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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1934-10-19 · 42 (19.10.1934) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
10 (1934)
Issue
42 (19.10.1934)
Date
1934-10-19
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Seite 7 ,*.*«.slTÄTÄfSri&?i^.^khchpLa Klassischer Operettenabend ÜÄÄ'-'Ä; Krnii Kisner, Sopran V Mitgl. d. Berl. \ Solis und Duette aus Operetten Harry Waiden. Conference. 1 Einlaß: 7.30 abends. Stuhl- Max Kuttner, Tenor | Kulturbundes. | Offenbach, Strauß, Lehar u. a. m. Alfred Simon, am Flügel. | reihen. - Kein Getränkezwang Karten iu RM.1.-, 1.50 und 2.- (beidei numeriert) bei M. W. Kaufmann, Brühl; Kaufhaus Brühl; Willncr, NordstralSe 29: Zellner's Restaurant: Maneli«: Wietemkv. Hans Oesterreieher Snlainith Oesterreicher geb. Neumann Vermählte Leipzig 14. Oktober 1934 Hauptmannstr. 4 Am 11. Oktober verschied plötzlich unser Kantor Herr Alfred Eibenschütz s. A. Drei Jahrzehnte verrichtete er seinen täglichen Dienst in unserer Synagoge. Sein Leben galt der Pflichterfüllung. Mit seinem Heimgange betrauern wir einen sch'liach zibbur, dessen innigem Gebet und tief religiöser Hilfsbereitschaft unsere Generation ein dankbares Andenken bewahren wird. Talmud Thora. Vorstand und Mitglieder der Synagoge, Keilstraße 4. David Heller Friedl Heller geb. Roiterstein Leipzig Vermählte 21. Oktober 1934 Hunja Storch Xnth Volkmann Verlobte Kesmark im Oktober 1934 Humboldtstr. 26 ROHKli WEIL Kl KT pka<;fr Verlobte Leipzig, Yorkplatz 7 21. Oktober Leipzig, Thomasiusstr. 11 1 Das Konzert zugunsten des Isr. Kindergartens findet nunmehr am Montag, den 5iJ>. Oktober, abda. H I hr im Weißen Saal des Zool. Gartens statt. Pinka» Sniogler Sally Spietelcr geb. Freier Jerusalem grüßen als Verlobte Leipzig Karten sind noch zu haben beim Vorstand, bei M. W. Kaufmann, Brühl S, Frln. Rose Neumann, Markt 17 und an der Abendkasse. IIIIIIIIIIIIIIIIII an Uhren, Gold- und Silberwaren und Optik, in I Reparaturen e'8ener Werkstatt gewissenh. und besonders billig. I H. Firlbanm A Co., Hainstr. 16, gegr. 1911 Unsere Gemeinde. Herr Alfred Eibnschütz, der zweite Kantor der Synagoge KeilstraBe ist ganz plötzlich aus dem Leben abgerufen worden. Er 1 it beinahe drei Jahrzehnte in der ältesten orthodoxen Synagoge unterer Stadt seines heiligen Amtes als Vorbeter und Thorävorleser lit Treue und Hingebung gewaltet. Alle Beter der Synagoge und I trüber hinaus weite Kreise unserer Oemeinde haben den Heimgegangenen aufrichtig geliebt und geschätzt. Denn er war ein wahrhaft gottesfürchtiger Mensch und von stark ausgeprägter Herzenagfite. Still und geräuschlos hat er vielen Menschen geholfen, I tt die Besitzenden an ihre Schuld gegen die Besitzlosen erinnert iil hat auf diese Weise erstaunlich hohe Beträge zur Unterstützung rschämter Armer aufgebracht. In herzlichstem Mitgefühl vereinigt sich unsere Oemeinde mit dem Schmerz der edlen und allseitig be- ' i hten Gattin und dem der drei noch unversorgten Kinder, die in dem Entschlafenen einen treusorgenden Vater verlieren. Möge der ' Unwichtige den Trauernden seinen Trost senden. Personalnachricht. Am 24. Oktober begeht Herr Max Rosen - I el d c r in körperlicher und geistiger Frische seinen 75. (iehurtslig. An dieser Feier nimmt ein weiter Kreis der Oemeinde leh- 'litten Anteil. Der Jubilar steht seit mehr als 30 Jahren in verdienstlollei gemeinnütziger Tätigkeit. Er stellte sich 1901 in den Dienst des Wohlfahrtswcscns, das damals durch den „Ausschuß für das Armenweaen" geleitet wurde. 