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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1934-08-17 · 33 (17.8.1934) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
10 (1934)
Issue
33 (17.8.1934)
Date
1934-08-17
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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7. August IQ34 OEME1NDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIO Seite 3 Synagoge „EZ CHAIM" Otto Schill-Straße e.V. Leipzig Ausgabe der Synagogenkarten. Die Vermietung der Synagogenplatze für das Jahr 5095 erfolgt ab 19. August werktäglich von 5—7 Uhr in der Synagoge, an den Sonntagen von 4—7 Uhr. Den bisherigen Inhabern werden ihre Plätze bis zum 2. September reserviert. Wir haben, um weitesten Kreisen der Gemeinde Gelegenheit zu geben, an unserem, im In- und Ausland inbezug auf Ausgestaltung und Ordnung als vorbildlich geltenden Gottesdienst teilzunehmen, eine große Anzahl Plätze im Preise SO festgesetzt, daß es jedem möglich ist, an den hohen Feiertagen und das ganze Jahr hindurch in diesem grollen und schönen Gotteshaus seine Andacht zu verrichten. Auch in diesem Jahr wird Herr Oberkantor Wilkomirski, der soeben aus Erez Israel, wo er von Tausenden von Zuhörern in Jerusalem, Tel-Aviv und Haifa, als einer der größten Kantoren der Jetz.tzeit gefeiert wurde, zurückgekehrt ist, als Oberkantor amtieren, unterstützt von unserem großen Synagogen-Chor unter Leitung des Herrn Rainbam. Karten zum Preise von 3.— RM. ab aufwärts; die festgesetzten Preise können in keinem Falle eine Ermäliigung erfahren. Im Interesse unserer Beter werden wir in diesem Jahre strengste Kontrolle der Eintrittskarten vornehmen und unter allen Umständen verhindern, daß Personen, die nicht zum Betreten der Synagoge berechtigt sind, dorthin gelangen können und ferner, daß mehrere Personen auf eine und dieselbe Eintrittskarte die Synagoge betreten. Leipzig, den 12. August 1934. Der Vorstand der Synagoge Otto Schill-Straße. fcldmartchall wie als Reichspräsident dem deutschen Volke beuiesen hat. Nach dem eindrucksvoll vor geöffneter Lade von Herrn Kantor I i f f e vorgetragenen El mole rachamim und einem Chorgesang intonierte die Orgel das Lied „Ich hatt' einen Kameraden", worauf ein Orgelnachspiel die würdig und stimmungsvoll verlaufene Feier beschloß. Dr.G. L. Neue Vereinbarungen Uber FilceiitiinistranHfer von Palast Ina-Auswanderern. In einem Runderlalt Nr. 82 an die Devisenstellen werden neue Bestimmungen über den Vermögenstransfer von Juden, die nach Palistina auswandern wollen, bekanntgegeben. Die Bestimmungen urden auf Grund von Vereinbarungen getroffen, die zwischen den ständigen deutschen Behörden und den berufenen zionistischen Stellen abgeschlossen worden sind. In dem Erlaß heißt es: „Hei der Reichsbank wird für die Hank der Tempelgesellschaft h Jaffa ein Sonderkonto 2 eingerichtet. Auf dieses Konto können (mit Genehmigung der Devisenstellen) Juden, die in Deutschland II sässig sind und z. Z. nicht auswandern, sich aber gleichwohl - hon jetzt eine Heimstätte in Palästina schaffen wollen, zugunsten di r Treuhand- und Transferstelle „Haavara" Ltd. in Tel Awiw Einzahlungen leisten. Diese Einzahlungen finden ausschließlich VeriIlching zur Ke/ahlung deutscher Warenlieferungen nach Palästina. Kr Devisengegenwert wird den Einzahlern in Palästina zur Veri 'img gestellt. Mittels eines besonders vereinbarten Verfahrens fl 'Ken der Keichsbank aus diesen Ausfuhrgeschäften Devisen in I ihe von l/i des Gesamtwertes zu. Der einzelne Exporteur erhält i türlich die volle Bezahlung in Mark aus dem Sonderkonto. Die l ichstgrenze der Einzahlungen beträgt KM. dO(HH) für jede wirti.iftlich selbständige Person; von Ehegatten kann danach nur der ei ic Teil von der Eiuzahluugsmoglichkcit Gebrauch machen. Bei e ner etwaigen späteren Auswanderung ist der auf Sonderkonto 2 eingezahlte Betrag anzurechnen auf den Betrag, der von der Ausv ndcrerberatungSStellc als angemessen anerkannt wird; die Zuteilung des „Vorzeigegeldes" entfällt also, soweit die Gutschrift i1 ■ üegenwertes seitens der Haavara erfolgt ist. Dem Antrag auf I U'ilung der Genehmigung zur Einzahlung auf dieses Sonderkonto, di r bei der zuständigen Devisenstelle einzureichen ist, sind beizufügen: 1. eine Unbedenklichkeitsbescheinigung des Finanzamtes ■ rie eine Bescheinigung des Palästina Amtes in Berlin (Mei- W kestr. 