Mannheim
Compact Memory

Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1934-11-16 · 46 (16.11.1934) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
10 (1934)
Issue
46 (16.11.1934)
Date
1934-11-16
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/4876568-5968799-5969466--5281-4881069
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

|!. November 1Q34 GUMLTNDI BLATT DLR ISKALLITISCHEN RELIGIOXSt iLMLINDE ZU LEIPZIG Seite 3 Donnerstag »» ■ KJn/.ijjer Abend ■ dea 58«. Nov. pünkll. 8»/* IT«» Äoo, Weißer Saal Iteatrit-e UAOHALIEU rilJUlSOIlS aller Völker, jüd. Iiieder (n. a. ihren Welterfolg „Ohettolied" und ihre berühmten amerik. Songs) Am Flügel: Alfrod Simon Jazz: Hilly Ctolwya Vorverkauf (Karten v. RM - .75 bis 2.50) b. M. W. Kaufmann, Kaufh. Brühl, Zellner, D.Rosen u.Wietepsky sowie a. d. AliendkaHne. Zu Gunsten des Verkaufs v. Handarbeiten jüd. Frauen Leipzigs findet am Mittwoch, den 21. November nachmittags 5 30 Uhr in den Räumen der Leipzig-Loge ein KONZERT statt zu dem liebenswürdigerweise Herr Konzertmeister Leo Schwarz ((ieige), Frau Hella Chitrik (Klavier), Frau Edith Merker (Oesang) (vorm. Staatsoper Wiesbaden) ihre gütige Mitwirkung zugesagt haben. Es werden Qutscheine ä 1 RM. für den Einkauf von Handarbeiten ausgegeben, die gleichzeitig zum Eintritt in das Konzert berechtigen. Internationale Spedition Leipzig Cl Brühl 61 Telefon 24207 Spezialität: Palästina Transporte IllllllllllllllllllllllllllllllllllllUII an Uhren, Gold- und Silberwaren und Optik, in RepflrfltUfen e'8ener Werkstatt gewiitenh. und besonders billig. Iiiiii.....mumm..............Illll **• Erlbaum & Co., Hainstr. 16, gegr. 1911 st.iit, bei welchem wie am Fasttage wiederum Thoravorlesung gehalten wird. Im Anschluß an die Thoravorlesung wird allen veritorbenen Mitgliedern ein El molc rachamim gemacht. Angesichts der schwierigen Wirtschaftslage sehen wir auch in diesem Jahre von dem Stattfinden einer Chewra-S'uda ab. Der Hilfsverein isr. Gewerbetreibender E.V. weist wiederholtauf leine alljährliche Kinderbeschenkung hin mit der herzlichen Bitte, Ihm recht schnell Spenden (Postscheckkonto 520 05) für diesen edlen Zweck zukommen zu lassen, da ja Chanukka vor der Tür stellt. Weitere Anmeldungen ZU beschenkender Kinder können nur ne Ii in den nächsten Tagen entgegengenommen werden. Formular hierzu sind in der Geschäftsstelle, Packhofstraße 7, erhältlich. Sabbat der jüdischen Jugend. Die Pressestelle der Rcichsvertri mg der deutschen Juden übermittelt folgenden Aufruf: Unserer jüdischen Schuljugend ist jetzt eine Möglichkeit gege ii, die Stunden des Sabbats ZU eigen zu gewinnen. Die jüdischen Schüler können auf Antrag der Erziehungsberechtigten am öd: nahend vom Schulbesuch befreit werden. Der Unterricht am iahend ist durch die Einführung des Staatsjugendtages neu gell lt. An diesem Tage findet für das 5. bis 8 .Schuljahr Wittensei' iftlichcr Unterricht nicht mehr statt. Anregungen, die die Reichsvei etung den Gemeinden übermittelt, wollen aufzeigen, wie der iiat für unsere Jugend gestaltet werden kann, damit sie es wielerne, den Sahbat zu halten. Für ein Werk seelischen Aufbaues, die innerliche Aufrichtung soll eine Grundlage bereitet werden, leierlicher und festlicher Sabbat soll die Freude am Judentum damit die Freude am Leben stärken. Wir rechnen darauf, daß re jüdischen Eltern sich dieser großen Möglichkeit eröffnen hü dieser bedeutungsvollen Aufgabe Verständnis entgegenbringen. Jugendberatungsstunde für weibliche Jugendliche. Der Jüdische nbund Ortsgruppe Leipzig hat seine Tätigkeit aut dem Geiler Gcfährdctciifiirsorgc wieder aufgenommen. Für die Beut von weiblichen Jugendlichen ist eine Sprechstunde einlief worden, die am Montag in der Zeit von 1 .7—1 .8 Uhr Gemeindeamt, Walter-Blümcl-Str. lOpart. und am Donncrsin der Zeit von 3—4 Uhr im Felix-Goldmann-Heim, Leipzig C 1, El i straße 7, stattfindet. Die Sprechstunde kann auch von den Eltern der Jugendlichen