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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1934-10-12 · 41 (12.10.1934) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
10 (1934)
Issue
41 (12.10.1934)
Date
1934-10-12
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIOIONSOEMEINDE ZU LEIPZIO 12. Oktober 1931 Sie können Ihre Anzeigen in Zukunft bis Mittwoch abends aufgeben Annahmestellen:: Anzeigen-Verwaltung, Cichoriusstr. 2a, Tel.60771» M. W. Kaufmann, Brühl 8, Tel 23009, R. Neumann, Leihbücherei Königsgalerie, Tel 27987, E. Wietepsky, Cigarren, Brühl 52, Tel.28366, D. Rosen Nachf.,Cigarren,PeterssteinweglO,Tel 23768, E. Diamant, Lebensmittel, Humboldtstr.26, Tel. 29541, Rosa Wolff, Haushaltart, K.-Johannstr. 2, Tel.29508, Tabakhaus Einhorn, Katzbachstraße 21, Tel.53372, Adlers Warenhaus, Hallische Str. 127, Tel.50367. das, was dieser grolle Mann an unendlichem Gluck schon stiften konnte, auf die Tausende schöner Blüten, die er gesät. — Leise kommen durch das Schluchzen der vielen die Worte letzten Gebets. Sic tragen ihn hinaus, sie heben ihn empor, wie sein Wirken emporstrebte. Bereitwillig laden sie alle die teure Last auf ihre Schultern, der (iemeindevorstand, die Rabbiner, der Hilfsverein, die Chewra Kadischah, der Centraiverein, seine jungen studentischen Freunde, alle sie, deren Lasten e r sein Leben lang so opferwillig sich aufgeladen hat. Und dann der grausige Moment des Versenkens. Ein Ächzen der gequälten Seelen zerreilit die Luft. — Es ist ein unheimliches Gefühl, daß solch ungewöhnliche Menschen dem gleichen einfachen Gesetz unterliegen wie wir alle. Ihr Sein, ihr Wirken ist uns so gegenwärtig, so selbstverständlich, daß wir sie uns nicht wegdenken können. Nein, er ist auch nicht gestorben; für uns nicht. Sein Schaffen und sein Bauen, es wird in uns bestehen. Es wird in uns reifen und blühen, solange wir sind. Und was w i r bauen in seinem Geiste, das wird gut sein. J. Jüdische Zeitschau Ausstellung jüdischer Künstler. Am 21. Oktober dl. J. eröffnet der Verein Jüdisches Museum E.V. zu Breslau (Gräbschener Straße 61 65) seine erste Ausstellung von Werken jüdischer Künstler aus Vergangenheit und (je gen wart. Diese Veranstaltung verspricht von Bedeutung für alle geistig interessierten jüdischen Kreise in und außerhalb von Breslau zu werden. Die Ausstellung soll eine Kollektivschau jüdischen Kunstschaffens in Deutschland darstellen, die ohne den Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben, eine reiche Anzahl von Werken der Malerei, Graphik und Bildhauerei planvoll vorführt. Ihrer Aufgabe gemäß wird sie das Bild der Leistung verschiedener Künstlerpersönlichkiiten im Laufe von einhundert Jahren und die von ihnen vertretenen Richtungen zeigen. Hier können wir sowohl Anhängern der realistischen Darstellung begegnen, als auch Kämpfern um die übersinnlichen Werte der Kunst. Wir werden Lyriker der Farbe und des Lichtes neben Bildnern einer festen Torrn finden. Wir werden ein Schaffen betrachten, das in den Dienst der allgemeinen Kunst gestellt worden ist, und ein anderes, das bewußt jüdisches Leben schildert oder die Landschaft des Erez Israels. Außer den bedeutenden Meistern von Weltruf werden auch die weniger bekannten, jedoch ebenfalls verdienstvollen