10), die die ernsthafte Absieht des Antragstellers, sich eine Heimstätte in Palästina zu schaffen, glaubhaft macht. Die Dein' anstellen haben dann die Einzahlung auf dieses Sonderkonto 2 'ii genehmigen unter folgenden Bedingungen: Der Antragsteller hat den Betrag der Palästinaforderung der Devisenstelle anzuzeigen (alier nicht abzuliefern), sobald Gutschrift von Seiten der Haavara vorliegt Er hat ferner binnen 6 Monaten nach Erhalt der üut- ^tlirift bei der zuständigen Devisenstelle den Antrag zu stellen, dal; er die Forderung an die Haavara zum Ankauf von Grund und Boden in Palästina verwenden darf. Der Anlage in Grund und Boden stehen sonstige Anlagen in Palästina gleich, namentlich Häuser, Hypotheken, Pfandbriefe, Schuldverschreibungen, langfristige Darlehen, Anteile an Unternehmungen usw. Das deutsche Generalkonsulat in Jerusalem hat dabei zu bestätigen, daß der Erwerb der Werte eine Anlage im Sinne dieses Abkommens darstellt. Durch weitere Bestimmungen wird Vorsorge getroffen, daß der •'evisenertrag (Zinsen, Amortisationsquoten usw.) solcher Anlagen Beatrice Waghalter llr, ,1o*ef Freudenthal Verlobte Berlin Leipzig, z. Z. Marienbad, Villa Hahn Mahlmannstraße 6 in Palästina der Reichshannk zur Verfügung zu stellen ist, aber natürlich nur solange, als der Betreffende nicht ausgewandert ist. Bei Auswanderern kann die Genehmigung zur Einzahlung auf das Sonderkonto 2 für Beträge erteilt werden, die über die von der Auswanderer-Beratungsstelle als angemessen anerkannte Summe hinausgehen, jedoch höchstem bis zu KM. 501MH) je Person, einschließlieh der in Devisen oder zur Einzahlung auf Sonderkonto 1 genehmigten Beträge. Das Sonderkonto 1 ist den Auswanderern vorbehalten, das Sonderkonto 2 grundsätzlich für Nichtauswanderer bestimmt. Dementsprechend hat die Haavara das Sonderkonto 1 bevorzugt abzuwickeln, und sie wird von den Einzahlern auf Sonderkonto 1 einen erheblich geringeren Abschlag fordern als bei Sonderkonto 2. (JTA.) Jüdische Zeitschau Jüdisches Konzert in Marienbad. Aus Anlaß des SOJihrigen Jubiläums der Marienbader Synagoge fand im großen Kursaal eine starkbesuchte Festakademie unter Mitwirkung einer Reihe von ausgezeichneten Künstlern statt. Der wunderbare, strahlende Bariton des Mailänder Kammersängers Vitlorio Weinberg rili das Publikum zu Ovationen hin. Daß sich der Leipziger Tenor Paul Niederland neben Weinberg und der immer mehr in den Vordergrund tretenden jungen Diseuse Beatriee Waghalter nicht nur glänzend behaupten, sondern sogar mit der „Havdoloh" von Zilberts einen Sondererfolg erzielen konnte, verdient besondere Erwähnung. Dol Dauber, der erklärte Liebling der Marienbader, erntete mit den Jargonliedcrn seiner Fantasie „Am Sabbath-Abend" gleichfalls stürmischen Beifall. Dr. I. Fr. Jüdische „Allgemeinde" unter geistlich-weltlicher Leitung. Die Wiener Wochenschrift „Jüdische Presse" veröffentlicht einen bemerkenswerten Artikel Dr. Nathan Birnbaums zum Problem der Herstellung der jüdischen Einheit. ■ Glückwünsche von Jamilie m Jamilie! ■ U Der Appell an das Gemeinschaftsgefühl unserer m ■ jüdischen Mitbürger ist nicht ungehört verhallt! Wir ■ J sind gebeten worden die Teilnahme zu erleichtern JJ g und legen deshalb der heutigen Ausgabe eine R S Tostkarte S ■ bei, die Sie nur auszufüllen und in den Postkasten zu * J| stecken brauchen. Ihre Beteiligung kostet nurl,80RM. * ■ nnzelgenverwaltung des (jemelndeblaltes, Ctchcriusstr. 2 a. J ■ ■■■■■■■■■■■ Telephon 60771 ■■■■■■■■■■■■

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