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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1934-08-24 · 34 (24.8.1934) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
10 (1934)
Issue
34 (24.8.1934)
Date
1934-08-24
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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24. August 1934 0EME1NDEBLATT DER ISRAELITISCHEN REL1GIONSQEME1NDE ZU LEIPZIG Seite 3 Konzertdirektion A. F.lirlicli | MeMHesonntag, den 2«. Aug.: nachm. 4.«° u. abds. S.',w Uhr - Krisfallpalust-harten n. innere Itäunie Bei jeder Witterung! (Nicht zu verwechseln mit ähnlichen Betrieben in gleichem Hause) Nachmittags: I. KufCccstnndc: Konzert mit künstlerischen Einlagen - Auftreten erster Kräfte. ---Eintritt 50 Pfg. an der Kasse. - Abendsj. Gastspiele prominenter Künstler. Willy Präger. Berlin. Humor und Conference. Jak«. Berlin, hum. Zaubereien. - Das Rätsel in jedem Programm — Die 2 jugendl. Virtuosen? in ihren ungarischen Weisen, sowie «las weitere vielseitige Programm - Pausentanz - Orchester: Am Flügel: Leo Scliönluicli. —------Etwaige Aenderungen vorbehalten-- Karten zu Rmk. 1.—, 1.50 u. 2.— bei M. W. Kaufmann, Brühl; Willner, Nordstr. 29; Wietepski. Brühl 52; Zellner: Kaufhaus Brühl; Manelis; Bäckerei Schmeidler; D. Rosen Nachf., Peterssteinweg 10; Konzertdir. A. Ehrlich, sowie an der Nachmittagu. Abendkasse Kristallpalast. Die für abends gelösten Plätze zu Mk. 1.50 u. 2.— berechtigen auch zum freien Eintritt der Nachmittags-Kaffestunde, soweit Plätze vorhanden. ■■■IHHHHMi^B^^B^BHH Treffpunkt Me«Me|tKKte! 1. Theater-Abend Jüd. Künstler (Odenbach •Operetten- Abend) Sonnabend, den 25. Aug. im Künstlerhaus, Nikischpl. 2 Nummer 66 Komische Oper von I. Offenbach Francois. . Santo Sonini Piccolo . . Walter Lewens Suzon . . . Doris Wilamowska Der Ehemann vor der Tür Operette von j. Offenbach Martin Preller . Santo Sonini Susanne.....Doris Wilamowska Horian Specht. Walter Lewens Kosine.....Anny Pomeranz Inscenierung: H. Waiden Musikal. Leitung: Mus ja Oottlieb Anf.: pünktl. 20» Uhr (Großes Orchester) Ende: 23 Uhr Wahrend der Ouvertüre bleiben die Saaltiiren geschlossen. I intrittskarten zu Mk. 2. , 1 50, I.— bei den bekannten Vorverkaufs-Stellen sowie an der Abendkasse Zu der s. O. w. am Sonnabend den 1. September in der Synagoge Ez Chaim stattfindenden Barmizwahfeier mxma unseres Sohnes Leo laden wir unsere Freunde und Bekannten ergebenst ein. Israel UraduH und Frau Jacobstraße 15 lisch hochstehendes Aussehen gegeben, wie sie auch auf den kunstvollen Band Wert legten. Der Kalender des Jüd. Frauenbundes, der für alle diese Einzelheiten überzeugende Beispiele beibringt, wird so zu einem Zeugnis für die uralte Tradition, die sich bei den Juden in ihrer Beziehung /.um Buche herausgebildet hat, und die bis heute nicht nur nicht abgebrochen, sondern in vollem Umfange gewahrt, ja weitergebildet worden ist. Die jüdische Buchkultur steht auf beachtlicher Höhe, nicht nur inhaltlich sondern auch in der äußeren üestaltung. Der Kalender des Jüdischen Frauenbundes ist selbst ein Beleg ibtür. Rabbiner Gustav Cohn. Jüdische Zeitschau Gegen die Ritualmordbeschuldigung im „Stürmer". Die Reichsvertretung der deutschen Juden teilt mit: Der „Stürmer" hat in seiner l-vten Nummer, in Zusammenhang mit einem im Jahre 1926 in Breslan vorgekommenen Mordfall, von neuem die Ritualmordbeschuldigung erhoben. Die Reichsvertretung der deutschen Juden ist deshalb bei dem Herrn Reichsminister des inneren vorstellig geworden. Der „Stürmer" in Breslau beschlagnahmt Dem Berliner Tageblatl wird aus Breslau telegrafiert: Die soeben erschienene Nr. 32 der Wochenschrift „Der Stürmer" beschäftigt sich ausführlich mit dem «lauer Mordfall Feße, der im Jahre 1926 weiteste Kreise der Oeffentlichkett in Aufregung hielt. Wie erinnerlich, waren damals 2 Kinder im Alter von 8 und 12 Jahren auf bestialische Weise ermordet worden. Die Tat ist nie aufgeklärt, ein Mörder nie ermittelt worden. Die geraunte Nummer des „Stürmer" veröffentlicht jetzt einen mehrere Spalten langen Brief der Großmutter der Kinder und überschreibt ihn, auch in der Hauptüberschrift, mit den Worten „Der Ritualmord zu Breslau". Eine sehr