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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1934-06-01 · 22 (1.6.1934) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
10 (1934)
Issue
22 (1.6.1934)
Date
1934-06-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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KJui« 1934_ OEMEINDEBl.ATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Montag, den 4. Juni 1934, abds. 8'/2 Uhr im Blauen Saal des Krystall-Palastes Wintergartenstraße Vortrag des Herrn Dr. Michael Traub, Berlin über „Berufsumschichtung und dann? — Wanderung wohin? Dieser Vortrag, der in Berlin besondere Beachtung gefunden hat, dürfte wegen seiner Aktualität auch in Leipzig das Interesse weitester Kreise erregen. Des zu erwartenden Andranges wegen wird daher gebeten, Karten im Büro der Zionistischen Vereinigung vorzubestellen. Verbandes der jüdischen Jugendvereine Deutschlands wird Herr Privatdozent Dr. Eppstein zweifellos Richtunggebendes zur Lage der Juden in Deutschland zu sagen haben. Der Besuch der Kundgebung, die von dem Jüdischen Jugendbund „Franz Rosenzweig" gemeinsam mit der Leipzig-Loge und der Logen-Jugend veranstaltet wird, ist also dringendsl zu empfehlen. Künstlerische Darbietungen des Psalterionchores unter Leitung seines Dirigenten, Herrn Barnet Licht, werden den Vortrag umrahmen. Verhandstagung des zionistischen Gruppenverbandes Sachsen. Sonntag, den 27. Mai, fand im Jüdischen Jugendheim in Leipzig eine Gruppenverbandstagung des zionistischen Gruppen Verbandes Sachsen statt, au der auch zahlreiche Vertreter der thüringischen und auhaltischcn Ortsgruppen teilnahmen. Die außerordentlich gut besuchte Tagung wurde durch ein nahezu zweistündiges Referat des Herrn RA. Benno Cohn, Berlin, eingeleitet, iu dem die wirtschaftliche innen- und außenpolitische Situation Palästinas, sowie die Lage des Zionismus in Deutschland und den übrigen Ländern eingehend dargelegt wurden. Dr. Flelfl berichtete über die Tätigkeit des Sachs. Gruppeuvcrbaudcs und die wesentlichsten Aufgaben der nächsten Zukunft, An die Referate schlössen sich eindrucksvolle Berichte der Vorsitzenden der einzelnen Ortsgruppen und eine auf gutem Niveau stehende Debatte an. In den Nachmittagsstunden tagten drei Kommissionen« die sich mit Organisationsproblemen, Fragen der Wizo und Ausbau der KKL-Arbeit beschäftigten. Es wurden u.a. folgende Beschlüsse von Bedeutung gefallt: Die drei Qruppenverbinde Sachsen, Thüringen, Anhalt werden /.u einer Arbeitsgemeinschaft zusammengefaßt, mit dem Ziele, in absehbarer Zeit einen einheitlichen Gruppenverband Mitteldeutschland zu gründen. Der Sitz der Arbeitsgemeinschaft ist Leipzig. Dadurch wird eine bessere Zusammenfassung der innerhalb dieser drei Verbände zur Verfügung stehenden aktiven Mitarbeiter und eine rationellere Bearbeitung der Hauptaufgaben ermöglicht. Da als dringlichste Aufgabe die Erziehung eines Führcrnachwuchscs sowohl für die Älteren als auch für die Jugend angeschen werden muß, wird die Abhaltung eines Schulungslagers Ende Juni in Dessau beschlossen, das sich von Freitag nachmittag bis Sonntag abend erstrecken soll. An die Tagung schloß sich ein Referat des Vorsitzenden der Zertifikatskomniissioii über die Grundsätze der Zertifikatscrtcilung, der eine außerordentlich lebhafte Debatte entfesselte. Aus dem Inhalt dieses Referates ist hervorzuheben, daß in Hinkunft als Mindest Vorbereitung für Palästina eine l1 Jährliche landwirtschaftliche und eine 2—3jährige handwerkliche Hachscharah angesehen werden. Besondere Ansprüche werden au die hebräischen Kenntnisse der Bewerber gestellt werden. Die fruchtbringende und eindrucksvolle Tagung wurde iu den späten Abendstunden geschlossen. Frauengruppe des Central-Vcrcins. Als Abschlußarbeit vor dem Sommer brachte die Frauengruppe des C.-V. einen ganz, besonderen Höhepunkt durch die bekannte Frauenführerin Dr. Eva R e i c h in a u ii - J u n g ni a n n, die über das Thema: „V o in S i n n e d euts ch-j üdl sc h e n Sei n s" sprach. I He berufstätige deutschjüdische Jugend war zu diesem Abend eingeladen, der durch die meisterhaften Ausführungen der Referentin zi einem großen Ereignis gestaltet wurde. Dr. Reichiuann-Jungniaun führte etwa folgendes aus: Das Zeitalter der Emanzipation sei beendet, der Jude könne seine Einstellung zur Umwelt nicht nach den Gesichtspunkten der vergangenen Epoche vornehmen. Verlorengegangenes sei unwiderbringlich dahin. Vielen Juden erscheine im gegenwärtigen Augenblick der Zionismus als die ein/ige Lösung der Judenfrage; dieser Totalitätsanspruch könne nicht anerkannt werden, da der Zionismus wohl eine Chance sei, aber nicht die Frage der geistigen und wirtschaftlichen Existenz, der Judenheit infolge seiner Begrenztheit lösen könne. Bei der Herrlinger jüdischen Führertagung unter der Leitung Martin Bubers hätten selbst die Zionisten- Seite 5 führer zugeben müssen, daB man sich über die Frage des Weiterlebens der Juden auf deutschem Heimatboden auseinandersetzen müsse. Die größte Zahl der deutschen Juden müsse hier weiterhin arbeiten und leben. Deshalb habe auch der C. V. seine Arbeit auf dieses Gebiet eingestellt. Aus den Fehlem der Vergangenluit müsse man lernen, wenn man eine neue Emanzipation aufbauen will. — Der auf höchstem Niveau stehende Vortrag fand den stärksten Beifall der zahlreich Erschienenen. H. S. Aus sächsischen Gemeinden. Plauen. Am 5. Mai 1034 fand der Abschluß der Winterveranstaltungen unseres Kulturausschusses statt und zwar durch einen Jeder Einkauf bei uns fety uns in die la$e neue Auf* tr% zu ver^eben.Üierbieten wir Jhnen 6ele$enheit]hr Teil mit dazu beizutra$en,denn unfere Ulerbesfln^ebote machen das Kaufen leicht. Des Käufers Kraft ■flfbeitfehafft KAUF g H A U S Btühl DAS HAUS in DE^ MAM GERN KAUFT

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