Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 10 (1934)
- Issue
- 16 (20.4.1934)
- Date
- 1934-04-20
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 ULM LINDLBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIOIONSÜEMEINDE ZU LEIPZIG 20. April 1931 Rcligionsschulhesuch im Schuljahre 1933 34. hu Schuljahr 1933 1934 war dci Besuch des Religionsunterrichts gemäß den Anordnunger der Regierung wiederum verbindlich. Zur 1 rteilung des Religionsunterrichts standen folgende Einrichtungen zur Verfügung: Die beiden Religionsschulen der Qemeinde, ilrr Unterriehl in der I löheren Israelitischen Schule sowie an der zu ilir gehörigen Vor- Bchule und der Volksschule. Ferner war durch den Qemeindevorstand als Ersatz für den staatlieh geforderten Religionsunterricht anerkannt die hebräische Sprachschule, die Talmud Thora Ahawas Thora, sowie der Privatunterricht der von der Israelitischen Religionsgemeinde angestellten Lehrer. Im ein/einen wurde der Religionsunterricht folgendermaßen besucht: I. Religionsschule I (liberal) Iii Schüler, 2. Religionsschule II (orthodox) 177 Schüler, 3. Höhere Israelitische Schult i77 Schüler, I. Vorschule 1)7 Schüler, 5. Jüdische Volksschule 191 Schuler. 6. Hebräische Sprachschule M Schüler, 7. Talmud Thora 171 Schüler, 8. Privatunterricht 24 Schüler, im ganzen 1614 Schüler. Bei dieser Zahl ist aber zu bedenken, daß von den Schülern der hebräischen Sprachschule Vi abzuziehen sind, weil sie die Höhere Israelitische Schule besuchen, und demnach dort bereits mitgezählt sind. Ein gleiches gilt von 7") Schülern der Talmud Thora, so daß von der oben angegebenen Zahl 132 abgehem Demnach wurde der von der Gemeinde geleitete oder anerkannte jüdische Religionsunterricht von 1482 Schülern und Schülerinnen besucht. Im vergangenen Schuljahre gab es in Leipzig im ganzen rund 1S5D jüdische Kinder. Demnach waren noch immer 3I>S Kinder, d. i. rund 200/o ohne Religionsunterricht. Es mag sein, dal) diese Zahl sich noch etwas vermindert, weil bei der Erfassung der im Privatunterricht befindlichen Kinder die Angaben nicht lückenlos gemacht worden sind. Ebenso war es natürlich nicht möglich, die Zahl jener Kinder zu erfassen, welche privatim von Lehrern unterrichtet werden, die der Kontrolle der Qemeinde nicht unterliegen. Immerhin darf aber angenommen werden, daß es noch immer ungefähr 300 jüdische Kinder in 1 eipzig gibt, welche überhaupt keinen Religionsunterricht erhalten, eine Zahl, welche zu größter Aufmerksamkeit zwingt. Nach den gesetzlichen Bestimmungen muß nämlich ■ e d e s Kind einen Religionsunterricht haben, und wenn es de:: sein e r Konfession nicht besucht, so hat es an dem der Schule, also dem evangelischen, teilzunehmen! Die oben angeführte Rechnung wurde demnach bedeuten, daß ungefähr dreihundert jüdische Kinder in Leipzig am evangelischen Religionsunterricht teilnehmen, ein Zustand, der weder vom Standpunkte der Kirche, noch von dein der judischen Religion aus als erfreulich bezeichnet werden kann. Dr. F. O. Handelsvertreter Achtung! Die Reichsorgannation der deutschen Handelsvertreter hat sich zum