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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1934-08-10 · 32 (10.8.1934) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
10 (1934)
Issue
32 (10.8.1934)
Date
1934-08-10
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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QEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIQIONSOEMEINDE ZU LEIPZIG 10. August 1034 Gruppen von 20 bzw. 30 nach MUchmar Hafmek und nach Pardcssana, wo ein eigener Mcschck im Anschluß an das Jugenddorf Meir Schefaja gegründet wird. Die Auswahl aller dieser Jugend* liehen wird End« August abgeschlossen sein. Für das nächste Jahr sind 7lK) Zertifikate angefordert worden. Zertifikate im Kähmen der Jugcnd-Alijah können nur für Jugendliche vom vollendeten 13. his /um vollendeten 17. Lehensjahr Beantragt werden. Der Organisationsplan sieht vor, daß die Qruppen zur Hälfte aus solchen Jugendlichen, die zwei Jahre lang monatlich einen Erhaltung!- und Ausbildungsbeitrag von vier Pfund zahlen können, wobei Vorauszahlung für ein Jahr erwünscht ist, und zur Hälfte aus Nichtzahlenden bestehen sollen. Damit die Vertragsverhandlungen mit den Eltern sorgfältig geführt werden können, ist es gut, wenn die Anmeldung der Zahlenden mindestens) ein Jahr vor der Alijah erfolgt. Zentralausschuß der deutschen Juden für Hilfe und Aufbau und Regelung der deutschen Wanderung. Mit dem in der letzten Nummer der Inf ormations blatte r des Z e n t r a I a us s c hus s e s der deutschen Juden für Hilfe und Aufbau veröffentlichten Bericht der Hauptsteile für jüdische Wanderfürsorge wird eine Reihe von Arbeitsberichten des Zentralausschusses abgeschlossen, die in ihrer Gesamtheit ein Bild über den Teil der Arbeit des Ausschusses vermitteln, der der Regelung jüdischer Wanderungsprobleme gewidmet ist. Die Wanderungsfragen werden im Zentralausschuß durch drei Organisationen bearbeitet: Auswanderer in die Länder außerhalb Palästinas, insbesondere nach Übersee, werden vom Hilfsverein der deutschen Juden beraten und unterstützt. Für diejenigen Juden, die in ihre Heimatländer, insbesondere nach Osteuropa, zurückkehren, ist die Hauptstelle für jüdische Wanderfürsorge zuständig. Die Palästina-Wanderung schließlich, soweit sie als Zertifikatseinwanderung durch den Zentralausschuß finanziert wird, leitet das Palästina-Amt der Jewish Agency für Deutschland. In dem Bericht über die Tätigkeit des Hilfsvereins wird mitgeteilt, daß in der Zeit vom April bis September 1933 025') Personen einschließlich derjenigen, die zu beruflicher Ausbildung ins Ausland gingen, durch den Hilfsvercin befördert wurden. Vom Oktober bis Dezember wanderten mit Unterstützung des Hilfsvereins 1066 Personen aus. Das Palästina-Amt hat im abgelaufenen Jahr allein durch die Berliner Zentralstelle mehr als 30 000 Menschen beraten. Im Sommerhalbjahr standen gegenüber 6000 Gesuchen 1206 Zertifkiate zur Verfügung, auf die 2182 Personen nach Palästina eingewandert sind. 4600 Gesuche wurden endgültig abgelehnt, 194 zurückgestellt. Für die erste Periode der Winter-Alijah standen von 1369 vorgesehenen Zertifikaten 959 zur Verfügung, auf die 15S6 Personen abreisten. Die Hauptstelle für jüdische Wanderfürsorge hatte sich 