Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 10 (1934)
- Issue
- 47 (23.11.1934)
- Date
- 1934-11-23
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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?3. November 1934 0EME1NDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIQIONSÜEMEINDE ZU LEIPzllU Seite 3 Hmixertdirektlon A. KhrlUli »onnerntag. den 20. Xovember er., abends S»wUhr, <»votrian-Stcinwe<;-Saal, lHttricliring 1H llOllXCrt «Ulf* *i I'lii°'tklll Halina Schulsinger / Anna Suwalsky-Burstein „. n, ... Werks vnn Mr>7art. Rnsnni. Dphnssv. Arpn<;Wv Die beiden Pianistinnen Werke von Mozart, Busoni, Debussy, Arensky aus der Meisterklasse von Prof. Teichmüller u. Prof. Pommer, spielten mit nachweisl. grüßt. Erfolge in Palästina, Polen, Rumänien u.Österreich Karten : RM.1,1.50 u.2 - hei Kaufm.. Brühl S; WiftfpsVy Brühl 52; Kaufh. Brühl; Zellner's Rest.; Manch»; Willner, Nordstr.; Kcwertdir. Ehrlich, Karlslr. 16 sow. a. d Ahcndk. Heute: Kamnieininsik-Abeiid 20 Uhr im Orotiian-Steinwcg-Saal, Dittricnrmg 18 Gottlleb-Strelehquartett u. Frieda Gottlieb (Klavier) BiSLifei^Kiwinett«) l'.i- Oottlieb-Quartett spielt nach einer Anzahl auf Linlad. verschied. Kulturbünde Deutschlands m. groß. Erfolg« ahsolv. Kon/, einmal, heute in Leipzig — Kart. a. d. Aliendk. STATT KARTEN. Irmtraud Lowy Kurt Abraham Verlobte Zu Hause: Sonntag, 2. Dezember 34, Oottschedstr. 7 0 BLUMENHAUS-LANGE C I, Tauchaer Straße 16 - Tel. 28789 S,hnit(-Blumcn Topfpflanzen, Blumenarrangements. Lieferung ins Haus. | Alle Bücher Leuchter Kerzen | sj für Chanuka sj ■ bei 51. W. K Huf •••»•• ii Leipzig; €1 - llriilil 8. ■ Invülkcrung ansässig, wahrend nur 4710 badischc Juden oder 22,85 >'(o der jüdischen Bevölkerung Badens auf 144 Kommunen dieser Größenklasse kamen: 21,08 "o der Gcsamtbevölkcrung Badens entfielen auf die Gcmeindegrölieiiklasse loooo bis 100000 Einwohiur. Der Auteil der jüdischen Bevölkerung dieser üröUenklasse an der jüdischen (icsanithcvülkcrung Badens ist nicht wesentlich höher. Er betrug 26,46 o/o, d. h. in 17 Gemeinden /wischen 101HXJ und 100 (XX) Einwohnern lebten 512b Personen jüdischen Bekenntnisses. Die besonders geartete Verteilung der jüdischen Bevölkerung zeigt sich am eindeutigsten bei den badLschen Großstädten. Während nur 17,S2"(I der (jesamtbevölkerung üi den zwei ürolistädten dl Landes wohnten, lebten 46,180/o — 9521 Juden — üi diesen Städten von mehr als 100 000 Einwohnern. Die Übersicht über die Größenklassen der Synagogengcnieindeu ergibt, daß von 221 Gemeinden mit jüdischer Bevölkerung 1(>7 weniger als 50 jüdische Seelen hatten, nämlich zusammen 2260 Personen. Diese Gemeinden erreichten also wiederum nicht das Maß, d;.