19(13 trat er dann in die üemeindei. rpeserhatt ein, der er als Verordneter auch jetzt noch angehört, I it einigen Jahren auch ah deren Vorsitzender. Bei all diesen Betätigungen, auch in den Ausschüssen, in die er entsandt wurde, hat er sich durch seinen klugen Rat und seinen Eifer, vor allem aher durch sein gutes Herz, grollte Achtung and Wertschätzung erworben. Besonders viel aber dankt dem Jubilar die Höhere Israelische Schule: Viele Jahre hat er an der Spitze des Schulvereins <A standen und in all den Schwierigkeiten, mit denen die Schule kämpfen hatte, nie versagt. Für alles, was Max Rosenfelder der Oemeinde zur Förderung hat zuteil werden lassen., sei ihm an seinem Jubeltage besonders herzlich, auch an dieser Stelle, ge dankt und der Wunsch ausgesprochen, daß ihm noch eine stattliche Reihe von Jahren in allen Freuden beschieden seien. 8. Gemeindeabend. Der S. Gemeiudeabend. der am 10. Oktober in der F.z-Chaimsynagoge stattfand, w ar, als Auftakt zu den demnächst wiederbeginnenden Erwachtenenbildungskureen dem Thema „Jüdische Bildung heute" gewidmet. Der Redner des Abends, Herr Dr. Ernst Simon von der .Mittelstelle für Erwachsenenbildung, sprach einleitend einige herzliche Worte des Gedenkens für den dahingeschiedenen Herrn Rabbiner Dr. Goldmann, der gerade mit der Erwachscnenbildungsarbeit besonders verbunden war; als einen Hauptwesenszug des all verehrten Verstorbenen hob Herr Dr. Simon hervor, daß er, wie sonst wenig Menschen der älteren Generation, nur auf die Sache des Judentums, niemals aber auf die eigene Person eingestellt war. - Sodann auf das Thema eingehend, ging der Redner von dem Zusammenhang zwischen jüdischer und Allgemeinbildung aus Der Redner fährte aus, daß es falsch sei, sich ghettoniäßig vom deutschen Kulturkreis auszuschließen, da die allgemeinen Kulturgüter zum Verständnis der jüdischen Wissenschalt unentbehrlich seien. Die jüdische Bildung selbst sei nach ihrem Kern und nach der lebenden Umhüllung dieses Kerns zu unterscheiden. Der Kern sei .das Gefühl des ewigen Bestandes Israels, die Erkenntnis, daß, wenn auch die Möglichkeit des Aussterbens der deutschen Juden bestehe, ein Aussterben des Judentums als solchen undenkbar sei. — Der Redner ging sodann auf die einzelnen Fächer der jüdischen Bildung von heute ein: Hebräisch, Tanach, mündliche Lehre, jüdische Geschichte und jüdische Gegenwartskunde. — Die Notwendigkeit des Erlernet« der hebräischen Spiache sei zwar unumstritten, doch sei — so meinte der Redner — die Methode vielfach falsch. Er warnte vor dem Sprachstudium in schnellen Kursen, die zwar die Möglichkeit einer raschen Ezistenzgründung in Palästina gäben, aber mit Bildung nichts zu tun hätten, da eine Teilnahme am kulturellen Leben Erez Israels durch ein gründliches und tiefgreifendes Studium, vor allem auch des Alt-Hebräischen bedingt sei, auf dem das Neu-Hebräische aufbaue. Ein Sprachbeispiel machte diese Ausführungen noch besonders deutlich. — Das Studium des Tanach wird nach der Meinung Dr. Simons insofern oft falsch betrieben, als man sich den Tanach in einer zu großen Zeitgemäßlieit verlebendigt und in ihm gerade das finden will, was heute den einzelnen Völkern als hoher Lebenswert erscheint. Vielmehr müßten wir aus der Bibel das echte volksverbundene, nicht das vom Volksleiden entfremdete Judentum herauslesen. Als Beispiel zog der Redner hier die Auslegung einer Mischnastelle heran. — Die Wichtigkeit der mündlichen Lehre für die jüdische Bildung beleuchtete Dr. Simon mit einem anschaulich und ausführlich durchgeführten Beispiel aus dem Talmud, das deutlich machte, daß jüdische Bildung ohne Studium dieses Standardwerk jüdischen Gesetzes undenkbar ist. Auch die Notwendigkeit der Kenntnis jüdischer Geschichte sei heute allgemein anerkannt. Worauf es ankomme, sei auch hier die Art des Erlernens. Der Redner führte aus, (Sonnabend, 20. Okt. Simchas-Thora Festball, Krystallpalast 2**]iS*|

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