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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1934-11-02 · 44 (2.11.1934) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
10 (1934)
Issue
44 (2.11.1934)
Date
1934-11-02
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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;>. November 1934 Seite 3 Sonnabend, den 3. November 1934, abends W1/« Uhr findet in der Höheren Israelitischen Schule. Gustav-Adolf-Straße 7, eine f f e ntliche Kundgebung statt, in der Herr Dl** Vl*ll>IlZ .Meyer, Berlin, Präsidial -Mitglied der Reichsvertretung der deutschen Juden, über das Thema: „Zn neuen Menü-Die Leistuni des Zionismus für das deutsche Judentum" sprechen wird Alle Mitglieder der Gemeinde sind hierzu ergebenst eingeladen. Ilesondere Elnladnng-cn ersehen nicht. Zionistisch!- Vereinigung Leipzig. Adolf Sonnenschein Regina Sonnenschein geb. Mandelbaum Vermählte Leipzig Oktober 1934 Susi Burinbaiim Diplom Kaufmann Dr. rer. pol. Leo ttolnhaber Verlobte Königsberg Pr. 28. Oktober 1934 Leipzig Danzig Ein weiterer Prozeß in gleicher Sache ist in Bern im Gange. 1 de dortigen Kläger verlangen, daß die beiden Bücher als Schmutzlind Schundliteratur in der Schwei/, verhüten werden. Das Gericht hat dort ein aus einem jüdischen, einem christlichen Sachverständigen und einem Richter als Vorsitzendem bestehendes Komitee eingesetzt, das die Echtheit der „Protokolle" prüfen soll. Sobald das Gutachten dieses Komitees vorliegt, wird auch das Berner Gerieht zur Urtcilsfällung sehreiten. Unsere Gemeinde. Lehrerschulungskursus für Mitteldeutschland in Leipzig. Vom 1. 11. Oktober 1914 fand in Leipzig ein Fortbildungskursus der I ehrer Mitteldeutschlands statt, der gemeinsam von der Reichsverttretung, der Mittelstelle für Erwachsenenbildung und der Israelitischen Religionsgemeinde Leipzig veranstaltet wurde. Der Fortbil- 'lungskursus war überaus gut besucht; es nahmen 74 Damen und Herren daran teil. Besonders erfreulieh war der zahlreiche Besuch der Lehrer aus den jüdischen Gemeinden Mitteldeutschlands. Außer den Lehrern waren als Hörer viele Führer der Jüdischen Jugendbünde zugelassen. Vortrüge wechselten ab mit Arbeitsgemeinschaften und l.chrproben. Prof. Dr. Buber behandelte in Arbeitsgemeinschaften Genesis Kap. 15 und 22. Bubers Übcrsctzungs- und Interpretierungskunst kann nur der ganz würdigen, der mit dem hebräischen Text vertraut ist. Die Art aber, wie Buher zur Teilnahme anregt, ist einzhjarthr. Jedem Wort aus dem Hörerkreise geht er nach ohne je die ■ raffe Führung vermissen zu lassen. Auf seine Weise weckt er von i uen die Liebe zur Bibel und läßt den Wunsch rege werden, sich ii imer mehr in ihre schlichte, aber nicht leicht zu enträtselnde S räche zu vertiefen. In der Lehrprobe brachte er die Klasse zum V rständnis des Fragenkomplexes Jokob- Esau, auch hier auf dem V ortsinn der Bibel fußend. Neben ihm zeigte Dr. Ernst Simon in Lehrproben „Zeit der Sachsenkaiser" das „jüdische Prag" und , amUCl II Kap. 12" mit seiner pädagogischen Begabung, wie man t ler Schwierigkeiten Herr wird, In der Arbeitsgemeinschaf worden folgende Fragen erörtert: 1. Objektivität des geschichtlichen l teils, 2. Quellen, 3. Arbeitsunterricht und 4. Hilfsmittel. Jüdische 1 schichtswcrkc wie Gractz, Dubnow, Kastein und Prinz, wurden i irakterisiert. Die Teilnehmer härten noch mehr Vorteil aus dieser ' Dcitsgeineinschaft gezogen, wenn sie die SLinonsche Schrift „Vom V rturtcil in der Geschichte" gekannt hätten, Grund genug, das V säumte nachzuholen. Mitten hinein in brennende pädagogische Fragen führte das Ki lieg über „Fragen der Jugendpsychologie, insbesondere der Reife- <■ i" von Prof» Dr. Klumenteld - Dresden, ein Gebiet, das der V .tragende in gedrängter Kürze ausgezeichnet behandelte. Die A Führungen boten jedem Anlaß zum Nachdenken und Verstehen. Auf praktische Erziehungsfragen ging Prof. Dr. Blumenfeld Heben* würdig ein. Rabbiner Dr. A 11 m a n n-Berlin referierte über „Grundgestalt und Typen der Autorität im Judentum". Eine Reihe scharf forinuli ler Thesen wie Personenautorität: Bildautorität, Meister-Jünger: Lehrer—Schüler legte den Unterschied zwischen nichtjüdischem und i> ischem Denken dar. Da die Ideengänge für den Uneingeweihten I1» hl imemr leicht zu begreifen waren, war es um so bedauerlicher, da |)r. Altmann wegen