Künstler in der Ausstellung vertreten sein. Auf diese Weise wird besonders den Jüngeren Gelegenheit geboten, ihre Arbeiten einem größeren Publikum vorzuführen. Der schlesische Nachwuchs wird naturgemäß einen breiteren Raum in dieser Kunstschau einnehmen. Die Ausstellung wird bis gegen Lnde November täglieh von 11—18 Uhr zugänglich sein. Um den Besuch weiten Kreisen der (imeindcmitglicdcr zu ermöglichen, ist ein Eintrittsgeld von nur 0,15 RM. pro Person vorgesehen, das für Erwerbslose und beim Besuch von Organisationen auf 0,10 RM. ermäßigt wird. Sonnabend Eintritt frei. Die Ausstellungsleitung beabsichtigt, bei genügender Beteiligung besondere Führungen und Vorträge zu veranstalten. Dr. L. B. Aschheim. 3653 Juden im Juli nach Palästina eingewandert. Wie der jüdischen Telegraphen-Agentur mitgeteilt wird, sind im Monat Juli 3653 Juden nach Palästina eingewandert. Von diesen Einwandereren gehörten 526 zur Kategorie A, bei der die Einwanderungserlaubnis an den Besitz von mindestens tausend Pfund geknüpft ist. Es sind somit im Monar Juli mindestens 526.000 Pfund an neuem jüdischem Kapital ins Land geströmt. In demselben Monat sind 140 Christen und 25 Mohammedaner nach Palästina eingewandert. Die Zahl der jüdischen Einwanderer im Juni betrug 2519, im Mai 2035. Der Kapitalisten-Kategorie gehörten im Juni 554, im Mai 355 Einwanderer an. UTA) Jüdischer Röntgenologe aus Deutschland nach Beirut berufen. Der bisherige Chefarzt der Röntgenabteilung am Krankenhaus drr Israelitischen Gemeinde in Frankfurt a. M., Dr. med. Albert Oppenheimer, erhielt einen Ruf alt Professor der Röntgenologie an die Amerikanische Universität in Beirut (Syrien). Dr. Oppenheimer hat die B rufung angenommen und nimmt seine neue Tätigkeit bereits am 1. Ottober auf. (JTA). Informationsblätter. Nr. 6 (27. August 1934). Die im Auftrage des Zentralausschusses der deutschen Juden für Hilfe und Aufbau von der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden herausgegebenen Informationsblätter bringen in ihnr neuesten Nummer wieder zahlreiches Material aus allen Gebieten der jüdischen Sozialarbeit. Eingeleitet werden die Informationsblätter wie stets mit Arbeitsberichten der jüdischen Zentralorganisationen, insbesondere des Zcntralausschusscs für Hilfe und Aufbau und der Zentralwohlfahrtsstelle; es folgen Berichte über die bisherige Arbeit der Zentralstelle für die Ansiedhing deutscher Juden in Palästina und der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugend-Alijah. Die Informationsblätter bringen weiter Obersichten über Gesetzgebung und Rechtsprechung auf den für die jüdische Sozialarbcit wichtigen Gebieten; so finden sich neben Mitteilungen neuer Entscheidungen und Gesetzesänderungen im Gewerberecht die neuen Bestimmungen der Verordnung über Ausnahmen von der Einzelhandclssperre, neben den neuen Bestimmungen des Devisenrechts, insbesondere dem neuen Palästinaabkommen, eingehende Erlauterungen zur Regelung des Arbeitseinsatzes, der Zuzugssperre für Arbeitnehmer in Gebieten mit großer Arbeitslosigkeit, zu denen neben Berlin neuerdings auch Hamburg und Bremen rechnen. Es folgen Einzelheiten aus der arbeitsrechtlichen Praxis, wie Zuständigkeit des Treuhänders der Arbeit, Rechtsprechung zur Tarifbindung