aufgesucht werden. Die Beratungsstunde i von Frau Ida Kttritz KCl abgehalten und beginnt am Mon- Sa d, hu Ii Uli Uli biet I rat . gen im tu l*»g. den 19. November 1934. Mit der Einrichtung der JugcndjKratungUtunde ist einem dringenden Bedürfnis entsprochen worden. Mitgliederversammlung des Bar Kochba. Eine langentbehrtc IKhöne Gewohnheit wieder aufnehmend, versammelte der Bar Kochba Höne Mitglieder im österr. Vaterlandsheim zu einem geselligen Bei- I*|»nder. Daß der Anklang dieser guten Idee ein so großer sein Ijfirde, hatte allerdings niemand erwartet. O drangvoll fürchterliche ltnKi! Jedenfalls dürfte der Hauptzweck dieses Abends, die Mit- Jüdischer Frauenbund Ortsgruppe Leipzig Montag, den 19. November 1934 Arndtstraße 1 im Rahmen der Handarbeitsausstellung Frau Edith tierrnstadt-Oettingen: „Zeitgenössische jüdische Dichtung44 4 Uhr Teestunde 5 Uhr präzise Beginn der Rezitation glieder und Leiter einander näher zubringen, im wahrsten Sinne des Wortes erfüllt worden sein. — Dr. Lehrfreund gab einleitend in einem kurzen Referat eine Schau auf die vor wenigen Tagen stattgehabte Tagung des Deutschen Makkabikreises und richtete dann in einem gedrängten Rück- und Ausblick unser Augenmerk auf die zweite Makkabiah. Dann führten Darbietungen unserer heimischen Kräfte (Walter Lewens, Operettenlieder, und Doris Wilamowska, jiddische Lieder, ganz besonders schön!) zum geselligen Teil über, der unter Leitung der Stimmungsmacher Gebr. Selig ein Stündchen Humor und — soweit es ging — Tanz brachte. — Diesmal im engeren Rahmen, das nächste Mal — am 15. Dezember im C. T. — hoffentlich mit euch allen im weitesten. Centraiverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens e.V. „Für unseren Arbeits- und Lebcusraum! Für deutschjüdische Zukunft!" Über dieses Thema sprach im dichtgcfüllten Saal des Felix-Goldmann-Hcimes das Mitglied der Hauptverwaltung des C.V. Amtsgerichtsrat i. R. Dr. Fritz Goldschmidt, Berlin, in einer von Stadtrat a. D. Julius Krause geleiteten Versammlung. Der Vortragende verstand es, das Thema besonders anregend zu gestalten und die Hörer aufs stärkste zu fesseln. In seinen Eingangsworten wies er darauf hin, daß die Epoche der Emanzipation zum Stillstand gekommen und eine Epoche der vom Nationalsozialismus geforderten Dissimilation eingetreten sei. Mit philosophischer Klarheit ging der Redner auf die Unterschiede zwischen Haß und Verachtung ein und erklärte, daß man die Juden in Wirklichkeit nicht verachte, sie wohl aber hasse, weil es sich um eine Gemeinschaft handele, die der Umwelt ebenbürtig sei. Er wies darauf hin, wie bereits Heinrich Heine in seinen Shakespeare'schen Fraiiengestalten Worte gesprochen hat, die die heutige jüdische Situation geradezu prophetisch schildern, und zeigte die Differenzaffekte auf, die zum Judenhaß geführt haben. „Wären wir Zigeuner, würden wir nichts leisten, man würde sich nicht um uns kümmern!" so rief der Redner aus. Es handelt sich vielfach nur um eine Verkleinerung der Leistungen. Schümm sei es, daß noch immer Diffamierungen vorkommen. Dies würde von den leitenden Staatsmännern in keiner Weise gebilligt. Der Redner zeigte dann auf, wie bereits Nietzsche wohl eine Andersartigkeit der Juden festgestellt und seine Schlüsse gezogen hat, jedoch niemals zu einer Verachtung und Herabsetzung gekommen sei. Referent setzte sich dann auch mit der irrtümlich verbreiteten Ansicht auseinander, daß lediglich der Zionismus das Selbstgefühl der Juden erweckt habe. Er wies darauf hin, daß bereits im Jahre 1886 die erste K. C.-Verbindung entstanden sei, die die Juden zur Selbstbesinnung und Selbstverteidigung aufgerufen und das jüdische (iefühl erweckt habe. Auf dieser Grundlage habe sich dann später zur Verteidigung der jüdischen Ehre im bürgerlichen Leben der C. V. entwickelt und positive Werte für die deutsche Judcnheit geschaffen. Hinsichtlich der Jugenderziehung

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.