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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1934-04-20 · 16 (20.4.1934) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
10 (1934)
Issue
16 (20.4.1934)
Date
1934-04-20
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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2.). April 1934 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIOIONSUEMEINDE ZU LEIPZIG Seite 5 Jüdischer Frauenbund, Ortsgruppe Leipzig Gruppe der Berufstätigen Sonntag, den 22. April, 1630 Uhr in den Räumen der Leipzig.Loge Lichtbildervortrag von Fräulein Ulli Halberstam „Die Frau in Palästina" Teegedeck 25 Pfg. Oäste herzlich willkommen. 18. 20. Jahrhunderl zusammengeführt ist. Unter ihnen begegnen Vir Namen, ilie es /ur Weltherühiutheit gebracht haben: Bellachi'ii, Chevalier, Em est Timm, Goldin, Houdinl u. v. a. Man macht siü wohl kaum eine deutliche Vorstellung davon, welche „Unsumme von Menachenwitz, von Fleiß, von Geschicklichkeit und Ausdauer aufgewandt wurden, um für ein paar Minuten" den stauaenden Besucher aus der nüchternen Welt des Alltags in eine Welt des Rätselhaften zu versetzen. Und die große Zahl von bekannten jüdischen Künstlern dieses Faches ist zudem ein Beweis für die Fülle von Ideen, mit denen diese gewandten Kunstler durch Überraschende Tricks ihren Ruf begründeten. Mit ungewöhnlichem Fleiß hat der Verfasser diese Arbeit durchgeführt. Der Leser erlebt in der fesselnden Darstellung den Aufstieg manchen Künstlers, dessen ungeluftetem Geheimnis er selbst einmal verwundert gegenüberstand. Das gut ausgestattete Buch, Interessierte mit dem Material zu weitergehender Untersuchung anregend, wird jedenfalls viilen eine kurzweilige Stunde vermitteln. C. Dr. A. Michalski: W'higad'to l'wincho. Hagodoh schel. Pessach nach dem Forschungssystem Rabbiner Samson Raphael Hirschs s. A. erläutert. Frankfurt a. M. 1014 (J. Kauffmann Verlag). Leider wir sagen damit mehr als konventionelles Wort können wir diese Pcssach-Haggadah erst nach dem Feste anzeigen feil ist uns erst am Vortage des Festes zu Gesicht gekommen). V\ ir hätten gerne auf diese feinsinnigen und eindringenden Lrläutenutgen besonders diejenigen verwiesen, die um den Inhalt unserer Pessach-Haggadah ringen. Fern von allem Überschwang, im Inhalt der Deutung wie im Ausdruck (dies letztere sei denen e,>-agt. die sich mit dem Stil S. R. hirschs wenig befreunden können), bringt Michalski durch knappe, aber tiefe Bemerkungen die Haggdah >u ihrem Aufbau wie in den einzelnen Stücken nahe, beleuchtet er manche schwierige Stelle in überzeugender Klarheit iiinl erfüllt so mit seiner Erklärung eine wichtige Aufgabe. Offen- (i fltlich war es ihm in erster Reihe um diese Erklärung zu tun; i! Text der llaggadah war ihm wohl Nebensache. Gleichwohl i icheint es uns für eine spätere Neuausgabc als empfehlenswert, auch die Anleitungen zur Durchführung des Studier mit in den Text abzunehmen, damit das Büchlein, das in seiner gegenwärtigen Form \ Hinweise zum Verstehen des Textes verwendet werden kann, ai!i für den praktischen Gebrauch am Shedertisch geeignet wird. —v. Vinn jüdischen Geist. Line Aufsatzreihe herausgegeben vom jüdihen Frauenbund l()14. Biko-Verlag Berlin. Jenseits aller Parteidoktrinen, die zeitgebunden sind, stehen di ewigen, sich gleichbleibenden Werte des Judentums. In einer Aufsatzreihe „Vom jüdischen Geist" werden diese Grundgedanken jüdischer Weltauffassung berührt. Diese Aufsätze, die Gedanken «ii Sinn der Oebote und des Brauchtums, religiöse Aufgaben der jütischen Frau, soziale Gesetzgebung des Judentums, Reinheit und Va eistigung der Gottesauffassung, jüdisches Schicksal unter den Völkern behandeln, sind gleichsam wie Meilensteine auf dem Wege zur Erkenntnis des Judentums. Sie bezeichnen den Weg, pbt i suchenden Menschen Aufschiuli und Anregung. In einer Zeit, in der so viele Menschen dem Sinn ihres Judeseins nachgehen, ist dieses Büchlein mit seinen knappen und trotzdem gehaltvollen Inhalt eine Zeitnotwendigkeit. Es bietet hochwertigen Inhalt und nackvolle äußere Ausstattung und i»t durch seinen sehr nied- Preis jedem zugänglich, verdient also weiteste Verbreitung. S. chachnowitz. Licht aus dem Westen. Erzählung aus der Zeit der Ghettodämmerung. Frankfurt a. M. WSS (Verlag des Israelit und Hermon GmbH.) Schachnow itz hat seine Lesergemeinde längst um sich geschart. 5 im Erzählungen, mimer das Leben nu Geiste alter jüdischer Tradition beleuchtend, von großer Kunst getragen, aus innerem Schwung Beschaffen, packen den Leser und geben darum auch immer einen Impuls, Und immer geben sie auch lehrreichen Einblick in jüdische Lebensprobleme. Das gilt auch von diesem jüngsten Werke. In seinem Mittelpunkte steht der bedeutende R. Mose Sofer, als Chatam Sofer durch seine einflußreichen Responsenwerke weithin S^^SSZ Komertdirektlon A. Ehrlich. ^^^^^^^S Sonntag;, d. 22. April Grotrlan-Stein weg- 20 Uhr Saal, Dlttrldiring 18 Jrieda Qcttlieb vamm, öcttlieb-Streichquartett (Mus|a Gottlleb |acob Flelschmann — Wolfgang Kaufmann — Leo Sdlönbadi) Werke von Beethoven, Mendelssohn und Brahms Karten zu 2.