Zeitmangels sein Gedankensystem nicht ausführlicher behandeln konnte. Auch bei diesem Referat hätte die Kenntnis des Buberschen Buches „Königtum Gottes" das Verständnis erleichtern können. Ein Meister der hebräischen Sprachwissenschaft trat uns in der Person Dr. Woskins gegenüber. Von der Geschichte der Itaiiknagung Allen denen, die uns Ihre Teilnahme beim Heimgang unseres lieben Entschlafenen üelniar Aleiidelsoliii in so reichem Maße entgegenbrachten, spreche ich im Namen aller Hinterbliebenen meinen herzlichsten Dank aus. Krün Kosa Tlendelsolm geb. Weiss Die glückliche Geburt eines Sohnes zeigen an Dr. Simon Goldrel und Frau Hanna geb. Carlebach Leipzig, Marcheschwan 5Ö95 hebräischen Sprache bis zur praktischen Behandlung des Schwa, des Dagesch, des Kamez katan, der Aussprache der hebräischen Konsonanten und Vokale fesselte er durch Lebendigkeit und Wissen. Leider lastete auf der Tagung die Trauer um den Leipziger Rabbiner Dr. G o 1 d m a n n, den das Geschick mitten aus seiner Arbeit allzu früh abberufen hat. So mußte das für ihn vorgesehene Thema „Apologetik im jüdischen Religionsunterricht'' ausfallen. Von der Reichsvertretung nahm Herr Studienrat Dr. Lesenn i 11. c r an der Tagung teil und wußte aus seiner reichen pädagogischen Erfahrung sehr viel zur Verlebendigung des Gebotenen beizutragen. Mit einem Nachruf auf Dr. G o 1 d tu a n n s. A. wurde die Tagung durch den Vertreter der israelitischen Rcligionsgeiiicinde zu Leipzig — Dr. Loe benstein — eröffnet, der dann auch die Veranstaltung schloß und mit Recht die Forderung daran knüpfen konnte, daß jeder Teilnehmer die empfangenen Anregungen verarbeiten und für die praktische Schularbeit ausmünzen sollte. Rabbiner Dr. W o 1 f - Dresden sprach im Namen der Hörer allen beteiligten Stellen, besoifders den Dozenten, nicht zuletzt der Religionsgemeinde Leipzig, die diese Tagung mustergültig organisierte und den auswärtigen Teilnehmern Gastfreundschaft gewählte, den herzlichsten Dank aus. Dr. E. Grunewald. Verkauf von Handarbeiten jüdischer Frauen Leipzigs. Die alljährlich wiederkehrende Handarbeitsincsse ist unseren Gemeindemitgliedern nichts Neues mehr. Der soziale Oedanke, Frauen des Mittelstandes Arbeit und Verdienst zu schaffen, hat sielt in der Form des Verkaufs und der Ausstellung als praktisch erwiesen. Es ist heute nicht möglich, dem Verkauf einen so großen Rahmen wie in früheren Jahren zu geben. Die Ausstellung von Mustern und kleineren Artikeln muß genügen, um ein Bild der Leistungsfähigkeit zu geben, und es wird heute mehr Wert darauf gelegt, feste Bestellungen für die Arbeitenden aufzunehmen, damit diese nicht nur wirtschaftlich unterstütz! werden, sondern ihnen auch Selbstvertrauen und Lebcnsoptiniismus für die kommenden Monate geschenkt werde. Wir hoffen, daß die ganze jüdische Gemeinde unser Hilfswerk auch in diesem Jahr, wo die Not größer als je ist, unterstützt. Der Verkauf findet in den Räumen der Leipzig-Loge, Arndtstr. 1, statt, und zwar Montag, den l't. Nov. bis einschließlich Donnerstag, den 22. Nov., von II I Uhr vormittags und von 4 7 Uhr nachmittags. Zugunsten des Verkaufs finden an den Nachmittagen folgende Veranstaltungen statt: Montag: I'raueubundsveraustaltung mit Rezitation von Frau Edith Herrnstadt-Ottingen: Dienstag: Heiterer Nachmittag mit Rezitationen von Frau Rosa Baumann und GesangsdarDietlingen von Frl. Ilse Rogger; Mittwoch: Konzert mit Geige, Klavier und Gesang. Geige: Leo Schwarz, Klavier: Hella Chitrik. Zu allen Veranstaltungen sind alle Gemeindemitglieder herzlich eingeladen. Richtige Ernährung und gesunde Wohnungspflege. Im Rahmen der Aufklärungsabende unserer Gemeinde hält Dr. Soloweetscllik Ende November den zweiten Vortrag über „Richtige Ernährung und gesunde Wohnungspflege-'. Näheres in der nächsten Nummer. Trauengruppe des Centraivereins. Die Frauengruppe des C.V. begann ihre Winterarbeit mit einem Referat von Frau Dr. Margarethe Edelheim, Berlin, der stellvertretenden Hauptschriftleiterin der C.V.-Zeitung, über: „Die öffentliche Meinung im deutschen Judentum". Zu Beginn des Vortragsabends gedachte Frau Herta Sabatzky des schweren Schicksalsschlages, den der C.V. durch das Ableben von Dr. Felix Goldmann erlitten hat. Frau Dr. Edelheim führte folgendes aus: Die öffentliche Meinung ist eine große

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