1933 mit der Rückwanderung von 18 694 Personen zu befassen. Einschließlich derjenigen Auswanderer, die die Fürsorge nicht in Anspruch nahmen, ist die Zahl der Juden nichtdeutscher Staatsangehörigkeit, die Deutschland 1933 verlassen haben, mit 25000 bis 30000 zu beziffern. Unsere Gemeinde. Die Trauer Ober das Hinscheiden des Herrn Reichspräsidenten fand im vergangenen Sabhathgottcsdicnstc in der Predigt des Herrn QemeinderaDbiner Cohn in der Qemeindesynagogc innigen Ausdruck. Auch in der Lz. Chajim-Synagoge wurde des großen Toten würdig gedacht. Personalnachricht. Weite Kreise unserer Gemeinde sind aufs tiefste über den Heimgang des hochangesehenen Herrn Ferdinand Schulhol erschüttert. Als Seniorchef der bedeutenden, Weltruf genießenden Rauchwarenfirma Heinrich M. Königswerther stand der Verstorbene nicht nur in seiner Branche sondern weit darüber hinaus in größter Wertschätzung und Achtung. Privatkrankenkassen und nichtarische Arzte. Aus Ärztekreisen wird uns mitgeteilt: Leipziger Bezirksdirektionen von Privatkrankenversicherungen haben in ihren Geschäftsräumen ein Verzeichnis nichtariachcr Arzte ausliegcn. Am Kopfe dieses Verzeichnisses wird mitgeteilt, daß die Erstattung der Rechnungen von namentlich aufgeführten nichtarischen Ärzten den arischen Patienten abgelehnt werden muß. Hierzu ist ausdrücklich zu bemerken, daß die Ablehnung der Erstattung sich nur auf die arischen Mitglieder der Krankenkas>en bezieht, nicht aber auf die jüdischen. Jedes jüdische Mitglied hat, wie immer wieder ausdrücklich betont werden muß, nach wie vor das Recht, jüdische Arzte in Anspruch zu nehmen und erhalt die Rechnungen der Ärzte erstattet. Das gilt für alle nichtarischen Mitglieder und sogar für solche Mitglieder, die sich selbst als nichtarisch bezeichnen. Mitteilungen des C. V.-Syndikats. Das Dezernat für Handelsvertreter beim Centraiverein hat Vertretungen einer beachtenswerten Weinbrennerei für Leipzig, eine Strumnfvertretung für Mitteldeutschland, eine Vertretung für Hut- und Kleiderblumen sowie für Phantasiefedern und eine Vertretung für Thüringer Wirkwaren für Sachsen zu vergeben. Interessenten wollen sich bei der Geschäftsstelle des Centralvcreins, König-Johann-Str. 17 I, Tel. 12038, melden. Sportverein „Schild" Leipzig. Eröffnung des Trainingbetriebes. Am Sonntag, den 5. August, eröffnete der neugegründete Sportverein „Schild" auf dem Platze an der Wundtstr. seinen Trainmgs- An die Leser des Gremeindeblatte* Wir bitten diejenigen Mitglieder unserer Gemeinde, die noch nicht das Bezugsgeld für das Gemeindeblatt für die Zeil vom 1. April bis 31. Juli ds. Js. in Höhe von RM. —.40 an uns gezahlt haben, dies umgehend nachzuholen. Postscheckkonto der Gemeinde Nr. 50533. Leipzig, den 24. Juli 1934. Der Vorstand der Israelit. Religionsgemeinde zu Leipzig. betrieb. Obwohl bekannt war, daß das angesetzte Fußballspiel infolge der Landestrauer ausfiel, hatten sich sehr viele Besucher eingefunden. Der Sportführer, Herr Herrmann, eröffnete mit knappen Worten. Die Zustimmung, die die Neugründung findet, ging aus den zahlreichen Neuanmeldungen hervor, die auf dem Platze abgegeben wurden. Dr. A. Amtliche Bekanntmachungen Unterbringung von Kindern in Glasgow. Von der Zentrale für jüd. Pflegestellen und