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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1934-11-23 · 47 (23.11.1934) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
10 (1934)
Issue
47 (23.11.1934)
Date
1934-11-23
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIOIONSOEMEINDE ZU LEIPZIG 23. November 19 )4 Warnung. Die Pressestelle des Zentralausschusses der deutschen Juden für Hilfe und Aufbau teilt mit: In letzter Zeit häufen sich wieder die Fälle, in denen sich Schwindler als Sammler jüdischer Hilfsstellen betrügerisch ausgeben. Wir nehmen deshalb Gelegenheit, nochmals auf unsere bereits an das jüdische Publikum gerichtete Mahnung hinzuweisen, nur solchen Sammlern üeld zu geben, die sich ordnungsgemäß ausweisen können. Jeder Werber für die Sammlungen des Zentralausschusses, der zentralen Organisation des deutschen Judentums im Dienst von Hilfe und Aufbau, befindet sich im Besitz, eines Lichtbildausweises. Betriebe unter Aufsicht des orthodoxen Gemeinderabbinats. Wir geben wiederholt bekannt, welche Betriebe unter Aufsicht unseres orthodoxen Uemeinderabbinats stehen. Nur für Waren aus diesen Betrieben übernimmt das Rabbinat die Verantwortung in bezug auf das Kaschrus. Fleisch und Geflügel: Moses Bild, Geiocii-trarie 41, M. Frischer, Packhofstralte 11/13, Osias Kohn, I.ohmühlgasse 17, Sally Lob, Ranstädter Steinweg 7, Jacob Schusslieim, Plauensche Straße 3/5. Mi Ich und Butter: J. Bartfeld, Eutritzscher Straße 5, Chaim Zipser, N'ordstraße 35, Hof (Wohnung: Berliner Str. 18), Rittergut Gnndorf (Bestellungen durch H. Kreutner, Färberstr. 16). Backwaren: Salomon I.otrowsky, Berliner Straße 13, Selig Scheinowitz, Gerbcrstr. 40 und Keilstr. 9, Schmeidler, N'ordstraße 2^, Ranstädter Steinweg 45. Speisehäuser Chmelnitzky, Reichsstraße 22, Manelis, Nikolaistralie 3b, Mittagstisch T. Hochmtnn, Katharinenstr. IS I. Personenstandsnachrichten Trauungen: Am Sonntag, 18. November, Julie verw. Lastinann, Leipzig, mit Herrn MIX Schindler, Bussestr. 3. Austritte aus der Israelitischen Rcligionsgcsellschaft. Nach geltendem sächsischen Recht bedeutet der Austritt aus der israelitischen Religionsgesellschaft den Austritt aus dem Judentum; nach unserer Friedhofsordnung hat der Austritt aus dem Judentum den Verlust des Aurechtes auf Beisetzung und auf eine etwa früher erworbene Grabstelle auf unseren Friedhöfen zur Folge. I ,li>abeth Luis, geb. 27. 10. 1892. Albertstr. 31. Selms übst, geb. 19. 12. 1905, Thomasiusstr. 8. Neue Bücher Die Heilige Schrift. Neu ins Deutsche übertragen. Lrstcr Band: Thora Fflnfbuch. Sonderausgabe: Hergestellt für die Jüdische Buchvereinigung. Fine eingehende Würdigung dieser nach jahrelanger Vorarbeit nun (vorerst mit dem ersten Teile unserer Heiligen Schrift) vorliegenden neuen Übertragung unserer Bibel soll in unserem Gcmelndeblatte später gegeben werden. Angesichts der nahenden Chanukka-BeschenKungen, bei denen ja immer Bücher einen nicht unwesentlichen Anteil haben, soll, wenn auch in Kürze, auf dieses wichtige Werk hingewiesen werden. Wie der Herausgeber (Harry Torczvner) in seinem (ieleitwort betont, will diese Übertragung nicht die hebräische Bibel ersetzen, sondern an ihren Inhalt, ihren Sinn und ihre Schönheit heranführen. Den einzelnen Bearbeitern schwebte als Ziel eine Übersetzung vor, „die