Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 10 (1934)
- Issue
- 12 (23.3.1934)
- Date
- 1934-03-23
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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23. März 1934 Seite 5 Betriebe unter Aufsicht des orthodoxen Gemeinderabbinats. II. Nur zu Pessnch stehen unter Aufsicht: a) Koloniahvarcngeschäfte: J. Beer, Keilstr. 2. L Bcrggrün, Nordstr. I; K.Berliner, Nord- Mi. 21, Eingang Nordstr.; K. Bienenstock, Wettiner Str. 1311; C. Diamant, Humholdstr. 26; S. Felber, Nordstr. 41,11; J. (iaidclmanni delmann, Ranstädter SteinweW; Ii. Grimberg, Qerberstraße 60; S Jaffe, Tauchaer Str. 15; S. Jamschon, Jacobstr. 15; K. Katzmann, Humboldtstr. 12; J. Kober, Ranstädter Steinweg 14; Ch, Krämer, Ranstädter Steinweg J(); E.Marcus, Ranstädter Stein weg 33; E.Mioüownik, Nordstr. W; Clara Riesel, Punkcnburgstr. 6; Ch. Schiffmann, Nordstr. 14; Willi Stern, Lützner Str. 70; A. Tomarkin, Fregestr. 23; B. Wetzer, Jakobstr. 15. b) Selterswasser eigener Fabrikation: A. Weigler, Wittenberger Straße 1«. c) Das QroBhandelslebensmittelgeschäft von J. Tempel, Blücherstraße 11; im Einzelverkauf sind dort Waren nicht erhältlich. Leipzig, den lJ. Februar 1034. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemcinde zu Leipzig. Aus dem Gemeindeamt. Gottesdienste: Gemeindesynagoge. Sabbatgottesdienst: Freitag, 23. März, Abendgebet 18,'iO IJhr mit Predigt (Rabbiner Dr. Uoldmann). Sonnabend, 24. März, Morgengebet Q Uhr, Nachmittagsgebet 18,40 Uhr, anschließend Lehrvortrag (Rabbiner Dr. üoldmanu); Abendgebet 19,11 Uhr. Morgengottesdienst an Sonn- und bürgerlichen Feiertagen 8 Uhr, werktags 7,30 Uhr, Abendgottesdienst 18,30 Uhr. Pessachgottesdieiist: Freitag, 30- März, Abendgebet 18,45 Uhr mit Predigt (Rabbiner Dr. Goldmann); Sonnabend, 31. März, Morgengebet 9 Uhr, Thoravorlesung 9,45 Uhr; Abendgebet 18,45 Uhr; Sonntag, I. April. Morgengebet 9 Uhr, Thoravorlesung 9,45 Uhr, Predigt (Rabbiner Cohn) 10,15 Uhr; Nachmittagsgebet 18,55 Uhr, anschließend I chrvortrag (Rabbiner Cohn); Abendgebet 19,?5 Uhr. Es wird darauf hingewiesen, daß die Predigten pünktlich beginnen und daß während der Predigten die Zugangstören zu den Pützen gesperrt sind. Die Herren, die bei den Vormittagsgottesdiensten aufgerufen werden wollen, müssen bis 9,15 anwesend sein. Morgengottesdienst an Sonn- und bürgerlichen Feiertagen 7,30 Uhr, werktags 7 Uhr, Abendgottesdienst 18,45 Uhr. Ez-Chaim-Synagoge (Otto-Schill-Str.) und Talmud Thora Synagoge (Keilstr.): Freitag, den 23. März: Abendgebet 18.30 Uhr; Sabbat: Morgengehet 8.30 Uhr; Mincha 17 Uhr; Ausgang 19.11. Wochentag: Morgengebet 7 Uhr; Abendgebet 18.30 Uhr. Freitag, den 30. März: Erew Pessach: Morgengebet 6.30 Uhr; Sium für die Erstgeborenen 7 Uhr. Verein Ahawas Thora. Die Droschoh, die Herr Rabbiner i eidmann jährlich am Schabbos-Hagodaul hielt, fällt in diesem lire aus. Eingesandt. (I ür diese Rubrik übernimmt die Schriftleitung lediglich die preßgesetzliche Verantwortung.) Kaschrus. Das Faktum, dall in unserer Gemeinde der Orthodoxie erst seit noch nicht allzu lauger Zeit von der offiziellen Vertretung der Gemeinde in vollem Umfange Lebensberechtigung zuerkannt