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Jüdisches Gemeindeblatt und Nachrichtenblatt der Gemeindeverwaltung der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1938-09-30 · 39 (30.9.1938) · p. Seite 4

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt und Nachrichtenblatt der Gemeindeverwaltung der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
14 (1938)
Issue
39 (30.9.1938)
Date
1938-09-30
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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JÜDISCHES GEMEINDEBLATT LEIPZIO 30. Septem ber 1938 / Nr. 30 Gemeindesynagoge. — Laubhüttenfest: Sonntag, 0. 10., Vbendgebct 17.30 Uhr mit Predigt. Montag,, 10. 10., Morgeugcbct <) Uhr, Thoravorlesung 0.15 Uhr, Abendgottesdienst 17.30 Uhr. Dienstag, II, 10., Morgengcbet 9 Uhr, Thoravorlesung 9.45 Uhr, Nachmittagsgebet 17.30 Uhr, Abendgebet 18.09 Uhr. — Es wird (1 a ra u f a ii f m erks a m gerna cht, da tt dle Pred igt pü n k tlich beginnt und daß während der Predigt die Zuginge / u den Plätzen gesperrt sind. — Die Herren, die bei den Vormitlagsgottcsdicnstcn aufgerufen werden wollen, müssen bis 0.15 Uhr anwesend sein. — Gottesdienst an Werktagen in der Ez-Chaim-Synagoge. Synagoge Ez Chaim, Otto-Sehill-Strafle. I Henstag Erew Jom Kipur, 4. 10„ morgens 6.45 Uhr, Minehoh 15 Uhr, Kol-Nidrei 17.30 Uhr. Mittwoch Jom Kipur, 5. 10., Morgengebet 7 Uhr, Seclenfeier 11 Uhr, N-iloh 16.45 Uhr, Ausgang 18.22 Uhr. Synagoge Ez Chaim, Otto-Schlll-Straße. Freilag, 7. 10., Abendgebet 17.30 Uhr. Sonnabend, S. 10., Morgengebet 8.30 Uhr, Minchoh 17 Uhr, anseht. Scliulchati-Aruch-Erklärung von Herrn Rabbiner Dr. Ochs, Ausgang IS. 16 Uhr. Sonntag Erew Sukkos, 9. 10., Abendgebet 17.30 Uhr. Montag Sukkos (I.Tag),'10. 10., Morgengebet 8.30 Uhr, Minchoh 17.30 Uhr, Abendgebet 18.10 Uhr. Dienstag Sukkos (2. Tag), II. 10., Morgengebet 830 Uhr, Minchoh 17.30 Uhr, Ausgang 18.00 Uhr. Chol Hainoed: morgens 7 Uhr, abends 17.30 Uhr. Talmud-Thora-SynagogCj Keilstr. 4. Erew Jom Kippur Dienstag, I. 10., früh 6.30 Uhr, Mineha 15 Uhr, Kd-Nidrei 17.30 Uhr. Jom Kippur Mittwoch, 5. 10., früh 7 Uhr, Ausgang 18.23 Uhr. Freitag, 7. 10., abends 17.30 Uhr. Sonnabend, S. 10., früh 8.30 Uhr, Mineha 17 Uhr, anseht Mischnajit, Ausgang 18.16 Uhr. Sonntag, 9. 10., Erew Sukkos abends 17.30 Uhr., Montag, 10. 10., I.Tag Sukkos, früh 8.30 Uhr, Mineha 17 Uhr. Dienstag, 11. 10., 2. Tag: früh 8.30 Uhr, Mineha 17.30 Uhr, Ausgang 18.11 Uhr. Personenstandsnachrichten Geburten 11 August 1938: Josef Rosengarten und Frau Rajca geb. Dyment, Ludendorffstr. 2, einen Sohn „Michael"'. I.September 1938: Abraham Meir Weißberg und Frau Wally geb. Finkeistein, Humboldtstr.20, eine Tochter „Ester Tanja". 5.September 1038: Dr. Josef Siegfried Stern und Frau Lcontine geb. WeiBbreud, Walter-Blümel-Str. 14, einen Sohn „Jacob Michael". 6.September 1938: Herbert Schwartz und Frau Elli Berta geb. Zander, Hetfferichstr. 2 b, einen Sohn „Jacob Denny". 13.September 1938: Jakob Buchaster und Frau Paula geb. Falek, Huntbokttstr.9, einen Sohn „Manfred Bernhard". Todes f ä Ile: 19.September 1938: Jetti Czaczkcs, Mittelstr. 16. 20.Septembci 19)8: Ruchla Schmeidler, Nordatr.25. Aus dem Gemeindeamt Leere und möblierte Zimmer werden minderbemittelten Gemeindemitgliedern jederzeit unentgeltlich im Erdgeschoß des i icincindcamtcs, Waltcr-Blümcl-Str. 10, nachgewiesen. Künstlerische Veranstaltungen der Winterhilfe. Der Reichsi er band der Jüdischen Kulturbünde in Deutsehland teilt mit: „Laut behördlicher Anordnung sind künstlerische Veranstaltungen der Jüdischen Winterhilfe genau wie alle anderen künstlerischen Veranstaltungen beim Reichsverband der Jüdischen Kulturbünde in Deutschland zwecks Einholung der behördlichen Genehmigung drei Wochen vor dem Veranstaltuugstcrmin mit genauem Programm, Mitwirkenden USW. anzumelden." Bevorstehende Veranstaltungen 12 Oktober: WIZO: Vortrag Dr. Licht-Berlin „Zwischen Erinnerung und Zuversicht". 