Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 10 (1934)
- Issue
- 12 (23.3.1934)
- Date
- 1934-03-23
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 4 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSÜEMEINDE ZU LEIPZIG 23. März 1Q14 Bürstenwaren aus der jüdischen Blindenanstalt für Deutschland. Der Vorstand des Vereint jüdischer Blindenanstalten fiir Deutschland betreibt eine eigene Bürstenbinderei lediglich zu dem Zwecke, den durch sie betreuten Blinden Arbeit zu geben, Für den Be/irk Leipzig ist der Vertrieb dieser Bürstenwaren Herrn Ludwig Becker Übertragen worden. Ks wird uns mitgeteilt, daß die durch Herrn B. verpflichteten Untervertreter sich öfters über eine unwürdige Behandlung seitens jüdischer Herrschaften beklagen, und wir werden gebeten, darauf hinzuweisen, daß die Vertreter der jüdischen Blindenanstalt zumindesten nicht unhöflich empfangen werden. Es handelt sich um ein soziales Werk von eminenter Bedeutung und sollte als solches auch in den Kreisen unserer Gemeinde gewertet werden. Abholung gebrauchter hebräischer Schriften. Es ist alte und uberall geübte Gepflogenheit, unbrauchbar gewordene heilige Schriften, Reste von Gebetbüchern, biblischen und talmudischen Schriften au der geweihten Stätte des jüdischen Friedhofs zu vergraben. Herr Abraham Kapusta, Leipzig-Plagwitz, \X'eiBenfeiser Str. 42, will sich der Muhe unterziehen, solche Reste aus den verschiedenen Bethäusem, aber auch aus Linzelhäusern zu sammeln und sie gemäß der alten heiligen Tradition vor Entweihung zu bewahren. Herr Kapusta bittet, ihn durch eine Postkarte zu benachrichtigen, damit diese Rote von Schriften abgeholt werden können. Jüdischer Frauenhund. Ortsgruppe Leipzig. Am Sonntag, den IS. Marz, fand sich in den behaglichen Räumen der Leipzig-Loge zum ersten Male unsere Gruppe der Berufstätigen zu einer geselligen Teestunde zusammen. I ran Dora Ury begrüßte die Anwesenden und wies darauf hin, daß bei der heutigen isolierten Lage der jüd. Berufstätigen ein Zusammenschluß unbedingt nötig sei. um uns gegenseitig Halt und Stütze in der fiir uns besonders schweren Zeit zu sein. Frau Else Cohn sprach mit warmen W orten von der Bedeutimg des Jüd. Frauenbundes und der jüd. Gemeinschaft für die berufstätige Iran. Frl. Pomeranz, von Frau Lotte Spitz am Klavier begleitet, erfreute durch den (iesang von Liedern und Arien. Der Nachmittag war außergewöhnlich gut besucht und zeigte das lebhafte Interesse, das für diese Zusammenkünfte der Berufstätigengruppe besteht. Die nächste Veranstaltung wird Mitte April stattfinden. Näheres wird an dieser Stelle bekanntgegeben. Versammlung Dr. Naumann. Dr. Max Naumann, Berlin, sprach im Verband nationaldeutscher Juden, Ortsgruppe Leipzig, am Sonnabend, den IS. März. Der Referent äußerte sich sehr abfällig über die Reichsvertretung der deutschen Juden und erklärte, daß diese sich in hochstaplerischer Weise anmaßte, die Vertretung der deutschen Judenheil zu sein. Von selten der Gegner des Verbandes erfolgten daraufhin Zwischenrufe wie „Unerhört". Rabbiner Dr. üoldmann, der eine leise Bemerkung zu seinem Nachbar machte, mußte daraufhin auf Veranlassung des Saalschutzdienstes die Versammlung verlassen. Hiergegen erhob der Syndikus des C. V. Kurt Sabatzky stärksten Protest, worauf auch er auf Veranlassung des Saalschutzes die Veranstaltung verlassen mußte. Es erhob sich dann ein Protest des überwiegenden Teils der Erschienenen, so daß sich die Polizei veranlaßt sah, die Versammlung zu räumen. Die Wohnung von Herrn Rabbiner Feldmann befindet sich jetzt QustJN-Adolf-Straße 21. Amtliche Bekanntmachung. Sparkonto für Synagogenplätze. Zum Zwecke der Erleichterung der Einlösung der Synagogenplätze haben wir die Einrichtung geschaffen, dall die Einzahlung für die Platzkarten schon jetzt ratenweise erfolgen kann. Für jede bis zum 1. August 1934 geleistete Zahlung wird zum Ausgleich für die frühere Einzahlung eine Vergiltung von 10" o gewährt, d. h. für jede eingezahlte Reichsmark wird ein Gutschein in Höhe von RM. 1.1(1 verabfolgt. Die Einzahlungen können in beliebiger Höhe erfolgen, müssen jedoch auf volle Markbeträge abgerundet sein. Wir möchten unseren (lemeindemitgliedern dringend empfehlen, von dieser Einrichtung, die ihnen die Aufrechterhaltung ihrer Anrechte auf einen Synagogcnplatz erleichtert, lebhaften Gebrauch zu machen. Einzahlungen können erfolgen an unserer Gemeindekasse während der Kassenstunden werktags von 9—1 Uhr oder auf das Postscheckkonto der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig — Leipzig Nr. 506 33. Leipzig, den IM. Marz ivi4. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Barmizwa Vorbereitung. Zur Barmizwa-Vorbereitung werden seitens der Gemeinde unentgeltlich besondere Lehrgänge abgehalten. Für die in der Zeit vom I. Oktober 1921 bis 31. Dezember 1921 geborenen Knaben beginnt der Lehrgang am 1. April 1934. Nur wer daran teilgenommen hat, wird als Barmizwa in der Gemeindesynagoge zugelassen. Anmeldungen bis 31. März 1934 im Gemeindeamt, Walter- Blümel-Straße 10 1. Von der Teilnahme können auf Antrag der Eltern solche Knaben befreit werden, welche bereits ihren Religionsunterricht privat durch einen von der Gemeinde angestellten Lehrer erhalten. Auch diese Kinder sind zur angegebenen Zeit zu melden. Leipzig, den 19. Februar 1934. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Im Anschluß an den Unterricht in unserer Religionsschule II ist ein Barmizwa-Vorbereitungsunterricht eingerichtet worden. In diesem Unterricht sollen vor allem das Erlernen der Tonzeichen (Neginoth) für die Thora- und Prophetenvorlesung geübt und die praktisch-religiösen Vorschriften (T fHttn, Zizzith usw.) behandelt werden. Der nächste Lehrgang beginnt Montag, <). April d. J., 10 Uhr, im Gebäude der Höheren israelitischen Schule, Gustav-Adolf -Str. 7, und ist für Knaben bestimmt, die in der Zeit von Anfang Oktober d. J. bis Ende März n. J. Barmizwa werden; die Teilnahme daran ist kostenlos. Anmeldungen werden schon jetzt im Schulgebäude der Höheren israelitischen Schule, (iustav-Adolf-Straße 7, von 1(> bis 17 Uhr entgegengenommen. Leipzig, den 12. März 1934. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Wochengottesdienst. Vom 2. April d. J. an beginnt der Morgengottesdienst an Sonn- und bürgerlichen Feiertagen um 7,30 Uhr, an Werktagen um 7 Uhr. Leipzig, den 20. März 1934. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Friedhofsgärtnerei des neuen Friedhofs. Die von der Gemeinde in eigener Verwaltung betriebene Gärtnerei unseres neuen Friedhofs übernimmt sämtliche Aufträge aul Bepflanzung, Instandsetzung und Pflege von Grabstellen. Es wird weiter darauf hingewiesen, daß die Friedhofsbesucher die Möglichkeit haben, ihren Bedarf an Topfpflanzen, Schnittblumen, Vasen und Schalen in der Friedhofsgärtnerei zu handelsüblichen Preisen zu decken. Fachmännische Beratung und Berechnungen erfolgen kostenlos. Leipzig, den 20. März 1934. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Jüdischer Religionsunterricht obligatorisch. Alle Eltern werden darauf aufmerksam gemacht, daß der Religionsunterricht obligatorisch ist und daß jeder Schüler der religiösen Unterweisung seines Bekenntnisses zugeführt werden muß. Wir verweisen auf die Sonderanzeigen der beiden Religionsschulen unserer Gemeinde und ersuchen um baldige Anmeldung. Außerhalb der dort angegebenen Zeiten werden Anmeldungen zum Religionsunterricht durch die Direktoren der Religiousschulen, Herrn Rabbiner Dr. Gold mann, König-Johann-Str. 17, und Herrn Rabbiner Dr. Carlebach, Leibuizstraße 23, entgegengenommen. Leipzig, den b. März 1934. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Beginn des Unterrichts in der Religionsschule I. Der Unterricht für das neue Schuljahr beginnt: a) in der Hauptschule am Mittwoch, 11. April 1934, 15 Uhr, im Schulgebäude der 32. Volksschule, Yorkstraße 2—4; b) in der Ostschule am Montag, 9. April 1934, 15 Uhr, im Schulgebäude der 10. Volksschule, Täuhchenweg 2; c) in der S ü d s c h u 1 e am Montag, 9. April 1934, 17 Uhr im Schulgebäude der Goctbeschule am Schielte!platz; d) in der West schule am Dienstag, 10. April 1934, 15 Uhr, im Schulgebäude der 47. Volksschule, Elisabeth-Allee 24—26. Die angegebenen Zeiten sind pünktlich einzuhalten. Die Aufnahme von Schülern und Schülerinnen findet am Sonntag, 18. und 25. März 1934 von 10—12 Uhr im Gemeindeamt, Walter-Blümel-Str. 10 I, statt. Bei der Anmeldung von neu eintretenden Schülern ist in jedem Falle der Geburtsschein (Familienstammbuch) mitzubringen. Die Schüler und Schülerinnen des Fortbildungsunterrichts versammeln sich am Mittwoch, 11. April 1934, lb< t Uhr, pünktlich im israelitischen Gemeindeamt, Walter-Blümel-Straße 10, Erdgeschoß. Leipzig, den 6. März 1934. Der Direktor Rabbiner Dr. Gold mann. Beginn des Unterrichts in der Rellgjonwctiule II. Der Religionsunterricht für das neue Schuljahr beginnt am Montag, 9. April 1934, 15'/t Uhr, im Gebäude der Höheren israelitischen Schule, Gustav-Adolf-Straße 7. Die Schüler und Schülerinnen des Fortbildungsunterrichts versammeln sich 16'/* Uhr im Gebäude der Höheren israelitischen <-»..». . I! ,#(-,,.-,«„ T oenuie, vjusiav-nuuii-oiidüe i. Neuanmeldungen können zu den angegebenen Zeiten noch ent?egengenommen werden. In jedem Falle ist der Geburtsschein Familienstammbuch) mitzubringen. Leipzig, den 6. März 1934. Der Direktor Rabbiner Dr. Carlebach.