- als Minimum für die Arbeitsfähigkeit einer Synagogengemeindc tr etzt werden muß. 31 Gemeinden mit 2094 Personen jüdischen Bekenntnisses zählten /.wischen 50 und 100 Juden; hingegen über 100 Juden nur 23 (Jemeüiden mit zusammen 16 263 jüdischen Seelen. Ai o nur in diesen 23 Fällen kann von wirklich arbeitsfähigen 5) nagogengemeinden gesprochen werden. Schließlich ergibt sich, dl in Baden 1306 Gemeinden mit einer Gesamtbevölkerung von 2 12 334 Einwohnern ganz ohne jüdische Bevölkerung waren. In Württemberg waren im Jahre 1933 1711 Gemeinden mit einer Gesamtbevölkerung von 2 686 004 ohne jüdische Einwohner. Im Deutschen Reiche wurden im Jahre 1933 nur noch 499 682 luden gefüllt. Diese Zahl dürfte sich naturgemäß durch die Abwanderung und durch den Sterbeüberschuß seit dem Stichtag der letzten Zäh- Ittl r, dem 16. Juli 1933, bis heute nicht unwesentlich verringert Ii n. Für 1933 stellt sich damit der jüdische Bevölkerungsanteil im Deutschen Reich auf 0,77 ob, während er im Jahre 1925 noch Wo/0 betrug. In diesem Zeitraum zwischen 1925 und 1933 nahm die iintbcvölkerung im Deutschen Reich um 4,5«/o zu; die jüdische K' ölkerung verminderte sich um 11,40o/o. Diese Abnahme wird sieh zu einem kleinen Teil aus dem Sterbeüberschuß erklären lassen. Aliein in Preußen betrug der Sterbeüberschuß in dieser Zeit mehr als 15 000 jüdische Seelen. Es kommen einige tausend Austritte aus dem Judentum hinzu. Der restliche Bevölkerungsverlust verteilt sie': auf die Auswanderung und nicht zuletzt auf die Rückwände- HI . die bereits mit dem Beginn der Wirtschaftskrise in den Jahren 1927 bis 1929 eingesetzt hat. In Bayern stellte sich die Zahl der Juden im Jahre 1933 auf 41939 Personen, was einem Anteil von O,5r)0/0 an der Gesamtbevölkerung entsprach. Die Bevölkerungsabnahme bei den Juden betrug 14,66 o/o. In Hessen lebten bei der Volkszählung im Jahre 1933 nur noch 17 888 Juden. Damit stellte skh der Anteil der jüdischen Bevölkerung an der gesamten Einwohnerschaft Hessens auf 1,25 o/u. Er lag damit über der Quote der jüdischen Bevölkerung im Reiche. Das gleiche gilt von Hamburg, wo der Bevölkerungsanteil 1,39 o/0 betrug. Es lebten dort im Jahre KJ33 19973 Juden. Die stärkste Abnahme der jüdischen Bevölkeru"tf war besonders in den kleineren Ländern und in Ländern mit einer ohnehin kleinen jüdischen Bevölkerung festzustellen. So ging ■ I raunschweig die Zahl der Juden um 33,03 o/0 zurück; in Mecklenburg verminderte sie sich um 28,71 o/0. Von den preußischen ürolistädtcn interessiert besonders Berlin, dessen jüdische Bevolkeru"K im Jahre 1933 nur noch lb0564 betrug. Damit lebten in Berlin Wissen Sie, was IMKIBA ist? Rabbi Akiba hat gesagt: „Alles ist schon einmal dagewesen." JTMKMÄA aber ist wirklich noch nicht dagewesen! 1. P. ö.-MäÄ'-M^-Ki^ jBä-A!^ Donnerstag, 6. Dez. pktl. 8 Uhr abds. im großen Saal des CT. Sdimester £oa Cemeintein Leiterin des Xodialplnen Jüdlsdten Kinderheims und Internales Celerlna b. SU Worin (hhmeti). ist Dienstag, den 27. und Mittwoch, den 28. November 1934 In Leipzig, GoltschedslraBe 40 Telefon 2 49 54 zu erreichen. Kindertransporte ab Deutschland. Schulunterricht im Hause. Prospekte und Referenzen. mehr als 40o'o sämtlicher preußischer Juden und mehr als 30 0/o aller Juden im Reiche; demgegenüber wohnte von der Oesamtbcvölkerung Preußens nur 1 10 in