20.Oktober: Judischer Kulturbund: Theatergastspie] „Arm wie eine Kirchenmaus". 19. November: Jüdischer Kulturbund: Theatergastspiel „Die Reise Benjamins III" Neue Bucher Kurt Sternberg, Philosophische Probleme im biblischen und apokryphen Schrifttum der Juden. Berlin 1938 (Joachim (ioldstein, Jüdischer Buchverlag). Im Zusammenhang mit dem neuen Erwachen jüdischer Religiosität steht eine immer zunehmende Beschäftigung mit unserer Bibel. Wie in den vorangegangenen Jahrhunderten erscheint sie auch heute als Qik-II der inneren Stärkung. Ihre ewigen Werte teilen sich dem suchenden Leser mit und sprechen zum heutigen Menschen von dem. was seine Seele bedrängt, mit dem Ausdruck uralter Offenbarung. Die ungeheure Kraft dieses Schrifttums ruht darin, daß es von den verschiedensten Standpunkten aus betrachtet und aufgenommen weiden kann. Kurt Sternberg zeigt, was die Bibel dem bedeutet, der an sie mit d'-m Schatz philosophischer Begriffe und Gedankengänge herantritt. Er will nicht etwa der Bibel den Charakter eines philosophischen Lchrsystems zusprechen. Sie ist auch für ihn die heilige Urkunde des Judentums. Aber auch und vielleicht gerade, weil iic das ist, mochte auch der Philosoph in ihr die Probleme wiederfinden, die ihn in seinem Denken bewegen; möchte er wissen, welche Lösung für sie in den heiligen Büchern vorgelegt wird und wie diese Antworten den heutigen Menschen zu führen geeignet sind. So durchforscht er das biblische, mit einem gewissen, wenn auch nicht unbestreitbarem Recht auch das apokryphe Schrifttum - wäre es in allein Ausdruck judischer Anschauung, so wäre es eben nicht apokryph gemacht worden —, nach den Fragestellungen der Philosophie: Sdiöpfungsprinzip, Erkenntnisproblem, Kulturmotiv, Sozialproblem u. a. Einzelne, dem Judentum eigentümliche sittliche Lehren stellt er in den Rahmen philosophischer Betrachtungsweise, untersucht etwa die metaphysischen Grundlagen der Lehre vom Nächsten und vom Fremden, die religiöse Geschichtsauffassung in ihrer theoretischen Bedeutung u. ä. Das alles geschieht in einer leicht verständlichen Form, die auf jeder Seite diel philosophische Fundierung erkennen, läßt und doch auch dem nicht systematisch geschulten, mit den Problemen nur eben aus eigenem' Suchen befaßten Leser klärend und anregend Hilfe bringt. Es tut dem Buche kaum Abbruch, daß dem Verfasser nicht die gleiche Vertrautheit mit der jüdischen Literatur wie mit der philosophischen zu Gebote steht. Man erkennt hie und da, wie er mit dem biblischen Stoffe noch ringt, ihm gegenüber nicht die gleiche beherrschende Stellung einnimmt, wie bei den philosophischen. Gleichwohl ist das Buch vorzüglich geeignet, dem Leser der Bibel, der in die weltanschauliche»! Gedankengänge eindringen möchte, ein äußerst wertvoller Führer tu werden. C. „Philo-Atlas, Handbuch für die jüdische Auswanderung" nennt sich ein Nachschlagewerk, das die mannigfachen Tatsachen und Fragen, die den jüdischen Auswanderer hier und vor allein draußen beschäftigen, erstmalig in einem Bande gemeinverständlich darstellt und demnächst in der Reihe der Philo-Lexika erscheint (Philo G.m.b.H., Jüdischer Buchverlag und Buchvertrieb, Berlin W 15, Pariser Str. 44). Neunzehn vielfarbige, zu diesem Zweck eigens