Jüdisches Gemeindeblatt und Nachrichtenblatt der Gemeindeverwaltung der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt und Nachrichtenblatt der Gemeindeverwaltung der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 14 (1938)
- Issue
- 26 (1.7.1938)
- Date
- 1938-07-01
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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!. Juli 1038 /Nr. 26 JODISCHES OEMEINDEBLATT LEIPZIG Seite 3 n»a Die glückliche Geburt unseres Sohnes zeigen an Josef und Hilde Eisenberg geb. Eckstein ~ •/'*Statt Karten. Zu der s. C. w. am Sonnabend, den 9. Juli 1938, in der Beth-Jehuda Synagoge Färberstr., stattfindenden niSö'Ta unseres Sohnes Siegfried laden wir nur hierdurch Verwandte und Freunde herzlichst ein. Kiddusch 12-2 Uhr Benno Handl und Frau V. Christianstr. 131_Helene geb. Buslik Statt Karten. Für die Glückwünsche und Aufmerksamkeiten anläßlich der Barmizwah unseres Sohnes Leo danken wir herzlichst. Dr. med. O. Dzialowski und Frau Leipzig, Leibnizstr. 4,1 Ciliy geb. Rosenak Ruth Cohnheim Moritz Birn. Verlobte Leipzig Fockestr. 33 im Juni 1938 Leipzig Rosentalgasse 3 Berichtigung In der Vermihlungsanzeige Wetzer aus Nr. 25 vom 24. Juni ^muß es heißen: Trauung am 3. Juli 16 Uhr, in d. Ariowitsch-Schul Unsere Gemeinde Die Che w r a Kadlacha der Frauen gibt bekannt, daß ab Montag, den 4. Juli, wieder In der Zelt von 3—6 Uhr im Sozialamt, Humboldtstraße 13 pt, genaht wird. Um zahlreiches Erscheinen wird dringend gebeten. Ein Aufruf der Jüd.-national. Jugend Herzlia (Betar) wendet iich mit folgenden Ausführungen an die jüdische Jugend: „in diesen Tagen der Auflösung des Judentums in Deutschland fordern wir Euch auf, Eure Aufmerksamkeit unseren Ausführungen zu schenken. Nach allen Richtungen der Welt geht der Strom der jüd sehen Auswanderimg. Planlos geht diese Auswanderung von starten, und die, die heute noch glauben, hier und da einen Platz und Sicherheit gefunden zu haben, werden schon morgen das Judcnsehicksal erleben: auswandern zu müssen von Land zu Land. Ein einziges Land in der Welt hat uns Juden die Mög'ichkeit geboten, seßhaft und den anderen Völkern der Erde in Gluck und Unglück gleich zu werden. Erez Israel, der Judenstaat von ehedem, soll der Judenstaat der Zukunft werden. Aber keinem Volk der Erde wird sein Leben räum kampflos und ohne Opfer geschenkt. Der Judenstaat ist im Werden, durch unseren Willen und durch unsere Tat wird er Wirklichkeit. Doch der Weg jüdischer Wanderung aus Deutschend kann sich angesichts der erforderlichen Schnelligkeit nicht allein nach Erez Israel richten. Wir verstehen, daß die jüdische J:igend gezwungen ist, als Ziel ihrer Wanderung auch andere Länder zu nehmen. Euer luden Schicksal wandert mit Euch. Die Wanderung von Land zu Land ist eine Verschiebung. Die Lösung der Juden frage heißt: judenstaat. Daran mitzuarbeiten seid Ihr verpflichtet. Das wird Euch auch •ei Eueren neuen Wirtsvölkern Ehre und Achtung erwerben, und ueren Willen, einst nach Erez Israel zu gehen, wachhalten. Nur nn Bewußtsein Eurer nationalen Aufgahen und Pflichten werdet Ihr rfolgreich den Weg in die Welt antreten. Diese Festigkeit des Villens und der Tat könnt Ihr nur in engem Zusammenschluß und traffer Disziplin finden. Ihr müßt Euch geistig und körperlich vorbereiten. Diese Erziehung gewährt allein der Betar. In der ganzen Welt kämpfen die Besten unserer Jugend für den ungeteilten Judenstaat. Wir fordern Euch auf, nicht abseits lehen zu bleiben, sondern in den Reihen der betarischen Jugend mitzumarschieren." Nachricht des Sozialamtes. Wir machen darauf aufmerksam, daß unsere Kurse für Feinrechanik und Schlosserei wegen überfüllung bis auf weiteres Neuanmeidungen nicht mehr entgegennehmen können. Zur Mifdch Zioni-Aktion. Aus