-, 1.50 und 1— RM. bei Kaufhaus Brühl, Leihbücherei Königspassage, M. W. Kaufmann, Willner Nordstraße 29 berühmt. Wir erleben den Aufhau des ungewöhnlichen Wissens dieser ebenso geradlinigen wie milden und gütigen Persönlichkeit, folgen ihm durch seine Kindheit im Frankfurter Ghetto auf seinen Schicksalswegen, die, von einem scharfsinnigen Lehrer vorgezeichnet, ihn aufwärts zu einem einflußreichen Wirken fuhren. Und wir werden in die Zeit zurückversetzt, in denen sich die Kampfe um eine sich anbahnende freiere Gestaltung des religiösen Lebens entwickeln: Mendelssohns Bibelübersetzung wird Ausgangspunkt solchen Ringens. All das ist in anziehender Form dargestellt, vielfach zu höchster, ergreifender Kunst gehohen. Der alten Lesergemeinde des Dichters wird das Buch neue Mitglieder zuführen. g. Verdiente Ehrung eines führenden jüdischen Gelehrten. Am 20. Januar beging Herr Oberrabbiner Dr. Immanuel Low in Szeged seineu So. Geburtstag. Herr Dr. Löw ist gleich ausgezeichnet als Theologe, als Orientalist und als Naturforscher; von der seltenen Vielseitigkeit seiner Ausbildung legt iiisbesondere sein vierbändiges W erk „Die Flora der Juden" beredtes Zeugnis ab, dessen Schlußband soeben herausgegeben werden konnte. Der unermüdlich schaffende Gelehrte, der zugleich zu den religiösen Führern der ungarischen Judenheit zählt, hat sich jede Ehrung verbeten und nur in das Erscheinen einer Festschrift gewilligt. Diese Festschrift erscheint als ein Heft der „Monatsschrift Für Geschichte und W issenschaft des Judentums", zu deren Mitarbeitern der Jubilar seit Jahrzehnten zählt. Angesehene Gelehrte dreier Erdteile, Juden und Nichtjuden, haben sich hier zur Ehrung Löws verbunden; neben fachgelehrtcn Beiträgen finden sich auch solche, aus denen der Laie Förderung und Belehrung ziehen kann. So behandelt Bernhard Heller die Stellung des Judentums zum Tierschutz unter neuen Gesichtspunkten. Oberhaupt enthält jedes Heft der - sechsmal im Jahre erscheinenden „Monatsschrift" neben gelehrten Abhandlungen solche, die für einen weiten Leserkreis bestimmt sind. Sie darf daher auf das Interesse aller derer rechnen, die an dem Judentum, seiner geistigen Entwicklung und seiner Vergangenheit Anteil nehmen. Obwohl das erste Heft diesmal bereits über 25(1 Seiten stark ist, beträgt der Bezugspreis des ganzen Jahrgangs nur Mk. 10.; er ist an die Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums (Postscheckkonto Berlin Nr. 7030) einzuzahlen. Veranstaltungen. Auf das Gottlieb-Streichquartett, das mit der Pianistin Frieda Göttlich am 22. April im Grotrian-Stcinwcg-Saal (am Protnenadenring. schräg gegenüber C.-T.) auftritt, sei au dieser Stelle besonders hingewiesen. Handelt es sich doch dabei mit um zwei bekannte Leipziger Künstler, die sich der Mühe unterzogen, gleichwertige Musiker herauszufinden, um als rein jüdisches Quartett dem Leipziger Publikum einen Einblick in die Welt der Kammermusik zu ermöglichen. Aus Kritiken über Frieda und Musja Gottlieb: Leipz. N.N.: „... Mozart, Beethoven, Reger wurden unter solch rhythmisch und dynamisch bis ins kleinste gestaltenden Händen zu einem Erlebnis .... Beide besitzen das technische Rüstzeug, um verwöhntesten Ansprüchen zu genügen." Leipz. Abendp.: „... Er, ein durchaus solider, technisch und geistig reifer Geiger von weichem und süßem Ton; sie, eine Pianistin, deren Spiel sauber, rhythmisch, klar, fein und farbig ist ... Zusammenspiel arbeitet mit der Präzision einer Cioldwage ..." 9. Bunter Abend. Liebe Mutti! Hier in Leipzig scheint eine merkwürdige Gewohnheit vor zuherrschen. Ich war am letzten Sonntag beim 5. bunten Abend im KflnstlerhaUS. Auf dem Programm stand: Anfang 20.15 Uhr. Um dreiviertel •) kamen aber noch sehr viele Leute. Deshalb fing es erst um neun Uhr an. Doch da kamen immer noch welche. Und weil die anderen dadurch gestört wurden, schimpften sie furchtbar. So war es ein reiner Genuß. Und denk Dir, — dieselben Leute wollten auch den Schluß nicht mehr hören. Sie holten nämlich schon eine halbe Stunde vorher ihre Garderobe. Liehe Mutti, gehört das vielleicht zum guten Ton? Du hast mich das doch gar nicht gelehrt! Sage Ulli das schnell, damit ich das nächste Mal nicht unangenehm auffalle, wenn ich schon 10 Minuten vor Anfang da bin. Oder heißt es vielleicht „Bunter Abend", weil das einem wirklich bald zu bunt wird? Ansonsten war es ein Programm prachtiger Künstler (Konzert-

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