hergestellte Landkarten vorwiegend der überseeischen Länder bilden die Grundlage des Buches. Auf etwa 200 Textspalten, in mehr als 600 Stichwörtern — von Curacao bis Ozeanien, von Elektrizität bis Weltzeituhr, von Höhenkrankheit bis Trinkwasser, von Anforderung bis Zollverschluß — werden die Länder der Welt behandelt: neben der geographischen Lage kommen vor allem zur Darstellung Klima, Ernährung und Gesundheitswesen, Wirtschaft, Verkehr und Recht, Einwanderungsbestimmuugen und Arbeitsmöglichkeiten, nicht zuletzt das jüdische Leben. Ein umfangreicher Tabellcnteil enthält Übersichten, z. B. über die Währungen, die Lebenshaltungskosten, die Preise für Passage, Frachten und Postsendungen, die gebräuchlichsten Medikamente, die Verteilung der Juden über die Erde. An dem handlichen Nachschlagewerk, herausgegeben von Dr. Ernst G. Löwenthal, arbeiteten Fachleute namentlich aus dem Mitarbeiterstab des Hilfsvereins der Juden in Deutschland und des Jüdischen Centrai-Vereins mit, so u. a. Dr. Berthold Altmann, Max (ioldstein, Rudolf Gräupner, Dr. Alexander Gutfeld, Dr. Arnold Horwitz, Dr. Eugen Ludwig Loewe, Hans Oppenheimer, Dr. Arthur Prinz, Dr. Eva Reichmanii-Juiigmanii, üretel Wiescnthal und Herbert .Wiesenthal. Der Preis des Buches, das in seiner Gestaltung dem bekannten und weitverbreiteten Philo-Lcxikon entspricht, beträgt etwa 3,85 RM. Die „Jüdische Wohlfahrtspflege und Sozialpolitik" gibt soeben ihr neuestes, besonders vielseitig und anregend gestaltetes Augustheft (Heft 4 des Jahrgangs) heraus. Den „Reichs verband der Juden in Deutschland" in Forin und Sinn behandelt Dr. Arthur Lilienthal. — Fragen der Jugend- und Ki ii d er c r zie Ii un g und -biidung sind mehrere Aufsätze gewidmet. Dr. Fridolin Fried mann untersucht die Quellen, die uns „Zur Psychologie der jüdischen Jugend in der gegenwärtigen Situation" zur Verfügung stehen und schildert sehr lebensvoll die Reaktion unserer Jugend auf ihr Erleben. Psychologisch unterbaut ist auch eine Skizze der Montessori-Lchreriii Hilde B i eI sc Iio w sk y , die an Beispielen „Wir lernen spielend Englisch" zeigt, wie man vier- bis achtjährige Kinder vor der Auswanderung sprachlich vorbereiten kann. Aus der Praxis geschöpft und ebenfalls auf Auswanderung ausgerichtet, ist ein Beitrag von Heinz Warschauer, Frankfurt a.M., durch den die Aussprache „Zur Gestaltung der jüdischen Gegenwartskunde" abgeschlossen wird, die sich über die Hefte 6 1937, 1 und 2/1938 hingezogen und recht fruchtbar gestaltet hat. Erzieherische Gesichtspunkte betont auch Senta Joscphthal in ihrer sehr unschematischen Jubiläumsbetrachtung „llechaluz 1918 und 1938". Von da aus führt die Brücke zu zwei Aufsätzen aus Palästina, die noch kaum erörterte Fragen behandeln: I>. Weinryb, Jerusalem, untersucht als soziologisches Problem des Jisclmw die Frage des „Beamtentums in Palästina", Frieda Wein reich, Tel Aviv, die vor ihrer Auswanderung ihr zehnjähriges Jubiläum als Mitarbeiterin der Zentralwohlfahrtsstelle hätte feiern können, berichtet, zum Teil vergleichend, über Eindrücke und Erfahrungen „Aus der sozialen Arbeit in Palästina". — Ein sehr aktuelles Thema berührt schließlieh noch Dr. Willy Katzenstein, der auf die Frage „Sind jüdische Gruppensiedlungen möglich?" Bedenken in tatsächlicher und soziologischer Hinsicht äußert. (Die Blätter erscheinen zweimonatlich und kosten halbjährlich RM. 3,—, das Einzeiheft RM. 1,—. Bestellungen sind an die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland E.V., Berlin-Charlottenburg 2, Kantstr. 158, zu richten.)

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