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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1934-05-25 · 21 (25.5.1934) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
10 (1934)
Issue
21 (25.5.1934)
Date
1934-05-25
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Auflage 4250 Stück (Beraeinö cbktt DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU 1 Jt|D7|fL AMTLICHES NACH RICHTEN BLATT LLIl^l\7 DER GEMEIN DEVERWALTUNOI Schrlftleltungt Oemeinderabbiner Oustav Cohn Leipzig Waller Blttmel-Str. 10. — Nachdruck nur mit Quellenangabe und mit Genehmigung des Verfassers gestattet Nummer 21 ■ Jahrgang 10 25. Nai 1934 Anzelgenannahmei E. Ooldfreund, Leipzig 0 5, Cichoriusstraße 2a, Fernsprecher Nr. 60771 Druck: Druckerei der Werkgemeinschaft, Leipzig C 1. VI. Gemeindeabend Der VI. Gemeindeabend findet Sonntag, 27. Mai 1934, abends 7.30 pünktlich in der Ez-Chaim-Synagoge, Otto- Schill-Straße statt. Es spricht Herr Oberrabbiner Dr. Joseph Carlebach - Altona über das Thema: Jüdische Denker und Wegweiser der Gegenwart." Oesangsvorträge des Herrn Oberkantor Wilkomirsky und des Chores der Ez-Chaim-Synagoge unter Leitung Jes Chordirigenten R a m b a m umrahmen den Vortrag. Wiederum erwartet die jüdische Gemeinde, daß alle Gemeindemitglieder, insbesondere die Jugend, sich an diesem Abend beteiligen. Ein Teil der Plätze ist reserviert. Karten für diese Plätze zum Preise von RM. Ig— sind im Gemeindeamt und in der Buchhandlung von M. W. Kaufmann, Brühl, vom 22. Mai an erhältlich. Zu allen anderen Plätzen ist der Eintritt ,nentßelt,ich- Der Vorstand Leipzig, den 14. Mai 1934. der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. □ie jüdische Jugend in dieser Zeit. Dr. Willy Cohn, Breslau. Es ist immer schon Sache des alteren Menschen gewesen, in die Vergangenheit tfurückzuschauen, und wenn man in ein geissei Alter gekommen ist, so wichst die Neigung, nur in der Vergangenheit das Oute zu sehen. Doch wlre die Menschheit in ich längst erledigt, wenn nicht immer wieder frische Jugend in .tirolier Hoffnung auf die Zukunft den Kampf mit dem Lehen uifs neue aufnehmen möchte. Wer in den letzten Monaten Gelegenheit hatte, mit jüdischen Menschen Deutschlands in den verschiedensten Lebensaltern Lühlung /u nehmen, der konnte im allgemeinen diese grundsätzlich vermiedene Haltung der Lebensalter feststellen. Deswegen mutet i ja eben oft außerordentlich schwer und bedrückend an, wenn >1 an erkennen muH, dali ein Älterer gezwungen ist, in seinem beglichen Dasein eine grundlegende Änderung vorzunehmen. Wir ollen übrigens damit nicht sagen, dali nicht auch viele ältere iidteche Menschen in groller Tapferkeit und damit äußerster Härte fegen sich selbst ihr Schicksal in die Hand genommen haben. Heute aber soll im besonderen von der Haltung der Jugend die Rede sein, die so häufig von der älteren üeneration nicht verstanden wird und die doch instinktiv weiß, was das Leben ihr zu ieten haben wird. Jüdische Litern haben sich in vergangenen Jahren für ihre Kinder vor allem den sogenannten sozialen Aufstieg ersehnt. Wir wollen mit ihnen deshalb heute nicht mehr rechten, denn es hat jl keinen Zweck, sich gegenseitig die Fehler in der Vergangenheit Höhere israelitische Schule und Volksschule. Das Schulgeld ist in den ersten 5 Tagen jedes Monats, also spätestens bis 5. Juni, im voraus an die Schulkasse oder auf Postscheckkonto Nr. 67007 der Höheren israelitischen Schule zu entrichten. Die Schulkasse befindet sich jetzt Humboldtstraße 13 Erdsj. Säumige Zahlungspflichtige werden einmnl gemalmt. Bleibt die Mahnung fruchtlos, so wird das Schulgeld durch Erheber eingezogen, die Einziehungskosten fallen dem Zahlungspflichtigen zur Last. Wird auch dann das Schulgeld nicht bezahlt, so kann das Kind die Schule nicht weiter besuchen. Der unterzeichnete Schulvorstand hält regelmäßig für die Eltern der Schüler und Schülerinnen Dienstag und Donnerstag von 11 — 12 Uhr eine Sprechstunde ab, die ebenfalls im Erdgeschoß des Grundstücks Humboldtstraße 13 stattfindet. Leipzig, Der Vorstand den 22. Mai 1934. des Israelitischen Schulvereins E.V. vorzuwerfen. Ls war auch begreiflich, daß man für die nächste Generation eine angeblich höhere Stellung erstrebte, zumal wenn damit die Möglichkeit gegeben war, sich in der Berufsausbildung gröberes Wissen anzueignen. So ist es gekommen, dal! eben in Deutschland jüdische Jugend der akademischen Laufbahn zustrebte. Die Jugend von heute weiß, dali es auf diese Weise nicht mehr geht. Sic ist fest entschlossen, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen, und sie geht den harten Weg der Berufs-

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