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Jüdisches Gemeindeblatt und Nachrichtenblatt der Gemeindeverwaltung der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1938-09-30 · 39 (30.9.1938) · p. Seite 3

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt und Nachrichtenblatt der Gemeindeverwaltung der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
14 (1938)
Issue
39 (30.9.1938)
Date
1938-09-30
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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30. September 1038 / Nr. 30 JÜDISCHES GEMEINDEBLATT LEIPZIG Seite I Wir wollen helfen Wir müssen helfen Wir können helfen wenn uns jedes Mitglied der jüdischen Gemeinschaft, jeder Mann und jede Frau, eine einmalige Spende von mindestens 1 Mark pro Kopf, umgehend in die Nordstr. 15 bringt oder auf Postscheck Leipzig 9791 (Isr. Wohltät.-Ver.) oder Handelsbank Iwria G.m.b.H., Ritterstr, Postscheckkonto 66360 überweist. Es darf sich niemand ausschließen, da sonst den außerordentlich großen Ansprüchen, die an die Mittelstands- und Volksküche gestellt werden, nicht entsprochen werden kann. Werkann, gebe mehr! Noch fehlen Viele! Israelitischer Wohltätigkeitsverein Hugo Kaufmann (1. Vorsitzender) Gemeinderabbiner G. Cohn Gemeinderabbiner Dr. Ochs Für die mir anläßlich meines 60. Geburtstages erwiesenen Aufmerksamkeiten und Glückwünsche danke ich herzlichst und wünsche mio m-rm mi Rabbiner Israel Friedmann. Film des KKL: Der neue Weg. Man mußte eine Hemmung überwinden angesichts des schon so oft geschauten äußeren Bildes der Dekoration des Saales, der aufmarschierten Jugend mit ihren Liedern und Sprechchören und der Eindringlichkeit des gesprochenen Wortes, das vom Rednerpult her erscholl — eine Hemmung, entsprungen in den Nervenbezirken, welche die Ermudungstoxine einer schwer lastenden Zeit und eines aussichtslos verhangenen Horizontes in Resignation ermatten hellen. Und doch genügte die kurze Überlegung, daß das Erei Jisrael von heute, auf das l ausende und aber l ausende ihre Hoffnung richten, entstanden ist aus der unermüdlichen Kleinarbeit der Werbung um das einzelne Herz und um den einzelnen (iroschen — und doch, sagen wir, genügte diese Überlegung, um zu erkennen, dall diese in der ganzen Welt gleiche Form des Appells die richtige sei, da sie sich bewährte im Aufbau des beutigen Jisehuw, den Dr. Schloß h c rg, der Redner des Abends, die „Vorhut des jüdischen Volkes" nannte, welche am Werke ist, Raum und Botleu zu schaffen und zu sichern für die jüdischen Volksmassen, die nun kommen müssen. Mit dieser Erkenntnis gewann jedes Wort des Redners, jedes Lied der Jugend und jedes vorüberhuschende Bild des Films, das Kunde gab von der Schönheit des Landes, von dem unerschütterten Aufhauwillen, aber auch von den teuren Opfern aus unseren Reihen - oft gebort alles und oft schon gesehen — dennoch den f lau brennendster Aktualität und vermochte uns aufzuschließen für die Forderung der Stunde, nicht müde zu werden und nicht gering zu schätzen die bejahende Regung des Herzens und das noch so winzige Scherflein des einzelnen, das, zusammengelegt im „Sefcr Sikaron" der Juden in Deutschland, sichtbar werden soll in einer neuen Siedlung „Tel Sikaron", die wiederum nichts weiteres sein wird als eine der ungezählten und durch nichts beirrten Taten zur ErlOsung unseres Bodens, deren noch viele, viele folgen mögen. Dr. R. Amtliche Bekanntmachungen Jüdische Berufsschule Leipzig. Dienstag, den 4. Oktober 1038, entfällt der Nachmittagsunterricht in allen Klassen. Leipzig, den 27.September 1038. Dd Direktor: Dr. Weikersheimer. Vermeidet Ansammlungen vor den Gotteshäusern. Ea wird von allen maßgebenden Selten besonderer Wert darauf gelegt, daß an den hohen Feiertagen alle Ansammlungen vor den Gotteshäusern unterbleiben. Wir fordern die jfidiache Bevölkerung Leipzig» auf, den Weisungen der bei den Gottesdiensten titigen Ordner dea Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten Strengstens Folge ZU leisten, vor allem keine