einem Brief von Dr. Martin Rosenblüth, London, an die Zionisten in Deutschland: Die Zionisten in Deutschland müssen verstehen, daß das Gelingen des Mifdeh Zioni von entscheidender Bedeutung Paul Ries Fanny Ries geb. Linker Vermählte Leipzig C 1 Sonntag, den 3. Juli 1938 Bitterfeld V Kl. Fleischergasse 10__J Max Natten heim er Hildegard Nattenheimer geb. Remmler Vermählte Leipzig N 22, 29. Juni 1938 Wilhelmshavener Str. 2c Statt Karten Bei der Fülle der uns erwiesenen Aufmerksamkeiten und Glückwünsche ist es uns nur möglich, auf diesem Wege allen Freunden und Bekannten aufs herzlichste zu danken. D. Jackson u. Frau Kickerlingsberg 4 Sam H. Conrad Gerda Conrad-Jackson für die weitere Einwanderung der Jitden nach Palästina ist. Wenn es nicht sehr schnell gelingt, das Problem der Arbeitslosigkeit in Palästina zu meistern, wird die Exekutive der Jewish Agency keine Möglichkeit haben, bei der englischen und bei der palästinensischen Regierung mit dem erforderlichen Nachdruck die Forderung auf eine großzügige jüdische Einwanderung für das neue Schcdule zu erheben. Die Überwindung der Arbeitslosigkeit aber kann, wie iu der ganzen Welt so auch in Palästina, mit Erfolg nur durch Arbeitsbeschaffung im großen Stil geschehen, d. h. durch Inangriffnahme von öffentlichen Arbeiten und von Notstandsarbeiten, und dazu gehört Geld. Die Exekutive kann die erforderlichen Mittel weder aus dem regulären KH-Budget zur Verfügung stellen, noch aus den Sondereingängen, die sie aus dem Miphal Bizaron hat, die im wesentlichen für andere Aufgaben bestimmt sind. Ebenso unmöglich ist es, die Sorge für die Liquidierung der Arbeitslosigkeit und des wirtschaftlichen Notstandes, der heute auch im paläst nensischen Mittelstand herrscht, dem Jischuw allein zu überlassen. Man kann ohne Übertreibung sagen, daß der Jischuw altes tut, w.ns in seinen Kräften steht; die Arbeiterschaft hat durch ihren Verzicht auf den Erlös von 18 Arbeitstagen eine wirklich vorbildliche Opferwilligkeit an den Tag gelegt; die bürgerlichen Kreise haben versucht, das ihrige zu tun. Der Beschluß des Actions-Com'tes, der die Zionisten der ganzen Welt zum Mifdeh Zioni aufruft, hat daher neben seiner materiellen auch eine tiefe moralische Bedeutung; die Zionisten in der ganzen Welt sollen durch die Tat beweisen, daß sie den Ernst der gegenwärtigen Situation und ihre Konsequenzen verstehen und daß sie bereit sind, ihr durch ihre Beteiligung am Mifdeh Zioni — zusätzlich zu allen ihren sonstigen materiellen Verpflichtungen — Rechnung zu tragen. .. W1ZO. Die WIZO veranstaltete am 14. Juni im Jugendheim einen Lichtbildervortrag über die Arbeit der WIZO im Alitagsleben Palästinas. Frau Liese Alexander (Dortmund) verstand es in ausgezeichneter Weise, an Hand der Lichtbilder einen ausführten en Überblick über die von der WIZO in Palästina ge'ei stete vielfäl ige Arbeit zu geben und erntete für ihren anschaulichen und inhaitsvollen Vortrag reichen Beifall. Amtliche Bekanntmachungen Geburtsmeldungen an das Gemeindeamt. Im Interesse einer möglichst beschleunigten Bekanntgabe der Geburten liegt es, daß Jede Geburt unter Vorlegung des Familienbuches oder des Geburtsscheines möglichst unver7Üglich unserem Gemeindeamt, Walter-Blümel-Str. 101 (Kan/Ll) angezeigt wird. Wir ersuchen unsere Gemeindcmitglieder, diese G burtsanzeige nicht auller acht zu lassen, denn wir können nur solche Qehurt.n in unsere Personenstandsnachrichten aufnehmen, die uns auf O.und standesamtlicher Belege bekannt werden Leipzig, den 28. Juni 1938. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Gottesdienste Gemeindesynagoge. Freitag. 8. 7. 1938, Abendgebet 19 Uhr. — Sonnabend, 9. 7. 1938, Morgengebet 9 Uhr, Nachmittagsgebet 20.55 Uhr, anschließend Lehrvortrag, Abendgebet 21.25 Uhr.