Adoptionsvermittlung Kinder- und Mutterschutz des jüd. Frauenbundes e. V. in Elberfeld, erhalten wir die Mitteilung, daß Kinder im Alter von 6-11 Jahren, die die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen, im Waisenhaus in Glasgow unentgeltlich untergebracht werden können. Die Entscheidung über die Aufnahme obliegt dem Verwaltungsrat des Waisenhauses. Zweckdienliche Angaben bitten wir, an die Fürsorgeabteilung der israelitischen Religionsgemcinde zu Leipzig zu richten. Leipzig, den 6. August 1934. Fürsorgeabteilung der israelitischen Religionsgenieinde Leipzig. Gottesdienste Gemeindesynagoge. Sabhatgottesdicnst: Freitag, 10. August, Abendgebet 19 Uhr. Sonnabend, 11. August, Morgengebet 9 Uhr, Nachmittagsgebet 19,55 Uhr, anschließend Lehrvortrag (Rabbiner Cohn); Abendgebet 20,28 Uhr. Gemeindesynagoge. Sahbatgottesdienst: Freitag, 17. August. Abendgebet 19 Uhr mit IVedigt (Rabbiner Gustav Cohn); Sonnabend, 18. August, Morgengebet 9 Uhr, Nachmittagsgebet 19,40 Uhr. anschließend Lehrvortrag (Rabbiner Cohn); Abendgebet 20,12 Uhr. (iottesdienst an Werktagen: in der Ez-Chaim-Synagoge. E/.-Chaim-Synagoge (Otto-Schill-Str.): Freitag, den 10. August: Abendgehet 19 Uhr; Sabbat: Morgengehet 8,30 Uhr; Mincha 17 Uhr; Ausgang 20,28 Uhr. Wochentag: Morgengebet 7 Uhr, Abendgebet 19,15 Uhr. Personenstandsnachrichten Barmizwa: Am Sonnabend, den 18. August 1934, Leo Klughaupt, Sohn de* Herrn Simon Klughaupt und Frau Marie geb. Mesch, Funken burg-Str. 11 ptr., in der Ez-Chaim-Synagogc. Aus dem Gemeindeamt. Rabbinische Lehranstalt „Jeschiwa" zu Frankfurt a M. Da Wintersemester an der unter Leitung des Herrn Gemeinderabbinei Dr. Jakob Hoff mann stehenden Rabbinischen Lehranstalt „Jeschiwa" beginnt am Mittwoch, den 10. Oktober (1. Marcheschwan). Anmel düngen für alle vier Abteilungen (Vorbereitungsklasse, Unter¬ Mittel- und Oberstufe) werden schon jetzt entgegengenommen. De Unterricht erstreckt sich auf: Pentateuch mit Kommentaren, bibh sches Schrifttum, Mischna, Talmud mit Kommentaren, Decisoren Hehr. Grammatik, Neuhebräisch (Lektüre und Konversation), Jüdische Geschichte und Palästinakundc. Für den Lehrgang in de Vorbereitungsklasse werden schulentlassene Knaben und Jüngling aufgenommen, die schon einige Vorkenntnisse in Chumisch in Raschi und Mischna besitzen. Anmeldungen mit genauen Alters daten und Angabc der jüdischen Vorkenntnisse sind bis spätesten 20. September an das Kuratorium der Rabbinischen Lehranstalt „Jeschiwa", Frankfurt a/M., Theobaldstr. 6, zu richten, welche zu jeder näheren Auskunft bereit ist. Schulungskurs für Wohlfahrtspfleger. Die Zcntralwohlfahrtsstclle der deutschen Juden beabsichtigt, in der Zeit vom 1. Oktolxr bis 3. November ds. Js. einen Schulungskurs für etwa 30 Wohlfahrtspfleger und Wohlfahrtspflegerinnen aus allen Teilen Deutschlands zu veranstalten. Der Lehrgang ist in erster Reihe bestimmt für erwerbslose, ausgebildete Wohlfahrtspfleger und -pflegerinneii, die, sei es beruflich, sei es ehrenamtlich, in der jüdischen Wohlfahrtspflege tatig sein wollen. Außerdem ist er für ner, in die jüdische Wohlfahrtspflege hereinkommende Wohlfahrtspfleger und -Pflegerinnen gedacht, sowie für Akademiker, die bereits auf dem

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