wird, wirkt sich noch in so mancher Beziehung empfindlich aus. Wir können uns ganz gewill nicht mit den deutschen Gemeinden alter Tradition, wie z.B. Frankfurt und Hamburg messen wollen, aber alle, die seit langen Jahren Glieder unserer Gemeinde sind, haben sich damit abgefunden und begnügen sich mit dein Bewußtsein, dall wir uns (iott sei Dank auch in religiöser Beziehung in aufsteigender Linie bewegen. Beschämend wird das bei uns vorhandene Manko erst dann, wenn es irgendwie vor der Außenwelt unangenehm in die Erscheinung tritt. Man hat früher oft heftige Klagen von auswärtigen Gesinnungsgenossen gehört, die darüber empört waren, dali sie in einer jüdischen Gemeinde von der Seelenzahl der unsrigen gezwungen sind, ihre Mahlzeiten in Lokalen einzunehmen, die den Anforderungen nicht entsprechen, die mau innerhalb einer Oroßgemeinde stellen zu können meint. Gottlob ist es in dieser Beziehung seit etwa l1 _. Jahren besser geworden. Das orthodoxe Rabbinat hat ein Restaurant unter Aufsicht, das günstig gelegen, groli und geräumig, in schöner Aufmachung jeden (last, auch den verwöhnten so aufzunehmen in ihr l äge ist, wie er es sich nur wünschen kann. Dieser Betrieb von Mandls in der Nikolaistraße 36 müßte unseres Erachtens Gegenstand der Aufmerksamkeit und Fürsorge der gesainten Gemeinde sein. Es hat niemand das Recht, zu sagen, es ist mir gleich, ob der Fremde, der hierher kommt und als pflichtbewußter Mensch sein Judentum halten will, hier in der Weise, nicht wie er aus Laune will sondern aus religiöser Notwendigkeit muH, leben kann oder nicht. Auch der liberalste Jude muH daran denken, dall er nicht in Verlegenheit kommen möchte, wenn er seinen gesetzestreuen Verwandten zu Besuch sehen und ihm eine anständige Möglichkeit der Verpflegung geben will. Darum müssen wir uns zusammenschließen, um die Sicherheit der Existenz des Bestehenden gemeinsam zu gewährleisten. Weil es in anderen Lokalen billiger ist, strömt leider unser judisches Publikum dorthin und führt sich nicht zu Bewußtsein, dall das rituelle fleisch, unter grölten Mühen vom Auslande beschafft, ja gar nicht zum gleichen Preis geliefert werden kann. Wer darum in der glücklichen Lage ist, nicht auf den Pfennig achten zu brauchen, hat die unabweisbare moralische Pflicht, das jüdische Unternehmen, das für seine Treue zum jüdischen (iesetz. leidet, zu unterstützen und die Mehrkosten zu tragen, die aus den Verhältnissen, die der Wirt nicht zu ändern in der Lage ist, erwachsen. Wer die Zahlung nicht leisten kann und gezwungen ist, sich mit fleischloser Kost zu begnügen, müßte wenigstens seineu Tee oder Kaffee, den er jetzt im nicritrituellen Restaurant einnimmt, dort genießen und die paar Pfennige des kargen Verdienstes an diesen billigen Qenußmltteln dem Manne zugutekommen lassen, der sich selbst seine jüdische Pflichterfüllung etwas kosten lällt. Wir dürfen den einzigen koscheren Beirieb in moderner Auf- EfetellerPori.mit&oldr ' % Abendbrottellor, IBrellor, tief AB Konn.num.nn nc 9loll.Poil.llon «jC odfl.cM«stonC(lJ) «•'. >V,«llon LDi Sehr preiswertes Porzellan und Glas MMmmIi, »oneltan «.QQ Jolotioti. 13-23 cm. 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