Reichsverband deutscher Handelsvertreter und Geschäftsreisender (RUHD e.V.) zusammengeschlossen, Dieser Verband nimmt satzungsgemäß Nichtarier nicht auf. Aus diesem Grunde werden sämtliche judischen Handelsvertreter, die ihre Adresse bisher noch nicht im Centraiverein deutscher Staatsburger jüdischen Glaubens gemeldet haben, gebeten, dies umgehend bei der mitteldeutschen Geschäftsstelle des Vereins, König-Johann-Str. 17.1 (Tel. 12038) zu tun. Personalnachricht. Am 25. April vollendet Iran Johanna Gutfreund ihr SU. Lebensjahr. Die Jubilarin, körperlich bewundernswert rüstig, geistig für alles Geschehen unserer Tage unvermindert Interessiert, hat wiederholt der Qemeinde in hochherziger Weise Betrage für Vt ohllahrtszw ecke gestiftet und dadurch ihren (iemeinslnn bekundet. Auch an dieser Stelle seien der Jubilarin herzliche (ilückw mische ausgesprochen. Mögen ihr noch eine stattliehe Reihe von Jahren in gleicher geistiger und körperlicher Rüstigkeit beschieden sein. Amtliche Bekanntmachung. Aufsicht über rituelle Betriebe. Wir machen darauf aufmerksam, daß unser (iemeinderabbinat die Qewähr für das Kaschrus nur bei denjenigen Betrieben übernimmt, die unter unserer Aufsicht stehen. I eipzig, den 22. Marz I<)i4. I )er Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Sparkonto für Synagogenplätze. Zum Zwecke der Erleichterung der Einlösung der Synagogenplatze haben wir die Einrichtung geschaffen, dal) die Einzahlung für die Platzkarten Khon jetzt ratenweise erfolgen kann. Für jede bis zum 3. August 1934 geleistete Zahlung wird zum Ausgleich für die frühere Einzahlung eine Vergütung von I00/o gewährt, d. h. für jede eingezahlte Reichsmark wird ein Gutschein in Höhe von RM. (.10 verabfolgt. Die Einzahlungen können in beliebiger Höhe erfolgen, müssen jedoch auf volle Markbetrage abgerundet sein. Wii möchten unseren Qemeindemitgliedern dringend empfehlen, von dieser Einrichtung, die ihnen die Aufrechterhaltung ihrer Anrechte auf einen Synagogenplatz erleichtert, lebhaften < iebrauch zu macheu. Einzahlungen können erfolgen an unserer (iemeindekasse wahrend der Kassenstunden werktags von 9—1 Uhr oder auf das Postscheckkonto der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig - Leipzig Nr. 505 33. Leipzig, den 10. März 1034. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Gottesdienste Gemeindesynagoge. Sabbatgottesdienst. Freitag, 20. April, Abendgebet 10 Uhr mit Predigt (Rabbiner Cohn,). Sonnabend, 21. April, Morgengebet 0 Uhr, Jugendgottesdienst 15,15 Uhr mit Predigt (Rabbiner Cohn); Nachmittagsgebet 10,30 Uhr, anschließend Lehrvortrag (Rabbiner Cohn); Abendgebet 20,02 Uhr. Morgengottesdienst an Sonn- und bürgerlichen Feiertagen 7.30 Uhr, werktags 7 Uhr, Abendgottesdienst 10 Uhr. Gemeindesynagoge. Sabbatgottesdienst: Freitag, 27. April, Abendgebet 10 Uhr. Sonnabend, 2S. April, Morgengebet 0 Uhr, Nachmittagsgebet 10,45 Uhr anschließend Lehrvortrag (Rabbiner Cohn); Abendgebet 20,15 Uhr. Morgengottesdienst an Sonn- und bürgerlichen Feiertagen 7,30 Uhr, werktags 7 Uhr, Abendgottesdienst 10 Uhr. Ez-Chaim-Synagogc (Otlo-Schill-Slr.) und