Verabredungen vor oder nach dem Gottesdienst auf den Straßen und Plätzen, die vor den Gotteshäusern liegen, zu treffen, damit Ansammlungen vermieden werden. Aufsicht beim Gottesdienst. Wir weisen darauf hin, daß den Anordnungen der Aufseher vor und in den Gotteshäusern unbedingt Folge zu leisten ist. Kleiderablage in der Gemeindesynagogean den hohen Feiertagen. Die in der Kleiderablage abgegebenen Kleidungsstücke werden sorgfältig bewahrt und an den Berechtigten gegen Rückgabe der ihm ausgehändigten Marke ausgefolgt. Es wird daher strengstens untersagt, Kleidungsstücke eigenmächtig wegzunehmen. Die den Dienst versehenden Personen sind angewiesen, gemäß dieser Bestimmung zu verfahren. Irgendwelche Haftung für abhanden gekommene Kleidungsstücke übernehmen wir nicht. I Am nair row l.Oktob, 1938 um 16 Uhr, wird Sr. Ehr- 1 I würd. Herr Rabb. Rogosnit/.ky im Verein Ahawas Thora I 1 Färberstr. 4 eine Droscho halten. Um pünktliches I ü u. zahlreiches Erscheinen wird gebeten. Der Vorstand ■ Zll JaUltl Kippiir empfehle ich Machsorini, Kippchen u. Kerzen Zu Sl'KKAUTH auch Esrogim und Lulowim DVB njaiK zu niedrigen Preisen. - In allen Büchern große Auswahl Ins Ausland auch allgemeine Literatur M. W. Kaufmann, Brühl 34 40, Telefon 23009 Privat-Wohnung: üustav-Adolf-Str. 14, Telefon 125 61. Aufrechterhaltung der Ordnung anläßlich der Feiertagsgottesdienstc. In dankenswerter Weise hat sich auch in diesem Jahr der Reichs bund jüdischer Frontsoldaten für den ürd nungsdienst in allen Synagogen und ßethäusern an den hohen Feiertagen zur Verfügung gestellt. Es wird deshalb von allen Gcmeindcmitglicderu erwartet, daß sie den Anweisungen der durch Abzeichen erkenntlichen Ordner unbedingt Folge leisten. Insbesondere bitten wir, ermahnend auf die Kinder hinzuwirken, jeden unnötigen Aufenthalt vor den Gotteshäusern zu unterlassen und sowohl im Verhalten als auch in der Kleidung jede Auffälligkeit zu vermeiden und die gebotene Zurückhaltung zu üben. Wir weisen noch besonders darauf hin, daß der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten ehrenamtlich und im Interesse eines jeden Synagogenbesuchers tätig ist. Es ist daher Pflicht eines jeden Gcmeindenütglicdes, diejenigen Herren, welche diesen Dienst ausüben, in jeder Weise verständnisvoll zu unterstützen. Andacht und Würde der Gottesdienste. Die Andacht der Beter in der Cemeindesynagoge wird in empfindlicher Weise dadurch gestört, daß viele Besucher schon vor Schluß des Gottesdienstes, bei den Abendgebeten vor dem Schlußgesang ihre Plätze verlassen. Vielfache Beschwerden sind darüber laut geworden. Wir richten deshalb an die Beaucher der Gottesdienste daa dringende Krsachen, durch stille« Verbleiben auf ihren Pützen auch währenddes letzten wenigen Minuten Würde und Andacht der Gottesdienste zu wahren und dadurch insbesondere dem Kaddiach-Gebet und dem Schlufigesang ihre Weib« ru erhalten. Leipzig, den 20. September 1038. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig Gottesdienste Gemeindesynagoge. Freitag, 30. 9. 1038. Abendgebet 18 Uhr. Sonnabend, 1. 10. 1018, Morgengebet 0 Uhr, Nachmittagsgebet 18 Uhr, anschl. Lehrvortrag, Abendgebet 18.30 Uhr. — Gottesdienst au Werktagen: Morgengebet 7 Uhr, Abendgebet in der El Chaim-Syna- «ogt'- Versöhnungstag. Gemeindesynagoge, Gottschedstr. 3. Dienstag, 4. 10. 1938, Nachmittagsgottesdienst 14 Uhr, Abendgottcsdienst 18 Uhr mit Predigt. Mittwoch, 5. 10. 1938, Morgengottesdienst 9 Uhr, Thoravorlesung 11 Uhr, Predigt 12 Uhr, anschl. Seclenfeier; Neilahpredigt 16.30 Uhr, Neilahgebet 16.45 Uhr, Schluß 18.22 Uhr. — Es wird d a ra u f h in gew (es e n, da fl die Predigten pünktlich beginnen und dall während der Predigten die Zugänge zu den Plätzen gesperrt sind. Gemeindesynagoge. Freitag, 7. 10. 38, Abendgebet 17.45 Uhr. Sonnabend, 8. 10. 38, Morgengebet 9 Uhr, Nachmittagsgebet 17.45 Uhr, anschließend Lehrvortrag, Abendgebet IS. 16 Uhr. Gottesdienst an Werktagen in der Ez-Chaim-Synagoge.

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