in Schule und Haus die veralteten jüdischen wie die von christlichem Geist getragenen Übertragungen ersetzen"' soll. Schon eine flüchtige Prüfung zeigt, daß dies in hohem Maße gelungen ist. Es darf der Jüdischen Buchvereinigung gedankt werden, daß sie diese, auch in der äußeren Ausstattung überaus anziehende Gabe ihren Mitgliedern zu einem wohlfeilen Preise übermittelt; sie wird der rührigen Vereinigung viele neue Freunde zufuhren. Philo-Lexikon — Handbuch des jüdischen Wissens. Berlin 1935, (Philo Verlag und Buchhandlung GmbH.) Der Philo-Verlag hat uns, rechtzeitig zum Chanukkafcstc, mit seinem Philo-Lexikon eine freudige Überraschung bereitet. Denn er hat mit diesem, über 400 Seiten starken Buche das längst erwartete kleine Lexikon judischen Wissens geschaffen, das im Gegensatz zu großen Enzyklopädien in konzentrierter Form all den Wissensstoff vereinigt, der den Gesamtbegriff Judentum umschließt: Religion und Geschichte, Leistung und Leben. Bei knappster Ausdrucksweise ist unter jedem Stichwort das Wesentliche allgemein verständlich zu finden, eine Fülle von Wissensstoff im ganzen geboten, der noch durch 250 vortreffliche Abbildungen besonders anschaulich gemacht wird. Durch die Aufnahme vieler Gruppenstichwörter, in welchen die jüdischen Persönlichkeiten beruflich vereinigt sind, z. B.: Architekten, Chemiker, Juristen, Maler, Mediziner usw., sind wohl die wichtigsten jüdischen Gelehrten und Künstler vornehmlich des deutsch-sprachlichen Kulturkreises, aber auch hervorragende Persönlichkeiten des Auslandes enthalten. Im ganzen,: ein durchweg gelungenes Buch, das weiteste Verbreitung verdien. Gcrson Stern, „Weg ohne Ende", Roman. Berlin [1934] (Erich R<; Verlag). Wer das jüdische Schicksal von heute begreifen will, der nnili wissen, wie es geworden ist. Wer das Judentum in der tiefsten Krise seiner Emanzipation verstehen will, der muß wissen, wie ei vor der Emanzipation lebte. Der jüdische Roman „Weg ohne Ende" gibt ein Bild davon, wie unsere Vorfahren in Mitteleuro|.i kämpften, wie unsere Mütter halfen und litten. Gcrson Stern bat den ersten und eigentlichen großen historischen Roman dieses Judentums geschaffen. Ein Scherzo in einer Kleinstadt, ein Allegi.i im Frankfurter Ghetto, die ersten bezaubernden Phasen eim Liebesidylls: so beginnt die große, symphonisch gestaltete Handlung; die Vertreibung der fast 20 000 Prager Juden von 1745 mit ihren atemraubenden Einzelheiten bildet den Abschluß. Man liest dies umfangreiche Werk, das hinreißend wie ein Roman und zugleich historisch mustergültig, wie kaum ein Roman sonst ist, in einem Zug zu Ende; denn es ist ein Buch, dessen Handlung zwar vor zweihundert Jahren spielt, dessen Probleme aber auch noch unsere Lebensfragen widerspiegeln, ein Hohelied innersten Judentums. Gcrson Stern, dem bisner unbekannten Verfasser, ist ein großer Wurf gelungen. Jüdischer Sport Am Sonntag, den 18. November, spielte die 2. Fußballmannschaft des Leipziger „Schild* gegen die 1. ihres Chemnitzer Bindervereins. Das erste Spiel in der neuen Aufstellung wurde in hervorragender Art gewonnen. Fair und diszipliniert wurde gekämpft und den Chemnitzers ein Lehrsniel vorgeführt. Obwohl diese nicht schlecht waren und in der Verteidigung alte Ligakräfte stehen hatten, waren sie gegen die Angriffsmaschine unserer Mannschaft