Talmud-Thora-Synagoßc (Keilstr.): Freitag, den 20. April: Abendgebet 10.15 Uhr. Sahbat: Morgengebet 8.30 Uhr; Mincha 17 Uhr: Ausgang 20.02 Uhr. Wochentag: Morgengebet 7 Uhr; Abendgebet 10,15 Uhr. Aus dem Gemeindeamt. Mitteilung des Sozialamtes. Es ist in Aussicht genommen, einen jüdischen PiTvat-Kindergarten oder Spielkreis ins Lehen zu rufen. Die Teilnahme am Kursus soll monatlich RM. 7. - für das erste Kind betragen, bei Teilnahme weiterer Kinder aus der gleichen Familie tritt Ermäßigung ein. Meldungen sind an das Sozialamt der Israelitischen Religionsgemcinde, Walter-Blümel-Str. 10, Tel 23602, zu richten. Kurhospital in Karlsbad. Die israelitische Kultusgemeinde in Karlsbad gibt bekannt, daß ihr streng koscher geführtes Kurhospital in diesem Jahre für die Monate Juni, Juli und August geöffnet bleibt. Für die vierwöchige Kurzen mit freier Wohnung, vorzüglicher diätischer Verpflegung, ärztlicher Behandlung. Bedienung Kc. 1083. . Anfragen und Anmeldungen sind au den Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde in Karlsbad, Parkstraße, zu richten. Zur Erlangung einer Ermäßigung der Kurtaxe und der Bäderpreise muß ein Armutszeugnis oder Mittellosigkeitszeugnis (mit Angabe des Jahreseinkommens), welches vom Biirgermcisteramtc ausgestellt ist, vorgelegt werden. Außerdem muß eine vom Steueratnt (Finanzamt) ausgestellte Bescheinigung über die letzte vorgeschriebene Steuer mitgebracht werden. Ohne diesen Ausweis gewährt das städtische Kuraiut keine Ermäßigung. Personenstandsnachrichten. (i e b u r t e n : 24. März 1934 Isidor Kratlsz und Käthe geb. Hallemann, Lortzingstr. 19, einen Sohn. 28. März 1034 Abraham Salomon Prokesch und Brucha geb. Klipper, Künig-Johann-Str. 7, eine Tochter „Sonja Lucia". 31. März 1034 Fero ( irosz und Hertha geb. Lampe, I unkenburgstraße 9, eine Tochter „Veronika". 1. April 1034 Meschulim Feibisch (ioldfeld und Rachel geb. Last, Alexanderstr. 41, eine Tochter „Anita". Barmiz wa: Sonnabend, 28. April 1034, Ludwig Kurzrock, Sohn des Herrn Rubin Kurzrock und Frau Adele geb. Strauß, Qohlisef Str. 30, in der Qemeindesynagoge. Sonnabend, 28. April 1034, Max (iriin, Sohn des Herrn Chaün Grün und Frau Cilla geb. Soldinger, Hainstr. 21, in der Bochniaer Synagoge, (ierberstr. 48 50. Todesfälle: 7. April 1034 Ancela Prais, Waltcr-Biümci-Str. 13. 12. April 1034 Charlotte Striegler, Pf effinger Str. 35. 13. April 1034 Chain Isaak Kretzig, Leibnizstr. IL 14. April 1034 Leiha Rubentschik, Sedanstr. 3. Neue Bücher Günther Dammann. Die Juden in der Zauberkunst. (Jüdische Zauberkünstler.) Line Biographiensammlung. Mit einem Vorwort von Dr. Walter Philipp. 2. Auflage. Berlin 1933 (Günther Dammann, Berlin-Grunewald, Wißmann-Str. 17). Es dürfte wenig bekannt sein, daß es eine ungemein stattliche Literatur über die Taschciispiclcrkuust gibt: der Magische Zirkel in Hamburg hat eine darauf bezügliche Bibliothek von etwa 5—8000 Bänden. Es ist eine Bereicherung dieser Literatur, daß in einein ebenso kurzweiligen wie wissenschaftlich fundierten Buche wie dem vorliegenden die ganze Reihe jüdischer Vertreter dieser Kunst im