Berlin, von der des Reiches nur etwa b'/jO/o. Die Bevölkerungsabnahme der Juden in Berlin betrug 7,01 o/o. Diese relativ geringe Bevölkerungsabnahme geht augenscheinlich auf die starke Binnenwanderung der Juden nach Berlin zurück. Breslau verlor 13,86 "n seiner jüdischen Bevölkerung. Es zählte im Jahre 1933 20 202 Juden. An der Gesamtbevölkerung Breslaus waren die Juden mit 3,'2 J111, beteiligt. In Frankfurt a. M. ging die Zahl der jüdischen Einwohner im 11,80o/o auf 20 158 zurück. Der Bevölkerungsaliteil der Juden betrug in Frankfurt a. M. 4,710/o, In Köln ging die jüdische Bevölkerung von 16093 auf 1181b Seelen, d.h. um 7,940/o zurück. In diesem Zeitraum zwischen 1925 und 1933 sank der Anteil der jüdischen Bevölkerung an der Oesamteinwohnerzahl Kölns von 2,3 o/o auf 1,96 o/q. - in einiq .: Städten war sogar eine, wenn auch nur verschwindend geringe zainahme der Juden festzustellen; so in Erfurt und Remscheid um je 12 Personen. Die Zunahme dürfte auf Binnenwanderung zurückzuführen sein. Die stärkste Abnahme der jüdischen Bevölkerung in preußischen Städten weist Altona mit 24,3 0/p Mit. Weiter /ei; Wiesbaden einen Rückgang von 21,660/o. Hier könnte eine Wand, rung nach Frankfurt a. M. in Frage kommen, während der RfiCKgang der Juden in Altona anscheinend auf eine Konzentration I Juden nach Hamburg zurückzuführen ist. Reichsvertretung und Lehrerschaft. Von Studienrat Dr. Adolf Leschnitzer, Schulreferent der Reichsvertretung der Deutschen Juden. Die letzten ll/i Jahre stellen den Beginn einer neuen Periode in der Geschichte des deutschen Judentums dar. Das bedeutsamste innerjüdische Ereignis in dieser Zeit war die Schaffung der Reichsvertretung der Deutschen Juden, der ersten Gesamtvertretung des deutschen Judentums. Die Reichsvertretung hatte die schwere Aufgabe zu erfüllen, das deutsche Judentum nach außen und innen würdig und kraftvoll zu repräsentieren und die Führung ZU übernehmen hei Her l Äsung einer grniten Reihe von Einzclaufgabeu, die sich aus der von Grund auf veränderten Lage des deutschen Judentums ergaben. Unter diesen Aufgaben stellt die Betreuung des jüdischen Schulwesens mit an erster Stelle. Es gilt, die bestehenden Schulen vor dem drohenden wirtschaftlichen Zusammenbruch zu retten, neue Schulen zu gründen und dadurch überhaupt erst die Voraussetzung zu schaffen für die Durchführung eines Erziczungswerks, von dessen grundsätzlicher Notwendigkeit seit dem April 1933 das deutsche Judentum in seiner überwältigenden Mehrheit überzeugt war. Wie im vorigen Jahre nach kurzem Schwanken breite Schienten, die der jüdischen Schule vorher ablehnend oder gleichgültig fegenübergestanden hatten, instinktiv erkannten, daß im Augenlick eines beispiellos schweren schicksalhaften Zusammenbruchs nur die stärkste Besinnung auf die Ewigkeitswerte des Judentums Kraft und inneren Halt bringen könnte, wie dann die Erkenntnis sich durchsetzte, daß es das Gebot der Stunde war, ein Schulwerk aufzubauen, das die Jugend hinführen sollte zu jenen unerschöpf-