. Dezember: Jüd. Frauenbund: Abendvortrag Prof. Cora Berliner. 8. Dezember: Chanukkafest des R. j. F. 8. Dezember: Verein poln. Kaufleute u. Gewerbetreibender: Kulturabend. 9. Dezember: Jüdischer Frauenbund-Schwesternbund: Chanukka- Kinderfest. 10. Dezember: Verband jüd. Frauen für Palästinaarhcit: Dr. Margarethe Moses: Die jüd. Frau in der jüd. Gemeinschaft. 13. Dezember: Gcmeindcabend: Prof. Elbogen. 15. Dezember: Bar Kochba-Fest. 18. Dezember: Zionistische Vereinigung: Dr. Schloßberg: Deutsches Judentum, entscheide dich! Gottesdienste Gemeindesynagoge. Sabbatgottesdienst: Freitag, 23.November, Abendgebet 16,15 Uhr mit Predigt. Sonnabend, 24. November, Morgengebet 9 Uhr, Nachmittagsgebet 16,25 Uhr, anschließend Lehrvortrag; Abendgebet 16,59 Uhr. Gottesdienst an Werktagen in der Ez-Chaim-Synagogc. Gemeindesynagoge. Sabbatgottesdienst: Freitag, 30. November, Abendgebet 16,15 Uhr. Sonnabend, 1. Dezember, Morgengebet 9 Uhr, Nachmittagsgebet 16,25 Uhr, Abendgebet und Chanukkah-Gottesdienst mit Predigt 16,55 Uhr. Gottesdienst an Werktagen in der Ez-Chaim-Synagoge. Ez-Chaim-Synagoge (Otto-Schill-Str.). Freitag, den 23. November: Abendgebet 16,15 Uhr; Morgengebet 8,30 Uhr; Mincha 16 Uhr; Ausgang 16,59 Uhr. Wochentag: Morgengebet 7 Uhr, Abendgebet 16,30 Uhr. Ez-Chaim-Synagoge (Otto-Schill-Str). Freitag den 30. November: Abendgebet 16,15 Uhr. Sabbat: Morgengebet 8,30 Uhr; Mincha 16 Uhr; Ausgang 16,55 Uhr. Wochentag: Morgengebet 7,30 Uhr, Abendgebet 16,30 Uhr. Talmud-Thora-Synagoge, Keilstr. 4. Freitag abend 16,15 Uhr. Sonnabend früh 8,30 Uhr; Mincha 16 Uhr; Ausgang 16,59 Uhr. Wochentags: Früh 7 Uhr, abends 16,15 Uhr. Aus dem Gemeindeamt. Bildungskurse der Gemeinde. Abänderungen des Planes. Die Lerngcmcinschaft: Einführung in die jüdische Lehre (Dr. Braude) und Dr. Lipschütz) beginnt erst am Montag, 26. November 1934, abends 8»/i Uhr, im Sozialamt der israelitischen Religionsgemeinde, Humboldtstr. 13. — Die Lerngemeinschaft: Der Sabbath (Frau Anna Neumann) beginnt erst am Dienstag, 27. November 1934, abends 81/. Uhr, ebenfalls im Sozialamt. — Die Vortragsreihe über „Jüdische Gemeinschaft vom 18. und 19. Jahrhundert" wird stattfinden. Wir hoffen, bereits in der nächsten Nummer des Gcmeindeblattes Näheres hierüber mitteilen zu können. Traktische Geschenke zum Chanukkah-