einfach machtlos. Bei schwerem Boden und ungünstiger Witterung gewannen wir 7:1 und verdient die gesamte Mannschaft ein Lob. Besonders hervorzuheben ist das überragende Spiel unseres Mittelläufers, der der beste Mann auf dem Spielfelde war, und dir Schießlust des Sturmes, au dem sich unsere 1. Mannschaft ein Beispiel nehmen kann. Bar Kochba Leipzig in Meiningen. Am Sonntag, den 18. ds., spielte der Bar Kochba Leipzig sein erstes Spiel gegen einen R.j.l - Verein, und zwar waren die 1. Herren- und Alte-Herren-Fußballmanuschaften in Meiningen bei der dortigen Sportgruppe des R.j.l. zu (iast. Die Leipziger Alten Herren gewannen überzeugend gegen die 2. Herrenmannschaft des Gastvereins mit 4:2. Die 1. Fußballmannschaft des Bar Kochba führte den ca. 150 erschienenen Zuschauern ein Werbespiel im wahrsten Sinne des Wortes vor und konnte einen sicheren Sieg von 8:1 erringen. — Bei den am 14. und 15. ds. Mts. in Berlin stattgefundenen deutschen Makkabi-Bov meisterschaften konnte der Leipziger Bar Kocbbaner L i e s e r im Bantamgewicht einen zweiten Platz erringen. — Es wird alle jüdischen Snortkrcise Leipzigs interessieren, daß am Sonntag, d. 2. Dezember 1934, zwischen dem Bar Kochba, Leipzig, und Schild, Leipzig, Spiele der 1. Fußball-, Alten Herren- und 1. Handballmaunschaft auf dem Bar Kochba-Platz stattfinden. Veranstaltunqen Barnet Licht dirigiert in Oberschlesien. Aus Beuthcn O.-S. wird uns geschrieben: Der „Oberschlessiche Orchesterring" hatte Barnet Licht eingeladen, den am 4. Nov. 1934 im Konzerthaus /:i Beuthcn veranstalteten II. Kulturabend zu leiten. Der weit über die Grenzen Leipzigs bekannte und beliebte Dirigent konnte schon b i seinem ersten Debüt in Oberschlesien einen durchschlagenden Erfolg für sich buchen. Das Orchester, gegründet von dem jung .i Dirigenten Erwin Herpcr, besteht nur aus IDilettanten. Der erfahrene und routinierte Dirigent Licht verstand es, über alle technischen Schwierigkeiten hinweg, einen künstlerisch völlig einwandfrei n Klangkörper zu schaffen, was nicht zuletzt auf die ständige Aufbauarbeit Erwin Herpers zurückzuführen ist, der als Dirigent au 'i bei dieser Veranstaltung den Beweis einer vielversprechenden Begabung erbrachte. Barnet Licht hat sich in O.-S. viele neue Freunde erworben und seinen guten Dirigentenruf erweitert. HeüUigegEbcn .er. Verstand der israelitischen ReUgjossgenietade zn Leiprl». Schriftleitung i Oemeinderabbiner OniUv Cohn, Leipzig CK Walter Blfimel-Str. 10, III. Anzeigen i Verlag; Elsa Ooldtrennd, Leipzig 05, Ckhorlaastrafle 3a. Anzeigenleiter: Ernst Ooldlreund, ClcboriasstraBe Sa. Für die Aufnahme von Anzeigen in bestimmten Nummern and an bestimmten Plät. cn wird keine Oewähr übernommen. Druck: Druckerei der Werkgemeraseban, Leipzig Cl, Brflderstr. 19. Für den Inhalt der Inserate übernehmen Gemelndevorstand und Schriftleitung keine Verantwortung; Vereinsnachrichten Nationale Jugend Herzlia. Am Sonntag, den 25. IL, 11 Uhr, Informationen und Referat. — Jeden Dienstag abend 201/. Uhr Kursus in jüdischer Gescheinte. Ref.: Herr Dr. Goldwasser. — Jeden Montag 20—21 Uhr Hebräisch für Plugah Chaluz. Jeden Mittwoch 17' „-181/. Uhr Hebräisch für Plugah Tel-Chaj. Schriftliche und telefonische Anfragen: Landau, Arndtstr. 25d, Tel. 31109.

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