jüdischer Firmen, Abgrenzung des Volontärvertrages zum Lehrvertrage usw. Die neuen Bestimmungen des Gesetzes über den Aufbau der Sozialversicherung werden mitgeteilt sowie eine Liste der preußischen Notstandsgemeinden, in denen Neuzuziehende .Beschränkungen der öffentlichen Fürsorge unterliegen, veröffentlicht. Den Schluß der Informationsblätter bilden für Auswanderer wichtige Mitteilungen aus dem Ausland; neben Bestimmungen für Palästüiaauswanderer werden u. a. die Berufsaussichten für Ärzte in Italien und die Neuregelung der Einwanderung in Brasilien behandelt. — Die Informationsblätter, die in etwa monatlichen Abständen erscheinen, können von der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden, Berlin-Charlottenburg 2, Kantstraße 158, zum Abonnementspreis von vierteljährlich 1.— RM. bezogen werden. Unsere Gemeinde. Eine Bitte an die Gemeindemitglieder. Der Winter steht vor der Tür und unser neugegründetes Chaluz-Heim auf dem Bar-Koehbn- Sportplatz besitzt noch keinen Ofen. Ebenso fehlen uns die Mitt-I zur Anschaffung der Heizmaterialien. Es fehlt uns weiter an: 1 Badewanne, 1 Badeofen, Schlafdecken usw. Wir wären den ververehrten Gemeindemitgliedern zu großem Danke verpflichtet, wenn sie uns durch Spenden helfen würden, die zur Aufrechterhattung unserer Bedürfnisse bestehenden Mängel zu beseitigen. \X ir bitten um freundl. Benachrichtigung und werden die Spenden n :t bestem Dank abholen. Bcth-Chaluz, Leipzig-Eutritzsch, Diiben r Landstr. 1 (Bar-Kochba-Platz). Eine Rabbiner Dr. Felix Goldmann-Stiftung. Auf Anregung des Hilfsvereins isr. Gewerbetreibender E. V. ist von Freunden des verstorbenen Gemeinderabbiner Dr. Felix Goldmann s. A. der Beschluß gefaßt worden, eine Rabbiner Dr. Felix G o I d m a n n - S t i f t u n g ins Leben zu rufen, die die Erziehung jüdischer Waisenkind f zur Aufgabe haben soll. Der Vorstand der Chewra Karifccha hat geglaubt, im Sinne d 1 verschiedenen Herrn Gcmcinderabbincr Dr. Goldinann, der in HiK'- leistung au Notleidenden so sehr aufgegangen ist, zu handeln, wenn er an Stelle eines Nachrufes mit einem entsprechenden Betrage I«■ dürftige Mitglieder unserer Gemeinde unterstutzt. Der Betrag ist zur Verteilung gelangt. Personalnachricht. Am 12. Oktober begeht in körperlicher und geistiger Frische Herr Viktor Armhaus seinen 75. Geburtstag. Der Jubilar ist ein Phänomen hinsichtlich der Kenntnis fremder Sprachen und war jahrzehntelang auf den hiesigen Gerichten für eine erstaunlich große Zahl von Sprachen als Dolmetscher anerkannt. Viele Tausende von Urkunden, die für die Beschaffimg von behördlichen Nachweisen erforderlich waren, sind durch ihn übersetzt worden und haben Hunderten von Gemeindemitgliedern zur Erlangung von Ausweispapieren, Aufenthaltsgenehmigungen sowie zur Vertretung ihrer Rechte in Streitfällen wertvolle Dienste geleistet. Seit einigen Monaten ist auf Grund der gegenwärtige» Gesetzgebung seine Zuziehung vor den Gerichten erheblich eingeschränkt. Gleichwohl ist er auch jetzt noch für gewisse Sprachen die einzige autoritative Persönlichkeit. So wird Herr Armhaus auch jetzt noch außerordentlich in Anspruch genommen. Wir möchten auch an dieser Stelle dem Jubilar von ganzem Herzen wünschen,

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