ausführliche Schilderung des Mordes kommt zu dem Schluß, daß die beiden Kinder geschächtet worden sind. Mehreren Personen In Breslau wird in einer geheimnisvollen Andeutung der Mittäterschaft Ha .erstellt. Der Leiter der Mordkommission des Breslauer Polizeipräsidiums, l'v .'ierungsrat von Külitz, erklärte auf die Fragen ihres Korrespondenten mit aller Bestimmtheit, daß die Behauptungen der Zeitschrift unsinnig seien und daß sich der tragische MordfalT keineswegs in dieser Richtung deuten lasse. Der Feße-Mord sei von ernster kriminalwissenschaftlicher Seite stets als Sexualmord bezeichnet worden. Der stellvertretende Polizeipräsident hat die Nummer des „Stürmers" beschlagnahmen lassen. In der amtlichen Begründung heißt es, daß der Bericht des Blattes in allen wesentlichen Punkten völlig unzutreffend und außerdem geeignet sei, das Ansehen der Polizeibeamten in erheblichem Maße herabzusetzen. (ITA) Zu den Unruhen in Algerien. Der in Paris wieder eingetroffene Oeneralgouverneur von Algerien «u am 13. August dem Ministerrat Bericht über die von ihm getroffenen Für die mir anläßlich meines 75. Oeburtstages in so reichem Maße erwiesenen Aufmerksamkeiten spreche ich hierdurch allen meinen herzlichsten Dank aus. Leipzig, im Elul 5694. Paul Uelherg. Xun.v Iiitrntor — Dr. Krnsl l.ueas Verlobte Straße des 18. Oktober 17 — Leipzig Cl — Promenadenstraße 7 zu Hause 2. September 1934 Leipzig «I'STKL FARXAfcS PAUL HABTHANN Verlobte Fürth Maßnahmen Bericht erstattet. Wie offiziell mitgeteilt wird, beträgt der in Constantine angerichteten Schaden dreiviertel Millionen Pfund. Außer den 27 Toten wurden 40 Schwerverwundete registriert. Einer ist inzwischen schon gestoroen. Von den bei den Unruhen Festgenommenen sind 144 Personen in Haft behalten worden und werden unter der Anklage der Plünderung, des Diebstahls, unbefugten Waffentragens, der Hehlerei und des Mordes vor Gericht gestellt werden. Mit der Vernehmung wurde bcieits begonnen. Die meisten Beschuldigten leugnen, an den Ausschreitungen beteiligt gewesen zu sein. Über die Berufungen des Kabinetts ist bisher ein Communique nicht ausgegeben worden. Es heißt jedoch, daß einige Mitglieder des Ministerrats es scharf getadelt haben, daß gegen die schon seit längerer Zeit in Algerien geführte Hetzpropaganda nicht rechtzeitig Maßnahmen getroffen wurden. Aus Constantine wird gemeldet, daß die Stadt noch jetzt, nach Aufhebung des Belagerungszustandes, ein Bild grauenhafter Verwüstung biete. Die Trümmer der zerstörten Wohnungseinrichtungen und sonstigen vernichteten Hausrats bedecken die Straßen des Pogromvicrtels bis zu einem halben Meter Höhe. Die Pariser Tageszeitung „Le Populaire" fordert den Rücktritt des Generalgouverneurs Carde. Arabische und jüdische Fuhr CT in Algerien haben Briefe ausgetauscht, in denen sie ihr Bedauern über die letzten Vorfalle zum Ausdruck bringen und sich gegenseitig ihrer Sympathie und Freundschaft versichern. Unter der Anklage des Mordes sind in Constantine 4 Personen verhaftet worden. Die Zahl der anderer Verbrechen Beschuldigten geht in die Hunderte. An Feuerversicherungs-üesellsehaften sind im Zusammenhang mit den Brandstiftungen in jüdischen Geschäften 200 Schadenersatz - forderungen gestellt worden. Entscheidung des Reichsgerichts über die Anfechtbarkeit von Mischehen. Vor einiger Zeit wurde ein Urteil des Kammergerichtet veröffentlicht, in dem die Frage der Anfechtung einer Mischehe zwischen Ariern und Nichtariern negativ entschieden worden war. Nunmehr liegt in dieser Angelegenheit die letzte Entscheidung des Reichsgerichtes vor. Dieses hat auf Revision des Antragstellers den Entscheid des Kammergerichtes verworfen und sich für die Anfechtungsklage ausgesprochen. In den Entscheidungsgründen führt das Reichsgericht aus: Die Annahme des Kammergerichtes, daß er den Irrtum spätestens im Jahre 1920 entdeckt habe, ist zutreffend. Nicht zuzustimmen ist aber der Ansicht des Berufungsgerichtes, daß damals die Anfechtungsfrist zu laufen begonnen habe. Haben Sie die Karte für die Glückwunsch-Anzeige von Familie — zu Familie schon abgesandt? Tun Sie es noch heute oder rufen Sie Nr. 60771 an

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